Jefferson Airplane, später Jefferson Starship und Starship war eine US-amerikanische Rockband, die 1965 gegründet wurde.
Bandgeschichte Die Band wurde 1965 in San Francisco gegründet und hatte ihren ersten Auftritt am 13. August 1965 im von Marty Balin mit drei Partnern in der Filmore Street in San Francisco gegründeten Club The Matrix. Sie gilt als eine der Hauptvertreterinnen des psychedelischen Rock. Zur Stammbesetzung gehörten Grace Slick (Gesang, Piano), Marty Balin (Gitarre, Gesang), Paul Kantner (Gesang, Gitarre), Jorma Kaukonen (Gitarre, Gesang), Jack Casady (Bass) und Spencer Dryden (Schlagzeug).
1966 erschien das eher folkorientierte Debütalbum Jefferson Airplane Takes Off (noch mit Drummer Skip Spence und Sängerin Signe Toly Anderson). Im Oktober 1966 verließ Anderson die Band, da sie ein Kind erwartete und sich ihrer Familie widmen wollte. Ihre Nachfolgerin war die Sängerin Grace Slick. Das zweite Album, Surrealistic Pillow (1967), enthielt die Titel White Rabbit (eine psychedelische Interpretation der Alice-Figur aus Alice im Wunderland von Lewis Carroll) und Somebody to Love, die Slick bereits für ihre vorherige Band The Great Society komponiert und (allerdings mit weniger Erfolg) gesungen hatte. Beide Stücke sollten die einzigen Welthits der Band werden, die daher boshaft als „Two-Hit-Wonder der großen Hippie-Hymnen“ bezeichnet wurde.Jörn Glasenapp: Jefferson Airplane: White Rabbit (1967). In: Christoph Jürgensen, Gerhard Kaiser (Hrsg.): Eine Kulturgeschichte der Popmusik. J.B. Metzler, Berlin 2026, ISBN 978-3-7618-2095-7, S. 211–216, hier S. 212 f.
Es folgten die Alben After Bathing at Baxter’s (1967), Crown of Creation (1968), Bless Its Pointed Little Head (Live, 1969) und Volunteers (1969). Letzteres bringt die typische Stimmung der späten 1960er Jahre zum Ausdruck: Die Hippie-Bewegung mit ihrer Sehnsucht nach dem einfachen Leben und ländlichen Musizierformen ist darauf genauso vertreten wie der jugendliche Protest gegen den Vietnamkrieg (im Titelsong des Albums). Aus diesem Grunde trat die Band auch beim Woodstock-Festival auf, wo sie am Morgen des 17. August 1969 den durch regenbedingte Wartepausen lang gewordenen zweiten Tag des Festivals beendete. Slick kündigte an, dass die Band ein wenig „morning maniac music“ spielen wolle und erwähnte dabei nur ihren Pianisten Nicky Hopkins namentlich. Dazu gehörte auch der Song Volunteers.
Beim Altamont Free Concert am 6. Dezember 1969 traten Jefferson Airplane als eine der Vorgruppen der Rolling Stones auf. Als Marty Balin versuchte, angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen der mit dem Ordnungsdienst beauftragten Hells Angels einzugreifen, wurde er auf der Bühne bewusstlos geschlagen. Während des anschließenden Auftritts der Rolling Stones eskalierte die Situation weiter und führte zum Tod des Konzertbesuchers Meredith Hunter durch einen Hells Angel.
Im Frühjahr 1970 verließen Marty Balin und Spencer Dryden die Band. Es kam zu weiteren personellen Wechseln und die Musiker begannen, in lockeren Formationen außerhalb der Band zu arbeiten. Nachdem ihr bisheriges Label Wörter wie „fuck“ unkenntlich gemacht hatte, gründete die Band 1971 ihre eigene Plattenfirma Grunt. Es entstanden die Alben Bark (1971), Long John Silver (1972) sowie das Live-Album Thirty Seconds Over Winterland (1973), auf dem der Geiger Papa John Creach als festes Gruppenmitglied firmiert.
1974 brachte Grunt Records Early Flight heraus, eine Zusammenstellung früher Songs aus den Jahren von 1965 bis 1970, die vorher noch nicht auf LP veröffentlicht worden waren. 1989 folgte ein nur mit dem Bandnamen betiteltes Album in der Originalbesetzung von 1967. 2004 erschien die DVD Fly Jefferson Airplane.
1973 beendete Paul Kantner das Kapitel Jefferson Airplane und gründete die Band unter dem Namen Jefferson Starship neu.
1996 wurden Jefferson Airplane in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
2008 kam es unter dem Bandnamen Airplane Family Reunion zu einem Wiedervereinigungs-Konzert der Gründungsmitglieder Marty Balin, Signe Toly Anderson, Jerry Peloquin, Bob Harvey zusammen mit Slick Aguilar (Gitarre) bei einem Benefizkonzert in Astoria, Oregon.https://www.oregonlive.com/music/2008/08/signe_anderson_will_perform_wi.htmlhttps://www.setlist.fm/setlist/jefferson-airplane/2008/clatsop-community-college-arts-center-astoria-or-3f321cb.html
Der Schlagzeuger Joey Covington starb bei einem Autounfall am 4. Juni 2013 in Palm Springs, Kalifornien. Die Gründungsmitglieder Signe Toly Anderson und Paul Kantner verstarben beide am 28. Januar 2016 nach längerer Krankheit. Marty Balin starb am 27. September 2018.
Am 14. Oktober 2022 enthüllten Grace Slick, Jack Casady und Jorma Kaukonen in Hollywood die 2737. Sternenplakette auf dem Walk of Fame, die Jefferson Airplane gewidmet ist.
Diskografie als Jefferson Starship
als Starship
Studioalben
Livealben
Weitere Livealben 1967: Jefferson Airplane. Recorded on Saturday 17th June, 1967 at the second night of the Monterey Festival 1990: Live at the Monterey Festival (17. Juni 1967) 1995: White Rabbit – Live 1996: Feed Your Head: Live ’67–’69 1998: Live at the Fillmore East (3.–4. Mai 1968) 1998: Greatest Hits Live 2002: Today – Live 2006: At Golden Gate Park (Live 7. Mai 1969) 2006: High Flying Bird: Live at the Monterey Festival 2007: Last Flight (Live 22. September 1972, 2 CDs) 2007: At the Family Dog Ballroom (Live 6. September 1969) 2007: Feels Like '67 Again – Live CD Winterland Concerts 1967 2008: Plastic Fantastic Airplane (Liveaufnahmen aus verschiedenen Konzerten) (HHO Multimedia LTD. London) 2008: Timeless Classics Live 2009: Acoustic Warrior – Live IMAC 99 (2 CDs) 2010: Live at the Fillmore Auditorium 25.-27. November 1966 (We Have Ignition) (2 CDs) 2010: Live at the Fillmore Auditorium 15. Oktober 1966 (Late Show – Signe’s Farewell) 2010: Live at the Fillmore Auditorium 16. Oktober 1966 (Early & Late Shows – Grace’s Debut) 2010: Setlist: The Very Best of Jefferson Airplane Live 2016: Nothing in Particular (Concertgebouw, Amsterdam, 15. September 1968)
Kompilationen
Weitere Kompilationen 1968: Jefferson Airplane’s Golden Album 1970: Jefferson Airplane 1976: Surrealistic Airplane (2 LPs) 1980: Greatest Hits 1980: Rarities 1984: Time Machine 1991: Jefferson Airplane Loves You (Box mit 3 CDs) 1992: Loves You 1998: Hits (Jefferson Airplane, Jefferson Starship und Starship) 2001: The Roar of Jefferson Airplane 2001: Greatest Hits (Jefferson Airplane, Jefferson Starship und Starship) 2010: The Best Of (UK: ) 2015: White Rabbit: The Ultimate Jefferson Airplane Collection (Box mit 3 CDs)
Singles
Weitere Singles 1966: My Best Friend 1966: Bringing Me Down 1967: It’s No Secret 1968: If You Feel Like China Breaking 1968: Conejo blanco 1969: Plastic Fantastic Lover (Live) 1969: White Rabbit 1970: Mexico 1970: She Has Funny Cars 1972: Long John Silver 1972: Twilight Double Leader 1987: 2400 Fulton Street – An Anthology (12inch Promo) 1989: Planes 1989: Summer of Love 1990: True Love
Videoalben 1989: Radio City Music Hall Concert 2004: Fly Jefferson Airplane
Boxsets 2001: Ignition (4 CDs) 2008: Original Album Classics (Box mit 5 CDs) 2008: Flight Box (Box mit 3 CDs) 2011: Original Album Classics (Box mit 3 CDs)
Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte
2024: für die Single Somebody to Love
2022: für die Single Somebody to LovePlatin-Schallplatte
2025: für die Single White Rabbit
Weblinks
jeffersonairplane.com
(Fansite, englisch)
Quellen
Kategorie:Psychedelic-Rock-Band Kategorie:US-amerikanische Band
Kategorie:Hippiebewegung Kategorie:Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame