Der Tintling war eine deutsche pilzkundliche Fachzeitschrift. Sie erschien im Format DIN A5 mit 102 Seiten pro Ausgabe.
Schwerpunkte waren Berichte und Diskussionen über mykologische Themen, insbesondere Großpilze, Taxonomie, Pilzbeschreibungen, Mikroskopie, Nomenklatur, sowie Gespräche mit Personen aus dem Umfeld der Pilzkunde, Kulinarisches, Kritisches, Literaturrezensionen, Kommunikation, Termine, Folklore/Prosa. Die Zeitschrift wurde ausschließlich im Abonnement vertrieben und enthielt keine fremden Werbeanzeigen.
Die Herausgeberin Karin Montag verstarb am 4. November 2025 nach schwerer Krankheit, woraufhin die Zeitschrift vorerst eingestellt wurde.
Auflage Die Zeitschrift erschien erstmals am 29. März 1996 in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Von 2010 bis 2025 erschien sie im zweimonatlichen Turnus und umfasste demnach 6 Hefte pro Jahrgang. Die Auflage betrug 2600 Exemplare.
Der Tintling erhielt seinen Namen von der Blätterpilzgruppe der Tintlinge. Aus den Pilzen wurde früher Tinte hergestellt, weshalb der Name der Zeitschrift auch ans Schreiben auf Papier erinnern soll. Weiter spielte der Name auf „Der Findling“ an, eine saarländische Lokalzeitung.
Wochenkalender Außer dem Tintling bot der Verlag Wochenkalender mit Pilzporträts zu jährlich wechselnden Themen an. Im Kalender 2016 wurden Pilze im Laubwald vorgestellt. Jedes Kalenderblatt umfasste ein postkartengroßes Pilzfoto nebst Artinformationen. Die Porträts aus vergriffenen Kalendern wurden nach und nach auf der Tintling-Homepage zum Download angeboten. Mit der Einstellung der Zeitschrift ging auch die Homepage vom Netz.
Für 2017 kam ein weiterer Kalender mit großformatigen Fotos bekannterer Pilzarten hinzu. Ein Teil des Erlöses wurde für die pilzkundliche Jugendförderung aufgewendet.
Europäischer Pilztag mini|Logo des ersten Europäischen Pilztags Der „Europäische Pilztag“ ist ein Aktionstag, der jährlich am vierten Samstag im September begangen wird. Er wurde 2016 von Karin Montag, der Chefredakteurin der Zeitschrift, ins Leben gerufen und fand erstmals am 24. September 2016 statt.
Der Europäische Pilztag wird in Deutschland durch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie und den Landesverband Saar des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland unterstützt, in den Niederlanden durch die Niederländische Gesellschaft für Mykologie (Nederlandse Mycologische Vereniging [NMV]).
Hintergrund Wenige Menschen wissen, dass die Pilze unter den Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern enthalten (Eukaryoten), neben beispielsweise den Tieren und Pflanzen ein eigenständiges Reich bilden. Selbst in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie spielen Pilze keine Rolle: Der Begriff „Pilz“ bleibt in dem Regelwerk unerwähnt. Inzwischen existieren mit den Verantwortungsarten zumindest 19 Großpilzarten, die in Deutschland naturschutzrechtlich den FFH-Anhang-IV-Arten gleichgestellt sind.
Ziele Mit dem Europäischen Pilztag wollen die Initiatorin und Unterstützer die Popularität der Pilze fördern. Er soll Interessierten dazu dienen, ihre Kenntnisse zu vertiefen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Jugendförderung. Hierzu sollen alle pilzkundlichen Veranstaltungen, die an dem Aktionstag stattfinden, zentral bekannt gemacht werden. Zu den Zielen zählt auch der Schutz von Habitaten seltener und bedrohter Pilzarten. Darüber hinaus sollen traditionelle Trivialnamen der Pilze in den Sprachen der Welt ergründet und bewahrt werden.
Aktivitäten Für den 1. Europäischen Pilztag waren über 240 pilzkundliche Veranstaltungen in acht Ländern gemeldet. Über diesen zentralen Tag hinaus werden bzw. wurden für die Pilzsaison 2016 Exkursionen mit Jugendgruppen verschiedener Trägerschaften und Pilzexperten vereinbart.
Aktionen am Europäischen Pilztag 2016 waren unter anderem eine Pilzexkursion des Rehnaer Pilzvereins „Heinrich Sternberg“ e. V. mit Funden seltener Pilzarten, eine Pilzausstellung und Pilzwanderung im Kinder- und Jugenderholungszentrum (KiEZ) am Filzteich in Schneeberg mit dem Verein der Pilzberater Südwestsachsens. Das Vogel- und Naturschutzzentrum (VIZ) Sindelfingen war weiterhin mit einem Pilz-Vortrag und einer Pilzexkursion des Pilzsachverständigen Andreas Hohmann dabei, außerdem gab es eine Pilzausstellung, sowie Installationen mit Holzpilzen und Vorträge am Pilzlehrpfad des Wisentgeheges in Springe. Die Aktion in Springe wurde von der Pilzgruppe des Fördervereins ausgerichtet.
In Österreich veranstaltete das Biologiezentrum Linz am 24. September 2016 einen Kinder- und Jugend-Pilztag mit verschiedenen Stationen. Unter den 130 Besuchern waren 55 Kinder. Die Aktion soll aufgrund der positiven Resonanz im nächsten Jahr wiederholt werden, kündigte der Leiter der mykologischen Arbeitsgemeinschaft, Otto Stoik, an. Das Biologiezentrum Linz gehört zu den Oberösterreichischen Landesmuseen.
Speisepilz des Jahres Der „Speisepilz des Jahres“ wurde erstmals durch Karin Montag im Jahr 2016 während der Kampagne für den Europäischen Pilztag proklamiert, um den Fokus der Öffentlichkeit auf das Sammeln, Bestimmen und den Verzehr von Speisepilzen zu lenken. Unter den Auswahlkriterien hatten eine gute Wiedererkennbarkeit des Pilzes, ein hoher kulinarischer Wert und eine relative Häufigkeit die höchste Priorität. Zuletzt wurde die Auszeichnung für das Jahr 2021 vergeben.
Jahr deutscher Name wissenschaftlicher Name Abbildung 2016 Maronen-Röhrling Imleria badia rahmenlos|zentriert|2016 Maronen-Röhrling 2017 Gemeiner Riesenschirmling Macrolepiota procera rahmenlos|zentriert|2017 Gemeiner Riesenschirmling 2018 Flockenstieliger Hexen-Röhrling Neoboletus erythropus rahmenlos|zentriert|2018 Flockenstieliger Hexen-Röhrling 2019 Pfifferling Cantharellus cibarius rahmenlos|zentriert|2019 Pfifferling 2020 Edel-Reizker Lactarius deliciosus rahmenlos|zentriert|2020 Edel-Reizker 2021 Gold-Röhrling Suillus grevillei rahmenlos|zentriert|2021 Gold-Röhrling
Weblinks Offizielle Website des Europäischen Pilztags
Einzelnachweise
Kategorie:Mykologische Zeitschrift Kategorie:Naturwissenschaftliche Fachzeitschrift (Deutschland) Kategorie:Ersterscheinen 1996 Kategorie:Deutschsprachige zweimonatliche Zeitschrift