Das Holstein-Stadion ist ein Fußballstadion in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel und Heimspielstätte des Fußballvereins Holstein Kiel. Das städtische Stadion befindet sich im Norden der Großstadt im Stadtteil Wik, etwa fünf KilometerRatsinfo.Kiel.de: , siehe Anlagen S. 13 (PDF; 8934 kB). nördlich der Innenstadt.
Die 1911 eröffnete und mehrfach um- und ausgebaute Spielstätte bietet heute Platz für 15.034 Zuschauer. Sie ist somit eine der traditionsreichsten und ältesten Spielstätten im deutschen Fußball. Die Spielstätte gehört zu den zwanzig ältesten in ganz Deutschland und ist zugleich die älteste in Schleswig-Holstein.Werner Skrentny: Das große Buch der deutschen Fußballstadien. Verlag Die Werkstatt GmbH, Göttingen 2010, ISBN 978-3-89533-668-3, S. 368 Zu dem Stadiongelände gehören neben einem Gastronomiebetrieb und V.I.P.-Zelt, auch eine Turnhalle und ein vormaliger Trainingsplatz hinter der Nord-Tribüne, der nach dem ehemaligen Vereins-Präsidenten Ernst Föge (1921–1930 und 1948–1949) als Ernst-Föge-Platz benannt ist und heute als Parkplatz bei Begegnungen dient.
Lage und Verkehrsanbindung Das Holstein-Stadion befindet sich im geografischen Norden von Kiel im Stadtteil Kiel-Wik, unweit des Nord-Ostsee-Kanals. Das Stadion ist über verschiedene Anfahrtswege zu erreichen. Die Buslinien 91 und X91 bedienen das Stadion direkt (Haltestelle „Am Stadion“ und „Holstein-Stadion“) für Besucher aus Richtung Kieler Hauptbahnhof. Die Linien 6, 11, 12/13 und 32 bedienen ebenfalls das Stadion aus Richtung Hauptbahnhof kommend mit einem circa 5 Minuten dauernden Fußweg (Haltestelle „Hanssenstraße“ oder „Belvedere“).
Anreisende mit dem PKW gelangen aus Richtung Hamburg kommend über die Bundesautobahn 7 auf das Autobahndreieck Bordesholm, von dort aus auf die Bundesautobahn 215 und anschließend auf die Ausfahrt Bundesstraße 76 Richtung Stadion. Anreisende mit dem PKW aus Richtung Dänemark/Flensburg kommend gelangen über die Bundesautobahn 7 auf das Autobahnkreuz Rendsburg, von dort aus auf die Bundesautobahnen A 210 und A 215 und anschließend auf die Ausfahrt Bundesstraße 76 Richtung Stadion.Holstein-Kiel.de: Anreise & ParkenHolstein-Kiel.de: Anreise & Parken
Der Radschnellweg Veloroute 10 verbindet das Holstein-Stadion mit dem Kieler Stadtteil Hassee.Kiel.de: Kieler Velorouten Rund um das Stadion befindet sich eine Fahrradabstellanlage mit 750 Stellplätzen.KN-Online.de: 750 Radbügel für das Holstein-Stadion
Insgesamt bietet der Verein sechs offizielle Parkplatz-Orte in unmittelbarer Nähe zum Stadion. Das Nikola-Tesla-Parkhaus (Stellplätze: 583), am Lubinus Krankenhaus (Stellplätze: 100), am Fögeplatz für VIP (Stellplätze: 250), das RBZ-Parkhaus (Stellplätze: 150), der Laurispark (Stellplätze: 100) und der Gästeparkplatz in der Leibnizstraße an der Kieler Christian-Albrechts-Universität mit dazugehörigen Shuttle-Bus zum Stadion.KN-Online.de: Bequem ins Holstein-Stadion
Geschichte Anfänge und Etablierung zum Sportplatz (1911–1945) mini|links|Holstein-Platz von 1911 Der Plan Holsteins, einen eigenen Sportplatz zu bauen, wurde nach dem Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft und Deutschen Vizemeisterschaft 1910 bekundet. Zur damaligen Zeit genügten die öffentlichen städtischen Spielplätze der stetig steigenden Anhängerschaft Holsteins nicht mehr, und der Vorstand entschloss sich im Mai 1911 einstimmig für den Bau eines eigenen Sportplatzes auf der Fläche des heutigen Holstein-Stadions. Nach vier Monaten Bauzeit wurde am 15. Oktober 1911 der Sportplatz als Holstein-Platz offiziell mit einem Freundschaftsspiel gegen den Berliner FC Preussen (3:4) eröffnet. Die Kosten beliefen sich damals auf 14.500 Mark, wovon der Platz 8800 Mark und die 200 Zuschauer fassende Holz-Tribüne 5700 Mark gekostet haben sollen.30 Jahre Holstein Kiel, Seite 61 Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurden noch weitere benachbarte Flächen um den Holstein-Platz gepachtet und das Areal damit vergrößert.
mini|links|Erste Tribüne am Holstein-Platz von 1911 Vor dem Bau des Holstein-Platzes spielte Holstein und sein späterer Fusionspartner der 1. KFV an verschiedenen Orten in Kiel. Zuerst spielte der 1. KFV auf einem kleinen Sportplatz an der Eckernförder Allee (damals Ecke HohenzollernringKiel.de: Kieler Straßenlexikon Hohenzollernring, aufgerufen am 22. August 2020) und dann auf dem Exerzierplatz am Vieburger Gehölz mit Umkleiden an der Waldwiese. Die allererste Fußballbegegnung, die je in Kiel gespielt wurde, fand am 2. Dezember 1900 zwischen dem 1. KFV und Altona 93 (0:4) statt. Der 1. KFV wechselte gezwungenermaßen von 1900 bis 1907 sechsmal den SpielortFestschrift zum 10 jährigen Stiftungsfest des 1. KFV. S. 9–13, Plätze in chronologischer Reihenfolge: 1. Eckernförder Allee, 2. Exerzierplatz am Vieburger Gehölz, 3. Eckernförder Allee, 4. Eichhofstraße, 5. Gutenbergstraße und 6. Exerzierplatz am Vieburger Gehölz, was vor allem dem Platzmangel aufgrund der beträchtlich einsetzenden Bautätigkeit in der boomenden Reichskriegshafen-Stadt Kiel anfangs des Jahrhunderts geschuldet war. Holstein spielte zu Beginn am Adolfplatz und ab Ende 1902 am Spielplatz an der Gutenbergstraße. Seit 1907 spielte man wie der 1. KFV auf dem neu eröffneten Städtischen Sport- und Spielplatz an der Eckernförder Chaussee (heute Nordmarksportfeld). 1914 errichtete auch der 1. KFV einen eigenen Sportplatz in der Nähe vom Städtischen Sport- und Spielplatz an der Eckernförder Chaussee, jedoch gab der Verein die Spielstätte nach der Fusion mit Holstein im Jahr 1917 auf.
Der Holstein-Platz wurde 1922 nach einer verheerenden Windhose im Herbst 1921, deren Wucht die erste Holstein-Tribüne zerstörte, erweitert und vergrößert. Trotz zunehmender Inflationsschwierigkeiten wurde eine neue 420 Zuschauer fassende Tribüne mit fünf Umkleideräumen, Waschräumen und einer Platzwärterwohnung auf der entgegengesetzten Seite der ersten Tribüne fertiggestellt (heute Gegengerade). Die aus Stein und Holz errichtete Tribüne wurde am 6. August 1922 durch ein Freundschaftsspiel gegen Kilia Kiel (3:0) eingeweiht. Die Kosten beliefen sich damals auf 600.000 Mark. Zusätzlich wurden Stehplatztraversen errichtet, so dass das Stadion 1923 bei einem Freundschaftsspiel gegen die SpVgg Fürth 8000 Zuschauern Platz bot. Anschließend wurden die Zuschauerplätze verbreitert und rampenartig erhöht. Weitere Flächen wurden erworben, so dass dem Verein Ende 1926 auf dem Areal insgesamt fünf Spielfelder zur Verfügung standen. Im Jahre 1927 und 1928 fand ein Generalumbau statt, mit dem Ziel dem stetigen Interesse für den Fußballsport gerecht zu werden. Neue Stehtraversen mit Stufen wurden aufgeschüttet und weitere 650 Sitzplätze vor der Tribüne installiert, so dass man auf eine Gesamtkapazität von 15.000 Plätzen kam. Für die Leichtathletikabteilung wurde eine Aschenbahn mit den geeigneten Maßen um das Spielfeld rundum errichtet. Der Holstein-Platz war zu jener Zeit aufgrund seiner allgemein bekannten, guten Aschenbahn etliche Male Austragungsort von Leichtathletik-Meisterschaften und Wettkämpfen. Die Gesamtkosten für den Umbau im Jahre 1927–28 beliefen sich auf 70.000 Reichsmark. Im Mai 1943 bot das Stadion bei der Viertelfinalpartie um die Deutsche Meisterschaft gegen den FC Schalke 04 (4:1) gar 18.000 Zuschauern Platz.DFB.de: Deutsche Meisterschaft, 1942/1943, Viertelfinale, aufgerufen am 26. Februar 2019
Wiederaufbau, ewiger Rekord und Verfall (1945–2006) mini|hochkant|Grundsteinlegung am 21. März 1950 Durch mehrere Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion schwer beschädigt. Etliche große Bombentrichter säumten das Spielfeld sowie die Zuschauerränge und die 1922 errichtete zweite Tribüne wurde im Kriegsjahr 1944 durch Bombentreffer weggefegt. Nach Kriegsende begann man das Trichterfeld auf dem Sportplatz zu beseitigen, so dass im Dezember 1945 wieder der Spielbetrieb aufgenommen werden konnte. Es dauerte jedoch bis zur Währungsreform 1948, ehe der Ligaplatz wieder vollständig gebrauchsfähig war. Im Sommer 1949 waren die Arbeiten zum größten Teil fertig und der Platz bot circa 20.000 Zuschauern Platz. 1949 begann man mit dem Wiederaufbau der dritten Tribüne am Stadion. Die neue 1020 Zuschauer fassende Tribüne wurde auf der entgegengesetzten Seite der zweiten Tribüne mit Geschäftsräumen, einem Klubheim, Umkleideräumen, Waschräumen, Massageräumen, einer Platzwärterwohnung und Raum für die Heizungsanlagen ausgestattet. Die Kosten für die dritte Tribüne beliefen sich auf 170.000 DM. Am 28. Juni 1950 wurde die heutige Haupttribüne aus Stahlbeton mit einer Begegnung gegen den FC Schalke 04 (2:2) feierlich eingeweiht. Vier Tage später wurde vor 22.000 Zuschauern das erste offizielle Endspiel um die Deutsche Feldhandballmeisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen dem THW Kiel und dem SV Polizei Hamburg (10:9) ausgetragen. Zum 50. Vereinsjubiläum schenkte die Stadt Kiel dem Verein das Gelände, welches bis dato Eigentum der Stadt Kiel war. Nach der Erweiterung der Traversen auf der Gegengerade bot das Stadion am 23. März 1951 gegen den Hamburger SV (3:3) die Rekordmarke von 30.000 Zuschauern Platz. Diese Zuschauerzahl ist bis heute der Zuschauerrekord im Holstein-Stadion.Holstein-Kiel.de: Karfreitag 1951 – Ein ewiger Zuschauerrekord75 Jahre Holstein Kiel, S. 95. In der 75 Jahre Chronik wird vom 75. Aufeinandertreffen beider Vereine gesprochen und das die Zuschauerzahl 28.000 Zuschauer betrug, trotz regnerischen Wetters. 1951 wurde der Ernst-Föge-Platz und 1957 die Flutlichtanlage, eine der ersten in Norddeutschland, mit einer Begegnung gegen Fortuna Düsseldorf (0:0) eingeweiht. Im Jahre 1961 wurde die Sporthalle auf dem Stadiongelände errichtet, welche 460.000 DM kostete. 1965 wurde das Stadion offiziell von „Holstein-Platz“ in „Holstein-Stadion“ umbenannt. Im selben Jahr wurden gar Pläne für eine Ausweitung des Holstein-Stadions auf 38.000 Plätze diskutiert. Da der Verein jedoch im Sommer 1965 in der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga scheiterte, wurde das geplante Vorhaben nie realisiert.Fussballglobus.blogspot.com: 100 Jahre Holstein-Kiel-Stadion
Im Jahre 1973 verkaufte der Verein aufgrund von Schulden (unter anderem verursacht durch Schäden in Höhe von 40.000 DM durch eine Windhose 1971) und leeren Kassen, die sich seit Gründung der Bundesliga 1963 stetig bemerkbar machten, das Areal an die Stadt Kiel.100 Jahre Holstein Kiel, Seite 238 1975 wurde das Stadion nach dem Verkauf an die Stadt generalüberholt. Mit Ausnahme des Jahres 1975 und dem Zweitliga-Aufstieg 1978 (erstmals Stadionzaun, neue Sitzbänke und verbessertes Flutlicht), wurden in den darauffolgenden Jahren keine gravierenden Veränderungen mehr am Stadion vorgenommen, so dass die Bausubstanz zusehends zerfiel. Aufgrund dessen sank die genehmigte Zuschauerkapazität im Laufe der Zeit auf 8000 Plätze.Welt.de: Holstein träumt zum 100. Geburtstag vom neuen Stadion, vom 25. September 2000 Zur Jahrtausendwende war das Stadion marode und die Tribünen heruntergekommen, so dass mehrere Bereiche gar komplett gesperrt wurden. Durch Sanierungsarbeiten konnte das Stadion wieder voll betreten werden und die Gesamtkapazität stieg wieder auf 13.500.Holstein-Kiel.de: Holstein Kiel – St. Pauli 4:1, vom 15. Oktober 2005 Im Frühjahr 2004 wurde an die Haupttribüne der heutige Gastronomiebereich mit dem dazugehörigen VIP-Bereich erbaut, welcher seit der Saison 2004/05 in Betrieb ist und seitdem mehrmals umgestaltet und erweitert wurde.Budenzauber-Catering.de: Unser Versorgungscamp bei den Holstein-Fans
Das Stadion hatte früher verschiedene Anschriften und Adressen wie Projensdorfer Straße, Irene-Straße und Am Mühlenweg 297. Nach dem Umbau der Straße im Jahr 1995 lautet die heutige Anschrift Westring 501.
Drohender Lizenzentzug und diverse Auflagen (2006–2017) mini|Blick auf die alte Gegengerade vor dem Umbau (2006)