Die Schlickgräser (Spartina) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).

Beschreibung mini|links|Illustration des Niederen Schlickgrases (Spartina maritima) mini|hochkant|Salz-Schlickgras (Spartina anglica) im Gezeitenbereich des Wattenmeeres

Die Schlickgräser sind kräftige, ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen 0,3 und 2 Metern erreichen. Sie bilden lange verzweigte Rhizome. Die wechselständigen Laubblättern sind relativ lang und schmal. Der ährige Blütenstand ist zusammengesetzt aus wechselständigen, sitzenden Ährchen.

Standorte Die Spartina-Arten sind Salzpflanzen, die vorwiegend an Meeresküsten, insbesondere Salzwiesen vorkommen.

mini|hochkant|Spartina gracilis Systematik und Verbreitung Die Gattung Spartina wurde 1789 durch Johann Christian von Schreber aufgestellt. Der Gattungsname Spartina ist griechischen Ursprungs von spárte für Strick und bedeutet Strick- oder Besengras. Synonyme für Spartina sind: Chauvinia , Limnetis nom. superfl., Ponceletia nom. illeg., Psammophila , Solenachne , Trachynotia , Tristania nom. inval.

Die Gattung Spartina gehört zur Unterfamilie Chloridoideae innerhalb der Familie der Poaceae.

Etliche Arten sind nordamerikanisch und südamerikanisch verbreitet. Wenige Arten kommen in Europa (Spartina maritima, Spartina × townsendii, Spartina anglica) und entlang der Westküste Afrikas vor.

Es gibt etwa 18 Spartina-Arten und -Hybride:NCBI National Taxonomy Browser. Glattes Schlickgras (Spartina alterniflora ; Syn.: Spartina merrillii ): Das weite Verbreitungsgebiet reicht von Kanada bis Mexiko und von den Kleinen Antillen bis Argentinien. Salz-Schlickgras, Englisches Schlickgras (Spartina anglica , Syn.: Sporobolus anglicus ): Die Heimat ist Großbritannien. Breitet sich nach Anpflanzung in Mitteleuropa von Belgien bis Dänemark aus. Spartina arundinacea : Die Heimat ist Tristan da Cunha und die Amsterdam-Insel. Spartina bakeri : Die Heimat sind die südöstlichen USA bis Texas. Spartina ×caespitosa = Spartina patens × Spartina pectinata: Diese Naturhybride ist im östlichen Kanada sowie in den östlichen USA verbreitet. Spartina ciliata : Sie ist in Brasilien, Uruguay und im nordöstlichen Argentinien verbreitet. Spartina cynosuroides : Sie ist von den östlichen USA und bis zum nordöstlichen Mexiko verbreitet. Spartina densiflora : Sie ist in Venezuela, Brasilien und im südlichen Südamerika verbreitet. Spartina foliosa : Sie ist von Kalifornien und bis ins nördliche Mexiko verbreitet. Spartina gracilis : Sie ist von Kanada über die USA bis ins nördliche Mexiko weitverbreitet. Niederes Schlickgras (Spartina maritima , Syn.: Spartina stricta , Spartina capensis , Spartina schreberi , Sporobolus maritimus ): Es ist in Europa, Marokko und im südlichen Afrika verbreitet. Spartina patens : Die Heimat sind Kanada, die USA, das nördliche Mexiko und die Karibik. Prärie-Schlickgras (Spartina pectinata , Syn.: Sporobolus michauxianus ): Es ist von Kanada bis zu den USA weitbreitet und ist beispielsweise in Europa und Australien ein Neophyt. Im Mitteleuropa wurde die Art an Flussböschungen in den Niederlanden und in Deutschland (Berlin, Brandenburg, Bayern, bei Frankfurt a. M., Braunschweig, Hamburg und Jena) beobachtet. Spartina spartinae (Syn.: Spartina argentinensis ): Das Verbreitungsgebiet reicht von den südöstlichen USA bis Venezuela und den Bahamas und von Paraguay bis zum nordöstlichen Argentinien. Spartina ×townsendii = Spartina alterniflora × Spartina maritima: Naturhybride Spartina versicolor : Die Heimat sind die Azoren und der westliche sowie zentrale Mittelmeerraum.

Nutzung Mehrere Arten wurden für Watterhöhung und Landgewinnung angebaut. Die Arten, die oft in Salzwiesen dominieren, wurden als Viehfutter verwendet (Beweidung und Heuernte). Manche Arten wurden auch zur Dachbedeckung eingesetzt.

Literatur Ingo Kowarik: Biologische Invasionen – Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. 2., wesentlich erweiterte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8001-5889-8

Einzelnachweise Michael Koltzenburg: Sporobolus. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 320.

Weblinks

Beschreibung der Gattung bei L. Watson, M. J. Dallwitz: The Grass Genera of the World; DELTA

Kategorie:Süßgräser