Wies ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark.

Im Jahre 1920 erfolgte die Markterhebung von Wies.100 Jahre Marktgemeinde Wies. In: WIESuell – Amtliche Mitteilungen der Marktgemeinde Wies, 277. Ausgabe, Oktober 2019, abgerufen am 14. Oktober 2024100 Jahre Markterhebung Wies. In: WIESuell – Amtliche Mitteilungen der Marktgemeinde Wies, 306. Ausgabe, Jänner 2022, abgerufen am 14. Oktober 2024

Geografie Lage Die Gemeinde Wies liegt in der südlichen Weststeiermark am Fuße der Koralpe. Die Gemeinde wird von der Weißen Sulm durchflossen, der Ort Wies liegt auf einer Seehöhe von 341 m. Das Gemeindegebiet reicht auf der Koralm bis zu (seit der Gemeindezusammenlegung 2015).

Ortschaften und Katastralgemeinden Die Gemeinde gliedert sich in 17 Ortschaften bzw. 16 Katastralgemeinden (Einwohner Stand , Fläche Stand ): Ortschaften Ew. Katastralgemeinden Fläche Altenmarkt Altenmarkt Aug Aug Buchegg Buchegg Buchenberg-Burgstall Buchenberg-Burgstall Etzendorf Etzendorf Gaißeregg Gaißeregg Gieselegg - - Kogl Kogl Lamberg - - Limberg Limberg Mitterlimberg Mitterlimberg Pörbach Pörbach Unterfresen Unterfresen Vordersdorf Vordersdorf Wernersdorf Wernersdorf Wiel Wiel St. Anna Wiel St. Oswald - Wiel St. Oswald Wies Wies

Eingemeindungen Der Name der Gemeinde Altenmarkt wurde mit 1. Juni 1951 in Altenmarkt bei Wies geändert.Kundmachung vom 16. Mai 1951, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Dezember 1959, 13. Stück, Nr. 37, S. 114. Mit 1. Jänner 1960 wurde ein Teil der somit aufgeteilten Gemeinde Altenmarkt bei Wies mit Wies vereinigt.Verordnung vom 18. Dezember 1959, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Dezember 1959, 33. Stück, Nr. 108, S. 152.

Die frühere Gemeinde Vordersdorf wurde am 1. Jänner 1969 mit der Gemeinde Wies zusammengeschlossen.Kundmachung vom 10. Juni 1968, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Juni 1968, 8. Stück, Nr. 4, S. 70.

Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde Wies 2015 mit den Gemeinden Wernersdorf, Wielfresen und Limberg bei Wies vereinigt,Steiermärkische Gemeindestrukturreform. und führt den Namen Wies weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 2 Z 6 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG), Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014, Nr. 31, Jahrgang 2014, , S. 2.

Nachbargemeinden Fünf der sechs Nachbargemeinden liegen im Bezirk Deutschlandsberg, St. Martin umschließt Pölfing-Brunn und grenzt daher zweimal an.

Geschichte Altes Rodungsgebiet mini|Wies als Industrieort um 1877/78, die Verkehrsanbindung wird auf der Landkarte von der Wieserbahn und einer Reihe von Anschlussbahnen dominiert.

Für das Jahr 1318 ist bei Wies eine Siedlung namens Weczelsgerewt dokumentiert, die auf eine Rodung und den Personennamen Wetzil zurückgeführt wird.Fritz Lochner von Hüttenbach: Die Rodungsnamen der Steiermark. In: Michaela Ofitsch, Christian Zinko: 125 Jahre Indogermanistik in Graz. Festband anläßlich des 125jährigen Bestehens der Forschungseinrichtung ‚Indogermanistik‘ an der Karl-Franzens-Universität Graz. Verlag Leykam, Graz 2000, ISBN 3-7011-0026-8, S. 248.

Schwarzer Sonntag von Wies Wies war im 19. Jahrhundert ein beliebter Wallfahrtsort. In der Nacht auf den Sonntag, den 22. September 1850Wohltätig ist des Feuers Macht …. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 29, Jahrgang 2020 (17. Juli 2020), 93. Jahrgang. S. 2.Bild mit Erläuterungen, Nowohradsky, Graz 1850. Zitiert nach: Karl Michael Waltl: Wieser Bilderbuch. Musikverlag Waltl, Wies 2020. ISBN 978-3-200-06842-1. S. 60. (nach anderen Quellen in der Nacht auf Montag, den 23., was aber unwahrscheinlich ist, da die Betroffenen am Wallfahrtsgottesdienst am Sonntag teilnehmen wollten) brach allerdings zwischen drei und vier Uhr morgens am Dachboden des Bäckerhauses in einer Herberge (nach anderen Quellen: in einer Scheune zwischen der Bäckerei Brauchhart und dem Kirchenwirt) ein Brand aus. Dort hatten 200 Pilger Quartier gefunden. Der Vermieter (bzw. dessen Hausknecht) hatte sie über Nacht eingesperrt, damit niemand ohne zu zahlen gehen konnte. Bis Hilfe kam, waren sechs Menschen verbrannt, drei starben noch am nächsten Tag. Viele Verletzte wurden nach Hause gebracht und man sprach von weiteren 30 (nach anderer Quelle: 33) Toten. Dieses Ereignis wurde in der ganzen Steiermark bekannt. Seit damals soll die Seele des Hausknechts, die keine Ruhe gefunden hätte, als schwarzes Manderl durch die Räume des Unglücksortes wandern.Robert Preis: Der Fluch von Wies. Das schwarze Manderl – ein ruheloser Geist. In: 111 schaurige Orte in der Steiermark die man gesehen haben muss. Verlag emons:, Graz 2018, ISBN 978-3-7408-0445-9, S. 224.

Philipp Eberl Als „Koralmschreck“ oder „Lipperl“ wurde Philipp Eberl zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Gewalttäter und Räuber bekannt. Er war am 27. April 1890 in einer Holzknechthütte bei St. Vinzenz geboren worden, wuchs bei seiner Großmutter auf und arbeitete zunächst als Halterbub und Holzknecht. Er hatte einen Unterschlupf in Form einer ausgebauten Höhle westlich des Gutes Zirma auf der Koralm im Westen von Wies, unterhalb des Großen Speiks. Darin waren letztlich auch Möbel, Federbetten und Porzellangeschirr vorhanden, er lebte dort über lange Zeit mit seiner Gefährtin Nanni, die Beutestücke verkaufte und für Lebensmittel, Salz, Zucker usw. sorgte. Mehrere Morde und eine Reihe anderer Straftaten wurden ihm zugeschrieben, einmal war er nach einer tödlichen Attacke auf die Bäuerin Maria Hubmann, die ihm seine Pöbeleien verboten hatte, bereits zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Tat hatte er während eines Heimaturlaubes als Soldat der Italienfront begangen. Nach mehreren anderen Verhaftungen konnte er flüchten. Am 2. September 1924 wurde er im Rahmen einer Fahndungsaktion erschossen, nachdem er selbst eine Pistole auf einen Gendarmen gerichtet hatte. Philipp Eberl wurde ohne Begräbnis außerhalb des Friedhofs der Kirche St. Anna bei Schwanberg beerdigt.Der „Koralmschreck“. Wer kann von sich sagen, dass über sein Leben noch nach über 100 Jahren erzählt wird. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 36, Jahrgang 2022 (9. September 2022), 95. Jahrgang. S. 16. (mit Hinweisen auf weiterführende Literatur). Aus Anlass seines 100. Todestages wurde eine Reportage erstellt, die im September 2023 Grundlage einer Theateraufführung in Wies werden sollte.Volkskulturelle Auseinandersetzung mit der Region. Der „Koralmschreck“ als Bühnencollage mit Musik. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 33, Jahrgang 2023 (18. August 2023), 96. Jahrgang. S. 10.

Der Juliputsch 1934 in Wies Der Gendarmerieposten des Rayons Wies wurde am 25. Juli 1934 in Alarmbereitschaft versetzt. An der Grenze zu Wies, in Jagernigg, sammelten sich gegen 20:00 Uhr zahlreiche Nationalsozialisten, die angeblich 180 Gewehre, 6.000 Schuss Munition und einige MGs zur Verfügung hatten. An die 100 Mann aus dem Jagernigger Kohlenbergwerk begaben sich nun nach Schwanberg. Gegen 23:00 Uhr fuhren aus Schwanberg und Steyeregg nationalsozialistische Putschisten in Wies ein. Am Ortseingang kam es zu einer Schießerei mit den Ostmärkischen Sturmscharen, wobei der 25-jährige Sturmschärler Karl Masser tödlich getroffen wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren circa 100 Putschisten in Wies, die gegen 23:15 Uhr den bereits verlassenen Gendarmerieposten besetzten. Am 26. Juli lösten die Nachrichten vom österreichweiten Scheitern des Putsches umfangreiche Fluchtbewegungen aus, so auch in Wies. Der Gendarmerieposten wurde erst am Morgen des 27. Juli wieder besetzt.Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934. In: Grazer zeitgeschichtliche Studien. Band 3. StudienVerlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2008, ISBN 978-3-7065-4006-3, S. 168–171.

Polarlicht 1938 Weites Aufsehen in Wies und den Nachbargemeinden erregte am Abend des 25. Jänner 1938 ein Polarlicht (Nordlicht), das als Lichterscheinung eines Großbrandes im Koralmgebiet missinterpretiert und als böses Omen und Anzeichen eines nahenden Krieges gedeutet wurde. Das Licht wurde als so hell beschrieben, dass man im Freien Zeitung lesen könne. Die Feuerwehr von Wies rückte aus und fuhr bis Schwanberg, ehe sie über die Ursache, eine Naturerscheinung in der hohen Atmosphäre, informiert wurde.Jetzt kommt bestimmt bald ein Krieg … In: Weststeirische Rundschau. 9. März 2018, 91. Jahrgang, Nr. 10, S. 16.

Seltenriegel-Quelle (Schelch-Quelle) Im Jahr 1960 wurde zwischen Gaißeregg und Lamberg nördlich von Wies eine Quelle bekannt, deren Wasser heilende Wirkungen zugeschrieben wurden. Es kam zu Versuchen, das Quellwasser als Heilmittel gegen Krebs zu bezeichnen. Eine behördliche Anerkennung als Heilquelle wurde nicht erreicht, wohl aber die gewerberechtliche Erlaubnis einer Abfüllung als Tafelwasser. Die Quelle wird als „Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Akratopege“ bezeichnet, die von Salzarmut des Wassers und einem Reichtum an Spurenelementen gekennzeichnet ist. Die Quelle liegt am Rande des Koralm-Kristallins, es ist wenige hundert Meter nordwestlich der Quelle ein Quarzgang (Pegmatit) aufgeschlossen. Ihr Ursprung liegt in der Katastralgemeinde 61115 Gaißeregg am Grundstück 303/4 im Gaißeregggraben, ca. 1 km bachaufwärts der Einmündung des Gaißereggbaches (auch Lambergerbach genannt) in die Weiße Sulm. Nach weiteren Untersuchungen, welche Verunreinigungen dokumentierten, war die Quelle einige Zeit behördlich gesperrt, das Interesse an ihrem Wasser blieb aber auch nach Aufhebung der Sperre erloschen.Die Seltenriegel-Quelle bei Wies. In: Hilmar Zetinigg: Die Mineral- und Thermalquellen der Steiermark. In: Mitteilungen der Abteilung für Geologie und Paläontologie am Landesmuseum Joanneum. Heft 50/51, Graz 1992/93, , S. 312–315 ().Als vor 60 Jahren das „Wieser Heilwasser“ für Aufsehen sorgte. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 1, Jahrgang 2021 (8. Jänner 2021), 94. Jahrgang, . Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2021, S. 18.Die Wunderquelle von Wies In: Kleine Zeitung, Graz, 1. August 2021. (abgefragt am 10. September 2021).

Ein ähnliches Schicksal hatte der ca. 30 m nordwestlich liegende Reiterer-Brunnen (auch Lukas-Quelle genannt) auf dem Grundstück 234. In der Literatur wird berichtet, dass diese Quelle anscheinend „… feinklastische quartäre Ablagerungen im Bereich eines kleinen Seitentales (linker Zubringer) der Weißen Sulm durchteuft“ und ein hoher Eisengehalt erwähnt, der auf eine Ähnlichkeit mit der Hubertusquelle von Bad Gams hinweist. Der Versuch, für das Wasser dieser Quelle unter der Bezeichnung „Wieser Wasser“ Markenschutz zu erhalten, war nicht erfolgreich.Reiterer-Brunnen bei Wies. In: Hilmar Zetinigg: Die Mineral- und Thermalquellen der Steiermark. In: Mitteilungen der Abteilung für Geologie und Paläontologie am Landesmuseum Joanneum. Heft 50/51, Graz 1992/93, , S. 315–316 (). Es wird angenommen, dass mit der Erschließung dieser Quelle versucht wurde, von der Popularität der nahe liegenden Seltenriegel-Quelle zu profitieren. Das war auf Dauer nicht erfolgreich. 1989 wurde die Quellfassung renoviert. Die Mindestmenge an Eisengehalt, die für eine Anerkennung als Heilquelle nötig gewesen wäre, konnte nicht belegt werden, auch war die Quelle nicht ergiebig genug, um eine kontinuierliche Nutzung zu gewährleisten.Von „Eisenquellen“ bis „Schwingungsessenzen“ … zwischen Wies und Schwanberg. In: Wochenzeitung Weststeirische Rundschau. Nr. 2, Jahrgang 2021 (15. Jänner 2021), 94. Jahrgang, S. 10.

Brand des ehemaligen Sägewerks