Boguszów-Gorce (deutsch Gottesberg-Rothenbach) ist eine seit 1973 zur Stadt erhobene Ortschaft im Powiat Wałbrzyski in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie ist Verwaltungssitz der Stadtgemeinde Boguszów. Die Doppelstadt Boguszów-Gorce entstand 1973 durch Zusammenlegung der bis dahin selbständigen Stadt Boguszów (Gottesberg) und der bis dahin ebenfalls selbständigen stadtähnlichen Ortschaft Gorce (Rothenbach).

Geographische Lage Die Stadt liegt in Niederschlesien im Osten des Waldenburger Berglandes, acht Kilometer südwestlich von Wałbrzych (Waldenburg). Nördlich liegt der 850 Meter hohe Sattelwald.Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig/Wien 1907, S. 174.Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Band 17, Leipzig 1930, S. 530.

Nachbarorte sind Lubomin (Liebersdorf) im Norden, Konradów (Konradsthal) und Wałbrzych (Waldenburg) im Nordosten, Zagórze Śląskie (Kynau) im Osten, Jedlina-Zdrój (Bad Charlottenbrunn) im Südosten, Rybnica Leśna (Reimswaldau) und Unisław Śląski (Langwaltersdorf) im Südosten, Mieroszów (Friedland) im Süden, Krzeszów (Grüssau) und Grzędy (Konradswaldau) im Südwesten sowie Czarny Bór (Schwarzwaldau) und Kamienna Góra (Landeshut) im Westen.

Geschichte mini|links|Bild-Postkarte von Gottesberg aus dem Jahr 1902 mini|160px|Rathaus mini|160px|Heiliggeistkirche mini|160px|Evangelische Kirche (Aufnahme 2013) mini|160px|Polnische katholische Kirche

Gottesberg erhielt 1499 vom böhmischen König Wladislaw II. Stadtrecht.

Um 1905 hatte Gottesberg eine evangelische, eine katholische und eine altkatholische Kirche, Steinkohlenbergbau, Porphyr-Steinbrüche, eine Bierbrauerei und Malzfabrikation. Auf dem nahen Porphyrkegel Bismarckhöhe stand ein Bismarckturm. Um die gleiche Zeit hatte Rothenbach Steinkohlenbergbau, Koksbrennerei und chemische Fabriken zur Gewinnung von Steinkohlenprodukten.Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig/Wien 1909, S. 180. In Gottesberg gab es um 1925 ein Amtsgericht, eine höhere Schule und eine bergmännische Berufsfachschule.

Im Jahr 1945 gehörten die Stadt Gottesberg und die Ortschaft Rothenbach zum Landkreis Waldenburg in der Provinz Niederschlesien.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die beiden Ortschaften Gottesberg und Rothenbach 1945 wie fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Gottesberg erhielt den polnischen Namen Boguszów und die Großsiedlung Rothenbach den Namen Gorce. Die deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben. Die in den beiden Ortschaften neu angesiedelten Bewohner kamen zum Teil aus an die Sowjetunion gefallenen Gebieten östlich der Curzon-Linie.

Von 1974 bis 1998 gehörte Boguszów-Gorce zur Woiwodschaft Wałbrzych. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde im Gebiet von Boguszów-Gorce Steinkohle gefördert. Im Jahre 2012 betrug die Einwohnerzahl 16.494.

Bevölkerungsentwicklung in Gottesberg Jahr Einwohner Anmerkungen 1875 6.445 1880 6.345 1890 7.201 davon 4.698 Evangelische, 2.460 Katholiken und 25 Juden 1905 8.966 meist Evangelische 1925 10.758 davon 6.412 Evangelische, 3.574 Katholiken, 178 sonstige Christen und 27 Juden 1933 12.079 davon 7.202 Evangelische, 3.631 Katholiken, 247 sonstige Christen und 14 Juden 1939 11.011 davon 6.592 Evangelische, 3.159 Katholiken, 356 sonstige Christen und 3 Juden

in Rothenbach Jahr Einwohner Anmerkungen 1905 4.268 1933 5.074 1939 4.535

Verkehr Die Stadt liegt an der Woiwodschaftsstraße 367, die von Wałbrzych nach Kamienna Góra führt, und verfügt über zwei Haltepunkte an der Bahnstrecke Wałbrzych–Meziměstí.

Gemeindegliederung Die Stadtgemeinde Goguszów-Gorce setzt sich zusammen aus den Stadtteilen Boguszów (Gottesberg) Gorce (Rothenbach) sowie den Ortsteilen Kuźnice Świdnickie (Fellhammer) und Stary Lesieniec (Altlässig)

Städtepartnerschaften Geldrop, Niederlande, seit 1995 Piennes, Frankreich, seit 1999 Smiřice, Tschechien, seit 2000

Söhne und Töchter der Stadt Friedrich-Wilhelm Schallwig (1902–1977), deutscher Politiker (NSDAP/BHE) Fritz Thomas-Gottesberg (1910–1997), deutscher Bildhauer, Grafiker und Maler Antoni Gralak (* 1955), Rock- und Jazztrompeter, Komponist und Musikproduzent

Weblinks

Offizielle Internetseite der Stadt Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage von Rothenbach Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage des Bahnhofs Fellhammer

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Niederschlesien