Die Straße der Kaiser und Könige ist eine internationale touristische Straße, die entlang der Donau von Regensburg über Passau, Linz und Wien bis nach Budapest führt. Sie kann nicht nur zu Wasser, sondern auch mit der Bahn, mit dem Rad entlang des Donauradwegs oder zu Fuß über den Donausteig bereist werden.
Die Straße führt an prähistorischen und antiken Ausgrabungsstätten, mittelalterlichen Städten, Klöstern und Burgen, barocken Stiften, Schlössern und Residenzen vorbei. Auf dem Abschnitt von Regensburg bis Budapest können mehrere UNESCO-Welterbestätten besichtigt werden: der Obergermanisch-Raetische Limes, die Altstadt Regensburg, die Kulturlandschaft Wachau, die Wiener Altstadt, das Schloss Schönbrunn in Wien sowie die Andrássy-Straße und die Budaer Burg in Budapest.
Unter ihrem früheren Namen Vom Rhein und Main zur Donau wurde die Route bereits 1957 beworben. Das Motto Straße der Kaiser und Könige wurde 1989 auf Vorschlag Regensburgs eingeführt. In einer Broschüre der Stadt Regensburg wurde die Route daher 2016 als „älteste internationale Arbeitsgemeinschaft im deutschen Tourismus“ bezeichnet.Broschüre Lebensstil/Welterbe Regensburg/10 Jahre Treffpunkt Weltkulturerbe, hrsg. von Stadt Regensburg, Regensburg Tourismus GmbH und Diözesanmuseum, Regensburg 2016, S. 13WienTourismus/50 Jahre & die Zukunft/1955–2005, Hrsg. Wiener Tourismusverband, Wien 2005, S. 10
Sehenswürdigkeiten Deutschland Obergermanisch-Raetischer Limes
Der Obergermanisch-Raetische Limes trifft in der Nähe von Bad Gögging auf die Donau. Der Verlauf ist an manchen Stellen gut sichtbar. So Beispielsweise in Eining können gut erhaltene Reste eines Limeskastells besichtigt werden.
Regensburg
Regensburg ist seit der Steinzeit besiedelt und eine der ältesten Städte Deutschlands. Die Römer gründeten 179 n. Chr. das Legionslager Castra Regina (Lager am Regen). Im Mittelalter hatte Regensburg seine wirtschaftliche Blütezeit durch den Fernhandel und entwickelte sich zu einer der damals wohlhabendsten Städte. Zahlreiche romanische und gotische Bauten in der Altstadt gehen auf das Mittelalter zurück. Seit dem 13. Juli 2006 zählt die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Der Dom St. Peter wurde zwischen 1207 und 1525 erbaut und ist der architektonische Mittelpunkt der Stadt. Die beiden Domtürme wurden erst im Jahre 1859 fertiggestellt; der Domkreuzgang weist romanische und gotische Stilelemente auf. In der kleinen Allerheiligen-Seitenkapelle befinden sich farbige Fresken aus dem frühen 12. Jahrhundert.
Eine weitere Sehenswürdigkeit in Regensburg ist die Schottenkirche St. Jakob, eine der am besten erhaltenen romanischen Sakralbauten Süddeutschlands. Ihr Eingangsportal zählt zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Deutschlands. Über die Bedeutung der rätselhaften Bilderzyklen am Portal gibt es viele Deutungen, von denen jedoch keine als gesichert angesehen werden kann.
Die Steinerne Brücke wurde von 1135 bis 1146 errichtet und ist 350 Meter lang. Erhalten ist der stadtseitige Brückturm, in dem ein kleines Museum untergebracht ist.
Neben dem Brücktor befindet sich der Salzstadel von 1620, der 1992 renoviert und seither mit einem Café und Vortragsräumen ausgestattet ist. Unterhalb des Salzstadels liegt die historische Wurstkuchl, in der die Regensburger Bratwürste auf offenem Holzkohlefeuer zubereitet werden. Früher diente die Garküche der Versorgung der Bau- und Hafenarbeiter.
Straubing
Strupinga war die erste mittelalterliche Siedlung Straubings und war rund um den mittelalterlichen Friedhof St. Peter platziert. An dieser Stelle waren ursprünglich auch die römischen Kastellgebiete. Die Siedlung wurde im Jahre 1218 von Herzog Ludwig dem Kelheimer als Stadt neu gegründet und befindet sich im heutigen Stadtkern. Der Friedhof St. Peter zählt zu den wichtigsten Kirchhöfen Süddeutschlands.
Inmitten des Stadtplatzes erstreckt sich das Wahrzeichen Straubings, der gotische Stadtturm. Er wurde 1316 erbaut.
Eines der bekanntesten Museen in Straubing ist das Gäubodenmuseum mit einer Sammlung von römischen Gesichtshelmmasken und Ross-Stirnen. Nahe dem Museum befindet sich die Karmelitenkirche, eine sogenannte Bettelordenskirche, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts von dem Architekten und Baumeister Wolfgang Dientzenhofer barock umgestaltet wurde.
Im Nordosten Straubings liegt das ehemalige Herzogschloss, welches über viele Jahrhunderte als Sitz wichtiger Zentralbehörden diente und heute noch als Finanzamt fungiert.
Veranstaltungen wie die Agnes-Bernauer-Festspiele, das Bluetone-Festival und das Gäubodenvolksfest finden in regelmäßigen Abständen in Straubing statt.
Passau mini|hochkant=2|Die Altstadt Passaus an der Donau
Passau ist von drei Flüssen umgeben und wird daher auch als „Dreiflüssestadt“ bezeichnet. Vom Dreiflüsse-Eck aus sieht man den Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz. Zur Zeit der Römer wurde auf der Halbinsel zwischen Donau und Inn das Kastell Batavis errichtet, aus dem sich später der Name Passau entwickelte. 739 wurde Passau zum Bischofssitz und als der Kaiser 999 die weltliche Herrschaft über die Stadt dem Passauer Bischof übertrug, wurde die Stadt zum Hochstift. Nach dem Großbrand von 1662, der die gesamte Stadt in Schutt und Asche legte, beauftragte man italienische Barockmeister mit dem Wiederaufbau der Stadt. Das barocke Stadtbild ist bis heute gut sichtbar.
In Passau befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten im historischen Stadtkern. Der spätmittelalterliche Dom St. Stephan liegt über dem Residenzplatz Passaus, seine Fertigstellung dauerte mehrere Jahrhunderte. Nach dem Stadtbrand von 1662 wurde der Dom im barocken Baustil wieder aufgebaut. Über dem Hauptportal des Domes befindet sich die größte Orgel der Welt, die mit beinahe 18.000 Pfeifen ausgestattet ist.
Das Lamberg-Palais mit seiner Rokokofassade befindet sich direkt am Domplatz. Eine Schrifttafel in der Südwestecke des Platzes erinnert an den Passauer Vertrag von 1552, der die formale Anerkennung des Protestantismus darstellt. In der Mitte des Platzes steht das Denkmal des ersten bayerischen Königs Maximilian I. Joseph, der 1803 das alte Hochstift Passau säkularisierte und dem Königreich Bayern anschloss.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Passauer Tölpel, ein 500 Kilogramm schwerer Steinkopf, der beim Stadtbrand von 1662 vom Dom herabgefallen ist. Das Fragment liegt an der rechten Zufahrt vom Steinweg zum Domplatz.
Österreich Von Regensburg gelangt man über die ostbayrischen Städte Straubing, Deggendorf und Passau zur oberösterreichischen Hauptstadt Linz. Die Strecke von Passau nach Linz kann entweder über die Bundesstraße 130 oder am linken Ufer entlang bis Obernzell über eine Straßenverbindung erfolgen. Von dort aus lässt sich mit einer Fähre der Fluss überqueren. Der Donauradweg verläuft an beiden Seiten des Flusses, wobei die südliche Variante durchgehend bis Linz befahrbar ist.
Linz mini|Die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz mini|hochkant|Der Alte Dom in Linz
Im ersten Jahrhundert n. Chr. errichteten die Römer ein Kastell namens Lentia, 799 wurde der Name Linz das erste Mal urkundlich erwähnt. In den Jahren von 1489 bis 1493 residierte der Kaiser Friedrich III. von Linz aus über das deutsch-römische Reich. Das Friedrichstor zum Linzer Schloss stammt aus der Zeit Friedrich III. In Linz waren bis in das 20. Jahrhundert vor allem Klein- und Mittelbetriebe angesiedelt. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Linz zu einer modernen Industrie- und Kulturstadt aufgebaut. Linz ist nach Wien der zweitgrößte Wirtschaftsstandort Österreichs und war 2009 Europäische Kulturhauptstadt.
Am Hauptplatz befindet sich die 20 Meter hohe Säule der Dreifaltigkeit, die 1723 aus Dankbarkeit für die überstanden Katastrophen und zum Schutz vor Krieg errichtet wurde.
Das Linzer Schloss wurde im 17. Jahrhundert von Rudolf II. errichtet, heute befindet sich dort das Schlossmuseum Linz. 1800 wurde der Südflügel des Schlosses bei einem Stadtbrand schwer beschädigt und im Kulturhauptstadtjahr 2009 in neuer Stahl-Glas-Architektur wieder eröffnet.
Der Alte Dom befindet sich am südlichen Ende des Hauptplatzes und wurde von den Jesuiten in den Jahren zwischen 1669 und 1683 erbaut. Die Orgel im Inneren des Domes wurde nach den Plänen von Anton Bruckner umgesetzt, der von 1856 bis 1868 als Domorganist tätig war.
Das Lentos Kunstmuseum in Linz ist ein Museum für moderne und zeitgenössischer Kunst. Hier werden Kunstwerke des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne, des Expressionismus, aber auch zeitgenössische Kunst ausgestellt.
Zwischen dem Lentos und dem Brucknerhaus verläuft entlang des Ufers der Donaupark. Im September findet dort jährlich im Freien die Linzer Klangwolke statt. Neben klassischem Programm gibt es auch ein Programm für Kinder und die visualisierte Klangwolke, ein Potpourri aus moderner Musik in Kombination mit Laserstrahlen und Videoprojektionen und Feuerwerk.
Das Ars Electronica-Zentrum wurde 1996 erbaut, erstreckt sich über fünf Etagen und hat eine Fläche von 6.500 Quadratmeter. Bei Dunkelheit erleuchtet das Gebäude in Rot, Grün, Blau und Weiß. Das Museum beschäftigt sich mit Projekten an der Schnittstelle von Medienkunst, Technologie, Design und Wissenschaft.
Wachau
Die Donau passiert auf ihrem Weg durch Niederösterreich nicht nur das Weltkulturerbe Wachau, sondern auch die Städte Ybbs an der Donau, Melk, Krems, Langenlois, Tulln sowie das östlich von Wien liegende Auland Carnuntum Niederösterreich.
Die Geschichte der Wachau beginnt im Jungpaläolithikum zur Zeit der Neandertaler. Einer der wichtigsten prähistorischen Funde der Region ist die Venus von Willendorf. Während des Mittelalters war die Wachau überwiegend durch das Ministerialengeschlecht der Kuenringer beherrscht, die in den Burgen Aggstein und Dürnstein ansässig waren. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Region entlang der Donau einen Aufschwung als Wiener Ausflugsgebiet und im Jahr 2000 setzte die UNESCO die Kulturlandschaft Wachau auf die Liste des zu schützenden Weltkulturerbes.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählt das Schloss Schönbühel, welches auf einem Felsen erbaut wurde, der vierzig Meter über der Wasseroberfläche der Donau liegt. Das Schloss Schönbühel ist in Privatbesitz und daher nur vom Schiff aus oder entlang des Donauradweges zu begutachten.
Die um 1200 erbaute Burg Aggstein liegt auf einem 150 Meter langen Felsriff und ist eine der bekanntesten Burgruinen Österreichs. Der einstige Rittersaal der Burg kann auch heute noch für Bankette und Festessen in Anspruch genommen werden. Die Burgruine verfügt auch über eine eigene Kapelle, die für Trauungen genutzt werden kann.
Vis-à-vis der Burg Aggstein befindet sich der Ort Willendorf mit dem kleinen Museum Venusium, welches eine größere Nachbildung der Venus von Willendorf besitzt. 1908 wurde die steinzeitliche Skulptur in dieser Region entdeckt. Das Original befindet sich im Naturhistorischen Museum in Wien.
Im Schifffahrtsmuseum im Barockschloss Erla-Hof befindet sich eine lebensgetreue Nachbildung eines Treidlerzuges, der bis ins 19. Jahrhundert in Verwendung war und Schiffe und Flöße mit Hilfe von Zugpferden stromaufwärts schleppte.
Wien
Wien wurde 15 v. Chr. von den Römern als Grenzfestung Vindobona gegründet und war seit 1155 Residenzstadt von Herzögen und Erzherzögen von Österreich, von deutschen Königen und von Kaisern des Heiligen Römischen Reichs. Von 1278 bis 1918 hatte das Geschlecht der Habsburger 640 Jahre lang die Macht über Wien. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zum Zerfall der österreichisch-ungarischen Donaumonarchie, deren kulturelles und architektonisches Erbe aber bis heute nachwirkt. In Wien gibt es zwei UNESCO-Welterbestätten: die Wiener Altstadt und das Schloss Schönbrunn.