Die Seeschlacht bei Vigo (auch Seeschlacht bei Rande) fand am im Spanischen Erbfolgekrieg in der Bucht von Vigo (deren innerstes Ende als Bucht von Rande bezeichnet wird) an der galicischen Küste statt. Eine englisch-niederländische Flotte unter Admiral Sir George Rooke und Philipp van Almonde besiegte eine spanisch-französische Flotte unter dem Kommando von François Louis Rousselet de Châteaurenault und Manuel de Velasco.

Rooke segelte ursprünglich mit dem Auftrag Cádiz zu erobern, musste sich aber nach einer Niederlage am 29. September 1702 zurückziehen. In Lagos, Portugal, erfuhr Rooke, dass die spanische Silberflotte von 1702, eine der reichsten aller Zeiten, am 24. Juni aus Havanna auf Kuba ausgelaufen und wegen seines Angriffes nach Vigo (anstatt wie vorgeschrieben nach Cádiz) umgeleitet und dort am 23. September angekommen war.

Verlauf der Schlacht In dem Bemühen, seinen Fehlschlag vor Cádiz wettzumachen, segelte Rooke nach Vigo. Er fand die Schatzgaleonen dort im Schutz einer französisch-spanischen Flotte von 30 Kriegsschiffen vor. Chateau-Renault hatte den innersten Teil der Vigo-Bucht, genannt Bucht von Rande, durch eine Barriere aus Masten und Kanonen an Land, nahe dem Ort Redondela, und auf der Insel San Simón befestigt. Rooke ließ am 23. Oktober angreifen, wobei Admiral Thomas Hobson an Bord der Torbay die Barriere im Wasser durchbrechen sollte, während Soldaten des Herzogs von Ormonde die Batterien angreifen sollten.

Die Schlacht war ein voller Erfolg für Rooke: Die Landbatterien wurden erstürmt, die Torbay durchbrach die Barriere im Wasser und alle spanischen und französischen Schiffe wurden verbrannt, versenkt oder erobert. Auf spanisch-französischer Seite gab es ca. 2000 Tote, auf englisch-niederländischer ca. 800. Die Sieger eroberten Silber im Wert von 14.000 Pfund, aber eine viel größere Summe – bis zu 3 Millionen Pfund – waren vor dem Kampf entladen und ins Landesinnere geschafft worden.

Die Beute

Offiziell erbeuteten die Engländer 1.500.000 Pfund Sterling aus den eroberten oder in flachem Wasser gesunkenen Schiffen.

Zusätzlich wird mit einer großen Menge unterschlagenen Geldes zu rechnen sein. Im Jahr 1703 wurden eigens englische Gold- (5, 1, 1/2 Guineen) und Silbermünzen (Crown, Half Crown, Shilling, Sixpence) mit der Inschrift geprägt.

Schatzsucher glauben, dass ein Teil des Schatzes bis heute auf dem Grund der Bucht liegt. Diese Vorstellung floss in die Geschichte 20.000 Meilen unter dem Meer von Jules Verne ein, in der Kapitän Nemo seinen Reichtum von diesen Wracks bezieht.

Beteiligte Flotten England und Niederlande Schiff Kanonen Kommandant Verluste Anmerkungen getötet verwundet Insgesamt Engländer Cambridge 80 Ranelagh 80 Somerset 80 Flaggschiff von Admiral George Rooke Torbay 80 Flaggschiff von Vice-Admiral Thomas Hopsonn Bedford 70 Berwick 70 Essex 70 Flaggschiff von Rear-Admiral Stafford Fairborne Grafton 70 Kent 70 Monmouth 70 Orford 70 Northumberland 70 Flaggschiff von Rear-Admiral John Graydon Swiftsure 70 Mary 60 Pembroke 60 Niederländer Unie 94 Flaggschiff von Jan Gerard Wassenaer Zeven Provinciën 92 Flaggschiff von Philips van der Goes Reygersbergen 74 Dordrecht 72 Holland 72 Flaggschiff von Gerard Callenburgh Katwijk 72 Slot Muyden 72 Wapen van Alkmaar 72 Flaggschiff von Anthonij Pieterson Gouda 64 Veluwe 64 Nicht in der Schlachtlinie (Zur Beschießung von Festungen disloziert) Association 90 William Bokenham Barfleur 90 Francis Wyvll weitere zehn englische bzw . niederländische Brander

Frankreich und Spanien Schiff Kanonen Kommandant Verluste Anmerkungen getötet verwundet Insgesamt Flotte des Marquis de Châteaurenault Prompt 76 gekapert Ferme 72 Félix de Beaussier verbrannt Espérance 70 Antoine de la Haye du Coudray gekapert Fort 70 gekapert Superbe 70 gekapert Bourbon 68 Rolland Barrin verbrannt Assuré 66 Philippe-César d’Aligre de Saint-Lié verbrannt Oriflamme 64 Edme-Elie Certaines de Fricambault gekapert Prudent 62 gekapert Sirène 60 gekapert Modéré 56 verbrannt Solide 56 Gilles des Nos de Champmeslin gekapert Dauphin 46 gekapert Volontaire 46 gekapert Triton 42 Claude Élisée de Court de La Bruyère verbrannt Entreprenant 22 Choquante 18 Geschwader von Manuel de Velasco y Tejada Jesús María y José 36 verbrannt Santísima Trinidad y Nuestra Señora del Rosario 36 verbrannt San Juan Bautista 48 verbrannt weitere 3 kleinere französische Kriegsschiffe, 14 bewaffnete spanische Handelsschiffe und 2 spanische Avisos

Literatur

Robert Sténuit: Les Épaves de l’Or. Deutsche Ausgabe: Die Schatzsucher von Vigo. Ullstein, Berlin 1959 (Beschreibung der Suche nach den Wracks, mit Einleitung zur Schlacht.) O. Browning (Hrsg.): The Journal of Sir George Rooke, Admiral of the Fleet, 1700–1702. London 1897, S. 228–234.

Weblinks

Battle of Vigo, 12th October 1702 auf threedecks.org (englisch)

Einzelnachweise Rif Winfield & Stephen S Roberts: French Warships in the Age of Sail 1627–1786. Seaforth Publishing, ISBN 978-1-4738-9351-1, Barnsley 2017, S. 32 Rif Winfield, John Tredrea, Enrique Garcia-Torralba Pérez & Manuel Blasco Felip: Spanish Warships in the Age of Sail 1700–1860. Seaforth Publishing, ISBN 978-1-5267-9078-1, Barnsley 2023, S. 48

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