Ultimate Fighting Championship (UFC) ist eine US-amerikanische MMA-Organisation mit Hauptsitz in Las Vegas, Nevada. Sie ist der weltweit größte MMA-Veranstalter und Marktführer. Das Unternehmen gehört TKO Group Holdings.
Die erste Veranstaltung dieses Verbandes mit auf Vale-Tudo-Regeln aufbauendem Reglement fand am 12. November 1993 in Denver statt. 1997 gelang der Abschluss eines Fernsehvertrages mit Fox Sports Net. 2005 wechselte man zu Spike, wo mit der Reality-Casting-Show The Ultimate Fighter der Durchbruch gelang. Spike strahlte mehrere Male im Jahr weiterhin spezielle Veranstaltungen unter dem Namen Ultimate Fight Night aus. 2011 endete die Partnerschaft mit Spike."Spike TV Says Goodbye to the UFC" auf mmafighting.com am 18. August 2011 Seitdem werden die verschiedenen Formate der UFC auf den Sendern des US-amerikanischen Fernseh-Networks FOX ausgestrahlt."UFC and FOX Officially Announce Details of Landmark 7-Year Broadcast Deal" auf mmafighting.com am 18. August 2011 So werden die bekannten Ultimate Fight Nights inzwischen auf Fox Sports 1 ausgestrahlt."For Fox Sports 1 debut, UFC calls on Sonnen" auf usatoday.com am 14. August 2013
Die Hauptveranstaltungen werden als Pay-per-View gesendet. Die Rekordverkaufszahl wurde am 6. Oktober 2018 bei UFC 229 mit ca. 2,4 Millionen Käufen erreicht."How much MMA is too much?" auf sports.yahoo.com vom 31. August 2009
Geschichte Ursprünge Die Idee, verschiedene Kampfsportarten gegeneinander antreten zu lassen, geht in diesem Fall ursprünglich auf den Werbefachmann Art Davie zurück, der bei seinen Marketing-Recherchen über Kampfsport im Jahre 1991 mit Rorion Gracie zusammentraf, welcher eine Gracie Jiu-Jitsu Schule in Torrance, Kalifornien betrieb. 1992 hatten Davie, Rorion und John Milius die Idee, ein Acht-Mann-KO-Turnier unter dem Namen War of the Worlds (WOW) zu veranstalten. Milius, Gracies Schüler, sowie ein Regisseur und Drehbuchautor, erklärte sich bereit, bei diesem Ereignis mitzuwirken. Davie stellte einen Geschäftsplan auf und schloss Verträge mit 28 Investoren, die das Startkapital für die WOW lieferten. Ziel war es, mit dem Turnier eine Fernsehsendung aufzubauen.
Im Mai 1993 sagte die Semaphore Entertainment Group (SEG), ein Pay-Per-View-Anbieter, der Partnerschaft mit WOW zu, nachdem die Verhandlungen mit den Branchenführern in dieser Sparte, HBO und Showtime, bereits im Vorjahr gescheitert waren. SEG änderte den Namen in The Ultimate Fighting Championship. Die erste Sendung der zwei Unternehmen fand am 12. November 1993 in der McNichols Sports Arena in Denver, Colorado statt. Davie war für die Auswahl der Kämpfer und die Festlegung der Kämpfe zuständig. In der ersten Show gab es zwei Kickboxer (Patrick Smith und Kevin Rosier), einen Savate Schwarzgurt (Gerard Gordeau), einen Karate Experten (Zane Frasier), einen Shootfighter/Ringer (Ken Shamrock), einen Sumoringer (Teila Tuli), einen professionellen Boxer (Art Jimmerson) und einen brasilianischen Jiu-Jitsu Schwarzgurt (Royce Gracie). Das Debüt wurde mit respektablen 86.592 Bestellungen für SEG ein Erfolg. Royce Gracie, der jüngere Bruder von Rorion Gracie, konnte das Turnier für sich entscheiden und wurde erster UFC-Champion. Im April 1995 verkauften Davie und Gracie ihre Anteile an SEG und lösten die WOW-Liga auf.
Entwicklung der Regeln In den frühen 1990er Jahren galt der Spruch „There are no rules!“ (deutsche Übersetzung: Es gibt keine Regeln!) als Leitspruch der UFC. Doch dies war nicht ganz korrekt, denn es gab einige Regeln. Man durfte seinen Gegner weder beißen noch in die Augen stechen. Kopfstöße, Haare ziehen und Schläge in die Leistengegend waren unerwünscht, aber dennoch erlaubt. Bei der vierten Veranstaltung von UFC schlug Keith Hackney mehrmals in den Leistenbereich von Joe Son. Daher kam die negative Vorstellung der Öffentlichkeit, dass die UFC sehr brutal und eine Untergrundsportart sei.
Die brutale Natur des aufkeimenden Sports zog schnell das Augenmerk der Regulierungsbehörden auf sich, was zur Folge hatte, dass UFC-Veranstaltungen in einigen Staaten der USA verboten wurden. Auch in Deutschland hatte der Sport mit Widerständen zu kämpfen, so dass die kleine deutsche MMA-Szene ins europäische Umland auswich. Nach heftiger Kritik und Briefkampagnen unter der Führung von US-Senator John McCain wurden die Veranstaltungen der UFC vom größten „Pay-Per-View“-Lieferanten der USA, Viewer’s Choice, und einigen kleineren Anbietern, wie beispielsweise TCI Cable, aus dem Programm genommen. McCain bat außerdem die Gouverneure aller 50 US-Bundesstaaten, UFC zu verbieten. 36 Staaten folgten diesem Aufruf und ließen die UFC verbieten. Die UFC sendete aber auf dem Pay-TV-Satelliten-Anbieter DirecTV weiter, obwohl dessen Zuschauerzahlen vergleichsweise klein waren. Diese Zeit wird von vielen Fans als die „dunklen Tage“ (original: dark days) bezeichnet.
Die UFC kooperierte mit staatlichen Sportkommissionen, um das Unternehmen erfolgreich weiterführen zu können. Die Regeln wurden erweitert, um den Kämpfer einer niedrigeren Verletzungsgefahr auszusetzen. Die Kernelemente des Schlagens und Greifens blieben dabei jedoch erhalten. Mit UFC 12 kamen Gewichtsklassen hinzu. Bei UFC 14 wurden Handschuhe mit Knöchelpolstern (zur Verringerung von Cuts) und offenen Fingern (zum Ermöglichen von Griffen) zur Pflicht. Ab UFC 15 verbot das Regelwerk zahlreiche gefährliche Techniken. Darunter fielen Kopfstöße, Tiefschläge, direkte Schläge auf den Hinterkopf oder Hals, Tritte gegen den Kopf eines am Boden liegenden Gegners, Griffe kleiner Gelenke (z. B. Finger), direkte Schläge auf bestimmte Druckpunkte (z. B. das Sonnengeflecht) und Haare ziehen. Schließlich konnte man sich mit der Einführung von 5-Minuten-Runden bei UFC 21 langsam wieder den Ruf eines Sports erarbeiten.
Die UFC arbeitete vermehrt mit den lokalen Sportregulierungsbehörden zusammen, und so fand am 30. September 2000 die erste offiziell von der Regierung regulierte UFC-Veranstaltung in New Jersey statt. Zwei Monate später wurden in New Jersey die sogenannten Unified Rules (deutsche Übersetzung: Einheitliches Regelwerk) erstmals eingesetzt, an denen sich die UFC seitdem orientiert. McCains Meinung hatte sich auch geändert, wie er in einem Interview sagte: „The sport has grown up. The rules have been adopted to give its athletes better protections and to ensure fairer competition.“ (deutsche Übersetzung: Der Sport ist erwachsen geworden. Regeln wurden eingeführt, um die Athleten besser zu schützen und einen faireren Wettkampf zu gewährleisten).
Kauf durch Zuffa Nachdem UFC beinahe insolvent geworden war, traten die beiden Casino-Betreiber Frank und Lorenzo Fertitta sowie Boxpromoter Dana White mit einem Kaufangebot an die UFC heran. Im Januar 2001 kauften die Fertitta-Brüder die UFC für 2 Millionen US-Dollar und gründeten Zuffa LLC, welche als kontrollierendes Mutterunternehmen für die UFC galt. Außerdem konnte man Mixed Martial Arts, was der Oberbegriff für die verschiedenen Kampftechniken der UFC-Athleten wurde, auch in Nevada regulieren lassen, und somit wurde der Weg freigemacht, um wieder im Pay-Per-View-Fernsehen (PPV) zu erscheinen.
Die UFC konnte langsam aber stetig an Beliebtheit gewinnen, zum einen durch effektive Werbekampagnen, aber auch durch diverse Sponsoren. Veranstaltungen fanden von nun an wieder in größeren Arenen, wie dem Trump Taj Mahal und der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas statt. Und auch die Pay-Per-View-Bestellungen erreichten wieder Werte wie vor der Krise von 1997. Außerdem gelang es einen Fernsehvertrag mit Fox Sports Net abzuschließen, welche wöchentlich die besten Kämpfe ausstrahlten. Bei der Veranstaltung UFC 40, in welcher ein Kampf zwischen Tito Ortiz und Ken Shamrock stattfand, wurden erstmals 150.000 PPV-Käufe erreicht. Shamrock war einer der wenigen Aktiven, die seit Anfang an bei der UFC waren. Trotz des Erfolges hatte Zuffa bis 2004 34 Millionen US-Dollar verloren.
Mainstream-Aufstieg Die ansteigenden Zahlen der Zuschauer, Fans und Kämpfer kann mit der Macht der Massenmedien begründet werden. Nachdem die Fertitta Brüder den Erfolg der Reality-TV-Show American Casinos gesehen haben, entschlossen sie sich der UFC ihre eigene Reality-Show zu geben. Dabei sollte es sich um eine Show handeln, in der talentierte Kämpfer, die auf ihren Durchbruch warten, eine Chance haben, sich einen UFC-Vertrag zu erkämpfen. Einige US-Sender lehnten diese Idee ab, bis man an Spike TV herantrat und anbot, dass man die Produktionskosten in Höhe von 10 Millionen US-Dollar selbst zahle. So haben seit Januar 2005 elf Staffeln dieser Show stattgefunden. Den ersten nationalen Erfolg konnte man mit dem Finale der ersten Staffel erzielen. Die Show erreichte ein Rating von 1,9, was einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von 2,6 Millionen entspricht.
Nach dem Erfolg von The Ultimate Fighter entschloss sich Spike TV dazu, weitere UFC-Formate auszustrahlen. Dazu gehören die wöchentliche UFC Unleashed Show, in der die besten Kämpfe der UFC-Geschichte gezeigt werden, sowie All-Access-Sendungen, die vor wichtigen Veranstaltungen einen Blick auf die Kämpfer und ihr Training liefern. Mit dem Erfolg der Fernsehsendungen konnte auch das Pay-Per-View-Geschäft starke Verbesserungen verbuchen. Die erste Großveranstaltung nach der Ultimate-Fighter-Show hatte 280.000 Bestellungen und damit fast doppelt so viele wie der vorige Rekord von 150.000. Und so konnte man 2005 und 2006 viele neue Fans anlocken, bis man bei der Veranstaltung UFC 66 die Rekordkaufzahl von 1.050.000 erreichte. 2006 konnte die UFC auch einen höheren Gesamt-Pay-Per-View-Profit verbuchen als die WWE und Boxen mit 222.766.000 US-Dollar.
Die UFC hat es unter anderem mit ihren Kämpfern auf die Titelblätter der Sports Illustrated und ESPN The Magazine geschafft und wird in 36 Länder ausgestrahlt. Im März 2007 kaufte Zuffa den bis dato einzigen internationalen Konkurrenten Pride FC auf. Viele ehemalige Pride-Kämpfer sind seither in der UFC aktiv. Außerdem konnte die UFC 2008 Werbeverträge mit Harley-Davidson und Anheuser-Busch abschließen.
Mit der Veranstaltung UFC 100 und dem Hauptkampf zwischen Brock Lesnar und Frank Mir im Titelvereinigungskampf um den Titel im Schwergewicht, machte die UFC den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung. Die Veranstaltung erzielte 1,6 Millionen Pay-per-View-Käufe und erfuhr eine breite Berichterstattung in den Mainstream-Medien. So weitete der US-Sender ESPN seine Berichterstattung für die Veranstaltung massiv aus."Major ESPN Executive Attends UFC 100 as a Guest of Dana White " auf bloodyelbow.com am 24. Juli 2009 Mit der UFC 114 und dem Kampf zwischen Rashad Evans und Quinton Jackson brachte die UFC das erste Mal eine Veranstaltung auf den Weg, in deren Hauptkampf sich zwei Afroamerikaner gegenüberstanden."'Rampage' Jackson, Rashad Evans and Politics of Race in MMA" auf mmafighting.com am 25. Mai 2011 Für die Veranstaltung UFC 129, welche im Rogers Centre in Toronto Kanada ausgetragen wurde und in deren Hauptkampf Georges St. Pierre und Jake Shields aufeinander trafen,"UFC 129 St-Pierre vs. Shields" auf ufc.com am 30. April 2011 verkaufte die UFC 55.000 Tickets"UFC 129 Sold Out, Shatters Records With 55,000 Tickets" auf mmaweekly.com am 12. Februar 2011 und erlöste damit Einnahmen in Höhe von 11 Millionen US-Dollar"UFC 129 Gate Receipts Total $11 Million, Eclipse Record" auf mmaweekly.com am 15. Februar 2011. Dies bedeutete sowohl einen Rekord bei den Ticketverkäufen als auch bei den Ticketeinnahmen für MMA Veranstaltungen in Nordamerika.
Übernahme der WEC Im Januar 2011 wurde die bisher eigenständige WEC (World Extreme Cagefighting), ebenfalls Zuffa LLC, offiziell in die UFC eingegliedert. Dies geschah, um die Gewichtsklassen Federgewicht und Bantamgewicht einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren, da die UFC höhere Zuschauerzahlen verzeichnet. Diese Entscheidung wurde sowohl von Managern, als auch von den jeweiligen Kämpfern begrüßt.