Die Dragons Rhöndorf sind die Basketballabteilung des Dragons Rhöndorf 1912 aus dem Bad Honnefer Stadtteil Rhöndorf. Die erste Herrenmannschaft des Vereins spielt in der dritthöchsten deutschen Spielklasse ProB.
Zwischen 1995 und 1999 spielte der Verein in der Basketball-Bundesliga (BBL) und wurde 1998 DBB-Vizepokalsieger. In den Jahren 1995 und 2001 wurden die Dragons Meister der 2. Basketball-Bundesliga und 2010 sowie 2024 Meister der ProB.
Die erste Damenmannschaft spielt als „Talents BonnRhöndorf“ (Kooperation mit Basketballgemeinschaft Bonn 92) in der 2. Damen-Basketball-Bundesliga (2. DBBL).
Geschichte Durchmarsch von der Oberliga in die 2. Bundesliga (1990 bis 1993) In der Oberliga-Saison 1990/91 wurden die Mannschaft unter ihrem damaligen Vereinsnamen Rhöndorfer TV Vizemeister, womit der Aufstieg in die 2. Regionalliga verbunden war.
In der ersten Saison in der 2. Regionalliga 1991/92 gelang auf Anhieb der Durchmarsch und der Aufstieg in die 1. Regionalliga.
Als Aufsteiger wurde Rhöndorf in der 1. Regionalliga 1992/93 Vizemeister und stieg in die 2. Basketball-Bundesliga auf, womit die Mannschaft im Profibasketball angekommen war.
Zweitliga-Meisterschaft, DBB-Vizepokalsieger und Europapokal-Achtelfinale (1993 bis 1999) mini|Jonas Wohlfarth-Bottermann im Rhöndorfer Trikot
Nachdem die Rhöndorfer die Zweitliga-Saison 1993/94 als Vizemeister abgeschlossen hatten, wurden sie in der Saison 1994/95 Meister der 2. Bundesliga und stiegen somit in die Basketball-Bundesliga (BBL) auf.
Nach einem 11. Platz in der Bundesligasaison 1995/96 beendeten die Rhöndorfer die Hauptrunde der Saison 1996/97 auf dem zweiten Tabellenplatz und erreichten dadurch das Play-off-Viertelfinale, das sie gegen die Telekom Baskets Bonn verloren.
In der Bundesligasaison 1997/98 standen die Dragons nach einer Umbenennung als TV Tatami Rhöndorf nach der Hauptrunde auf dem fünften Platz und schieden im Viertelfinale gegen TVG Trier aus.
Am 12. April 1997 wurden sie DBB-Vizepokalsieger nach einer 88:97-Niederlage im Pokalfinale gegen TVG Trier.
Erstmals in der Vereinsgeschichte nahmen die Bad Honnefer Basketballer in der Saison 1997/98 am FIBA EuroCup teil. Nach einem 4. Platz in der Gruppe E der Vorrunde und Siegen in den zwei Sechzehntelfinal-Spielen gegen den belgischen Verein Spirou B.C., schied der TV Tatami Rhöndorf im Achtelfinale gegen den russischen Verein Awtodor Saratow aus.
In der Bundesligasaison 1998/99 erreichten die Rhöndorfer nach einem dritten Platz in der Hauptrunde das Play-off-Halbfinale, das sie gegen die Telekom Baskets Bonn verloren. Nach der Saison zogen sich die Rhöndorfer freiwillig in die 2. Bundesliga zurück, um fortan die Talentförderung wieder in den Mittelpunkt zu rücken, und verkauften die Erstliga-Lizenz an die Skyliners Frankfurt.
Hintergrund war allerdings auch, dass der damalige Manager und ehemalige Spieler des TV Tatami Rhöndorf Gunnar Wöbke und der größte Geldgeber Franz-Ludwig Solzbacher Spielstätte und Medienumfeld in Bad Honnef für zu klein hielten, um eine europäische Spitzenmannschaft aufzubauen und die Großstadt Frankfurt dafür geeigneter erschien.Welt Online, 5. Oktober 1999, Die Flucht der Basketballer in die Großstadt Die Rhöndorfer Erstliga-Lizenz für den Spielbetrieb der Skyliners erhielt die Skyliners GmbH, die von Gunnar Wöbke zusammen mit dem Bad Honnefer Geschäftsmann Franz-Ludwig Solzbacher und dem Kronberger Unternehmer Thomas Kunz gegründet wurde.Welt Online, 9. Dezember 2001, Der Spitzenklub, der aus der Retorte kam Solzbacher blieb danach allerdings zusätzlich zu seinem Engagement in Frankfurt Mäzen des TV Rhöndorf, der mit einer gekauften Zweitligalizenz ab der Saison 1999/2000 wieder in der 2. Bundesliga antrat.
Zweite Zweitliga-Meisterschaft und DBB-Pokal-Halbfinale (1999 bis 2008) Nach einem zweiten Platz in der Hauptrunde der Zweitligasaison 1999/2000 verpasste die Mannschaft mit einem dritten Platz in der Aufstiegsrunde knapp den Aufstieg. Im DBB-Pokal erreichte der Zweitligist nach Siegen gegen die Erstligisten Brandt Hagen (82:54), SSV Ratiopharm Ulm (80:74) und TSV Bayer 04 Leverkusen (86:85) das Halbfinale.
In der Saison 2000/01 wurden die nun als SER Dragons Rhöndorf antretenden Bad Honnefer Basketballer zum zweiten Mal Meister der 2. Bundesliga. Der Verein verzichtete allerdings auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga und gab die Erstligalizenz an RheinEnergy Cologne weiter.
In den Folgejahren spielte der Verein als SOBA Dragons Rhöndorf weiterhin in der 2. Bundesliga und schloss dabei fast alle Spielzeiten mit einem Platz im oberen Drittel der Tabelle ab. Zur Saison 2007/08 qualifizierten sich die Dragons für die neu eingeführte eingleisige 2.Bundesliga ProA, in der sie den vierten Platz erreichten.
Neuanfang in der ProB und ProB-Meisterschaft (2008 bis 2017) mini|Florian Koch stand von 2011 bis 2013 im Rhöndorfer Aufgebot
Zur Saison 2008/09 zogen sich die Dragons freiwillig in die drittklassige ProB zurück, um sich dort wieder verstärkt der Ausbildung junger Talente im Rahmen ihrer Nachwuchsarbeit zu widmen. Nachdem sie dort die erste Saison auf dem vierten Platz beendet hatten, wurden sie in der Saison 2009/10 Meister der ProB und stiegen somit in die 2. Bundesliga ProA auf. Dazu wurde Eric Detlev als Trainer des Jahres der ProB ausgezeichnet. Während der Saison 2009/10 gaben die Dragons bekannt, dass der langjährige Sponsor und Mäzen Franz Ludwig Solzbacher mit Ende der Saison sein Engagement einstellen wird. Somit trat man in der Saison 2010/11 ohne den Namenszusatz SOBA an. Ebenfalls wurde eine neue GmbH gegründet. Die Dragons Rhöndorf Marketing GmbH übernahm mit Ende der Saison 2009/10 die Lizenz und wurde neuer Träger des Spielbetriebs. Der Geschäftsführer der neuen GmbH wurde Manager Michael Wichterich.
In der Zweitligasaison 2010/11 war bereits einen Spieltag vor Saisonende klar, dass die Dragons den sportlichen Klassenerhalt verpassen würden. Nach einer 75:79-Niederlage gegen die Würzburg Baskets nach doppelter Verlängerung stand der sportliche Abstieg fest. Obwohl der Abstieg durch die Lizenzentzüge gegen den USC Freiburg und die GiroLive-Ballers Osnabrück eigentlich hinfällig geworden war, verzichteten die Dragons wegen finanzieller Aspekte erneut freiwillig auf eine weitere Teilnahme an der ProA und spielten ab der Saison 2011/12 wieder in der drittklassigen ProB. Dort konnte sich die stark verjüngte Mannschaft im Laufe der Saison 2011/12 etablieren und erreichte zum Ende der Hauptrunden den fünften Platz. In den Play-offs unterlagen die Rhöndorfer der SG Braunschweig in zwei Spielen und schieden damit im Achtelfinale aus. Kurz danach folgte die Trennung von Trainer Eric Detlev nach über zehn Jahren Tätigkeit in Rhöndorf.
Mit Boris Kaminski wurde im April 2012 ein neuer Cheftrainer und sportlicher Leiter vorgestellt. Die erste Saison unter Kaminski beendeten die Rhöndorfer mit 19 Siegen und drei Niederlagen auf dem ersten Tabellenplatz der Süd-Staffel. In der ersten Runde der Play-offs trafen die Dragons anschließend auf die BSW Sixers aus Sandersdorf und schieden auch aufgrund von Verletzungssorgen in der ersten Runde aus. Zur Saison 2013/14 kehrte mit Fabian Thülig ein ehemaliger Publikumsliebling zurück an den Drachenfels, nachdem er zuvor seinen Vertrag bei den Telekom Baskets Bonn aufgelöst hatte. Die Mannschaft erreichte auch 2014 die Play-offs mit zwölf Siegen und zehn Niederlagen in der Hauptrunde. Gegner im Achtelfinale war der ehemalige Bundesligist Schwelmer Baskets. Gegen Schwelm schieden die Rhöndorfer mit 1:2 erneut in der ersten Runde aus. Bereits kurz nach dem Ausscheiden aus den Play-offs gaben die Dragons die Vertragsverlängerung mit Kaminski bekannt. Er erhielt einen neuen Vertrag bis Sommer 2016.
Zur Saison 2014/15 kehrte mit Savo Milovic ein ehemaliger Rhöndorfer Jugendspieler zurück. Ebenso wurden die Talente Kostja Mushidi, Alexander Angerer und Alexander Möller in den ProB-Kader der Rhöndorfer berufen. Die Mannschaft setzte sich im Spitzenfeld der ProB-Süd und beendete die Hauptrunde auf dem dritten Tabellenrang. In den Play-offs traf die Mannschaft von Boris Kaminski im Achtelfinale auf die Uni-Riesen Leipzig, gegen welche die Dragons mit 1:2 ausschieden und somit zum vierten Mal in Folge die erste Runde der Play-offs nicht überstanden.
Mit Ablauf der Saison 2014/15 wurde bekannt, dass die beiden sportlich qualifizierten Vereine SC Rist Wedel und des Oldenburger TB von ihrem Aufstiegsrecht keinen Gebrauch machen würden. Nachdem auch die Uni-Riesen Leipzig auf den Aufstieg verzichteten, ging die Lizenz an die Dragons Rhöndorf, die am 12. Mai 2015 bekannt gaben, in der Saison 2015/16 wieder in der ProA anzutreten. Nach lediglich zwei Siegen und 16 Niederlagen trat im Januar 2016 Trainer Boris Kaminski von seinen Aufgaben zurück. Nachfolger wurde sein bisheriger Co-Trainer Christian Mehrens. Doch auch unter Mehrens gelang der sportliche Umschwung nicht mehr und die Mannschaft stieg als Tabellenletzter wieder in die ProB ab. Kurz nach Saisonende gaben die Dragons die Trennung von Trainer Mehrens bekannt, der keinen neuen Vertrag erhielt. Sein Vorgänger Boris Kaminski kehrte als Geschäftsführer zu den Dragons Rhöndorf zurück.
Neuer Cheftrainer zur Saison 2016/17 wurde Matthias Sonnenschein, der zuvor als Co-Trainer in Rhöndorf tätig gewesen war und hauptverantwortlich die JBBL-Mannschaft der SG Bonn/Rhöndorf betreute. Die Spielzeit wurde zu einer wahren Achterbahnfahrt und gipfelte am letzten Spieltag der Hauptrunde in einem engen Finale um die letzten Playoff-Plätze. Letztlich rutschten die Dragons aufgrund der eigenen Niederlage gegen die Weißenhorn Youngstars und der parallelen Siege der Licher BasketBären, der TG s.Oliver Würzburg und der Skyliners Frankfurt II noch vom siebten auf den zehnten Rang und mussten erstmals in der Vereinsgeschichte in die ProB-Abstiegsrunde. Mit dem US-Amerikaner Aaron Nelson verließ der statistisch gesehen beste Spieler die Mannschaft vor dem Beginn der Abstiegsrunde, Ende März nahm die Mannschaftsleitung einen Trainerwechsel vor, um im Kampf um den Klassenerhalt einen weiteren Reiz zu setzen: Der Niederländer Thomas Roijakkers, der einen Monat zuvor beim ebenfalls abstiegsbedrohten RSV Eintracht (ProB-Nordstaffel) entlassen worden war, ersetzte Sonnenschein als Cheftrainer. Letztlich schafften die Rhöndorfer unter Roijakkers Leitung den Klassenerhalt dank eines 59:84-Auswärtssieges am letzten Spieltag der Playdowns bei den Licher BasketBären und lagen in der Abschlusstabelle der Abstiegsrunde zwei Punkte vor den Uni-Riesen Leipzig, die aufgrund eines Verstoßes gegen die Ligastatuten während der Playdowns einen Abzug von zwei Zählern hatten hinnehmen müssen.
Kooperation mit den Telekom Baskets Bonn und Abstieg aus dem Profi-Basketball (2017–2020) mini|links|Kameron Taylor war 2017/18 die prägende Figur im Rhöndorfer Spiel und spielte im Anschluss unter anderem für Maccabi Tel Aviv und Unicaja Malaga
Im Laufe des Sommers 2017 verkündete Geschäftsführer Boris Kaminski seinen Abschied von den Dragons Rhöndorf und wechselte nach insgesamt fünf Jahren in verschiedenen Ämter innerhalb des Clubs in die freie Wirtschaft. Sein Nachfolger wurde Alexander Dohms, der bereits zwischen 2011 und 2012 als Geschäftsführer des Gesamtvereins bei den Dragons tätig war. Zeitgleich mit Dohms wurde Thomas Adelt als neuer Rhöndorfer Trainer vorgestellt. Adelt war zuvor Trainer der Zweitvertretung der Telekom Baskets Bonn in der 1. Regionalliga West.
Im Zuge der Vorstellung des neuen Personals wurde verkündet, dass die Kooperation zwischen den Telekom Baskets Bonn und den Dragons Rhöndorf weiter intensiviert werden sollte, und die Bonner zukünftig für die sportlichen Belange der Dragons Rhöndorf verantwortlich zeichnen würden. Damit sollte zugleich eine einheitliche konzeptionelle Planung einhergehen, die auch die in den Jugendleistungsspielklassen JBBL und NBBL antretenden Mannschaften des Team Bonn/Rhöndorf einschloss.