Die Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hundskamillen (Anthemis) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

mini|links|Illustration aus Köhler’s Medizinalpflanzen miniatur|Querschnitt durch das Blütenkörbchen mit dem markhaltigen Körbchenboden und Zungen- sowie Röhrenblüten mini|links|Der Korbboden ist schmal-kegelig bis walzlich. miniatur|links|Gefiedertes Laubblatt miniatur|Habitus mini|Die Achänen sind im Querschnitt rundlich und deutlich längsrippig. mini|Die Spreublätter sind lanzettlich und allmählich zugespitzt. Beschreibung Die Acker-Hundskamille wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 50 Zentimeter erreicht. Sie besitzt verzweigte, ausgebreitete oder aufrechte Stängel. Die wechselständigen Laubblätter sind mehrfach gefiedert und verströmen beim Zerreiben keinen charakteristischen Duft.

Die Blütezeit reicht in Deutschland sowie Österreich von Juni bis September. Der körbchenförmige Blütenstand weist einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimeter auf. Der Körbchenboden ist im Gegensatz zur Echten Kamille (Matricaria recutita) innen markig gefüllt. Die Hüllblätter sind oben ganzrandig oder etwas gezähnt. Der Blütenkorb enthält weiße Zungen- und gelbe Röhrenblüten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Ökologie Die Acker-Hundskamille ist ein Ackerwildkraut, ein Archäophyt, ein Kulturbegleiter und ein Versauerungszeiger.

Es liegen Insektenbestäubung und Selbstbestäubung vor.

Die Acker-Hundskamille zeigt Verschiedenfrüchtigkeit, d. h. die Randblüten der Körbchen sind mit etwa 1 mg doppelt so schwer wie die zentralen Früchte. Die Früchte unterliegen als Klebhafter der Tierausbreitung, da ihre Höcker auf der Oberfläche einen Schleim absondern; außerdem erfolgt Menschenausbreitung mit Ackererde.

Vorkommen Als Standorte werden Äcker, Brachflächen und Wegränder, besonders auf kalkfreien, sauren Böden bevorzugt. Die Acker-Hundskamille ist überregional eine Art der Secalietea-Klasse; sie kommt oft in Gesellschaften des Verbands Aperion spicae-venti vor. Diese Pflanzenart ist in ganz Europa verbreitet. Sie kommt auch in Nordafrika und Vorderasien vor. Eingeschleppt wurde sie beobachtet in Nordamerika, Uruguay, Pakistan, Korea, Japan und Australien. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig erchselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).

Taxonomie und Systematik Die Acker-Hundskamille wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 894 als Anthemis arvensis erstbeschrieben.

Man kann folgende Unterarten unterscheiden: Anthemis arvensis subsp. arvensis Anthemis arvensis subsp. acrochordona : Sie kommt in Frankreich, in Italien und in Sardinien vor. Anthemis arvensis subsp. cyllenea : Sie kommt in Griechenland vor. Anthemis arvensis subsp. glabra : Sie kommt in Korsika vor. Anthemis arvensis subsp. incrassata : Sie kommt in Südeuropa vor. Anthemis arvensis subsp. sphacelata : Sie kommt in Italien und in Sizilien vor.

Trivialnamen Für diese Art werden oder wurden, zum Teil nur regional, auch folgende weitere Trivialnamen verwendet: Butterblumen, Crotuntille (althochdeutsch), Dickkopp (Altmark), Härnelchen, Heangskrokt (Siebenbürgen), wilder Hermel (Schlesien), Hermeln, Hernlein, Hosennabelo (althochdeutsch), Hundsblume (Eifel Dreis), Hundschamille (Eifel), Hundsdille (mittelniederdeutsch), Hunenblomen (Münsterland), Hundskamellen (Unterweser), Kröttenkraut, Kühaugen, Kühdille (Schlesien), Lauchkolb (mittelhochdeutsch), Ochsinnabe (mittelniederdeutsch), Ochsinsnabel (althochdeutsch), Ochsnals, Rindsauge und RotonabelGeorg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 31, online. sowie Ochsenauge.Claudia Erbar, Karin Zimmermann: Der Codex Palatinus germanicus 539 – eine Pflanzenliste aus dem 15. Jahrhundert. 2009 (Digitalisat), S. 51 (zu ossenauge und Ochssennabell).

Quellen Einzelnachweise

Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Anthemis ervensis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Literatur Gunter Steinbach (Hrsg.), Bruno P. Kremer u. a.: Wildblumen. Erkennen & bestimmen. Mosaik, München 2001, ISBN 3-576-11456-4.

Weblinks

Thomas Meyer: Hundskamille Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)

Kategorie:Hundskamillen