Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen (jap. , Nirusu no fushigi na tabi, „Nils’ wundersame Reise“), bekannter als Nils Holgersson, ist eine Animeserie aus dem Jahre 1980, die auf dem Roman Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf basiert. Charakterdesigner und Storyboard-Autor war Marty Murphy, der auch für die Animeserien Die Biene Maja, Pinocchio und Alice im Wunderland verantwortlich war.

Handlung Auf einem kleinen Bauernhof ganz im Süden von Schweden lebt der 14-jährige Nils Holgersson. Nils bereitet seinen Eltern großen Kummer, weil er faul und bösartig ist: unter anderem quält und scheucht er ständig die Tiere auf dem Hof. Seinen kleinen Hamster Krümel vernachlässigt er, oder hänselt auch ihn regelmäßig. Eines Sonntags im März weigert sich Nils mal wieder, seinen Eltern in die Kirche zur Predigt zu folgen. Zur Strafe bekommt er Stubenarrest und muss die Hauspostille lesen. Allein zuhause, entdeckt Nils ein unvorsichtiges Wichtelmännchen und fängt es in einem Schmetterlingsnetz. Als der Junge den Wichtel erpressen will, obwohl Letzterer schon eine Goldmünze als Lösegeld angeboten hatte, wird Nils zur Strafe selbst in einen kleinen Wichtel verwandelt. Allerdings wird auch Krümel versehentlich mitverzaubert. Den Tieren auf dem Hof ist Nils’ Strafe nicht entgangen und sofort wollen sie sich, von Rache getrieben, an dem Jungen vergreifen.

Der zahme, weiße Ganter Martin will sich zur selben Zeit den Wildgänsen anschließen, die in diesen Tagen über die Ostsee kommen und zu ihren Brutgebieten in Lappland fliegen wollen. Die Wildgänse und auch die Hoftiere brechen in schallendes Gelächter aus, als Martin die Wildgänse bittet, ihn mitzunehmen. Als Martin trotzig abhebt, klammern sich Nils und Krümel an dessen Gefieder, um den rachsüchtigen Hoftieren zu entkommen. Die Wildgänse sind empört über die ungefragte Mitreise von Martin: Hausgänse gelten bei Wildgänsen als unter ihrer Würde. Auch die Anführerin des Vogelzugs, die alte und ehrwürdige Akka von Kebnekaise, ist zunächst sehr dagegen, dass Martin, Nils und Krümel mitfliegen. Martin muss der Gänseschar also unter großen Mühen beweisen, dass er der Gruppe nicht zur Last fällt und die Reise vollständig bestehen kann. Martin seinerseits ist nachtragend gegenüber Nils, war er doch von dem Jungen oft schikaniert worden. Nach anfänglichen Auseinandersetzungen aber willigt Martin ein, Nils mitzunehmen. Da Nils als Wichtel alle Wild- und Haustiere verstehen kann, wird ihm nach und nach bewusst, dass auch Tiere Gefühle, ein Herz und Verstand haben.

Zur gleichen Zeit ist der gefräßige und kluge, aber meist glücklose Rotfuchs Smirre Akkas Reisegruppe auf den Fersen. Smirre will um jeden Preis eine der Wildgänse schnappen, aber er hat nicht mit Nils gerechnet. Nils trickst Smirre immer wieder geschickt aus und warnt die Gänseschar vor drohenden Angriffen. Dies verschafft dem Jungen schließlich Anerkennung und sogar Dankbarkeit bei den Wildgänsen. Während der Weiterreise rettet Nils einige in Not geratene oder verletzte Tiere und er lernt eine Menge über Schwedens Natur. Krümel unterstützt Nils dabei und dient nicht selten als Vermittler zwischen menschenscheuen Tieren und dem Jungen. Eines Abends belauscht Nils eher unfreiwillig ein Gespräch zwischen Akka und dem Wichtel vom Hof seiner Eltern. Sehr zu Nils Bestürzung ist der Wichtel noch immer böse auf den Jungen und weigert sich, Nils schon jetzt zurück zu verwandeln. Nun ist es an Martin und Akkas Gruppe, Nils zu trösten. Dem Jungen bleibt keine andere Wahl, als mit den Gänsen weiterzureisen. Smirre ist schadenfroh darüber und versucht, Nils loszuwerden, damit er endlich seinen erhofften Gänseschmaus bekommt.

Im Herbst kehrt Nils mit den Wildgänsen aus Lappland zurück. Bevor sie über die Ostsee nach Pommern fliegen, schleichen sich Nils, Krümel und Martin auf den Hof von Nils’ Eltern, die vom Kummer um ihren verschwundenen Sohn gezeichnet sind. Sie fangen den Gänserich und sind erleichtert, dass ihr Sohn bei seiner Flucht wenigstens nicht noch den Gänserich gestohlen hat, wie sie geglaubt hatten. Nun wollen sie ihn anlässlich des bevorstehenden Martinstags schlachten. Doch Nils will nicht zulassen, dass Martin, der mittlerweile sein bester Freund geworden ist, getötet wird. Er besiegt seine Scham, dass er nur ein Wichtelmännchen ist, tritt mutig dazwischen und wird in diesem Augenblick wieder ein Mensch.

Figuren Hauptfiguren Nils Holgersson: Ist ein 14-jähriger Junge mit strohblonden, glatten und etwa backenlangen Haaren. Er ist sehr schlank und trägt eine große, rote Zipfelmütze mit silberner Trillerpfeife an der Spitze, ein vergissmeinnichtblaues Hemd und darüber eine ärmellose, rotbraune Lederweste. Seine etwas zu kurze Hose ist dunkelblau, seine Schuhe sind traditionelle Holzschuhe (sogenannte Klotschen). Nils ist zu Beginn der Serie äußerst faul und von boshafter Natur: er widersetzt sich seinem Vater und gibt seiner Mutter respektlose Widerworte, außerdem schwänzt er regelmäßig die Andachten der örtlichen Kirche. Dass er die Hoftiere misshandelt, lässt auf einen ausgeprägten Mangel an Disziplin und Mitgefühl schließen. Laut einer Aussage seiner Mutter war Nils aber nicht immer so und es bleibt unklar, was genau Nils hat bösartig werden lassen. Bei den wenigen Nachbarskindern der Umgebung scheint er nicht sehr beliebt zu sein. Erst die Verwandlung durch das Wichtelmännchen und die anschließende Reise mit den Wildgänsen bekehren den Jungen. Krümel (eigentlich Karotte): Ist der Hamster, den Nils von seinen Eltern geschenkt bekommen hatte. Die Serie lässt offen, ob es sich um einen echten Feldhamster, oder um einen Haushamster handelt. Krümel ist pummelig und hat ein orange-braunes Fell mit fast weißer Unterseite und weißen Hinterpfoten. Der Hamster ist gutmütig und einer der Wenigen, die durchweg nett zu Nils sind, obwohl auch er unter Nils’ Nachlässigkeit und Streichen zu leiden hat. Krümel dient besonders in der ersten Hälfte der Serie als eine Art lebendiges Gewissen für Nils, außerdem kann der Hamster mit den Tieren kommunizieren und zwischen ihnen und Nils vermitteln. Obwohl er Nils dessen schlechte Pflege gelegentlich nachträgt, reagiert Krümel gleichwohl entsetzt auf die Rachsucht der Hoftiere. Krümels Rolle kommt im Originalroman nicht vor und wurde eigens für die Serie konzipiert. Martin: Ist der schneeweiße Gänserich, der auf dem Bauernhof der Holgerssons lebt. Er ist etwas einfältig und behäbig, aber auch sehr ehrgeizig. Martins Charakter zu Beginn der Serie unterscheidet sich deutlich von seinem Vorbild im Roman: im Roman nimmt Martin Nils noch ein wenig in Schutz vor den Hoftieren, in der Anime-Serie hingegen erteilt er dem Jungen eine bittere Lektion, als er Nils dazu zwingt, ihn und ein paar Hühner auf einem kleinen Karren zu ziehen. Martin weigert sich zunächst, Nils und Krümel mitzunehmen, später aber sieht er ein, dass Nils sich gebessert hat und fängt sogar an, den Jungen zu mögen. Während der Reise verliebt Martin sich in eine Graugansdame namens Daunenfein und hat später vier Kinder mit ihr. Akka von Kebnekaise: Sie ist die Anführerin des Vogelzuges, dem sich Martin, Nils und Krümel anschließen. Akka ist eine Wildgans (genauer: eine Kanadagans), sie ist ungewöhnlich alt, weise und erfahren. Sie und ihre Gruppe werden in ganz Schweden und Lappland geachtet und respektiert. Zu Beginn der Reise ist sie noch strikt dagegen, Martin und seine Begleiter mitzunehmen, denn Hausgänse gelten bei Wildgänsen als verweichlicht und gefräßig. Akkas Gruppe protestiert zunächst energisch (besonders die Brüder Gunnar und Lasse), weil sie befürchtet, dass Martin dem Vogelzug ob seiner Unerfahrenheit zur Last fallen und durch Ungehorsam in Gefahr bringen könnte. Erst die beherzte und aufmunternde Rede der Wildgansdame Ingrid kann die Gruppe milde stimmen. Weil Martin während der ersten Flugetappe beweisen konnte, dass es ihm ernst ist und er wirklich mit nach Lappland fliegen möchte, stimmt Akka schließlich einer Mitnahme doch zu. Im Verlauf der Serie lässt sich Akka von Martin überzeugen und auch an Nils findet sie bald Gefallen. In der letzten Folge ist sie die Einzige, die Nils trotz seiner Rückverwandlung zum Menschen wiedererkennt und sich von ihm verabschiedet. Smirre: Ist ein Rotfuchs und der Haupt-Antagonist der Serie. Zwar kommt seine Rolle auch im Originalroman vor, doch wurde sie für die Animeserie stark erweitert. Er ist klug, erfahren und ehrgeizig, allerdings scheint er selbst bei den meisten Artgenossen unbeliebt zu sein, denn er gilt weithin als egoistisch und unehrlich. Smirre scheint mit Akkas Gruppe vertraut zu sein, beide Seiten erkennen einander sofort wieder. Diesmal hat Smirre jedoch großes Pech, denn er weiß noch nicht, dass ein wichtelgroßer Nils Akkas Vogelzug begleitet. Nils’ silberne Trillerpfeife ist nicht nur äußerst unangenehm für Smirres empfindliches Gehör, sie weckt auch die Wildgänse auf. Aus diesem Grund macht Smirre es sich zur Aufgabe, Nils zu beseitigen. Er verbündet sich sogar mit einem Marder und einem Otter, doch halten die Bündnisse nicht lange. Gegen Ende der Serie verliebt er sich in eine Fähe und verabschiedet sich von Nils.

Wichtige Nebenfiguren Das Wichtelmännchen: Ist, neben Nils’ Eltern, die wichtigste Nebenfigur der Serie. Der Wichtel wird hier als etwa kniehoch, anthropomorph und zierlich beschrieben. Er erscheint in Gestalt eines alten, weißhaarigen Greises mit großem Schnauzbart, der einen großen, dunkelblauen Spitzhut, eine dunkelblaue Weste über einem roten Wams und eine kastanienfarbene Ballonhose trägt. Seine Spitzschuhe sind schwarz. In der schwedischen und norwegischen Folklore sind Wichtel unter der Bezeichnung Tomte bekannt. Sie werden als zauberkundige Wesen mit übernatürlich hoher Lebensspanne dargestellt. Ihr Charakter wird oft als launisch und von Misstrauen geprägt umschrieben. Normalerweise geben sie gut darauf Acht, vom Menschen nicht entdeckt zu werden. Werden sie vom Menschen freundlich und respektvoll behandelt, bringen sie dem Hausstand, in dem sie (oft heimlich) unterkommen, Glück und Wohlstand. Werden sie hingegen respektlos und grob behandelt, können sie der Folklore nach ziemlich rachsüchtig und nachtragend reagieren. Nils bekommt den Jähzorn des Wichtels deutlich zu spüren und es kostet den Tomte einiges an Überzeugung und Überwindung, den Jungen wieder zurück zu verwandeln. Allerdings widerspricht die Weigerung des Wichtels in der Animeserie, Nils frühzeitig zurückzuverwandeln, der Romanvorlage: dort bietet der Wichtel während der Reise dem Jungen die Rückverwandlung freiwillig an und Nils lehnt energisch ab. Nils’ Eltern: Die Eltern von Nils leben vom gemeinsamen Bauernhof und scheinen auch etwas Ackerland zu besitzen. Wirklich arm sind sie nicht, aber wohl auch nicht besonders reich. Sie sind jedoch offenbar sehr fromm und gehen regelmäßig zur Predigt in der nahegelegenen Kirche. Der Vater scheint außerdem auch Jäger zu sein, er besitzt mehrere Jagdgewehre und einen Apportierhund. Die Mutter scheint sich um den Hausunterricht und die Tierfütterung zu bemühen. Beide Eltern sind mit Nils offenbar überfordert und voller Sorge und Kummer über dessen garstiges Benehmen. Wirklich bestraft wird der Junge augenscheinlich jedoch nie, was eventuell Nils’ Ungezogenheit (unbeabsichtigt) gefördert haben mag. Die Eltern sind jedoch von Herzen froh und erleichtert, als Nils gegen Ende der Serie heil und gesund nach Hause zurückkehrt und noch glücklicher sind sie darüber, dass er sich zum Guten gebessert hat.