mini|Mitglieder der Konvention (Stand: 2014) Die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit () ist eine von drei internationalen Listen, die die UNESCO im Rahmen des Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes seit 2008 erstellt. Die repräsentative Liste umfasst kulturelle Ausdrucksformen wie Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen sowie Bräuche, Feste und Handwerkskünste. Die Liste wurde mit dem Ziel eingerichtet, das Immaterielle Kulturerbe weltweit sichtbar zu machen und das Bewusstsein um die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen zu stärken.

Die Liste geht aus der Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit hervor. Mit dem Programm Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit wurde zwischen 2001 und 2005 das Welterbeprogramm der UNESCO ergänzt. Bis 2005 wurden 90 kulturelle Ausdrucksformen zu Meisterwerken proklamiert. Die Kulturformen auf dieser Liste wurden am 5. November 2008 offiziell in die Repräsentative Liste überführt.

Geschichte 1997 wurde von der UNESCO das Arbeitsprogramm „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Kulturerbes“ ins Leben gerufen. Die UNESCO hat in drei Proklamationen (18. Mai 2001, 7. November 2003 und 25. November 2005) 90 besonders erhaltenswerte immaterielle Kulturformen aus allen Weltregionen zu „Meisterwerken“ ernannt, die den Grundstein für eine repräsentative Auswahl von Beispielen des immateriellen Kulturerbes bildeten.

2003 wurde ein Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes getroffen, das am 20. April 2006 in Kraft getreten ist. Bisher haben 182 Staaten (Stand Dezember 2023) die Konvention ratifiziert. Die bis 2005 ernannten Meisterwerke wurden am 5. November 2008 offiziell in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Weiterhin gibt es eine Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes, in der besonders gefährdete kulturelle Ausdrucksformen geführt werden, sowie ein Register guter Praxisbeispiele.

Während Luxemburg das Übereinkommen bereits 2006 anerkannte, ratifizierte die Schweiz das Übereinkommen 2008, Österreich folgte im Jahr 2009 und Deutschland nahm das Übereinkommen schließlich im Jahr 2013 an.

Aufnahmeverfahren Die Repräsentative Liste wird seit 2008 jährlich durch neue Eintragungen kultureller Ausdrucksformen ergänzt. Nominierungen können von nationalen Regierungen bei der UNESCO eingereicht werden. Über die Aufnahme neuer Elemente entscheidet der Zwischenstaatliche Ausschuss für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes bei seiner jährlichen Tagung im Winter.Deutsche UNESCO-Kommission. In: unesco.de Der Zwischenstaatliche Ausschuss setzt sich aus 24 Mitgliedern zusammen, die bei der alle zwei Jahre stattfindenden UNESCO-Generalversammlung aus Vertretern der beteiligten Staaten gewählt werden.

Als Voraussetzung für die Nominierung einer kulturellen Ausdrucksform auf die Repräsentative Liste muss sie zuvor in ein national erstelltes Verzeichnis aufgenommen worden sein. Daher erstellt jeder Vertragsstaat eine Nationale Liste des Immateriellen Kulturerbes zur Dokumentation und Inventarisierung des nationalen Immateriellen Kulturerbes. In den vier deutschsprachigenTagung der deutschsprachigen UNESCO-Nationalkommissionen. Pressemitteilung der deutschen UNESCO-Kommission vom 23. Mai 2018, abgerufen am 29. November 2018. Staaten, die das Übereinkommen unterzeichnet haben, sind es das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland, die Liste des Immateriellen Kulturerbes in Österreich, die Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz sowie das Register des Immaterielles Kulturerbes in Luxemburg.

mini|700px|zentriert|Verteilung der Listenelemente nach Ländern (grenzübergreifende Elemente werden in allen beteiligten Ländern mit aufgeführt), Stand 2018

Eintragungen in die Repräsentative Liste Die Repräsentative Liste umfasst 716 kulturelle Ausdrucksformen aus 152 Ländern (Stand: Dezember 2025).Browse the Lists of Intangible Cultural Heritage and the Register of good safeguarding practices. In: unesco.org. Abgerufen am 11. Dezember 2025.

(Die Jahreszahl gibt das jeweilige Aufnahmejahr an. Sind zwei Jahreszahlen genannt, bezeichnet die erste Zahl das Jahr der Aufnahme in die Meisterwerke-Liste, die zweite Zahl bezieht sich auf die Übernahme der kulturellen Ausdrucksform in die Repräsentative Liste der UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes.)

Nach Ländern geordnet:

A

mini|Afghanistan: Darstellung Kamelkampf im Behzād-Stil 2022 – Die Serikultur: Traditionelle Herstellung von Seide für die Weberei (gemeinsam mit Aserbaidschan, Iran, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan, Usbekistan) 2022 – Yaldā/Chella (gemeinsam mit dem Iran) 2024 – Das Neujahrs- und Frühlingsfest Nawrouz, Novruz, Nowrouz, Nowrouz, Nawrouz, Nauryz, Nooruz, Nowruz, Navruz, Nevruz, Nowruz, Navruz (gemeinsam mit Aserbaidschan, Indien, Iran, Irak, Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Türkei und Usbekistan) 2024 – Kunst des Herstellens und Spielens der Rubab (gemeinsam mit Iran, Tadschikistan und Usbekistan) 2025 – Miniaturen-Malerei im Behzād-Stil

mini|Ägypten: Flucht der Heiligen Familie (Giotto di Bondone) 2003/2008 – Das Epos Al-Sira al-Hilaliya (musikalische Beschreibung der Migration des Hilal-Stammes von der arabischen Halbinsel nach Nordafrika) 2016 – Das Stockspiel Tahtib 2021 – Arabische Kalligrafie (gemeinsam mit Algerien, Bahrain, Irak, Jordanien, Jemen, Kuwait, Libanon, Mauretanien, Marokko, Oman, Palästinensische Gebiete, Saudi-Arabien, Sudan, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate) 2022 – Feste im Zusammenhang mit der Reise (Flucht) der Heiligen Familie 2022 – Das Wissen, die Traditionen und Bräuche rund um die Dattelpalme (gemeinsam mit Bahrain, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästina, Saudi-Arabien, Sudan, Tunesien und Vereinigte Arabische Emirate) 2023 – Künste, Fertigkeiten und Praktiken im Zusammenhang mit der Gravur auf Metallen (Gold, Silber und Kupfer) (gemeinsam mit Algerien, Irak, Jemen, Mauretanien, Marokko, Palästina, Saudi-Arabien, Sudan und Tunesien) 2024 – Henna: Rituale, Ästhetik und soziale Praktiken (gemeinsam mit Algerien, Bahrain, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Marokko, Mauritanien, Oman, Palästina, Saudi-Arabien, Sudan, Tunesien und Vereinigte Arabische Emirate) 2025 – Kuschari, ein alltägliches Gericht und die damit verbundenen Bräuche

mini|Albanien: Viehtrieb 2005/2008 – Der iso-polyphone Gesang der Tosken und Laben 2023 – Transhumanz, der saisonale Viehtrieb (gemeinsam mit Andorra, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Rumänien und Spanien) 2024 – K'cimi-Tanz von Tropoja

mini|Algerien: Sebiba in Djanet 2005/2008 – Die polyphone Musik Ahellil der Region Gourara mit Poesie, Tanz und Liedern 2012 – Die Hochzeitsriten und Kostümherstellung in Tlemcen 2013 – Die Pilgerreise zum Mausoleum von Sidi Abd el-Qader Ben Mohammed (Sidi Cheikh) 2013 – Die Imzad-Musik der Tuareg-Gemeinschaften (gemeinsam mit Mali und Niger) 2014 – Die Sebiba-Rituale und -Zeremonien in der Djanet-Oase 2015 – Die Pilgerreise Sbuâ zum Mausoleum von Sidi El Hadj Belkacem 2020 – Die Kenntnisse, Wissen und Praktiken zu Herstellung und Verzehr von Couscous (gemeinsam mit Marokko, Mauretanien und Tunesien) 15 Traditionen zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt, UNESCO, 16. Dezember 2020. 2021 – Arabische Kalligrafie (gemeinsam mit Ägypten, Bahrain, Irak, Jordanien, Jemen, Kuwait, Libanon, Mauretanien, Marokko, Oman, Palästinensische Gebiete, Saudi-Arabien, Sudan, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate) 2022 – Die algerische Volksmusik Raï 2023 – Die Künste, Fertigkeiten und Praktiken im Zusammenhang mit der Gravur auf Metallen (Gold, Silber und Kupfer) (gemeinsam mit Ägypten, Irak, Jemen, Mauretanien, Marokko, Palästina, Saudi-Arabien, Sudan und Tunesien) 2024 – Die zeremonielle Tracht der Frauen in der östlichen Region Algeriens: Wissen und Fähigkeiten im Zusammenhang mit der Herstellung und Verzierung der „Gandoura“ und der „Melehfa“ 2024 – Henna: Rituale, Ästhetik und soziale Praktiken (gemeinsam mit Ägypten, Bahrain, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Marokko, Mauritanien, Oman, Palästina, Saudi-Arabien, Sudan, Tunesien und Vereinigte Arabische Emirate)

mini|Andorra: Feuerfest 2015 – Die Feuerfeste zur Sommersonnenwende in den Pyrenäen (gemeinsam mit Frankreich und Spanien) 2022 – Bärenfeste in den Pyrenäen (gemeinsam mit Frankreich) 2023 – Transhumanz, der saisonale Viehtrieb (gemeinsam mit Albanien, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Rumänien und Spanien) 2024 – Die Kunst des Trockenmauerwerks (gemeinsam mit Belgien, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Slowenien, Spanien, Schweiz und Zypern)

mini|Angola: Sona Zehn Vögel 2023 – Sona, Zeichnungen und geometrische Figuren auf Sand

mini|Argentinien: Filete porteño an einem Haus in Buenos Aires 2009 – Der Tango (gemeinsam mit Uruguay) 2015 – Die traditionelle Maltechnik Filete porteño in Buenos Aires 2020 – Der Chamamé-Tanz 2025 – Cuarteto: Musik, Tanz und Liedtexte in Córdoba

mini|Armenien: Duduk-Holzoboe 2005/2008 – Die Duduk-Musik (Holzoboe) 2010 – Die Kunst der Kreuz-Stele, Symbolik und Handwerkskunst der Chatschkar 2012 – Die Aufführung des Epos „Die Draufgänger von Sason“ bzw. „David von Sason“ 2014 – Die Zubereitung und Bedeutung des Lavash-Brotes 2017 – Der traditionelle Gruppentanz Kochari 2019 – Die Armenische Buchstabenkunst und ihre kulturellen Ausdrucksformen 2020 – Die Pilgerfahrt zum Kloster Sankt Thaddäus (gemeinsam mit dem Iran) 2023 – Die Tradition der Schmiedekunst in Gjumri

mini|Aserbaidschan: Der Tar-Spieler Dariush Tala'i mini|Aserbaidschan: Balaban mini|hochkant|Aserbaidschan: Haft-Sin-Tradition anlässlich des Neujahrfests Nouruz 2003/2008 – Die aserbaidschanische Mugham, Gesangs- und Instrumentalmusik mit hohem Improvisationsanteil 2009 – Die aserbaidschanische Ashiq-Kunst 2010 – Die traditionelle aserbaidschanische Teppich-Webkunst 2012 – Die Herstellung und Spielkunst der Tar, einer gezupften Langhalslaute 2014 – Die Kunst und Symbolik von Kelaghayi: Herstellen und Tragen von Seidenkopftüchern 2015 – Die Kupferschmiedekunst in Lahij 2016 – Das Backen und Teilen von Fladenbrot: Lavash, Katyrma, Jupka, Yufka (gemeinsam mit Iran, Kasachstan, Kirgisistan und der Türkei) 2017 – Die Kunst des Bauens und Spielens der Kamantsche, eines Saiteninstruments (gemeinsam mit Iran) 2017 – Die Herstellungs- und Teilen-Tradition von Dolma, gefüllten Weinblättern 2018 – Die Kultur, Volksmärchen und Musik um die epische Figur Dede Korkut (gemeinsam mit Kasachstan und Türkei) 2020 – Die Kunst der Miniatur (gemeinsam mit Iran, Türkei und Usbekistan) 2020 – Nar Bayrami, die Kultur des traditionellen Granatapfelfestes in der Region Göyçay 2022 – Erzähltradition der Nasreddin-Anekdoten (gemeinsam mit Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan, Usbekistan) 2022 – Kultur des Çay (gemeinsam mit Türkei) 2022 – Die Serikultur: Traditionelle Herstellung von Seide für die Weberei (gemeinsam mit Afghanistan, Iran, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan, Usbekistan) 2022 – Pehlevanliq-Kultur: Traditionelle Zorkhana-Spiele, Sport und Ringen 2023 – Die Kunst der Illumination: Təzhib/Tazhib/Zarhalkori/Tezhip/Naqqoshlik (gemeinsam mit Iran, Tadschikistan, Türkei und Usbekistan) 2023 – Handwerkskunst der Perlmuttintarsien (gemeinsam mit Türkei) 2023 – Handwerkskunst und Spielweise der Kurzoboen Balaban und Mey (gemeinsam mit Türkei) 2023 – Iftar/Eftari/Iftar/Iftor und seine soziokulturellen Traditionen (gemeinsam mit Iran, Usbekistan und Türkei) 2024 – Tandir-Handwerk und Brotbacken