Unter der Modellbezeichnung Dodge Challenger (deutsch Herausforderer) verkaufte die US-amerikanische Chrysler Corporation unter der Automobilmarke Dodge in den Jahren von 1969 bis 1974 und von 1978 bis 1983 zwei unterschiedliche Sportcoupés. Im Jahr 2008 erschien eine Neuauflage des Fahrzeuges, das (ähnlich wie die Modelle des Ford Mustang von 2004 und des 2009 Chevrolet Camaro) im Retrodesign gestaltet und bis 2023 gebaut wurde. 2024 wurde das Modell durch die dreitürige Variante des Dodge Charger ersetzt.

Challenger (1969–1974) Modellvarianten

1969–1974

Der erste Dodge Challenger wurde mit dem Modelljahr 1970Die zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen von Kalenderjahren in der Regel ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen den neuen Modellen angepasst werden, ein neues Modelljahr. Üblicherweise liegt dies im September oder Oktober. eingeführt und gehört zu der nach dem ersten Ford Mustang benannten Fahrzeuggattung der Pony Cars (Long hood, short deck). Die erste Generation wurde als kompaktes Hardtop-Coupé ohne B-Säule und in den Jahren 1970/71 auch als Cabriolet angeboten.

Der Challenger teilte sich mit dem Plymouth Barracuda der dritten Generation wesentliche technische Merkmale; die Blechteile der Karosserie sind jedoch modifiziert und der Radstand wurde um rund 50 mm verlängert. Das Design stammte von Carl Cameron, der bereits den Dodge Charger aus dem Jahr 1966 entworfen hatte. Er hat die für diese Zeit typische „Coke-Bottle-Linie“ mit einem niedrigen Profil und erhöhten hinteren Kotflügeln, die sich an den Rückleuchten verjüngen. Zwei große rechteckige Rücklichter füllen fast die gesamte Breite des Heckbleches. Zwischen den Rückleuchten steht der Name Dodge in Druckbuchstaben. Die Preise für das Coupé begannen für den 6 Zylinder bei 2851 USD und 2953 USD für den kleinsten V8. Vom Coupé wurden insgesamt 53.337 Fahrzeuge gebaut. Das Cabriolet kostete mindestens 3120 USD bzw. als V8 3198 USD, davon entstanden 3173 Exemplare. Das Standardgetriebe war eine 3-Gang-Handschaltung, gegen Aufpreis waren ein 4-Gang-Getriebe und die TorqueFilte genannte 3-Gang-Automatik verfügbar.

Am 17. März 1970 wurde ein günstigerer Challenger namens „The Deputy“ angekündigt. Er kam als einziges Modell mit dem 101 SAE-HP leistenden 3,2 Liter-Reihensechszylinder (198 in3) sowie einem Einfach-Vergaser auf den Markt und kostete 2724 US-Dollar. Der 5,2 Liter-V8 (318 in3) mit 230 SAE-HP war auch in diesem Modell gegen Aufpreis erhältlich. Zu seinen Merkmalen gehörten feste hintere Seitenfenster, was ihn zu einem echten Coupé macht.

Zwar fand der Challenger mit 83.032 verkauften Einheiten im ersten Produktionsjahr eine gute Aufnahme am Markt, doch erschien er zu einer Zeit, zu der sich der Niedergang der Pony Cars bereits abzeichnete.

Das Spitzenmodell der Reihe war der Challenger R/T, den es ausschließlich im Jahr 1970 auch als Cabriolet gab. R/T steht dabei für „Road/Track“, was bedeutet, dass das Modell gleichermaßen für die Straße und die Rennstrecke geeignet ist. Die Modelle sind mit starken Motoren und leistungsfähigen Bremsen ausgestattet und kosteten als Coupé – von dem 14.889 Stück produziert wurden – 3166 USD und als Cabrio 3535 USD – mit 1070 Fahrzeugen.

Das Basismodell sowie das R/T-Coupé konnten in einer SE-Version – für Special Edition – mit Ledersitzen, Vinyldach und einer kleineren Heckscheibe für mindestens 3083 USD als Basis-R6 bzw. 3185 USD mit Basis-V8 (6584 Fahrzeuge) geordert werden. Der Listenpreis für einen R/T SE, von dem 3979 Fahrzeuge gebaut wurden, betrug 3498 USD.

Vom Challenger R/T mit dem 7 Liter-V8 (426 in3) wurden 287 Hardtops und 9 Cabrios produziert, als R/T SE wurden 60 zweitürige Hardtops verkauft. Darüber hinaus sind 1640 zweitürige Hardtops und 99 Cabriolets mit dem 7,2 Liter-„Six-Pak“-V8 (440 in3) ausgeliefert worden und als 440 R/T SE insgesamt 296 Coupés.

Ausschließlich im Jahr 1970 war der Challenger T/A erhältlich. Ein Homologationsmodell für die Trans-Am-Serie des amerikanischen SCCA, ausgerüstet mit einem speziellen 5,6-Liter-V8 (340 in3), drei Doppelvergasern und einer GFK-Motorhaube mit einer groß dimensionierten Lufthutze. Die Rohre des Sportauspuffs mündeten seitlich vor den Hinterrädern (Sidepipes). Ebenfalls serienmäßig waren Querstabilisatoren vorne und hinten, unterschiedlich breite Reifen an Vorder- und Hinterachse (Polyglas GT, hinten G60-15, in einigen Ausnahmen auch 275-55×15 oder 285-60×15, vorne E60-15) und Heckspoiler. Optional konnten ein Frontspoiler und eine Heckjalousie (J68 – Window Louvers) bestellt werden. Es wurde für 4056 USD gelistet und ein Produktionslauf von 2500 Einheiten (ein Fahrzeug für jeden Händler) waren geplant.

Zu den aufpreispflichtigen Extras zählten Servolenkung, Bremskraftverstärker, Klimaanlage, getönte Scheiben und ein AM- oder AM/FM-Radio, später bei den leistungsschwächeren Motoren auch Scheibenbremsen vorn.

Die Karosserie blieb über die gesamte Laufzeit des Challenger unverändert, zweimal wurden der Kühlergrill sowie die Rückleuchten modifiziert. Die Heckleuchten reichten im Modelljahr 1970 über die gesamte Wagenbreite.

Die Modelle 1970/71 hatten einen eingezogenen Grill, der 1971 einen Mittelsteg erhielt. 1971 waren die Rückfahrleuchten seitlich links und rechts des Nummernschildes angeordnet. Vom Coupé wurden 1971 23.088 Fahrzeuge gebaut und vom Cabriolet 2165 Stück. Der R/T fand 4630 Käufer für mindestens 3273 USD. Motortechnisch änderte sich nichts wesentlich. Der Challenger war als Basis mit dem 3,7 Liter-R6 ausgestattet, gegen Mehrpreis konnte der 5,2 Liter-V8 bestellt werden.

1972–1974 Ab dem Jahr 1972 war der lackierte Grill nicht mehr nach hinten eingerückt, sondern befand sich auf einer Höhe mit den Scheinwerfern. Die Modelle der Jahre 1972 bis 1974 sind anhand der von Jahr zu Jahr größer werdenden Stoßstangenhörner mit Gummiauflagen zu unterscheiden. Ab 1972 hatte der Challenger vier einzelne Rückleuchtengläser. Für das Modelljahr 1972 wurde die Liste der Extraausstattungen drastisch gekürzt, es wurden 18.535 Wagen verkauft. Die Cabrio-Version entfiel auf Grund von Sicherheitsbedenken bei einem Überschlag, die meisten Extras für die Innenausstattung (insbesondere Ledersitze), Komfortausstattungen (wie elektrische Fensterheber und elektrische Sitze) und alle Varianten der Big-Block-Motoren waren verschwunden.

1972 entfiel die R/T-Variante, stattdessen kam eine Rallye genannte Version ins Programm, von der 8123 Fahrzeuge verkauft wurden. Das Rallye-Modell verfügte über vier simulierte Lüftungsschlitze an den vorderen Kotflügeln, aus denen mattschwarze Blinkstreifen hervorgingen.

Die Leistungsangaben sanken, um die genaueren Berechnungsvorgaben der Society of Automotive Engineers (SAE) für die netto SAE-HP zu berücksichtigen. Die Auswahl beschränkte sich auf drei Motoren: den 3,7 Liter-Reihensechszylinder (225 in3) mit 110 netto SAE-HP, einen 5,2 Liter-V8 (318 in3) mit 150 SAE-HP und einen 5,6 Liter-V8 (340 in3) mit 240 netto SAE-HP, der mit einem Doppel-Registervergaser, Doppelauspuff sowie einer leistungsorientierten Nockenwelle und Köpfen ausgestattet war. Alle drei Motoren wurden auf ein niedrigeres Verdichtungsverhältnis von 8,2–8,4 : 1 abgestimmt, um mit bleifreiem Benzin betrieben werden zu können. Im Vergleich: 1970 betrug das Verdichtungsverhältnis noch 10,1–10,25 : 1.

Jeder Motor konnte mit einem 3-Gang-Schalt- oder Automatikgetriebe gekoppelt werden, während der 5,6 Liter-V8 (340 in3) auf Wunsch auch mit einem 4-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet werden konnte. Die Performance-Achsübersetzungen wurden ebenfalls abgeschafft, mit Ausnahme einer 3,55er-Achsübersetzung, die nur mit dem 5,6 Liter-V8 (340 in3) und der verstärkten Aufhängung erhältlich war.

Der Kühlergrill und die Rückleuchten von 1972 wurden für das Modelljahr 1973 und dann auch 1974 übernommen. Die nunmehr obligatorischen 5 mph-Stoßstangen waren Serie. Während der 3,7 Liter-Reihensechszylinder-Motor (225 in3) wegfiel, wurden alle anderen Extras aus dem Jahr 1972 übernommen. Der 5,2 Liter-V8 (318 in3) mit 150 SAE-HP war der Serienmotor, der 5,6 Liter-V8 (340 in3) mit 240 SAE-HP blieb als Option verfügbar. Im Modelljahr 1973 wurden 32.596 Coupés verkauft.

Für 1974 wurde der 5,2 Liter-V8 (318 in3) als Standardmotor bei unveränderter Leistung beibehalten, der 5,6 Liter-V8 (340 in3) jedoch durch eine 5,9 Liter-Variante (360 in3) mit 245 SAE-HP (ca. 183 kW) ersetzt. Im letzten Produktionsjahr der 1. Generation wurden 16.437 Challenger hergestellt, für die der Käufer mindestens 3143 USD zu bezahlen hatte.

Nach nur fünf Jahren wurde der Challenger mit dem Ende des Modelljahres 1974 ersatzlos eingestellt. Insgesamt wurden 188.611 Fahrzeuge der ersten Generation verkauft.

Motorisierungen +Motor198225318340360383440426MotorfamilieChrysler Slant-6Chrysler LAChrysler BChrysler LAChrysler BChrysler RBChrysler HemiMotorcodeBCGJHLNUVRBauzeitraum197119701971–197219701971–721973–1974197019711972–197319711974197019711970197119701971MotorartOttomotorMotorarbeitsverfahrenViertaktHubraum in cm332453687521155725896627672106981Bauart6-Zylinder-ReihenmotorV8-MotorVerdichtungsverhältnis8,4:18,8:18,6:110,5:110,3:18,5:18,2:18,7:19,5:18,5:19,7:110,5:110,3:110,25:110,2:1Bankwinkel -90°Bohrung × Hub [mm × mm]86,4 × 92,586,4 × 104,899,3 × 84,1102,6 × 84,1108,0 × 85,7101,6 × 90,9108,0 × 85,7109,7 × 95,3108,0 × 95,3Bremsleistung (brutto SAE-PS)Die Motorleistung wurde nach dem Standard SAE J245 gemessen. Dabei wird der Motor auf einem Motorenprüfstand an eine Wirbelstrombremse angeschlossen (daher der Name Bremsleistung) und auf seine Leistungsfähigkeit geprüft. Lichtmaschine, Luftfilter, Kühlmittelpumpe und weitere Nebenaggregate des Motors sind abgebaut, was die Leistung des Motors höher scheinen lässt, als sie tatsächlich ist. Darüber hinaus wurde zugunsten von niedrigen Versicherungsprämien die Leistung manchmal auch niedriger angegeben. Daher sind SAE-Leistungsangaben nicht mit DIN-Leistungsangaben vergleichbar und können nur als Anhaltspunkt für die ungefähre Einordnung dienen.

Im Jahr 1971 erfolgte eine parallel Angabe von Brutto- und Netto-Wert. Ab 1972 wurden nur noch Nettowerte angegeben. Aus diesem Grund erfolgt für 1970 keine Angabe von Nettoleistungen und ab 1972 keine Angabe der Bruttoleistung.125145230 -290275 -275 -290330335300375390385425Bremsleistung (netto SAE-PS)105 -110 -155150 - -235240192245 - - -250 - -340 -350bei Drehzahl in min−140004400400044005600480056004000440052005000480040004700520050005600VentilsteuerungOHV, 2 Ventile pro ZylinderGemischaufbereitungein Fallstrom-Einfachvergaserein Fallstrom-Doppelvergaserdrei Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaserein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaserein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaserdrei Fallstrom-Doppelvergaserzwei Fallstrom-Doppel-RegistervergaserAntriebsartHinterradantriebAuspuffanlageEinfachDoppelEinfachDoppelEinfachDoppelBemerkungenNur Coupé Deputy -Standard beim 1972er Challenger Rallye -Nur Challenger T/ANicht für Challenger R/TOhne Mehrpreis Challenger R/T -Nicht für Challenger R/T -Nicht für Challenger R/TStandard beim Challenger R/TNur Challenger R/T Quellen: in Challengerspecs.com

Viertelmeilenzeiten Auflistung der erreichten Bestzeiten über die Viertelmeile bei stehendem Start: 340: 14,8 Sekunden, Endgeschwindigkeit 155 km/h 340 T/A: 13,99 Sekunden, Endgeschwindigkeit 157 km/h 383: 15,1 Sekunden, Endgeschwindigkeit 150 km/h 440 Magnum R/T: 13,9 Sekunden, Endgeschwindigkeit 163 km/h 440 Six-Pack: 13,6 Sekunden, Endgeschwindigkeit 167 km/h 426 Hemi: 13,2 Sekunden, Endgeschwindigkeit 169 km/h

Challenger (1978–1983)