Malpertuis ist eine belgische Romanverfilmung von Harry Kümel aus dem Jahr 1971. Die Romanvorlage stammt von Jean Ray. Der Titel bezieht sich auf Malepartus, den Fuchsbau in der Fabel Reineke Fuchs.
Handlung Der junge Matrose Jan kehrt an Land zurück. Auf der Suche nach dem Zuhause seiner Kindheit wird er nach einer Kneipenschlägerei entführt. Er erwacht in einem isoliert inmitten eines undurchdringlich verwilderten Parks stehenden alten Herrenhauses namens „Malpertuis“, seinem Elternhaus. Sein bettlägeriger Onkel Cassavius liegt im Sterben und ruft die ganze Familie und Angehörigen zusammen, um ihnen seine letzten Wünsche mitzuteilen. Darunter befindet sich seine Schwester Nancy sowie ein ihm fremder Taxidermist und ein ansässiger Verrückter namens Lampernisse. Er will das Anwesen auf seine Erben aufteilen, jedoch unter der Bedingung, dass sie sich verpflichten, das Anwesen nicht zu verlassen. Jan weist er an, seine Geschäfte nach seinem Tod für ihn fortzuführen.
Nach dem Tod des Onkels entpuppt sich das Herrenhaus als ein Labyrinth aus Fluren, Treppenhäusern und Geheimräumen seiner Familie. Darin gefangen, verstrickt Jan sich immer mehr in mysteriösen Geschehnissen, die auch in den griechischen Mythen ihren Ursprung haben. Mathias Crook wird ermordet und an die Wand genagelt, es erscheinen böse Kobolde und Stück für Stück gerät die Situation im Haus außer Kontrolle. Jeder, der zu fliehen versucht, wird auf schreckliche Weise ermordet.
Die Verschwörung bleibt bis zum Schluss undurchsichtig, als Jan bei dem Versuch, das Geheimnis zu entschlüsseln, in einen traumhaften Wahnzustand abdriftet. Malpertuis dient als geheimes Asyl der letzten griechischen Götter, die von einer Art schwarzer Magie dazu verdammt sind, unter menschlichen Bedingungen zu leben und die Ängste der Sterblichen zu teilen, während sie sich nur vage an ihr früheres Selbst als Götter erinnern können.
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films beschreibt den Film als „Eine stilistisch sehr geschlossene phantastische Reise in die Welt der Träume.“
Auszeichnungen Nominierung für die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1972 CEC Medal beim Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya 1973
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1971 Kategorie:Belgischer Film Kategorie:Französischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Horrorfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Literaturverfilmung