Der Grünbach ist ein gut 20 km langer Bach im Main-Tauber-Kreis, welcher beim Lauda-Königshofener Ortsteil Gerlachsheim von Nordosten kommend rechts in die untere Tauber mündet. Lässt man, wie es außer alleine dem Namen alle hydrologischen Größen nahelegen, den Hauptstrang dem größeren linken Zufluss Wittigbach aufwärts bis zur mündungsfernsten beständigen Quelle folgen, so ist er sogar fast 31 km lang.
Geographie Verlauf Die Grünbachquelle liegt auf etwa im Gewann Geldloch im östlich von Großrinderfeld-Gerchsheim beginnenden Wald vor Kleinrinderfeld, welches schon jenseits der Landesgrenze in Bayern liegt. Auf seinem zunächst südsüdwestwärts gerichteten Lauf, dem ungefähr parallel allenfalls 2 km westlich die A 81 folgt, fließt er an den Großrinderfelder Ortsteilen Schönfeld und Ilmspan vorbei, wonach er auf das Gebiet der Stadt Grünsfeld übertritt. Dort durchfließt er Paimar, Grünsfeldhausen und Grünsfeld selbst. Am alten Stadtkern vereint er sich nach knapp 15 km mit dem hier schon 25 km langen linken und von Osten nahenden Wittigbach, dessen beständiger Quellbach Kesselbodengraben dem Höfelbrunnen weniger als einen Kilometer nördlich des Grünbach-Ursprungs entspringt.
Nach weiteren knapp 6 km in einer S-Schlinge nach Südwesten, die er in westlichem Lauf durch den Lauda-Königshofener Ortsteil Gerlachsheim beendet, mündet der Grünbach dort neben der Eisenbahnbrücke der Frankenbahn von rechts auf etwa in die untere Tauber.
Einzugsgebiet
Der Grünbach hat das größte Einzugsgebiet unter den Nebenflüssen der Tauber; es umfasst ca. 250 km², wovon wiederum 181,3 km² Einzugsgebiet des Wittigbachs und nur 46,2 km² Einzugsgebiet seines eigenen Oberlaufs an dessen Zumündung sind. Vom Einzugsgebiet liegen rund 110 km² in Bayern und 140 km² in Baden-Württemberg. Im Süden und Westen konkurrieren einige kleinere Zuflüssen der Tauber mit dem Grünbach, nach Norden und Osten zu verläuft die Wasserscheide zum Main oberhalb der Taubermündung.
Zuflüsse Hierarchische Liste der größeren Zuflüsse von der Quelle zur Mündung. Gewässerlängen in der Regel nach LUBW-GeNe (Datensatzeinträge), Einzugsgebiete entsprechend nach LUBW-BEZG, Höhenangaben nach dem Höhenlinienbild auf LUBW-TK. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Quelle des Grünbachs auf etwa gut einen Kilometer nordöstlich des Großrinderfelder Ortsteils Gerchsheim im Gewann Geldloch des beginnenden Irtenberger Waldes, eben jenseits der A 81 und unweit der Landesgrenze zu Bayern.
Gerchsheimer Graben, von rechts auf unter in Grünsfeld-Paimar, 10,8 km und 19,6 km². Entfließt als Wolfsgraben etwa 1 km nordöstlich des Gerchsheimer Ortsrandes einem See auf etwa am Saum des Spitalwaldes, entsteht also nur etwa einen Kilometer von der Grünbachquelle entfernt. Heißt unterhalb von Gerchsheim Grundgraben und erst nach der Unterquerung der A 81 Gerchsheimer Graben, wo seine Talmulde Gerchsheimer Grund genannt wird. Der Grünbach selbst ist an der Mündung des fast parallelen und nahen Zulaufs erst 10,0 km lang und hat ein Einzugsgebiet von nur 17,7 km². Krensheimer Graben, von links auf unter in Grünfeld, 2,8 km und 3,4 km². Entsteht auf etwa etwa 0,5 km südlich der Deponie im ehemaligen Krensheimer Steinbruch am Hasenstock. Wittigbach, von links in Grünfeld auf rund , 11,1 km, mit allen Oberläufen ab dem Grundgraben 25,0 km und 181,3 km². Entsteht auf wenig über an der Wittighausener Grenzenmühle aus dem Zusammenfluss von Schafbach und Seebach/Gützinger Bach. Schafbach, rechter Oberlauf des Wittigbachs, 3,4 km, mit allen Oberläufen ab dem Grundgraben 13,9 km. Entsteht auf knapp am Südrand des unterfränkischen Kirchheim aus dem Zusammenfluss von Rimbach und Moosbach. Rimbach oder auch Renkbach, rechter Oberlauf des Schafbachs, als Namensabschnitt 2,9 km, mit allen Oberläufen ab dem Grundgraben 10,5 km und 29,1 km². Entsteht aus dem Rasiggraben auf etwa durch Namenswechsel an einem Zulauf beim Egenburgerhof von Kirchheim. Rasiggraben, 2,4 km, mit Oberlauf Grundgraben 7,6 km. Entsteht auf wenig über durch Namenswechsel am kurzzeitigen ersten Eintritt des Bachs nach Baden-Württemberg und auf die Großrinderfelder Gemarkung aus dem Grundgraben. Grundgraben, oberster Namensabschnitt des Wittigbachs, 5,2 km. Entspringt auf etwa als Kesselbodengraben dem Höfelsbrunnen im südlichen Irtenberger Wald im Dreieck aus der Staatsstraße 578 im Nordwesten, der A im Südosten und der Landesgrenze zu Baden-Württemberg im Südwesten. Die Ursprünge von Grünbach und Gerchsheimer Grundgraben im oder am selben großen Wald sind beide weniger als einen Kilometer entfernt. Moosbach, linker Oberlauf des Schafbachs, 7,8 km und 21,6 km². Entsteht auf etwa knapp einen Kilometer südöstlich von Geroldshausen an der Kreisstraße WÜ 33. Sulzdorfer Graben, im Unterlauf auch Dammbach, im Oberlauf auch Katzenbach, von links auf unter am Haltepunkt Gaubüttelbrunn der Frankenbahn, 7,1 km und 23,4 km². Läuft am Nordrand des Marktes Giebelstädter Pfarrdorfs Ingolstadt aus einem kleinen Teich auf etwa . Seebach, am Unterlauf auch Gützinger Bach, linker Oberlauf des Wittigbachs, 8,5 km und 21,9 km². Entsteht auf etwa weniger als 0,5 km nordwestlich des Gaukönigshofener Pfarrdorf Wolkshausen. Grenzbach, am Unterlauf Effelter Graben, von rechts auf rund am Ortsanfang von Unterwittighausen, 3,4 km und 4,5 km². Entsteht auf über an der Waldinsel Strut etwa einen Kilometer nordwestlich des Wittighausener Dorfs Poppenhausen. Insinger Bach, von links auf unter an der Wittighausener Langenmühle, 8,1 km und 22,9 km². Entläuft auf unter einem Teich zwischen der B 19 und dem Markt Bütthardter Pfarrdorf Gaurettersheim. Mühlbach, von links auf unter an der Markt Bütthardter Hetzenmühle, 3,5 km und 6,5 km². Entsteht auf etwa südlich von Bütthard am Rand des Waldes Rammerschlag kurz vor der baden-württembergischen Landesgrenze. Tiefentalgraben, von rechts auf etwa an der unteren Wittighausener Kläranlage, 3,2 km. Entsteht etwas unter in den Deichselweisen westlich des Wittighausener Dorfs Poppenhausen. Wurmgraben, von links auf etwa , 5,0 km und 14,9 km². Entfließt auf etwa dem etwa 1,7 ha großen Marstadter See südöstlich des Lauda-Königshofener Weilers Marstadt und durchläuft dann erst den Marstadter, dann den Zimmerer Grund. Messelhausener Graben, von links auf etwa an der Bahnstation des Grünsfelder Dorfes Zimmern, 2,4 km und 5,3 km². Entsteht auf rund westlich von Messelhausen an der K 2801 Uhlberger Graben, von rechts durch Zimmern auf rund , 6,9 km und 10,4 km². Entsteht auf rund südwestlich des Wittighausener Weilers Lilach neben der K 2882 an der Westspitze der Waldinsel Vogelherd. Rödersteingraben oder Rötensteingraben, von rechts auf rund an der Grünsfelder Riedmühle, 9,7 km und 15,0 km². Entsteht etwa anderthalb Kilometer nordöstlich von Großrinderfeld neben der L 508 nach Gerchsheim gegenüber einem Feldkreuz. […]
Mündung des Grünbachs auf etwa neben der Tauberbrücke der Frankenbahn bei Lauda-Königshofen-Gerlachsheim von rechts und zuletzt Osten in die Tauber. Der Grünbach ist hier auf seiner Namensstrecke 20,5 km lang, mit dem längeren Wittigbach und all dessen sukzessiven Quellbächen ab dem Kleinrinderfelder Grundgraben als Oberlauf 30,8 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 251,5 km² hinter sich, wozu der Wittigbach 181,3 km² beiträgt und sein eigener Oberlauf bis zum Zusammenfluss nur 46,2 km².
Wichtigster Nebenfluss des Grünbachs ist der nach Länge und Größe bedeutendere Wittigbach, dessen Tal auch anders als das des oberen Grünbachs eine wichtige Verkehrsachse ist. Dieser entsteht als Grundgraben bei Kleinrinderfeld, durchläuft dann Kirchheim, Ober- und Unterwittighausen (Gemeinde Wittighausen) und passiert den Grünsfelder Talort Zimmern, bevor er nach insgesamt 25,0 km in den Grünbach mündet.
Flusssystem Eigenes Flusssystem: Liste der Fließgewässer im Flusssystem Grünbach Liste der Fließgewässer im Flusssystem Wittigbach
Übergeordnetes Flusssystem: Liste der Fließgewässer im Flusssystem Tauber
Natur und Schutzgebiete Gewässergüte Der Grünbach war mit Stand von 2004 auf seinem hierfür erfassten Lauf etwa von unterhalb Ilmspan bis zum Zufluss des Wittigbachs in Grünsfeld kritisch belastet (Güteklasse II–III), von dort an bis zur Mündung wie der Wittigbach ab Wittighausen mäßig belastet (Güteklasse II).
Wasserschutzgebiete Das mit Rechtsverordnung vom 20. Januar 2006 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Grünbachgruppe mit der WSG-Nr. 128141 umfasst eine geschützte Fläche von 6.431,3 Hektar. Es ist damit eines der größten Wasserschutzgebiete im Main-Tauber-Kreis.
Kurz vor Gerlachsheim führt der Grünbach noch in das bereits am 24. Mai 1994 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Tauberaue mit der WSG-Nr. 128215.
Verkehrswege Die Frankenbahn und die Landesstraße L 511 begleiten von der Mündung bis nach Grünsfeld den unteren Grünbach und setzen sich dann talaufwärts im Tal des Wittigbaches fort bis jenseits der Landesgrenze nach Bayern (dort als Staatsstraße St 511).
Grünbachtalradweg Der Grünbachtalradweg verläuft entlang großer Teile des Grünbachtals. Der Radweg ist komplett asphaltiert. In Grünsfeld hat er Anschluss an den Wittigbachtalradweg und in Gerlachsheim an den Taubertalradweg.
Einzelnachweise Flächen- bzw. Längenangaben wo nicht anders vermerkt nach Messungen auf der Topographischen Karte 1:50.000. Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 04 auf: . Nach LUBW-GeNe. Nach LUBW-GeNe und LUBW-GeNa. Nach dem Höhenlinienbild auf LUBW-TK. Name nach Beschriftung auf LUBW-TK. Alternativname nach Beschriftung auf LUBW-TK wie – für ein Unterlaufstück – nach LUBW-GeNa.
Weblinks
„LUBW-BRSWEB“: , insbesondere mit den Layern: „LUBW-TK“: LUBW-BRSWEB → Geobasisdaten → Hintergrundkarte → Topographische Karte „LUBW-GeNe“: LUBW-BRSWEB → Wasser → Gewässernetz → Gewässernetz (AWGN) „LUBW-GeNa“: LUBW-BRSWEB → Wasser → Gewässernetz → Gewässername „LUBW-BEZG“: LUBW-BRSWEB → Wasser → Einzugsgebiete → Basiseinzugsgebiete (AWGN)
Kategorie:Fließgewässer im Main-Tauber-Kreis Kategorie:Geographie (Großrinderfeld) Kategorie:Gewässer in Grünsfeld Kategorie:Gewässer in Lauda-Königshofen