Iacobeni (veraltet Iacășdorf; , siebenbürgisch-sächsisch Jookesderf oder Giukesstref, ) ist eine Ortschaft im Kreis Sibiu in der Region Siebenbürgen in Rumänien.
Geographische Lage mini|links|Lage der Gemeinde Iacobeni im Kreis Sibiu Die Ortschaft liegt etwa 1500 Meter abseits der Hauptstraße, die durch das Harbachtal (Valea Hârtibaciului) führt und Hermannstadt mit Sighișoara (Schäßburg) verbindet. Iacobeni befindet sich etwa siebzig Kilometer nördlich der Kreishauptstadt Sibiu.
Die Gemeinde Iacobeni besteht aus fünf Dörfer: Iacobeni, Movile (Hundertbücheln), Netuș (Neithausen), Noiștat (Neustadt) und Stejărișu (Probstdorf). In jedem dieser Orte steht eine Wehrkirche.
Geschichte Der Ort im ehemaligen Schenker Stuhl wurde 1309 erstmals urkundlich erwähnt und wahrscheinlich etwa ein Jahrhundert davor gegründet.
Dass das Dorf wirtschaftlich prosperierte, zeigt eine Statistik, wonach Jakobsdorf um 1500 und im 16. Jahrhundert die zweitgrößte Ortschaft im Schenker Stuhl war. Bis in die 1930er Jahre waren mehr als die Hälfte der Einwohner Siebenbürger Sachsen. Durch die Auswanderung nach Deutschland (vor allem im Jahr 1990) ist ihr Anteil bis heute stark zurückgegangen.
Iacobeni heute In Iacobeni – wie auch Cincu (Groß-Schenk) – hat sich während der 1990er Jahre die „Independent Catholic Church“ von Pater Don Demidoff,Demidoff ist eine Persönlichkeit, die völlig unterschiedliche Wahrnehmungen hervorruft: Es finden sich äußerst positive Darstellungen über ihn und seine Arbeit wie etwa auf seiner eigenen Homepage ebenso wie äußerst Autor des Buches „Der Dornenpriester“ niedergelassen. (Pater Don Demidoff: Der Dornenpriester, Iacobeni, Edition Inimii 2005. ISBN 973-0-03816-3)Süddeutsche Zeitung: Bericht über Don Demidoff, vormals Udo J. Erlenhardt. In Selbstdarstellungen sagt Demidoff, diese Kirche sei vor allem karitativ tätig.Depesche Don Demidoff. Dies wird von Kritikern bestritten. Demidoffs Kirche betrieb mehrere Einrichtungen in den ehemals evangelischen Kirchengebäuden, die zu diesen Zwecken gepachtet und umgestaltet wurden.
Einwohner Laut Volkszählung von 2011 lebten in der Gemeinde Iacobeni 1615 Rumänen, 956 Roma, 34 Rumäniendeutsche und 9 Ungarn.Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB). Im Dorf Iacobeni selbst waren 767 Einwohner im Jahr 1992 registriert.
Sehenswürdigkeiten Die evangelische Kirche und Kirchenburg im 14. Jahrhundert errichtet, steht unter Denkmalschutz und ist an die Independent Catholic Church verpachtet.The Theses of the Church in Iacobeni bei depeschedondemidoff.com (englisch). Das evangelische Pfarrhaus wurde 1843 errichtet.
Persönlichkeiten
Misch Orend (1896–1976), HistorikerMisch Orend in der Webdarstellung der Jakobsdorfer HOG.
Siehe auch Liste deutscher und ungarischer Bezeichnungen rumänischer Orte
Weblinks
Iacobeni bei ghidulprimariilor.ro Jakobsdorf bei Agnetheln auf siebenbuerger.de Webdarstellung der Jakobsdorfer HOG
Einzelnachweise