mini|Nordwest-Ansicht mini|Innenansicht In ihrer Stilreinheit ist die Neustädter Kirche St. Katharina in Eschwege einer der letzten Nachfolgebauten der gotischen Elisabethkirche in Marburg, die 1285 geweiht wurde. Die Kirche in Eschwege ist eine dreischiffige, spätgotische Hallenkirche, getragen von acht schlanken Rundstützen mit unten je vier Diensten und oben den Laubkapitellen. Zu sehen sind Netz-, Stern- und Kreuzgewölbe.

Die erste urkundliche Erwähnung des Eschweger Stadtteils „Neustadt“ erfolgte 1306 als indirekte Erwähnung über ein Gebäude in der „Altstadt“. Bei einer Neuorganisation der Kirchen in der Stadt Eschwege wurden 1340 die St. Katharinenkirche als Kapelle des Stadtteils Neustadt und die Kapelle St. Godehard (später Nikolaikirche, heute als Rest dieser Kirche noch der Nikolaiturm) zu eigenständigen Pfarreien erklärt. Die Kapelle, seit 1340 Pfarrkirche der Neustadt, war die Vorgängerin der jetzigen Kirche.

Bei Bauarbeiten für eine neue Heizung wurden 1998 unter dem Chorraum Reste der Grundmauern dieser Vorgängerkirche gefunden. Sie war fast genauso lang wie die heutige Kirche, nur etwas schmaler.

Als westlicher Abschluss dieser älteren Kirche wurde ab 1374 (Inschrift) der ältere (untere) Teil des bis heute erhaltenen, 75 Meter hohen Turms angefügt. Er reichte ungefähr bis zur Höhe des Zifferblattes der Turmuhr. Laut einer Inschrift von 1436 schloss sich der Baubeginn der Sakristei an. Der Chorraum, der 1474 begonnen worden war, wurde 1480 fertiggestellt.

Das Langhaus entstand in den Jahren 1484 bis 1492, die Einwölbung wurde 1520 abgeschlossen, wie die Jahreszahl am Schlussstein belegt. Bis zur Reformation hatte die Kirche damit weitgehend ihre noch heute erkennbare Bauform erreicht. Nach Einführung der Reformation in Hessen ab 1527 wurde die Kirche evangelische Pfarrkirche.

1862 erhielt der Kirchturm seinen oberen Abschluss mit stark durchgliedertem Glockengeschoss und achtseitigem Steilhelm nach Plänen des Kasseler Architekten Georg Gottlob Ungewitter.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen, bearbeitet von Magnus Backes. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 1982, S. 119.

Auf einem alten Gewölbeschlussstein, der in der Vorhalle der Kirche ausgestellt ist, befindet sich eine Darstellung der Katharina von Alexandria, der Namenspatronin der Neustädter Kirche.

mini|hochkant|Die Orgel Die Orgel mit 31 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, wurde 1839 von Eobanus Friedrich Krebaum gebaut.Uwe Pape (Hrsg.): Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Band 1: Thüringen und Umgebung, S. 333. Pape Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-921140-58-1

Im Kirchturm befindet sich ein fünfstimmiges Glockengeläut aus Bronze, von denen vier Kirchenglocken 1926 und 1958 von der Glockengießerei Rincker in Sinn gegossen wurden und eine von der Glockengießerei Pühler aus dem Jahr 1845 stammt. Letztere wurde ursprünglich für die Kirche in Lähn (heute Wleń) gegossen und kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg nach Eschwege.Aufschrift auf der Glocke: „EIGENTHUM DER EVANGELISCHEN KIRCHENGEMEINDE ZU LAEHN ...“, siehe ID 68122 auf glocken-finder-2 (abgerufen am 22. September 2026)

Glocke Name Gussjahr Gießer Durchmesser Gewicht Schlagton 1 Kriegsgefallenenglocke 1958 Glockengießerei Rincker 1540 mm 2136 kg c' −4 2 Christusglocke 1845 Christian Ludwig Puehler 1160 mm 903 kg e' −5 3 Liebe 1958 Glockengießerei Rincker 1058 mm 696 kg g' −2 4 Vater-Unser-Glocke 1958 Glockengießerei Rincker 960 mm 515 kg a' −1 5 Betglocke 1926 Glockengießerei Rincker 880 mm 404 kg h' ±0

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Informationen über die heutige Kirchengemeinde

Einzelnachweise

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