right|miniatur|Marcus H. Rosenmüller bei der Premiere von Sommer in Orange (2011)

Marcus H. Rosenmüller (eigentlich Marcus Heinrich Rosenmüller, * 21. Juli 1973 in Tegernsee; auch Marcus Hausham Rosenmüller genannt) ist ein deutscher Regisseur und Drehbuchautor. Er ist bekannt für seine Singspielinszenierungen auf dem Nockherberg und moderne bayerische Heimatfilme wie Wer früher stirbt ist länger tot.

Leben Der aus einer Arbeiterfamilie stammende Rosenmüller wuchs in der oberbayerischen Gemeinde Hausham auf. Im benachbarten Miesbach besuchte er bis 1993 das Gymnasium. In Hausham äußerte sich bereits in Rosenmüllers Jugend sein Talent für selbst verfasste Gedichte und Lieder. Er saß zudem bis 2008 für die SPD im Gemeinderat von Hausham.

Seine ersten Filme veröffentlichte er als „Marcus Rosenmüller“. Zur besseren Unterscheidung von dem unter gleichem Namen als Regisseur tätigen Marcus O. Rosenmüller beschlossen beide nach einem Gespräch, mit zusätzlichem Initial aufzutreten. Aus dem eigentlich für „Heinrich“ stehenden „H“ wurde 2006 aufgrund einer Idee des Produzenten Andreas Richter im Vorspann des Films Wer früher stirbt ist länger tot das einprägsamere „Marcus Hausham Rosenmüller“.Hörfunk-Interview mit Rosenmüller in Bayern 2 Eins zu Eins vom 13. April 2011

Berufliches Wirken Marcus H. Rosenmüller studierte von 1995 bis 2003 an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF München). Bereits mit seinen Studienarbeiten konnte er auf sich aufmerksam machen. So gewann er 1999 für den Kurzfilm Nur Schreiner machen Frauen glücklich den Deutschen Filmschulpreis in Gold. Mit einem DAAD-Stipendium konnte er seinen Abschlussfilm Hotel Deepa im indischen Pune drehen.

Für den Bayerischen Rundfunk drehte Rosenmüller mehrere Dokumentarfilme der Reihe Irgendwo in Bayern. In dem Beitrag Den Frieden in der Hand war er an der Seite von Joseph Vilsmaier Co-Regisseur. Zusammen mit Christian Lerch schrieb Marcus H. Rosenmüller das Drehbuch für seinen 2006 veröffentlichten ersten Kinofilm Wer früher stirbt ist länger tot, bei dem er auch Regie führte. Die Komödie über einen oberbayerischen Lausbub und seine Angst vor dem Fegefeuer konnte sich nicht nur im Entstehungsland Bayern an der Kinokasse durchsetzen und erreichte in Deutschland etwa 1,8 Millionen Besucher.

Ab Januar 2007 lief die Komödie Schwere Jungs mit über 550.000 Besuchern in den Kinos. Noch im selben Jahr folgte Beste Zeit, der erste Teil einer vom Bayerischen Rundfunk finanzierten Trilogie, die in der herben Landschaft rund um Dachau spielt. Beste Gegend, der zweite Teil, startete im Januar 2008, der dritte Teil Beste Chance im Jahr 2014. Die Handlung dreht sich um die in dem kleinen Ort Tandern lebende Kati (im ersten Film ca. 17, im zweiten ca. 19 Jahre alt, gespielt von Anna Maria Sturm), ihre Eltern und ihren Freundeskreis, darunter ihre beste Freundin Jo (Rosalie Thomass).

Räuber Kneißl, ein Historienfilm über den legendären bayerischen Räuber Mathias Kneißl, kam am 21. August 2008 in die Kinos. Die Titelrolle spielte Maximilian Brückner, in Nebenrollen traten bekannte bayerische Schauspieler wie Michael Fitz, Eisi Gulp, Tilo Prückner und Sigi Zimmerschied auf. In der Anfang 2009 in den Kinos gestarteten Romanverfilmung Die Perlmutterfarbe spielte, wie schon in Wer früher stirbt ist länger tot, der junge Markus Krojer die Hauptrolle.

Von Mai bis Juli 2010 drehte Rosenmüller Sommer in Orange, eine Komödie über eine Gruppe Berliner Sannyasins, die sich in der oberbayerischen Provinz niederlassen. Erneut zeigt der Regisseur in diesem Kinofilm eine Geschichte aus der Kinderperspektive: Amber Bongard spielt eine Zwölfjährige, die gegen ihre esoterische Mutter (Petra Schmidt-Schaller) rebelliert. Der Kinostart war im August 2011. Noch vor der Fertigstellung von Sommer in Orange starteten im September 2010 die Dreharbeiten zu Sommer der Gaukler. In dem komödiantischen Historienfilm spielt Max von Thun den Theaterimpresario Emanuel Schikaneder. Während Sommer in Orange mit etwa 570.000 Besuchern nach den Zahlen der Filmförderungsanstalt zum zweiterfolgreichsten unter den Kinofilmen Rosenmüllers wurde, kam der vier Monate später gestartete Sommer der Gaukler nicht über 52.000 Zuschauer hinaus und ist (Stand: 2013) derjenige mit dem geringsten Publikumserfolg.Besucherzahlen deutscher Filme einschließlich Koproduktionen 2012. In: FFA Info 1/2013 vom 19. Februar 2013, Filmförderungsanstalt, abgerufen am 25. Februar 2015 (PDF, 1,33 MB, S. 17).

Rosenmüllers Filmkomödie Wer’s glaubt, wird selig kam am 16. August 2012 in die Kinos und erreichte etwa 380.000 Zuschauer. Die Hauptrolle spielt Christian Ulmen neben Hannelore Elsner, Marie Leuenberger, Lisa Maria Potthoff, Simon Schwarz und Jürgen Tonkel.

Von 2013 bis 2017 inszenierte er das Singspiel zur Starkbierprobe auf dem Nockherberg in München.

2020 übernahmen Julia von Heinz und Marcus H. Rosenmüller die Leitung des Studiengangs Regie Kino- und Fernsehfilm der HFF München als Doppelspitze in Nachfolge von Andreas Gruber.

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen 1999: Deutscher Filmschulpreis in Gold für Nur Schreiner machen Frauen glücklich 2006: Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie Beste Regie für Wer früher stirbt ist länger tot 2007: Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Beste Nachwuchsregie für Wer früher stirbt ist länger tot 2007: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Beste Regie und Bestes Drehbuch für Wer früher stirbt ist länger tot 2007: New Faces Award in der Kategorie Beste Nachwuchsregie für Wer früher stirbt ist länger tot 2013: Bairische Sprachwurzel 2013: Bayerische Verfassungsmedaille in Silber 2014: Ernst-Hoferichter-Preis 2014Jurybegründung Ernst Hoferichter-Preis 2014 2015: Bayerischer Poetentaler 2019: Bayerischer Verdienstorden 2023: Oberbayerischer Kulturpreis gemeinsam mit Sternschnuppe 2024: Robert-Geisendörfer-Preis für Neue Geschichten vom Pumuckl 2026: Großer Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V. Volkach

Weblinks

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Hochschullehrer (HFF München) Kategorie:Hausham Kategorie:Person (Landkreis Miesbach) Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Träger der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Träger des Ernst-Hoferichter-Preises Kategorie:Träger der Bairischen Sprachwurzel Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Mann