Final Fantasy X (jap. X, Fainaru Fantajī Ten) ist ein Computer-Rollenspiel, das von Square entwickelt und veröffentlicht wurde. Es ist der zehnte Teil der Final-Fantasy-Reihe und das erste Spiel der Serie, das für die PlayStation-2-Konsole erschienen ist. Final Fantasy X erschien 2001 in Japan und verkaufte sich weltweit 8,05 Millionen Mal.Broshnat und Tadj: Videogame Sales Charts (auf Englisch) auf VGCHARTS.ORG. 2013. (Zuletzt geprüft am 3. November 2013) Das Spiel gewann 2002 in Japan sowohl den PlayStation Grand Prix als auch Sonys Doppelplatin PlayStation Award (vergeben für 2 Mio. bis 3 Mio. in Japan verkaufte Einheiten im Zeitraum Mai 2001 bis Mai 2002).SCEI: (auf Japanisch; PDF; 35 kB). Juni 2002. (Zuletzt geprüft am 12. August 2006.) Aufgrund dieses Erfolgs kündigte Square an, eine Neuauflage des Spiels zu veröffentlichen. Diese erschien im März 2014 in Europa unter dem Titel Final Fantasy X/X-2 HD Remaster für PlayStation 3 und für PlayStation VitaGamesAktuell: , im Mai 2015 auch für PlayStation 4PC Games: und im April 2019 erstmals für Xbox One und Nintendo Switch.
Angesiedelt in der Fantasiewelt Spira folgt das Spiel einer Gruppe Abenteurer auf ihrer Reise, um eine Kreatur namens Sin zu besiegen. Das Spiel stellt einen Wendepunkt in der Final-Fantasy-Reihe dar, da zum ersten Mal in der Geschichte der Serie keine vorgerenderten Hintergründe benutzt, sondern komplett dreidimensionale Gebiete erschaffen wurden. Auch wenn vorgerenderte Hintergründe nicht gänzlich verschwunden sind, so sind sie doch auf weniger interessante Gebiete, wie das Innere von Gebäuden beschränkt.IGN: (auf Englisch). 2001. (Zuletzt geprüft am 12. August 2006.) Zum ersten Mal wurde eine große Bandbreite an realistischen Gesichtsausdrücken verwendet. Der technische Fortschritt wurde bei vielen Grafikeffekten deutlich, so konnten nun auch Abweichungen von Licht und Schatten zwischen verschiedenen Teilen der Kleidung eines Charakters dargestellt werden.Square Enix Nordamerika: (auf Englisch). 2001. (Zuletzt geprüft am 12. August 2006.) Die Interviews liegen in deutscher Sprache auf der deutschen Final-Fantasy-X-Bonus-DVD Beyond Final Fantasy vor. Final Fantasy X ist das erste Spiel der Serie, das mit Sprechern vertont wurde und eine direkte Fortsetzung (Final Fantasy X-2) bekam.
Final Fantasy X brachte weitere wichtige Fortschritte für die Final-Fantasy-Reihe. So wurden die Szenen entsprechend der gesprochenen Dialoge getimt, während vorherige Spiele der Serie noch über scrollbare Untertitel verfügten. Weitere Veränderungen wurden am Design der Spielwelt vorgenommen, das diesmal spezielles Augenmerk auf Realismus legt. Zudem wurden bei den Spielprinzipien altbekannte Elemente verworfen und neue eingeführt.
Spielprinzip
Allgemeines Wie in früheren Spielen der Serie wird Final Fantasy X in einer Third-Person-Perspektive gespielt. Der Spieler steuert hauptsächlich den Charakter Tidus und interagiert so mit Gegenständen und Personen. Im Gegensatz zu vorherigen Spielen der Reihe wurden die Welt- und Städtekarten komplett integriert und die Areale außerhalb von Städten wurden den Charakteren entsprechend maßstabsgetreu umgesetzt. Um einen Kampf auszutragen, werden Charakter und Gegner in eine rundenbasierte „Kampfarena“ versetzt.
Wie schon bei vorangegangenen Final-Fantasy-Titeln kann der Spieler seine Charaktere entwickeln und verbessern, indem Gegner besiegt und Gegenstände eingesammelt werden. An Stelle des traditionellen Erfahrungspunktesystems wurde ein Sphärobrett genanntes System eingeführt.
Das Spiel sollte ursprünglich über Onlineelemente verfügen, diese wurden aber während der Produktionsphase fallengelassen und Mehrspieler-Online-Elemente hielten erst mit Final Fantasy XI Einzug in die Final-Fantasy-Serie.Bill Johnson: (auf Englisch) auf RPGamer. 2000. (Zuletzt geprüft am 12. August 2006.)Jimmy Avistetto: (auf Englisch) auf RPGamer. 2000. (Zuletzt geprüft am 12. August 2006.)
Gelände Im Gegensatz zu früheren Final-Fantasy-Spielen verfügt Final Fantasy X nicht über eine interaktive Oberweltkarte in Vogelperspektive zur Navigation. Vorhergehende Spiele verwendeten eine verkleinerte Darstellung der weitläufigen Gebiete zwischen Städten und anderen wichtigen Orten für die Reise zwischen weit entfernten Zielen. In Final Fantasy X hingegen sind fast alle Spielorte direkt miteinander verbunden. Die regionalen Verbindungen bilden zu weiten Teilen einen durchgehenden Pfad durch alle Gebiete des Spieles, allerdings kann der Spieler im späteren Verlauf des Spiels ein Luftschiff verwenden und so in Sekundenschnelle durch die Spielwelt navigieren.
Geländedirektor Takayoshi Nakazato erklärte, dass er mit Final Fantasy X ein realistischeres Konzept für die Weltkarte als das der traditionellen Final-Fantasy-Spiele einführen wollte. Dies geschah vor allem in Übereinstimmung mit dem Realismus, der durch die 3D-Hintergründe im Unterschied zu vorgerenderten Hintergründen, welche er „Pseudo-3D-Umgebungen“ nennt, geschaffen wurde.
Kampfsystem Final Fantasy X ersetzt das Active-Time-Battle-System (ATB) durch das Conditional-Turn-based-Battle-System (CTB). Während das ATB-Konzept Elemente in Echtzeit aufweist, ist das CTB-System rundenbasiert und pausiert den Kampf bei jedem Zug des Spielers. Dadurch hat der Spieler beliebig viel Zeit, eine Aktion auszuwählen. Beim CTB-System beeinflussen die Statuswerte der Charaktere und Gegner sowie getätigte Aktionen Anzahl und Reihenfolge der zur Verfügung stehenden Züge. Im Spiel wird die Zeitlinie, wann ein Charakter an der Reihe ist und welche Auswirkungen seine Aktionen auf die Zeitlinie haben, grafisch dargestellt.
Charakterspezifische Spezialfähigkeiten (bekannt als Wechsel-Limit in Final Fantasy VII, Spezialtechnik in Final Fantasy VIII und Trance in Final Fantasy IX) werden in Final Fantasy X als Ekstase bezeichnet. Die meisten dieser Ekstasen (mit Ausnahme der von der Spielfiguren Rikku, Yuna und Kimahri) erfordern ein wenig Geschick am Controller: So muss der Spieler bei Aurons Ekstase schnell eine Tastenfolge eintippen, bei Lulus Ekstase muss der Analog-Stick gedreht werden und bei Wakka müssen drei Tombola-Räder im richtigen Augenblick gestoppt werden. Wenn dies gelingt, sind die Ekstasen kraftvoller. Weiterhin führt das Spiel verschiedene erlernbare Ekstase-Typen ein, wodurch dem Spieler erlaubt wird, die Bedingungen, unter denen sich die Ekstase-Leiste füllt, selbst festzulegen. Bei „Askese“ beispielsweise füllt sich die Leiste mit dem im Kampf erlittenen Schaden, bei „Kampfgeist“ mit dem den Gegnern zugefügten Schaden oder bei „Zorn“ mit dem von Mitstreitern erlittenen Schaden.
Final Fantasy X erlaubt es dem Spieler, bis zu drei Charaktere im Kampf zu steuern, allerdings ist es möglich jeden dieser Charaktere jederzeit durch einen Charakter der Reserve auszuwechseln. Sobald alle sieben normal spielbaren Charaktere zur Verfügung stehen, sind somit drei Charaktere aktiv und vier befinden sich auf der „Auswechselbank“. Der Spieler wird durch zwei Faktoren angeregt, die aktiven Charaktere häufig auszuwechseln. Zum einen erhalten Charaktere, die nicht am Kampf teilgenommen haben, keine Erfahrungspunkte, um Statuswerte und Fähigkeiten zu verbessern. Zum anderen hat jeder Charakter über weite Strecken des Spieles bestimmte Stärken und Schwächen, so ist zum Beispiel Yuna besonders gut im Heilen und kann als einzige Aufrufzauber verwenden, Rikku ist besonders gut im Stehlen und Benutzen von Gegenständen, wohingegen Tidus sich vor allem im Kampf gegen schnelle Gegner auszeichnet. Spezialisierte Gegner sind im Allgemeinen besonders schwer zu besiegen ohne den entsprechenden Charakter.
Mit Final Fantasy X kam es zu einer grundlegenden Erneuerung der Aufrufzauber aus den vorherigen Spielen der Serie. Während in früheren Spielen die aufgerufene Kreatur nur eine Aktion durchführte und dann wieder verschwand, bleiben die Bestia genannten Aufrufkreaturen für die gesamte Dauer des Kampfes oder bis sie zurückgerufen beziehungsweise vom Gegner besiegt wurden. Die Bestia haben ihre eigenen, entwickelbaren Statuswerte, Zaubersprüche, Fähigkeiten, Kommandos und Ekstasen. Sie unterstützen den Spieler nicht nur mit starken Attacken, sondern können auch als Schutz gegen besonders schwierige Gegner verwendet werden, da der Gegner erst die Bestia besiegen muss, bevor er der Gruppe Schaden zufügen kann. Der Spieler erhält im Verlauf des Spieles fünf Bestia, drei weitere können optional über Nebenquests erhalten werden.
Ursprünglich war geplant, die Gegner frei sichtbar auf dem Spielgelände umherwandern zu lassen, einen nahtlosen Übergang zu den Kämpfen zu schaffen und dem Spieler die Möglichkeit zu geben, sich während des Kampfes in der Umgebung zu bewegen.Dan Birlew: Final Fantasy X Official Strategy Guide (auf Englisch). BradyGAMES Publishing, 2001, S. 268, ISBN 0-7440-0140-4. Direktor für Kämpfe Shintaro Takai hat erklärt, dass es seine Absicht war, die Kämpfe in Final Fantasy X als natürlichen Teil der Geschichte und nicht als unabhängige Elemente zu präsentieren. Auf Grund der Hardware und Beschränkungen im System kamen diese Ideen, später Active-Dimension-Battle-System (ADB) getauft, erst in Final Fantasy XI und Final Fantasy XII zum Einsatz. An Stelle des ADB gab es einen Kompromiss, so dass bei einigen Kämpfen, vorwiegend bei Bosskämpfen, mittels eines Motion-Blur-Effektes ein relativ nahtloser Übergang von Spielgelände zu Kampffeld geschaffen wurde. Der Wunsch nach nahtlosem Übergang führte auch zur Implementierung des neuen Aufrufsystems im Spiel.
Sphärobrett Das Charakterentwicklungssystem von Final Fantasy X, das Sphärobrett, ist einzigartig im Genre der Rollenspiele. Die Charaktere erhalten nicht, wie sonst üblich, vorherbestimmte Status- und Fähigkeitenboni nach einer bestimmten Anzahl von Leveln, sondern erlangen sogenannte Sphäro-Level durch das Sammeln von genügend Ability-Punkten (AP) nach dem Besiegen von Gegnern. Diese Sphäro-Level wiederum erlauben es dem Spieler den Charakter auf dem Sphärobrett zu bewegen, welches ein vorbestimmtes Raster aus mehreren verbundenen Feldern ist, die verschiedene Statuswerte- und Fähigkeitenboni gewähren. Gegenstände, genannt Sphäroide (erlangt durch das Besiegen von Gegnern, aus Schatzkisten und bei bestimmten Ereignissen), werden auf diesen Feldern benutzt und setzen so deren Funktion für den ausgewählten Charakter frei. Auf diese Art und Weise ähnelt die Entwicklung der spielbaren Charaktere einem Brettspiel.
Produzent Yoshinori Kitase erklärte, dass das Sphärobrett dem Spieler eine interaktive Möglichkeit zum Erhöhen der Charaktereigenschaften geben soll und es dem Spieler gleichzeitig erlaubt die Veränderung dieser Eigenschaften unmittelbar zu erleben.Dan Birlew: Final Fantasy X Official Strategy Guide (auf Englisch). BradyGAMES Publishing, 2001, S. 266, ISBN 0-7440-0140-4. Das Sphärobrett erlaubt dem Spieler außerdem die Charaktere im Gegensatz zu ihren vorgesehenen Kampfrollen individuell anzupassen, so dass aus der Weißmagierin Yuna eine starke Kämpferin oder aus dem Schwertkämpfer Auron ein Heiler werden kann. In der International- und in der PAL-Version des Spieles gibt es optional die Profi-Variante des Sphärobrettes. In dieser Variante starten alle Charaktere in der Mitte des Sphärobrettes und der Spieler kann sofort jeden Pfad mit ihnen einschlagen, allerdings hat das Sphärobrett geringfügig weniger Felder, wodurch auf den ersten Blick insgesamt weniger Erhöhungen der Statuswerte möglich sind. Da später ein Leeren des Brettes ohne Verlust der gewonnenen Eigenschaften und Attribute möglich ist, kann man das Brett aber mehrfach führen.
Blitzball Blitzball ist ein Minispiel in Final Fantasy X. Es handelt sich um einen fiktiven Sport, der unter Wasser gespielt wird und Ähnlichkeit mit der realen Sportart Unterwasserrugby hat.