mini|BSH am Standort Hamburg-St. Pauli, Bernhard-Nocht-Straße

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist eine deutsche Bundesoberbehörde mit Dienstsitzen in Hamburg und Rostock mit rund 800 Mitarbeitern.

Geschichte mini|hochkant=0.7|Emblem des ehem. Deutschen Hydrographischen Instituts

Es hat seine historischen Wurzeln in der von Wilhelm von Freeden gegründeten Norddeutschen Seewarte. Diese hatte bereits seit 1868 individuelle Segelanweisungen nach nautischen und meteorologischen Beobachtungen angefertigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm das 1945 gegründete Deutsche Hydrographische Institut (DHI) diese Aufgaben.

1990 wurde das DHI (letzter Präsident desselben war der 1924 geborene Gerhard ZickwolffWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1383.) mit dem Bundesamt für Schiffsvermessung (BAS) zum BSH zusammengefasst. Mit Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Seehydrographische Dienst (SHD) der DDR, vormals ein Teil der Volksmarine, am 3. Oktober 1990 eingegliedert.

Die Föderalismuskommission von 1992 sprach sich dafür aus, zum Zeitpunkt mindestens 150 Stellen sowie den Sitz der Behördenleitung nach Rostock zu verlagern. Damit sollte eine „ausgeglichene Verteilung von Bundesbehörden unter besonderer Berücksichtigung der neuen Länder“ erreicht werden. Seit dem 1. Juli 1994 ist Rostock gleichberechtigter Dienstsitz neben Hamburg.

Präsident 1990–2008: Peter Ehlers 2008–2018: Monika Breuch-Moritz 2018–2022: Karin Kammann-Klippstein seit 2023: Helge Heegewaldt

Aufgaben Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie ist maritimer Dienstleistungspartner für Schifffahrt, Wirtschaft und Meeresumwelt. Die Zuständigkeiten sind u. a. im Seeaufgabengesetz geregelt. Es gehört als Bundesoberbehörde zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und verfügt über ein weites Aufgabenspektrum:Datensicherung im Fokus. In: Schiff & Hafen, Heft 2/2010, S. 16–17 Förderung der deutschen Handelsflotte Schiffsvermessung und Flaggenrecht Erteilung und Registrierung von Zeugnissen für Seeleute Prüfung und Weiterentwicklung von Navigations- und Funkausrüstungen (Zulassung bis zum 31. Dezember 2015)Wolfhart Fabarius: BSH gibt Zertifizierung für Ausrüstung ab. Private Anbieter übernehmen Zulassung zum 1. Januar. In: Täglicher Hafenbericht vom 23. Dezember 2015, S. 2 Maritime Gefahrenabwehr Herausgabe von amtlichen Seekarten, Seehandbüchern und weiteren nautischen Veröffentlichungen (z. B. NfS) für die Berufs- und Sportschifffahrt Vermessung in Nord- und OstseeThomas Dehling, Wilfried Ellmer: Zwanzig Jahre Seevermessung seit der Wiedervereinigung. In: Hydrographische Nachrichten, Heft 93, 2012, , S. 16–20 Vorhersage von Gezeiten, Wasserstand und Sturmfluten Überwachung der Meeresumwelt mit Hilfe des marinen Umweltmessnetz (MARNET), das zurzeit mit zehn automatischen Messstationen betrieben wird Verfolgung von Umweltverstößen auf See Aufgaben mariner Raumplanung für Meeresnutzungen in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands Genehmigung von Offshore-Aktivitäten wie Offshore-Windparks, Pipelines, Seekabel in der deutschen AWZ auf Grundlage des Seeanlagengesetzes der Nord- und OstseeWir werden uns neu strukturieren. Interview mit Monika Breuch-Moritz durch Anne-Katrin Wehrmann. In: Hansa, Heft 5/2017, S. 90–91 nationale Überwachungsbehörde (MüG) für Sektor 26 (Schiffsausrüstung) im Geltungsbereich der .

Das BSH ist in vielen nationalen und internationalen Gremien vertreten, darunter sind unter anderem: Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) Internationale Hydrographische Organisation (IHO) Zwischenstaatliche Ozeanographische Kommission (IOC) Helsinki-Commission (HELCOM) Oslo-Paris-Kommission (OSPAR) International Electrotechnical Commission (IEC) European Global Ocean Observing System (EuroGOOS)

Flotte Für seine Arbeiten auf See bereedert das BSH fünf Arbeitsschiffe. Die Flotte des BSH besteht aus:, aufgerufen am 21. Februar 2011.Eckhard-Herbert Arndt: BSH-Abschied vom Hamburger „KiKa“. In: Täglicher Hafenbericht vom 23. Oktober 2013, S. 2. Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff Atair, Heimathafen Hamburg. Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff Deneb, Heimathafen Rostock Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff Wega, Heimathafen Hamburg Vermessungsschiff Capella, Heimathafen Rostock Vermessungsschiff Komet, Heimathafen Hamburg Die vorrangig in der Nordsee operierenden Schiffe Atair, Komet und Wega haben Bremerhaven als Basishafen. Ihre Liegeplätze im Fischereihafen I sind mit Landstromanschlüssen ausgerüstet.Nordsee-Zeitung (Bremerhaven) vom 4. September 2023, Seite 7

Flaschenpost-Sammlung Im Bibliotheksarchiv des BSH befindet sich die vermutlich größte Flaschenpost-Sammlung der Welt (ca. 660 Briefe aus der Zeit von 1864 bis 1933). Flaschenpost-Sammlung. Aufgerufen am 21. Februar 2011.

Mitgliedschaft Deutsche Allianz für Meeresforschung (assoziiertes Mitglied)

Literatur

Schriftenreihe Nachrichten für Seefahrer. Mathias Jonas: 20 Jahre Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Rostock. In: Hansa, Heft 8/2010, , S. 184–191 BSH will Schifffahrt sicherer, umweltfreundlicher und effizienter machen. In: Hansa, Heft 2/2011, S. 46–48 Mathias Jonas: 150 Jahre amtliche deutsche Hydrographie. In: Schiff & Hafen, Heft 10/2011, , S. 20–23 2011 – ein Jahr im Zeichen der Offshore-Windenergie. In: Schiff & Hafen, Heft 2/2012, S. 14–15 Michael Meyer: Neues Flaggenrecht: BSH kontrolliert Mittelverwendung. In: Täglicher Hafenbericht vom 16. Januar 2013, S. 1–2 (Bericht von der Pressekonferenz zur BSH-Bilanz 2012) Umweltschutz und Offshore-Windenergie im Fokus des BSH. In: Schiff & Hafen, Heft 3/2014, , S. 71

Weblinks

Offizielle Website des BSH

Einzelnachweise

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