Die Worcester Sharks (IPA: ) waren ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der American Hockey League aus Worcester im Bundesstaat Massachusetts. Es wurde bereits 1996 als Kentucky Thoroughblades gegründet und nahm zum Beginn der Saison 2006/07 unter dem jetzigen Namen den Spielbetrieb auf, nachdem am 9. Januar 2006 die Umsiedlung des damaligen Franchises der Cleveland Barons angekündigt worden war. Die Teamfarben der Sharks waren Dunkeltürkis, Schwarz, Grau, Gold und Weiß. Nach der Saison 2014/15 wurde es nach San Jose umgesiedelt und ging in den San Jose Barracuda auf.
Das Team trug seine Heimspiele im DCU Center aus und fungierte als Farmteam des National-Hockey-League-Franchises San Jose Sharks. Zudem arbeiteten sie mit mehreren Teams aus der ECHL zusammen. Nachdem das Franchise zur Saison 1996/97 als Kentucky Thoroughblades in der AHL gestartet war, spielte es bis 2001 unter diesem Namen. Vor der Saison 2001/02 erfolgte der erstmalige Umzug und die Umbenennung in Cleveland Barons. Fünf Jahre blieb das Team dort stationiert, ehe es nach Worcester umgesiedelt wurde.
Geschichte Franchise auf Wanderschaft Die Geschichte des Franchises besteht seit dem Jahr 1996. Das Franchise begann in diesem Jahr unter dem Namen Kentucky Thoroughblades am Spielbetrieb der American Hockey League teilzunehmen. Es war zu dieser Zeit in Lexington im Bundesstaat Kentucky beheimatet. Im Sommer 2001 erfolgte nach fünf Jahren der Umzug nach Cleveland im Bundesstaat Ohio, und aus den Thoroughblades wurden die Barons. Mit dem im amerikanischen Eishockeysport bekannten Namen Cleveland Barons und dem damit verbundenen Umzug erhoffte man sich einen Aufschwung, der aber ausblieb.
Am 9. Januar 2006 kündigten die San Jose Sharks an, dass sie ihr bisheriges AHL-Farmteam, die Cleveland Barons, nach Worcester verlegen würden.sharks.nhl.com, City of Worcester and SMG Bring Worcester Sharks Hockey To the DCU Center Zur Saison 2006/07 erfolgte daher der Umzug des Teams und die Umbenennung in Sharks, um die Zugehörigkeit zum NHL-Team in San Jose deutlich zu machen. Von 1994 bis 2005 gab es mit den Worcester IceCats schon einmal ein AHL-Team in Worcester, die als Farmteam der St. Louis Blues dienten. Seit dem Verlassen der Stadt ist dieses Franchise unter dem Namen Peoria Rivermen bekannt.
Die ersten Jahre Der Beginn der ersten Saison verlief zunächst schleppend für das umgesiedelte Team, obwohl es die Auftaktpartie im Shootout mit 4:3 gegen die Portland Pirates gewinnen konnte.sharksahl.com, Zwar kristallisierte sich mit Joe Pavelski schnell ein Spieler aus dem Team heraus, der im November den Sprung in die National Hockey League schafftesharksahl.com, sharksahl.com, doch der Rest des Teams konnte an die Leistungen des Rookies nicht anknüpfen. Lediglich Mathieu Darche, dem am 6. Oktober 2006 im Spiel gegen die Portland Pirates das erste Tor in der Geschichte der Worcester Sharks gelungen war,theahl.com, Game Summary, October 6, 2006 zeigte ähnlich starke Leistungen und sollte am Ende der Saison das Team in den wichtigsten Offensivstatistiken anführen. Erst nach der durch das AHL All-Star Classic bedingten Saisonunterbrechung fand das Team zueinander und startete eine fulminante Aufholjagd im Rennen um die vier Playoffplätze in der Atlantic Division. Vor allem der deutsche Torhüter Thomas Greiss entwickelte sich mehr und mehr zum Rückhalt des Teams, jedoch konnte er in der ersten Playoff-Runde das Ausscheiden gegen die Manchester Monarchs in sechs Spielen nicht verhindern. mini|links|150px|Das Alternativ-Logo der Worcester Sharks
Vor dem Start ins zweite Jahr verließen einige der erfahrenen Spieler das Team. Mathieu Darche, der teaminterne Topscorer der Vorsaison, unterschrieb einen Vertrag bei den Tampa Bay Lightning und die Torhüter Thomas Greiss und Dimitri Pätzold wurden durch den Transfer von Vesa Toskala abwechselnd in den NHL-Kader der San Jose Sharks beordert. Mit Stürmer Mike Morris und Torhüter Taylor Dakers konnten jedoch zwei Draft-Picks San Joses unter Vertrag genommen werden, die jedoch keinen adäquaten Ersatz darstellten. Die Sharks verpassten daher den erneuten Einzug in die Playoffs mit einer Siegquote von unter 50 Prozent deutlich. Aufgrund des Misserfolges änderte die Teamführung ihre Philosophie erneut und verpflichtete in der Sommerpause mit Ryan Vesce, Brendan Buckley und Cory Larose erfahrene Spieler, die im Verlauf ihrer Karriere bereits in Europa tätig gewesen waren. Zudem fand mit Kyle McLaren ein langjähriger NHL-Spieler gezwungenermaßen den Weg zum Team, da die San Jose Sharks ihn wegen der Überschreitung der Gehaltsobergrenze nicht im Kader behalten konnten.thehockeynews.com, Des Weiteren wurden in Abstimmung mit dem neuen Trainerstab in San Jose im Saisonverlauf immer wieder junge Spieler in den NHL-Kader berufen, um dort Erfahrungen zu sammeln und auf höherem Niveau zu trainieren. Für eine weitere Überraschung sorgte das Management im November 2008, als es zunächst probeweise den 43-jährigen NHL-Veteranen Claude Lemieux unter Vertrag nahm, der einen Monat später einen vollwertigen Vertrag erhielt.sportsillustrated.cnn.com, sharks.nhl.com, Sharks Sign Forward Claude Lemieux Die Züge des Managements zahlten sich zu Saisonbeginn zunächst aus, als das Team solide in die neue Spielzeit startete. Da die Mannschaft aufgrund vieler Verletzungen in San Jose immer wieder Spieler abstellen musste, geriet die Playoff-Teilnahme in der Saisonmitte in Gefahr, was aber durch ein starkes letztes Saisonviertel und einen wieder besser besetzten Kader abgewendet werden konnte. In der ersten Runde konservierte das Team die Leistungen der Schlussphase der regulären Saison und konnte als an vierter Position sitzender Klub der Atlantic Division das an erster Position stehende Hartford Wolf Pack in sechs Spielen schlagen. Im anschließenden Divisions-Finale gegen die Providence Bruins schieden die Sharks in sechs Spielen aus, nachdem sie – wie schon in der Serie gegen Hartford – einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand nach Spielen egalisiert hatten.bleacherreport.com, Unforgettable Worcester Shark Attack Moments of 2008-09sharksahl.com, mini|200px|Logan Couture stieß im April 2009 zum Team
Trotz des Erfolges gab es im Sommer 2009 wieder weitreichende Veränderungen. So verließen einige erfahrene Akteure das Team, die durch junge Perspektivspieler wie die Erstrunden-Draftpicks Logan Couture und Nick Petrecki ersetzt wurden. Die Stützen der Mannschaft, die sich in der Vorsaison herauskristallisiert hatten, blieben aber weiterhin im Kader. Zudem versuchte das Management der San Jose Sharks die AHL-Spieler mit deutlich mehr Berufungen in den NHL-Kader zu entwickeln und fördern. Der Strategiewechsel zahlte sich in der ersten Hälfte der Spielzeit 2009/10 aus und die Sharks spielten im vierten Jahr ihres Bestehens ihre mit Abstand beste erste Saisonhälfte trotz einer sieben Spiele andauernden Niederlagenserie im November.sharksahl.com, Auch in der zweiten Saisonhälfte spielte das junge Team mit zehn und mehr Rookies im Kader konstant. Zum Abschluss der regulären Saison sicherte sich die Mannschaft erstmals den Divisionstitel und wurde mit der Emile Francis Trophy ausgezeichnet.ahlhalloffame.com, Die erreichten 49 Siege und 104 Punkte waren das beste Saisonergebnis, das ein AHL-Farmteam der San Jose Sharks jemals erreichte. Den bisherigen Rekord hatten die Kentucky Thoroughblades in der Spielzeit 1998/99 aufgestellt. In den Playoffs trafen die Sharks in der ersten Runde auf die Lowell Devils und schafften nach einem souveränen Seriengewinn den Einzug ins Divisions-Finale. Gegen die Manchester Monarchs scheiterte Worcester in sechs Spielen.
Wie bereits im Jahr zuvor veränderte sich das Gesicht der Mannschaft im Sommer 2010 erheblich. Danny Groulx, der in der Vorsaison zum besten Verteidiger der Liga ernannt worden war, verließ das Team in Richtung Russland. Ebenso verlängerte Kapitän Ryan Vesce seinen Vertrag nicht und Logan Couture fand sich nach einer beeindruckenden Rookiespielzeit dauerhaft im NHL-Kader in San Jose wieder. Mit den Verpflichtungen der erfahrenen Verteidiger Sean Sullivan und Jay Leach, der aus San Jose zum Team stieß, versuchte das Management die entstandenen Lücken zu füllen. Zudem fand mit dem einstigen Maurice-Richard-Trophy-Gewinner Jonathan Cheechoo ein Spieler den Weg zurück ins Sharks-Franchise. Dieser sollte sich schnell zum Führungsspieler des ansonsten jungen Teams entwickeln. Dennoch startete die Mannschaft nicht so erfolgreich in die Spielzeit wie noch im Vorjahr.
Umzug nach San Jose Im Januar 2015 gab die American Hockey League eine umfangreiche Umstrukturierung zur Saison 2015/16 bekannt, in deren Rahmen eine neue Pacific Division gegründet wurde und fünf Teams nach Kalifornien übersiedelten. Dies betraf auch die Worcester Sharks, die, wie wenige Monate später bekannt wurde, mit Beginn der Saison 2015/16 unter dem Namen San Jose Barracuda auflaufen. Das neue AHL-Farmteam der San Jose Sharks ist somit in derselben Stadt wie das NHL-Franchise angesiedelt und teil sich auch das SAP Center mit ihnen.
Spielstätten Saison Heim-spiele Zuschauer-zahl Zuschauer-schnitt Auslastung max.Kapazität 2006/07 40 184.083 4.602 63,7 % 7.230 2007/08 40 173.745 4.344 60,1 % 7.230 2008/09 40 156.089 3.902 54,0 % 7.230 2009/10 40 146.877 3.672 50,8 % 7.230 2010/11 40 162.728 4.068 56,3 % 7.230 2011/12 38 167.292 4.402 60,9 % 7.230 2012/13 38 166.212 4.374 60,5 % 7.230 2013/14 38 150.404 3.958 54,7 % 7.230 2014/15 38 146.186 3.847 53,2 % 7.230 Gesamt 352 1.453.616 4.136 57,2 % — Die Worcester Sharks spielten seit ihrer Ansiedlung in Worcester im dort ansässigen DCU Center, einer 14.800 Zuschauer fassenden Multifunktionsarena. Die Bauphase der Arena begann im Jahr 1981 und endete mit der Eröffnung im September 1982.dcucenter.com,
Das zwischen 1982 und 1997 als Worcester Centrum sowie von 1997 bis 2004 als Worcester’s Centrum Centre bekannte Gebäude war bereits zwischen 1994 und 2005 Heimspielstätte der Worcester IceCats aus der AHL. Im Jahr 1987 wurde die Arena um 2.500 Plätze von 12.300 auf 14.800 Plätze erweitert, 1997 erfolgte schließlich eine Komplett-Modernisierung. Durch ein installiertes Vorhang-System ist eine Minimierung der Zuschauerzahl auf 7.230 möglich und wurde von den Worcester Sharks auch genutzt.
Seinen derzeitigen Namen trägt das Center seit Oktober 2004 und ist auf den Sponsor Digital Federal Credit Union zurückzuführen, der die Namensrechte erwarb.
Zuschauerzahlen Wie ein Großteil der verhältnismäßig jungen AHL-Franchises leiden auch die Worcester Sharks unter dem mangelnden Zuschauerzuspruch. Hinzu herrscht in der Region rund um die Metropole Boston ein generell großes Angebot an Unterhaltungsmöglichkeiten im Bereich Sport. Dazu zählt mit den Boston Bruins aus der National Hockey League ein höherklassig angesiedeltes Eishockeyfranchise sowie die Boston Celtics aus der National Basketball Association, die Boston Red Sox aus der Major League Baseball und die New England Patriots aus der National Football League. Zudem ist im Bundesstaat Massachusetts mit den Springfield Falcons noch ein weiteres AHL-Teams angesiedelt. Dieses kämpft aber mit ähnlichen Problemen wie die Sharks.