mini|hochkant|Thomas Niederbühl Thomas Niederbühl (* 27. März 1961 in Bruchsal) ist ein deutscher LGBT-Aktivist und bayerischer Kommunalpolitiker (Rosa Liste München). Er gehörte dem Stadtrat in München von 1996 bis 2026 an und war damit der erste offen schwule Stadtrat einer schwul-lesbischen Wählergruppe in Europa.

Politische Laufbahn Niederbühl ist seit 1983 in der Schwulenbewegung aktiv. Sein politischer Einstieg war die Rosa Freizeit in München. In den 1980er Jahren war er an der Gründung des Bundesverbandes Homosexualität beteiligt. Weitere Meilensteine in seinem Engagement in der Schwulenbewegung waren die schwul-lesbischen Kulturwochen Viorosa 1985 und 1989, Beiträge für das Schwulen-Magazin Südwind, das er 1988 mitbegründete, seine Beteiligung am Forum Homosexualität und Literatur und die Organisation des Christopher Street Day.

Schließlich brachte er Mitte der 1980er Jahre die Münchner Gruppen mit dem Treffen der Münchner Schwulengruppen an einen Tisch.

Bei der Gründungsversammlung der Rosa Liste München am 2. September 1989 wurde Thomas Niederbühl zum Spitzenkandidaten nominiert. 1990 zog er in den Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt – Isarvorstadt und 1996 in den Münchner Stadtrat ein. Bei den Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 wurde er jeweils wieder gewählt. Bei der Kommunalwahl 2026 kandidierte Thomas Niederbühl nicht mehr.

Seit 2008 setzte er sich für das Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten Lesben und Schwulen ein.

Berufliche Laufbahn Er studierte Katholische Theologie, Germanistik und Philosophie, zunächst in Heidelberg und ab 1982 in München. Nach dem ersten Staatsexamen 1989/90 wurde ihm wegen seines Engagements in der Schwulenbewegung die Lehrerlaubnis für Katholische Theologie entzogen. Nach diesem praktischen Berufsverbot begann Niederbühl mit einem Aufbaustudium in Literaturkritik. In der Folge betätigte er sich als Autor und Kritiker. Ab 1991 war er Geschäftsführer der Münchner AIDS-Hilfe e. V.

Privatleben Seit 1989 ist Thomas Niederbühl mit Heinz Bänziger liiert. Sie schlossen 2001 eine Lebenspartnerschaft und sind seit 2017 verheiratet.queer.de: Münchens OB traut den Rosa-Liste-Stadtrat. Niederbühl hat einen Zwillingsbruder.

Siehe auch

Liste von katholischen Theologen, denen die Lehrerlaubnis entzogen wurde

Ehrung 2026 erhielt Thomas Niederbühl die Goldene Bürgermedaille der Landeshauptstadt München.

Weblinks

Eigene Website Thomas Niederbühl auf rosaliste.de Münchner Aidshilfe

Thomas Niederbühl im RatsInformationsSystem München

Einzelnachweise

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