Der Verband Freie Ukraine (vollständig: Verband deutscher Förderer der ukrainischen Freiheitsbestrebungen) war ein 1915 gegründeter deutscher Verein zur Förderung der Lostrennung der Ukraine von Russland.

Geschichte Die Gründungsversammlung fand am 11. Dezember 1915 im Verhandlungssaal des Preußischen Abgeordnetenhauses statt. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Emil Kirdorf, Alfred Hugenberg, Konstantin Freiherr von Gebsattel und Falk Schupp, der von 1915 bis 1918 Generalsekretär des Verbandes war.Kurzbiografie Falk (Heinrich) Schupp auf kalliope-Staatsbibliothek Berlin; abgerufen am 1. August 2016

1916 zählte der Verein 125 Mitglieder. Unter anderem der Staatsminister Dr. von Richter, General Siemens, Staatsminister Dr. von Hentig, Wirkl. Geheimrat Graf Moltke und der Geheime Bergrat Prof. Dr. Fritz Frech.

Der Verband gab eine Zeitschrift Osteuropäische Zukunft heraus. Diese und andere Publikationen druckte insbesondere der J.F. Lehmanns Verlag. Im Januar 1916 verlegte er seine Geschäftsstelle von München nach Berlin, in die Räume des Preußischen Kriegsministeriums.

Mit der Oktoberrevolution und der späteren Gründung der Sowjetunion waren die Ziele des Verbands vorläufig auf Eis gelegt und er stellte im Dezember 1917 seine Tätigkeit ein.

Ziele Hauptanliegen war die Propagierung der wirtschaftlichen Bedeutung der Ukraine in Politik-, Wirtschaft- und Pressekreisen, die wiederum als „Multiplikatoren“ wirken sollten. Dazu fanden Vortrags- und Diskussionsabende statt. Die ideologische Basis stammte von Paul Rohrbach, der mit einer „Dekompositionstheorie“ die russische Macht durch Entwicklung des Nationalismus der russischen Fremdvölker brechen wollte.

Rohrbach schrieb 1916 in seinem weitverbreiteten „Weltpolitischen Wanderbuch“:

In einer Selbstdarstellung von 1916 der Verbandszeitung Osteuropäische Zukunft heißt es:

In einem Einladungstext schrieb der Verband 1916, es gehe darum in der Ukraine und dort lebe .Zit. n. Remer, S. 298.

In einer Grußadresse für ukrainische Kriegsgefangene vom März 1916 hieß es das der Verband die Bedeutung der ukrainischen Frage nicht nur in der des gemeinsamen Feindes Rußlands erblickt, sondern auch in der Sicherung Europas gegen eine .Zit. n. Remer, S. 298.

Eine 1917 als Sonderdruck der Osteuropäischen Zukunft erschienene Denkschrift, stellte fest: , die .Zit. n. Remer, S. 299.

Literatur Claus Remer: Die Ukraine im Blickfeld deutscher Interessen. Frankfurt am Main 1997, S. 296–301.

Weblinks Oleksyj Kuraev: „Der Verband ‚Freie Ukraine‘ im Kontext der deutschen Ukraine-Politik des Ersten Weltkriegs“, in: Mitteilungen des Osteuropa-Instituts München, Nr. 35. August 2000.

Einzelnachweise

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