Issy-les-Moulineaux ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) südwestlich von Paris. Sie ist 6,6 Kilometer vom Pariser Stadtzentrum entfernt und liegt im Département Hauts-de-Seine innerhalb der Region Île-de-France. Sie ist eine der am dichtesten besiedelten Gemeinden in Europa. Die Einwohner werden Isséens genannt.
Issy-les-Moulineaux wandelte sich von einer industriellen Vergangenheit zu einem zentralen Dienstleistungsstandort (Val de Seine), der sich auf Medien und Telekommunikation spezialisiert hat. Trotz der stark anwachsenden Bevölkerung gibt es hier immer noch mehr Arbeitsplätze als Einwohner.
Name Vor 1893 wurde der Ort Issy genannt. Eine der zwei möglichen Bedeutungen des Wortes wäre Eigentum des Isicius/Iccius, eines gallo-römischen Landbesitzers, abgeleitet vom mittellateinischen Issiacum/Isciacum, die andere wäre unter dem Holz, abgeleitet von der Keltischen Sprache.
1893 wurde Issy offiziell in Issy-les-Moulineaux umbenannt. Les Moulineaux hieß eine kleine Ortschaft im Gebiet der Kommune; offenbar kam der Name Les Moulineaux von dort vorhandenen Windmühlen (franz. moulins).
Geschichte mini|hochkant|Villa Haussmann (moderne Kopie der Haussmann-Architektur) Am 1. Januar 1860 wurde Paris um Gebiete angrenzender Gemeinden vergrößert. Aus diesem Grund wurde etwa ein Drittel der Kommune von Issy-les-Moulineaux der Stadt Paris zugeschlagen; dieses Gebiet entspricht heute im Wesentlichen dem Stadtteil Javel im 15. Arrondissement von Paris.
Im späten 19. Jahrhundert wurde ein großes Areal in Issy als Militärübungsplatz genutzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der Pionierzeit der Luftfahrt, entwickelte sich dieses Areal zu einem Flugplatz und zum ersten Zentrum der französischen Luftfahrt. Das Flugfeld in Issy-les-Moulineaux war Schauplatz zahlreicher Flugexperimente, Erstflüge und Flugwettbewerbe. Dort versammelten sich Fotografen, Zeitungsreporter und Geheimdienstler aus anderen Ländern, um über die Entwicklungen zu berichten.
1953 wurde Madeleine Vincent, eine Résistance-Kämpferin und Überlebende der KZ Ravensbrück und Mauthausen, für den PCF in den Gemeinderat gewählt.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011 2018 2022Einwohner 51.776 50.442 47.561 45.772 46.127 52.647 65.326 68.260 67.695 Quellen: Cassini und INSEE
Verwaltung
Bürgermeister von Issy-les-Moulineaux: 1903–1908: Auguste Gervais 1908–1911: Henri Mayer 1911–1919: Léon-Victor Clément 1919–1922: Justin Oudin Februar–Mai 1923: Saint-Martin (besondere Delegation) Mai–Oktober 1923: Eugène Demarne 1923–1935: Justin Oudin 1935–1939: Victor Cresson 1939–1940: Jean Alessandri 1940–1941: Ernest Desaydes 1941: Jean-Marie Sansiaume 1944–1945: François Anita 1945–1949: Fernand Maillet 1949–1953: Jacques Madaule Mai–Juli 1953: Fernand Maillet 1953–1973: Bonaventure Leca 1973–1980: Raymond Menand seit 1980: André Santini
mini|Tramlinie 2, Issy-Val de Seine
Baudenkmäler Siehe: Liste der Monuments historiques in Issy-les-Moulineaux mini|Ehemalige Tabakfabrik
Tabakmanufaktur Die ehemalige Tabakfabrik, erbaut zwischen 1900 und 1904, war bis 1978 in Betrieb. Der Gebäudekomplex wurde 1984 in die „Liste der architektonischen Denkmäler Frankreichs“ als historisches Baudenkmal aufgenommen. Heute befinden sich dort Wohnungen, Büros und ein Restaurant.
Verkehr Issy-les-Moulineaux besitzt zwei Métrostationen der Linie 12: Mairie d’Issy und Corentin Celton.
Außerdem hat Issy-les-Moulineaux zwei Stationen der Linie RER C: Issy-Val de Seine und Issy. Zusätzlich wird die Gemeinde an drei Haltestellen von der Straßenbahnlinie T2 angefahren: Les Moulineaux, Jacques-Henri Lartigue, und Issy - Val de Seine.
Für Hubschrauber steht der Hubschrauberlandeplatz Issy-les-Moulineaux zur Verfügung.
Wirtschaft Überregional bedeutsame Unternehmen mit Sitz in Issy-les-Moulineaux sind der Hotellerie-Konzern Accor, der Verkehrskonzern Transdev Group und der Papierhersteller Arjowiggins mit europaweit 8000 Beschäftigten. Des Weiteren haben Eurosport, die Canal+-Gruppe, Coca-Cola France, France 24, GE Vernova, Jet Solidaire, Microsoft Frankreich und Europa, Orange, Sodexo, Icade, Technicolor SA, Withings, Arte France und Michel & Augustin ihren Sitz in Issy-les-Moulineaux.
Städtepartnerschaften Issy-les-Moulineaux nennt folgende zwölf Partnerstädte:, abgerufen am 17. Oktober 2016 (französisch).
StadtLandseitTypDapaong1989StädtepartnerschaftDongcheng, Peking1998StädtepartnerschaftDschulfa, Isfahan2018StädtefreundschaftEtschmiadsin1989StädtepartnerschaftFrameries1979StädtepartnerschaftFutian, Shenzhen2013StädtefreundschaftGuro, Seoul2005StädtepartnerschaftHounslow, London1982StädtepartnerschaftIchikawa2009StädtefreundschaftLeshan2003StädtefreundschaftMacerata1982StädtepartnerschaftNahariya1994StädtepartnerschaftPozuelo de Alarcón1990StädtepartnerschaftWeiden in der Oberpfalz1954Städtepartnerschaft
Persönlichkeiten Hier geboren Melchisédech Thévenot (um 1620–1692), französischer Naturforscher und Schriftsteller Robert Charpentier (1916–1966), Radrennfahrer Roland Desné (1931–2020), Romanist Lionel Fontagné (* 1958), Wirtschaftswissenschaftler Corinne Bouchoux (* 1964), Historikerin und Politikerin Sandrine Piau (* 1965), Opernsängerin Éric Trouillet (* 1968), Unternehmer und Autorennfahrer Manu Larcenet (* 1969), Comiczeichner und -Autor Sophie Morel (* 1979), Mathematikerin Stéphanie Foretz (* 1981), Tennisspielerin Saïd Haddou (1982–2026), Radrennfahrer Nadir Haddou (* 1983), Radrennfahrer Leïla Bekhti (* 1984), Schauspielerin Pierre Lottin (* 1989), Schauspieler
Hier gestorben Maurice Berteaux (1852–1911), französischer Kriegsminister
Sport Issy-les-Moulineaux Badminton Club, Sieger 2006 im Europacup der Landesmeister, mehrmaliger französischer Meister Entente Pongiste Isséenne, Tischtennisclub, spielt in der höchsten französischen Liga.
Literatur Le Patrimoine des Communes des Hauts-de-Seine. Flohic Éditions, 2. Auflage, Charenton-le-Pont 1993, ISBN 2-908958-95-3, S. 212–229 (französisch).
Weblinks
Website von Issy-les-Moulineaux (französisch, englisch) Issy-les-Moulineaux bei annuaire-mairie.fr (französisch)
Einzelnachweise
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Kategorie:Stadt in Frankreich