Die Wurzeln der Sportart Eishockey in Geretsried können bis ins Jahr 1959 zurückverfolgt werden. Am Anfang waren die Mannschaften der Sportart als eine Abteilung beim TuS Geretsried angesiedelt, wo neben der deutschen Meisterschaft im Fraueneishockey die Seniorenmannschaft mehrere Spielzeiten am Spielbetrieb der 2. Bundesliga teilnahm. Seit dem Sommer 2006 sind die Mannschaften beim als eigenständigen Verein neu gegründeten ESC River Rats Geretsried angesiedelt, wobei die Eishockeyabteilung des TuS Geretsried die aktuell noch nicht aufgelöst wurde und die Vereinsgründung daher nicht als Ausgliederung, sondern als Neugründung eingestuft wurde.

Geschichte Anfänge des Eishockeys in Geretsried (1959 bis 1963) Im Garten von Roman Sternkopf wurde 1959 erstmals mit der Erstellung einer Natureisfläche die Möglichkeit zum Eishockeyspielen in Geretsried geschaffen, nachdem schon früher Spieler aus Geretsried in Königsdorf bei den dortigen Mannschaften teilnahmen. Die Mannschaften des TSV Königsdorf nehmen heute noch am Hobby-Cup teil. Im Jahr 1961 wurde die Eishockeyabteilung des TuS Geretsried ins Leben gerufen. Auf dem Festplatz, dem heutigen Busparkplatz beim „Heinz-Schneider-Kunsteisstadion“, wurde eine 30 × 30 Meter große Natureisfläche errichtet. In der darauffolgenden Saison 1962/63 wurde die Natureislaufbahn an der Richard-Wagner-Straße, dem heutigen Rasenplatz an der Karl-Lederer-Hauptschule, errichtet, auf der am 5. Dezember 1962 das erste Freundschaftsspiel einer Geretsrieder Eishockeymannschaft ausgetragen wurde. Die Geretsrieder unterlagen der Mannschaft des ASV Dachau mit 2:5 Toren. Der erste Sieg folgte wenigen Wochen später mit einem 1:0 gegen den ESV Penzberg. Zusätzlich zur Seniorenmannschaft wurde schon in der Saison 1962/63 eine Schüler- und Jugendmannschaft gegründet.

Erste sportliche Erfolge im TuS Geretsried (1963 bis 1974) In der Saison 1963/64 nahm das Seniorenteam erstmals am Meisterschaftsbetrieb des Bayerischen Eissportverbandes teil. In der Kreisklasse, die damals die niedrigste Spielklasse war, wurde der 6. Tabellenplatz erreicht. Die Schüler- und das Jugendmannschaften bestritten währenddessen ihre ersten Freundschaftsspiele, bevor die Teams in der Saison 1965/66 erstmals zum Meisterschaftsspielbetrieb angemeldet wurden. Im Sommer 1966 musste der Standort der Natureisfläche gewechselt werden. Neuer Austragungsort der Heimspiele war Gastplatz in Gartenberg neben dem heutigen Kunsteisstadion. In der Spielzeit 1966/67 wurden erstmals bekannte Trainer und Spieler verpflichtet für die Erste Mannschaft des TuS Geretsried verpflichtet. Ex-Nationalspieler Jakob Probst vom EC Bad Tölz führte das Geretsrieder Team erstmals zur Meisterschaft in der Kreisklasse, jedoch wurden die beiden Aufstiegsspiele in die Landesliga gegen die Mannschaft des SC Eibsee-Grainau mit 2:7 und 0:8 verloren.tus-geretsried.de, Chronik

Erst in der Saison 1969/70 wurde erneut die Meisterschaft errungen, nachdem die Mannschaft in der vorangegangenen Spielzeit lediglich Letzter der Kreisliga geworden war. Diesmal gelang der Aufstieg in die Landesliga. Auch im Nachwuchsbereich konnte der erste größere Erfolg errungen werden, als die Jugendmannschaft in ihrer Spielklasse im Jahr 1970 den zweiten Tabellenplatz belegte. Eine Saison später, 1970/71, gewannen auch die Junioren erstmals Meisterschaft der Gruppe B errangen und Dritter bei den Bayerischen Meisterschaften für Natureisvereine wurde. Die erste Bayerische Meisterschaft wurde in der Saison 1971/72 nach Geretsried geholt, als die Junioren die Gruppenmeisterschaft gewannen und erstmals Bayerischer Meister auf Natureis wurden. Dieser Titel konnte dann in der folgenden Saison 1972/73 erfolgreich verteidigt werden.

Zur Saison 1972/73 verpflichtete der TuS Geretsried Ladislav Oljenik, Ex-Nationalspieler der Tschechoslowakei und Trainer des EC Bad Tölz, der teilweise auch das Training der Geretsrieder Mannschaft betreute. Am Ende der Spielzeit belegte der Verein den sechsten Platz in der Landesliga. Einen enormen Auftrieb im Geretsrieder Eishockey, im Senioren wie im Nachwuchsbereich, gab es mit dem Bau des Kunsteisstadions im Jahr 1973, das am 23. Dezember mit dem Meisterschaftsspiel gegen den TSV Schliersee (Endstand 3:3) eingeweiht wurde. Die Spielzeit 1973/74 beendete der TuS als Tabellenerster der Landesliga und stieg damit erstmals in die Regionalliga Süd auf. Dank der Kunsteisbahn erlebte die Eissportabteilung einen regen Zulauf. Neben der Neugründung einer Bambinimannschaft wurde die Schülermannschaft erneut ins Leben gerufen.

Erstmaliger Aufstieg in die Oberliga (1974 bis 1983) Das erste Jahr in der Regionalliga wurde mit dem sechsten Tabellenplatz beendet. Ein Höhepunkt war das Spiel in Schwenningen, wo der TuS vor der Rekordkulisse von 2.500 Zuschauern unerwartet mit 5:4 gewinnen konnte. In der Saison 1975/76 erreichte die Mannschaft den dritten Platz, der wegen der Aufstockung der 2. Bundesliga gleichzeitig zum Aufstieg in die Oberliga berechtigte. Junioren und Schüler bestritten wie im Vorjahr Meisterschaftsspiele, während die Bambini lediglich Freundschaftsspiele bestritten. Mit 12:51 Punkten und einem Torverhältnis von 196:213 kam die Seniorenmannschaft in der Spielzeit 1976/77 nicht über den letzten Platz der Oberliga hinaus, sodass der Verein wieder in die Regionalliga Süd absteigen musste.

Mit den Erfahrungen aus dem Oberligajahr ging es in die Saison 1977/78, für die die Weichen frühzeitig gestellt worden waren. Als Spielertrainer wurde Helmut Eberhardt verpflichtet. Neben Siegfried Kinkal wechselte auch der Bruder des Trainers, Sepp Eberhardt, vom EC Bad Tölz nach Geretsried. Außerdem befand sich mit Dave Snyder erstmals ein Eishockeyspieler aus Übersee im Kader. Am Ende der Vorrunde stand der TuS auf dem zweiten Tabellenplatz der Regionalliga Süd. In der Aufstiegsrunde zur Oberliga wurde der erste Tabellenplatz erreicht, wofür der Grundstein im Lokalderby in Bad Tölz vor 1000 Zuschauern in der Partie gegen den SC Reichersbeuren gelegt wurde. Durch zwei Siege gegen den GSV Moers konnte am Ende der Spielzeit die Deutsche Regionalliga-Meisterschaft gefeiert werden. Nach dem abermaligen Aufstieg in die Oberliga Süd sicherte der TuS Geretsried nach dem zehnten Platz in der Qualifikationsrunde sowie einem Sieg über den EV Bad Wörishofen in der Abstiegsrunde den Klassenerhalt in der Oberliga-Spielzeit 1978/79. Der Nachwuchsbereich war inzwischen auf über 60 aktive Spieler angewachsen.

Trotz Streitigkeiten im Seniorenteam wurde der Klassenerhalt in der folgenden Saison erneut geschafft. Im Nachwuchsbereich konnte zudem erstmals wieder eine Juniorenmannschaft zum Spielbetrieb gemeldet werden. Vor der Saison 1980/81 wurde das Eisstadion überdacht. Die Fertigstellung verzögerte sich jedoch, sodass ein regelmäßiger Trainings- und Spielbetrieb anfangs nicht möglich war und das Training vom neuen Trainer Hans Rothkirch teilweise im Fußballstadion anstatt auf Eis durchgeführt werden musste. Zusätzlich mussten die ersten Meisterschaftsspiele in der Oberliga auswärts bestritten werden, was zu einer Niederlagenserie führte. Am Ende der Saison belegten der TuS den letzten Tabellenplatz. Durch Verbandsentscheid wurde die Oberliga aufgestockt, sodass am grünen Tisch der Abstieg doch noch verhindert wurde. Erstmals in der Geretsrieder Eishockeygeschichte waren im Nachwuchs über 100 Spieler aktiv. Die Junioren spielten bereits in der Klasse II, das Jugendteam stieg in die Klasse II auf, die Schüler wurden Meister der Klasse II und gewannen ihre Relegationsspiele gegen Rosenheim und konnten somit um die Deutsche Meisterschaft mitspielen. Die Knaben und die Kleinschüler spielten ebenfalls in der Klasse II. Außerdem nahm eine Kleinschülermannschaft am Spielbetrieb teil.

In der Saison 1981/82 verpflichtete der TuS mit Brian Ashton, Martin Dranger, Willi Feierabend, Sepp Jäger, Volker Müller, Johann „Hupa“ Eimansberger und Toni Pohl namhafte Neuzugänge. Durch die attraktive Spielweise wurde serienweise die 1000-Besucher-Marke überschritten. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga wurde jedoch verpasst. Einen Aufstieg feiern konnten hingegen die Junioren, die nach einem Intermezzo in der Klasse III wieder in die Klasse II aufstiegen, und das Jugendteam, dem der Aufstieg in die höchste Nachwuchsliga gelang. Auch in der folgenden Saison erreichten die Senioren mit Hans Rothkirch die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, wo der sportliche Aufstieg jedoch erneut verpasst wurde.

Der TuS Geretsried in der 2. Bundesliga (1983 bis 1985) Durch die beschlossene Teilung der 2. Bundesliga in Nord und Süd nahm der TuS Geretsried das Angebot, 1983/84 in dieser Liga zu spielen, an. Erstmals in der jungen Geretsrieder Eishockeygeschichte gab es Lokalderbys im Meisterschaftsspielbetrieb: Vor über 3.400 Besuchern gelang der Mannschaft beim ersten Aufeinandertreffen mit dem EC Bad Tölz ein achtbares 2:4. Beim Rückspiel sahen 4800 Zuschauer einen 7:5-Erfolg des TuS. Durch einen ersten Platz in der Qualifikationsrunde sicherte sich die Mannschaft den Klassenerhalt. Aus Mangeln an Spielern konnte erstmals seit vielen Jahren keine Juniorenmannschaft gemeldet werden. Deshalb entschied sich der Verein, ein 1b-Team aufzustellen, welches sofort den Aufstieg in die Bayernliga schaffte. In der Saison 1984/85 konnte die Seniorenmannschaft nicht mehr an die guten Leistungen des Vorjahres anknüpfen. Der neue Cheftrainer Richard Piechutta wurde im November 1984 entlassen und von Gerhard Herrmann abgelöst. Am Ende der Spielzeit belegte das Team mit klarem Abstand den letzten Tabellenplatz. Das 1b-Team erreichte hingegen in der Bayernliga die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Süd, wo der sportliche Aufstieg gelang.

Neuanfang und Gründung der Frauenmannschaft (1985 bis 1994) Im Sommer 1985 entschloss sich die Abteilungsleitung, die erste Mannschaft, die in der Oberliga Süd hätte spielen müssen, zurückzuziehen. Ihren Platz nahm das erfolgreiche 1b-Team mit fast ausschließlich einheimischen Spielern in der Regionalliga Süd ein. Als neuer Trainer wurde Franz Neumair engagiert. Es folgten zwei Jahre in der Regionalliga Süd, ehe das Team in der Saison 1986/87 den Wiederaufstieg in die Oberliga erreichte. Einer der bedeutendsten Spieler dieser Zeit war Publikumsliebling Troy Thrun. Im Laufe der Saison 1986/87 wurde zudem eine Frauenmannschaft gegründet.

In der Spielzeit 1987/88 löste Peter Kathan Franz Neumair als Cheftrainer ab. In den folgenden Jahren konnte sich der TuS Geretsried in der Oberliga Süd etablieren. Kurz vor Beginn der Abstiegsrunde der Saison 1989/90 wurde Trainer Kathan durch Horst Valasek und Gerhard Herrmann ersetzt. Einen weiteren Schritt nach oben schafften die Nachwuchsmannschaften: In der Saison 1987/88 spielten bis auf die Junioren alle Teams bereits in der höchsten Bayerischen Spielklasse. Die Kleinschüler gewannen zudem erstmals die Bayerische Meisterschaft. Saison 1990/91 belegte die Erste Mannschaft den dritten Tabellenplatz der Oberliga Süd und gewann zusätzlich den erstmals ausgespielten Bayernpokal vor über 2000 Zuschauern im Geretsrieder Kunsteisstadion gegen den SC Memmingen.