Kradolf ist eine Ortschaft an der Verkehrsverbindung Weinfelden–Bischofszell in der Gemeinde Kradolf-Schönenberg des Bezirks Weinfelden im Schweizer Kanton Thurgau. Bis 1995 war Kradolf eine Ortsgemeinde in der Munizipalgemeinde Sulgen.
Am 1. Januar 1996 trennte sich Kradolf von der Munizipalgemeinde Sulgen und fusionierte mit den bis dahin zur Munizipalgemeinde Neukirch an der Thur gehörenden Ortsgemeinden Buhwil, Neukirch an der Thur, Schönenberg an der Thur und einigen von der Ortsgemeinde Schweizersholz abgetrennten Weilern zur politischen Gemeinde Kradolf-Schönenberg.
Geographie Kradolf liegt am rechten Ufer der Thur, wo der zuvor ungezähmte Fluss in die Ebene tritt. Früher suchte sich die Thur ihren Weg selbst und führte die Bevölkerung mit ihren Überschwemmungen immer wieder in grosse Not. Heute schützt ein Hochwasserschutzdamm die Häuser in Kradolf und Schönenberg vor Überflutung. Die enge Beziehung zur Thur findet ihren Ausdruck auch im Ortswappen von Kradolf und im Gemeindewappen von Kradolf-Schönenberg.Geschichte. Auf der Webseite der Gemeinde Kradolf-Schönenberg, abgerufen am 21. November 2021
Durch Kradolf führen die Strassenverbindung Sulgen – Gossau SG und die parallel dazu verlaufende Bahnlinie Weinfelden–St. Gallen mit einem Bahnhof im Ort.
Geschichte mini|links|Luftaufnahme von Kradolf aus dem Jahre 1954 mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1996 Kradolf wurde 883 erstmals als Chreinthorf urkundlich erwähnt im Zusammenhang mit Besitzungen des Klosters St. Gallen.StiASG, Urk. II 145. Online auf e-chartae, abgerufen am 25. Juni 2020. 1276 ist die Schreibweise Kraedorf belegt. 1360 bis 1798 gehörte Kradolf zum Schönenberger Amt des Bischofs von Konstanz, das von der Obervogtei in Bischofszell verwaltet wurde. Die Bevölkerung war stets nach Sulgen kirchgenössig, dessen Kirche nach der Reformation bis zum Bau einer reformierten Kirche in Kradolf 1975 paritätisch genutzt wurde.
Bis 1880 bestimmten die Landwirtschaft mit Milchwirtschaft, Obstbau und Rebbau sowie das Kleingewerbe die Wirtschaftsstruktur. Mit der Eröffnung der Bischofszellerbahn im Jahr 1876 und dem Aufschwung einer Seidenstoffweberei in Schönenberg an der Thur veränderte sich die Erwerbsstruktur zugunsten des zweiten Wirtschaftssektors, der 1920 78 % der Arbeitsplätze stellte. Die ältesten Fabriken in Kradolf sind die Tonwarenfabrik Otto Dünner (1904–1999) und die Teigwarenfabrik und Hafermühle Robert Ernst (1858–1992). Mit 75 Beschäftigen in Kradolf ist die Zahnradfabrik Humbel heute der zweitgrösste Arbeitgeber in der Gemeinde. Heute prägen neben den Wohnbauten verschiedene Gewerbebetriebe das Erscheinungsbild des Strassendorfes.
Wappen links|60px Blasonierung: In Rot ein schräger weisser Wellenbalken.Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
Das Wappen ist eine Neuschöpfung aus dem Jahr 1933.
Bevölkerung +Bevölkerungsentwicklung von Kradolf Jahr 1850 1880 1900 1920 1950 1990 2000 2010 20182023Ortsgemeinde 147 228 649 1064 983 1183 Ortschaft 1144 1043 1438mit Aussenhöfen1567 Quelle Von den insgesamt 1567 Einwohnern der Ortschaft Kradolf am 31. Dezember 2023 waren 580 bzw. 37,0 % ausländische Staatsbürger. 379 (24,2 %) waren evangelisch-reformiert und 381 (24,3 %) römisch-katholisch.
Sehenswürdigkeiten Die im Jahr 1998 eingeweihte Schrägseilbrücke über die Thur nach Schönenberg gilt als Wahrzeichen von Kradolf.
Persönlichkeiten Willi Oertig, Kunstmaler Werner Messmer, Alt-Nationalrat FDP, Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbands Karl Meier, Herausgeber des «Kreises»
Weblinks
Einzelnachweise Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau.
Anmerkungen
Kategorie:Ort im Kanton Thurgau Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Kradolf-Schönenberg Kategorie:Gemeindeauflösung 1995