mini|Georg Kaspar Nagler, Porträt von Robert Schneider, 1840 Georg Kaspar Nagler (* 6. Januar 1801 in Obersüßbach; † 20. Januar 1866 in München) war ein deutscher Kunsthistoriker und Kunstschriftsteller.

Leben und Werk Georg Kaspar Nagler, der aus armen Verhältnissen stammte, besuchte ab 1815 das (heutige) Wilhelmsgymnasium München.Max Leitschuh: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München. Band 3. Wilhelmsgymnasium, München 1973, , S. 261. 1823 nahm er am dortigen Lyzeum ein Studium der Philologie und Naturwissenschaften auf. 1826 ging er nach dem Wunsche seiner Eltern zur Theologie über, verließ aber die Theologie wieder, um sich 1827 mit der Antiquarswitwe Johanna Ehrentreich zu verheiraten. Dadurch wurde er als Bürger und Inhaber eines Antiquariats in die Stadtgemeinde München aufgenommen. Nachdem Nagler mit einer DissertationGeorg Kaspar Nagler: De Rhapsodis. Dissertation, 1829 von der Universität Erlangen die philosophische Doktorwürde erworben hatte, beteiligte er sich als fleißiger Mitarbeiter an der von Joseph Heinrich Wolf herausgegebenen Bayerischen National-Zeitung.Digitalisate der Jahrgänge 1834–40. In: digitale-sammlungen.de. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 1. Februar 2021.

Dann widmete er sich seinem (auf dem Allgemeinen Künstlerlexikon von Johann Rudolf Füssli basierenden) Neuen allgemeinen Künstler-Lexicon,Schreibweise lt. Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Band 1: A–Boe. E. A. Fleischmann, München 1835 (). das 1835 bis 1852 in 22 Bänden erschien. Dafür erhielt er goldene Medaillen für Kunst und Wissenschaft von Herzog Max in Bayern und Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Seit 1836 hielt er an der königlichen Baugewerksschule Vorträge über die Geschichte der Architektur.

Georg Kaspar Nagler starb 1866 im Alter von 65 Jahren in München.

Grabstätte mini|Grab von Georg Nagler auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von Georg Nagler befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 14 – Reihe 10 – Platz 10, ). In dem Grab ist auch die Tochter Caroline begraben.

Veröffentlichungen (Auswahl) De Rhapsodis. Dissertation, 1829.

Geschichte der Porzellan-Manufaktur zu München. München 1834 (auch in: Bayerische Annalen, Abth. Vaterlandskunde. 1834, Nr. 34–38, ). Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten aus dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. 22 Bände. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1835–1852, (insgesamt 12.500 Seiten). Rafael als Mensch und Künstler. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1836, . Michel-Angelo Buonarotti als Künstler. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1836. Albrecht Dürer und seine Kunst. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1837, . Leben und Werke des Marco-Antonio Raimondi aus Bologna. Aus Nagler’s Künstler-lexicon besonders abgedruckt. o. O. 1842 (zu Marcantonio Raimondi; ursprünglich: Marcantonio Raimondi. In: Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Band 12, S. 205–269, ). Leben und Werke des Malers und Radirers Rembrandt van Ryn. München 1843. Beiträge zur älteren Topographie von München. 1847–1850; 2. Auflage als Topographische Geschichte von München und seinen Vorstädten. Franz, München 1863. Die Monogrammisten und diejenigen bekannten und unbekannten Künstler aller Schulen, welche sich zur Bezeichnung ihrer Werke eines figürlichen Zeichens, der Initialen des Namens, der Abbreviatur desselben &c. bedient haben. 5 Bände zzgl. Generalindex. G. Franz, München 1858–1863, (Band 4 und 5 postum, 15.000 Monogramme von 12.000 Künstlern). Neudruck Hirth, München 1919.

Literatur Rudolf Marggraff: Georg Kaspar Nagler. In: Jahresbericht des Historischen Vereins von Oberbaiern 29, 1866, S. 118–143, (Digitalisat in Bayerische Staatsbibliothek).

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