mini|Eingang zum Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien

Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung (IÖG) der Universität Wien ist ein geschichtswissenschaftliches Forschungsinstitut, das 1854 gegründet wurde und seit 1. Jänner 2016 Teil der Universität Wien ist.Die Presse: Gesetz: Institute verlieren Selbstständigkeit, abgerufen am 9. November 2015Bundesgesetz, mit dem das Universitätsgesetz 2002 und das Forschungsorganisationsgesetz geändert werden, Seine Aufgaben umfassen „insbesondere die Planung und Durchführung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der europäischen Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit sowie der österreichischen Geschichte mit einem Schwerpunkt auf den Historischen Hilfswissenschaften, der Quellenedition und Quellenerschließung auf der Grundlage anerkannter internationaler Standards und deren Dokumentation und Publikation.“

Geschichte Das Institut wurde 1854 als „zentralstaatliche Gründung von oben (...), die nicht auf einem zivilgesellschaftlichen Engagement bürgerlicher Vereine, sondern auf der Geschichtspolitik hoher Beamtenkreise beruhte“, geschaffen; es war direkt dem Ministerium für Cultus und Unterricht unterstellt und nahm eine „Zwitterstellung zwischen außeruniversitärem Forschungsinstitut und akademischer Lehrinstitution ein“.Daniela Saxer: Die Schärfung des Quellenblicks. Forschungspraktiken in der Geschichtswissenschaft 1840–1914 (Ordnungssysteme 37). de Gruyter-Oldenbourhg, Boston-Berlin 2014. ISBN 978-3-486-70485-3, S. 55 u. 77. Von 1920 bis 1945 hieß es Österreichisches Institut für Geschichtsforschung. Auch nach der Eingliederung in die Universität Wien gibt es mit § 40a des Universitätsgesetzes eine gesetzliche Bestandsgarantie für das Institut.

Bis 31. Dezember 2015 war das IÖG eine Einrichtung des Bundes gewesen und unterstand dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. In Forschung und Lehre hatte bereits vor der mit 1. Jänner 2016 erfolgten Integration in die Universität Wien eine enge Kooperation mit der Universität Wien bestanden, die ein Masterstudium mit Schwerpunkt auf den historischen Hilfswissenschaften und der Archivwissenschaft anbietet.

Direktoren 1854–1869: Albert Jäger 1869–1891: Theodor von Sickel 1891–1896: Heinrich von Zeißberg 1896–1903: Engelbert Mühlbacher 1903–1926: Emil von Ottenthal 1926–1929: Oswald Redlich 1929–1940: Hans Hirsch 1940–1945: Otto Brunner 1945–1962: Leo Santifaller 1962–1983: Heinrich Fichtenau 1983–2002: Herwig Wolfram 2002–2009: Karl Brunner 2010–2020: Thomas Winkelbauer seit 2020: Christian Lackner

Publikationen Das Institut gibt unter anderem seit dem Jahr 1880 die renommierte Zeitschrift Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (MIÖG) heraus.

Literatur Alphons Lhotsky: Geschichte des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 1854–1954 (= Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsband 17). Böhlau, Graz / Köln 1954. Manfred Stoy: Das Österreichische Institut für Geschichtsforschung 1929–1945 (= Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsband 50). Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-7029-0551-4. Karin Winter und Jakob Wührer: Der Kurs ist tot! Es lebe das Masterstudium! Ein Erfahrungsbericht zur archivwissenschaftlichen Ausbildung an der Universität Wien und dem Institut für Österreichischen Geschichtsforschung, in: Scrinium 66 (2012), S. 65–107 (Der Beitrag bringt als Anhang die jüngsten Entwicklungen in der Studienordnung des Masterstudiums). Ernst Zehetbauer: Geschichtsforschung und Archivwissenschaft. Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung und die wissenschaftliche Ausbildung der Archivare in Österreich. Tredition, Hamburg 2014, ISBN 978-3-8495-7660-8. Ernst Zehetbauer: Ganz neue Kleider. Achtes Kapitel zum Werk: Geschichtsforschung und Archivwissenschaft. Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung und die wissenschaftliche Ausbildung der Archivare in Österreich. tredition, Hamburg 2017, ISBN 978-3-7439-2269-3. Ernst Zehetbauer: Ende einer Legende? Neuntes Kapitel zum Werk: Geschichtsforschung und Archivwissenschaft. Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung und die wissenschaftliche Ausbildung der Archivare in Österreich. tredition, Hamburg 2022, ISBN 978-3-347-77195-6. Ernst Zehetbauer: Auf den zweiten Blick. Zehntes Kapitel zum Werk: Geschichtsforschung und Archivwissenschaft. Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung und die wissenschaftliche Ausbildung der Archivare in Österreich. tredition, Ahrensburg 2026, 978-3-384-98798-3.

Weblinks Website des Instituts Herrscher, Archivare und Urkunden – Dokumentation über das Institut für Österreichische Geschichtsforschung auf BR-alpha, Juni 2013

Einzelnachweise

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