Hundshübel ist ein Ortsteil der kreisangehörigen Gemeinde Stützengrün im sächsischen Erzgebirgskreis.
Lage Hundshübel liegt auf einer Höhe von ca. 600 m am Nordufer der Talsperre Eibenstock im Erzgebirge an der B 169. Der Ort liegt nach der Naturraumkarte von Sachsen in der Mesogeochore „Hochflächen bei Schneeberg“ und gehört zur Mikrogeochore „Filzteich-Hochfläche“. Nördlich des Orts befindet sich der Hartmannsdorfer Forst.
Geschichte mini|Ortsmitte mit Kirche mini|Kirchplatz, Abbildung in Karl Friedrich Schreyer: Chronik des Kirchdorfes Hundshübel, 1889 Im Jahre 1533 wird Hundshübel – damals Hundesudell genannt – zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als die Gegend von der Familie Tettau an die Wettiner verkauft worden ist., Abruf am 24. Januar 2019 Am Anfang der Ortsentstehung gab es ca. zehn bäuerliche Familien.Hermann Löscher: Die bäuerliche Nachbesiedlung des Erzgebirges um 1500, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 91 (1954), S. 130–157 Digitalisat in der Bayerischen Staatsbibliothek München Diese kamen größtenteils aus Eibenstock und wurden deshalb zunächst auch von dort kirchlich versorgt. 1536 war die Zahl der Bauern auf 15 und 1563 auf 22 gestiegen. Nach der Übernahme der Herrschaft Schwarzenberg durch Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen verbreitete sich die neue evangelische Lehre, die anfangs nur zögerlich Verbreitung fand, rasch aus. August Schumann nennt 1817 im Staatslexikon von Sachsen die Erwerbszweige betreffend:
Am 1. Januar 1999 wurde Hundshübel nach Stützengrün eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
Entwicklung der Bevölkerungszahl Jahr Einwohnerzahlvgl. 1550/51 12 besessene Mann, 10 Häusler, 4 Inwohner, 13½ Hufen1764 51 besessene Mann, 40 Häusler, 3½ Hufen1834 11631871 13711890 1340 Jahr Einwohnerzahl1910 16881925 16251939 16191946 16541950 1793 Jahr Einwohnerzahl1964 16621990 13101998 1251
Religion In Hundshübel gibt es eine evangelisch-lutherische Kirchgemeinde,Internetseite der Kirchgemeinde, abgerufen am 14. März 2015 welche zum Kirchenbezirk Aue gehört. Der Ort gehörte von 1533 an kirchlich zu Eibenstock und von 1545 bis 1769 an zu Bärenwalde. Im Jahre 1770 bekam Hundshübel einen eigenen Pfarrer. 1784 begann der Bau eines neuen Gotteshauses.
Die Landeskirchliche Gemeinschaft Hundshübel gehört zum Gemeinschaftsbezirk Auerbach/Vogtl.
Sehenswürdigkeiten mini|Nadlerhaus Die einschiffige Kirche mit einer Holzdecke wurde 1784–1788 anstelle eines Baus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet, der alte Turm blieb erhalten. Richard Steche nennt sie „architekturlos“, stellt aber das Taufbecken aus Messing von um 1500, den hölzernen Taufstein, der die Jahreszahl 1792 trägt und noch im Rokokostil gearbeitet sei, sowie einen kupfernen Kelch von 1760 als „gute Rococo-Arbeit“ heraus. Nadlerhaus, ein ehemaliges erzgebirgisches Tagelöhnerhaus beinhaltet eine Heimatstube mit Museumscharakter.Das Nadlerhaus in Hundshübel, zuletzt abgerufen am 10. Februar 2010. Rasurmuseum mit 2000 Ausstellungsstücken zur Kultur des RasierensDas Rasurmuseum in Hundhübel, zuletzt abgerufen am 10. Februar 2010. Originalreststück und Nachbildung einer kursächsischen Ganzmeilensäule am Ortsausgang Richtung Schneeberg (zur B 169), Abzweig Marienweg Wanderwege rund um die Talsperre, zwei Kneippanlagen und ein Skihang mit Liftanlage bilden touristische Anziehungspunkte.
Wirtschaft und Infrastruktur Bis zur Neutrassierung der Bundesstraße 169 im Jahre 2010 verlief diese Straße durch den Ort. Um eine eventuelle Verschmutzung der Talsperre Eibenstock im Bereich der Vorsperre bei Hundshübel zu verhindern, wurde die alte Trasse für den Verkehr gesperrt und die Straße Richtung Lichtenau verlegt. Seitdem ist Hundshübel nicht mehr direkt aus Richtung Schneeberg zu erreichen, was bei den Bürgern für heftige Proteste sorgte.
In Hundshübel gibt es eine Freiwillige Feuerwehr.Webseite des Fördervereins der Feuerwehr, Abruf am 24. Januar 2019
Mühle, eine überregional sehr bekannte Firma stellt hochwertige Rasierpinsel und weiteres Rasierzubehör her.Website der Firma Mühle, Abruf am 24. Januar 2019 Sie sieht sich als „weltweit führenden Anbieter hochwertiger Accessoires für die Nassrasur“,, Abruf am 24. Januar 2019 hat einen Laden in Berlin, Abruf am 24. Januar 2019 und zwei Läden in London., Abruf am 24. Januar 2019
Der Internationale Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach–Budapest führt, vom Kuhberg über Stützengrün her kommend und sich in Richtung Tal der Zwickauer Mulde wendend, durch Hundshübel.Topographische Karte 1:25.000, Ausgabe mit Wanderwegen, Blatt 15 Westerzgebirge Eibenstock, Johanngeorgenstadt, Sächsischer Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung, 2. Auflage, Dresden 2010, ISBN 978-3-86170-717-2
Persönlichkeiten Ehemalige Ehrenbürger (Die Ehrenbürgerschaft gilt nur zu Lebzeiten der Person und erlischt automatisch mit deren Tod.) 1933: Adolf Hitler (1889–1945), ReichskanzlerEibenstocker Tageblatt vom 13. September 1933.
Söhne und Töchter der Gemeinde Heinz Rosner (* 1939), Motorradrennfahrer und Unternehmer
Literatur
Sachsens Kirchengalerie, Band 8, Die Inspektionen Chemnitz, Stollberg, Zwickau und Neustädtel, Verlag von Hermann Schmidt, Dresden 1842, S. 62 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)
Karl Friedrich Schreyer: Chronik des Kirchdorfes Hundshübel. Zwickau 1889 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) „Neue Sächsische Kirchengalerie. Die Parochie Schönheide- Hundshübel- Sosa- Stützengrün“, Leipzig 1902 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Arno Lippold: Chronik von Hundshübel im Erzgebirge. Hundshübel 1925 Siegfried Sieber:
Weblinks
Hundshübel auf der Webseite der Gemeinde Stützengrün
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erzgebirgskreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1999 Kategorie:Stützengrün