mini|Wappen der Gemeinde Lipaiken (Turlavas pagasts) nach dem historischen Vorbild der Kurischen Könige. mini|Position der bis zu 8 Orte der Kurischen Könige, eingezeichnet in einen Ausschnitt der Rückerschen Karte aus dem Jahr 1890 mini|Plicken (Pliķuciems): Am 6. Mai 1320 bezeugt der Ordensmeister Gerhard von Jork, dass Tontegode und seine Nachkommen belehnt werden mit 2 Haken Land an der Mündung des „rivus Zerenda“ (Bach Jāmaņupe) in den „lacus Syp“ (Vilgale-See). OM. G[erhard von Jork] belehnt Tontegoden und seine Erben mit 2 Haken Landes, die einst dessen Vorgänger Christian besaß, in beschriebenen Grenzen und zu dem Recht der übrigen Vasallen des Ordens in Kurland. Dünamünde, 1320 Mai 6. mini|Wilhelm Siegfried Stavenhagen: Neues Album baltischer Ansichten. Mit der Zeichnung des Dorfes „Kurschkönig“ aus dem Jahr 1861 mini|Postkarte vom Beginn des 20. JH. zeigt „Kurische Könige“ mit aufgepflanzter Wappentafel. mini|Kleidung der Kurischen Könige, 1839. Zeichnung (Ausschnitt) von Friedrich Kruse.V. Dzērvis, V. Ģinters: Ievads latviešu tautas tērpu vēsturē (= Izdevniecība Grīnbergs. Riga 1936) mini|Kurische Königinnen, ca. 1810. Aquarell von R. Kalniņš nach Otto Huhn. mini|Diese Veröffentlichung in „Das Inland“ vom 8. November 1854 zeigt den Ukas vom 22. Juni 1854 mit den Veränderungen der hergebrachten Rechte der Kurischen Könige. mini|Klete (Kornkammer) zum Haus Dižgailis im Dorf Kurschkönig 1921. Ansicht von Nord gezeichnet von J. Biķis und Detailzeichnung der Tür von H. Kundziņš. Das Blockbohlenhaus hat eine Loggia mit Pfosten, die das Satteldach aus Reet tragen.Materiāli par Latvijas būvniecību III. Verlag Latvijas Universitātes architektūras fakultātes izdevums, Riga 1923. mini|Einwohnerzählung in den Dörfern der Kurischen Könige nach offiziellen Quellen von 1853: Es wurden 343 Einwohner als Kurische Könige gezählt. Als „Nichtkönige“ wurden 464 Einwohner gezählt, darunter 86 Deutsche, 252 Letten und 126 Juden.Jānis Vidiņš (1908) [Druckfehler korrigiert]
Kurische Könige ist eine Bezeichnung für die Einwohner von mehreren Dörfern im Westen Lettlands, dem heutigen Landesteil Kurland (Kurzeme). Es handelt sich dabei um Orte zwischen Goldingen (Kuldīga) und Hasenpoth (Aizpute). Deren Einwohner hatten seit vielen Jahrhunderten, zum Teil schon seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, besondere Vorrechte wie Eigentumsrechte, freie Jagd sowie die Befreiung von Abgaben und Rekrutenstellung.Baltisches Historisches Ortslexikon. Teil 2, S. 170–171 Art. Freidörfer. Sie verloren aber 1854 Teile dieser Privilegien. Zuerst werden die Kurischen Könige erwähnt in einer Lehnsurkunde des Ordensmeisters Gerdt von Jocke von 1320,Beilage zu Das Inland 1838, Nr. 53 ();Das Inland 1839, Nr. 16: Urkunden im Besitz der Kurischen Könige: Ordensmeister Gerdt von Jocke verlehnt 2 Haken Landes an Tontegode im Jahr 1320 (). später werden sie auch Freibauern genannt, im Gegensatz zu den Leibeigenen. 1863 betrug ihre Zahl 405. Sie sprachen einen lettischen Dialekt,Der spezifische Dialekt der Kurischen Könige wird in zwei Quellen hervorgehoben:
Janīna Kursīte: Neakadēmiskā latviešu valodas vārdnīca jeb novadu vārdene. Izdevniecība Madris, Riga 2007, ISBN 978-9984-31-457-0, S. 161 f., 526. Ilmārs Mežs / Lidija Leikuma: Viena zeme, vieni ļaudis, nav vienāda valodiņa. Latviešu valodas izlokšņu paraugi. Izdevniecība Mantojums, Riga 2015; EAN 4-751007-692762; darin: Ton-Aufnahme A16 (1996) mit Austra Tontegode (dz. 1927 Pliķos; Kuršu Ķoniņiene). behaupteten, von vorhistorischen kurischen Königen abzustammen, und heirateten nur untereinander.Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. von 1888 bis 1890.
Herkunft der Bezeichnung Im modernen Lettisch ist das Wort „ķēniņš“ gleichbedeutend mit dem deutschen Wort „König“. Eine Urkunde aus dem Jahr 1230 zeigt den Austausch von Land gegen Privilegien zwischen dem Orden und dem König Lammechin (Lameiķis) von Kurland.Švābe (1933), S. 135. als Gesandter des Bischofs Otto von S. Nicolaus in carcere Tulliano. William Guthrie / John Gray: Allgemeine Weltgeschichte, sechsundviezigster Band, Verlag F. A. Schrämbl, 1788, Seite 410 schildert ausführlicher die Vertragsinhalte: [...] Der Pabst ernannte seine Kommissarien zur Untersuchung dieser Streitigkeit und solche thaten 1230 den Ausspruch für Nicolaum. Dieser traf zween Vergleiche mit verschiedenen Gegenden von Kurland, durch welchen dem Könige Lammechin und allen, welche mit ihm das Christenthum annehmen würden, im Namen der rigischen Kirche, des Ordens und des Rathes und der übrigen Bürgerschaft zu Riga Schutz, Sicherheit ihres Eigenthums und Vertheidigung wider die Könige von Dänemark und Schweden versprochen ward, doch daß sie dagegen eine bestimmte Abgabe von Haken erlegen, ihre Priester mit dem nothwendigen Unterhalte versehen und mit den Deutschen wider die Ungläubigen streiten sollten. In den niederdeutschen Lehnsurkunden wird der Begriff „Cursk konyngh“ erstmals 1504 gebraucht.Herder-Institut: Urkundentext Bauer354: Ordensmeister Wolter von Plettenberg belehnt den kurischen König Andreas Penneck und seine Erben mit einem Haken Landes im Gebiet und Kirchspiel Goldingen in beschriebenen Grenzen sowie einem Heuschlag genannt Maternis (?) an dem Bach Rīva [Priewe, Fluss, mündet ca. 20 km sw Windau in die Ostsee] und gestattet ihm den Bau einer Mühle an einem Bach bei seinem Land, zu Lehngutsrecht. Neuermühlen, 1504 Aug. 23 (). Daraus entstand die altertümliche Bezeichnung „kuršu ķoniņi“ in der lettischen Sprache, die seither in dieser Pluralform für die Nachkommen der Lehnsnehmer verwendet wird.
Historischer Nachweis Die Beteiligung der Kurischen Könige im Kampf des Ordens gegen die Russen wird bereits in den Livländischen Historien des Johann Renner (1525–1583) beschrieben. In seinen Livländischen Historien berichtet Johann Renner aus der Zeit des Livländischen KriegsSeiteOriginal-TextÜbersetzung8 Van Curlandt. Dit landt is ein eigen koningkrike gewesen als Eestlandt und Livelandt und heft noch einen Curischen koningk, dat is ein buhr und foret der buren fane in kriges tiden, is aller beschweringe frig. Von Kurland. Dieses Land ist ein eigenes Königreich gewesen wie Estland und Livland und hat noch einen Kurischen König, der ein Bauer ist führt die Bauernfahne in Kriegszeiten, ist frei von allen Abgaben.15 Do bleven de lande sonder koninge, doch is alle tidt dar na in Curlandt ein hoevet gebleven, welchen se den Curischen koning nomeden, und als de Dudesche orden dat lant under sich gebracht, blef de Curische koning (so doch ein blick buhr was, averst dennoch van oldem stammen entspraten) frig van aller schattinge, moste averst darjegen in kriges tiden dem hermester folgen mit den Curlanders und foerde de fane, dar inne stundt ein louwe, so des koningrickes in Curlant wapen van oldings her gewesen. Da bleiben die Länder ohne Könige, doch da ist über alle Zeiten in Kurland ein Hof geblieben, welchen sie den Kurischen König nannten, und als der Deutsche Orden das Land unterworfen hatte, blieb der Kurische König (der doch ein einfacher Bauer war, aber dennoch von altem Stamm entsprossen) frei von allen Belastungen, musste jedoch in Kriegszeiten dem Heermeister folgen mit den Kurländern und führte die Fahne, darin ein Löwe stand, der des Königreichs Kurland Wappen von alters her gewesen war.266 Den 22. Octobris alse de Russen ore leger twischen Dorpte und Nuggen geschlagen hadden, togen de Dutschen up und schlügen de fiende uth dem leger, dat orer vele bleven und allene 2 Dudsche jungens umbquemen. De Russen wehreden sich wol, slogen den Curischen koning vam perde, de entlep mit der fanen to busche und quam des andern dages gesunt wedder int leger. Disse koning is ein bur uth Curlandt, dessen voroldern, do se noch heiden weren, koninge to Curlandt gewesen sin; do averst de lande tom Christen geloven bedwungen worden, do hadde dat koningrike einen ende, doch bleven de erven und nakomlinge frig van aller borden, wanen by Goldingen und het de overste huszvader noch de Curische koning, is fenrich aver de Curischen buren, wen krich vor falt, dat wapen is ein louwe. Im lesten krige by tiden Wolters van Plettenberch vormanede he den sulven der tidt koning, dat he sich menlich und unvorzaget helde, dan wo he lopen wolde und flehen wurde, so wolde he em den louwen nemen und einen hasen darjegen int wapen setten laten; also hedde sich de sulve koning sehr wol geholden. Am 22. Oktober als die Russen ihre Lager zwischen Dorpat (Tartu) und Nüggen (Nõo) aufgeschlagen hatten, zogen die Deutschen her und schlugen die Feinde aus dem Lager, dass ihrer viele [liegen] blieben und nur 2 deutsche Knechte umkamen. Die Russen wehrten sich wohl, schlugen den Kurischen König vom Pferd, der entkam mit der Fahne ins Gebüsch und kam andern Tags gesund wieder ins Lager. Dieser König ist ein Bauer aus Kurland, dessen Voreltern, als sie noch Heiden waren, Könige von Kurland gewesen sind; als aber das Land zum christlichen Glauben gezwungen wurde, da hatte das Königreich ein Ende, doch blieben die Erben und Nachkommen frei von allen Bürden, wohnen bei Goldingen und der oberste Hausvater heißt noch der Kurische König, ist Fähnrich über die kurischen Bauern, wenn der Krieg ausbricht, das Wappen ist ein Löwe. Im letzten Krieg zu Zeiten Wolters von Plettenberg vermahnte dieser den damaligen König, dass er sich männlich und unverzagt halte, denn wenn er laufen wollte und fliehen würde, so wollte er ihm den Löwen nehmen und einen Hasen dagegen ins Wappen setzen lassen; danach hatte sich derjenige König sehr wohl verhalten. Die sieben häufig zitierten Orte der Kurischen Könige und die BewohnerKoordinatendeutscher Nameheutiger lettischer Name Familienname / Hausvater Lehen aus dem JahrCruse (1833), S. 133 f. Größe [ha] im Jahr 1920Švābe (1933), S. 134. Die aus den Lehnsurkunden bekannten Angaben in Haken (arkli) sind ungenaue Angaben, die sich offenbar nicht allein auf die Fläche bezogen. Einzelne Höfe nach der Teilung 1929Dzenis (2014), S. 198, „sadalīšana“22°05'O 56°53'N Draguhnen Dragūnciems Dragūns / Vidiņš 1501 444 721°47'O 56°48'N Kalejzeem Kalējciems Kalējs / Šmits 1538 440 1221°45'O 56°49'N Kurschkönig Ķoniņciems Peniķis 1439–1504Cruse (1833), S. 134. 707 1321°47'O 56°53'N Plicken Pliķuciems Tontegode 1320 (von Pliķu ciems existiert kein Haus mehr, nur der Friedhof Pliķu kapi besteht noch.) 431 921°53'O 57°02'N Sausgallen Sausgaļciems Bartolts / Bergholz 1546 202 1021°46'O 56°51'N Seemeln Ziemeļciems Šmēde / Šmēdiņš vor 1500 273 622°01'O 55°52'N Weesalgen Viesalgciems Tontegode 1333 356 9