mini|Model S an einem Tesla Supercharger mini|hochkant|Das „T“ im Logo von Tesla soll einen Sektor des Querschnitts eines Elektromotors darstellen und zugleich auf den Namen Tesla verweisen.

Tesla, Inc. (bis 1. Februar 2017 Tesla Motors) ist ein börsennotierter US-amerikanischer Autohersteller mit Sitz in Austin, der neben Elektroautos auch Batteriespeicher, Batterie-Speicherkraftwerke und Photovoltaikanlagen produziert. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning, die 2008 ausschieden. Im Frühjahr 2004 stiegen Risikokapital-Investoren ein, Elon Musk wurde Aufsichtsratsvorsitzender, später Geschäftsführender Direktor (CEO) und ist seitdem prägende Figur von Tesla. Tesla unterhält (Stand: Oktober 2023) mehrere Produktionsstandorte in den Vereinigten Staaten, hinzu kommen eine Fabrik zur Endmontage in den Niederlanden (seit 2013) sowie jeweils eine sog. „Gigafactory“ in der Volksrepublik China (seit 2019) und Deutschland (seit 2022). In Deutschland existieren ebenfalls vier weitere Standorte von Tesla Automation und der Verwaltungs- und Entwicklungssitz in Berlin. 2022 beschäftigte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge über 127.000 Mitarbeiter.

Firmengeschichte, erste marktreife Elektroautomodelle

Ende 2003 hatten sich zwei unabhängige Teams gefunden, zum einen Martin Eberhard, Marc Tarpenning (die 2003 Tesla Motors gründeten) und Ian Wright, zum anderen Elon Musk und Jeffrey B. Straubel, die – vom Prototyp des von AC Propulsion entwickelten T-Zero inspiriert – einen kommerziellen Elektrowagen herausbringen wollten. mini|Martin Eberhard, Gründer von Tesla Motors Der von 2008 bis 2012 gebaute Tesla Roadster war das weltweit erste elektrische Serienfahrzeug mit einem Batteriesystem aus Lithium-Ionen-Zellen. Es folgte die Entwicklung der Oberklasse-Limousine Model S. Ein Ableger davon ist das etwas größere Model X, eine Mischung aus SUV und Van mit Flügeltüren. Seit Mitte 2017 wird die Mittelklasse-Limousine Model 3 angeboten, seit 2019 das darauf basierende, etwas größere Model Y. Insgesamt hat Tesla bis Ende September 2023 rd. 4,8 Mio. Elektroautos hergestellt (Stand: Oktober 2023). In den USA lag Teslas Marktanteil bei Elektrofahrzeugen im 3. Quartal 2023 bei 50 Prozent. Das Model Y war 2022 weltweit das meistverkaufte Elektroauto, im Jahr 2023 (als erstes Elektroauto) das weltweit meistverkaufte Auto überhaupt, sowie auch 2024.

Geschäftsfelder

Neben dem Geschäft mit Fahrzeugen bietet Tesla seit 2015 einen Batteriespeicher, die Tesla Powerwall, an; er wird in der Tesla Gigafactory 1 in Nevada hergestellt und von Tesla Solar (ehemals SolarCity) vertrieben. Zudem lieferte Tesla etwa 2011 bis 2015 unter anderem an Daimler und Toyota verschiedene Komponenten für deren elektrische Antriebsstränge.

Außerdem betreibt Tesla eines der weltweit größten Netze an Schnellladestationen, den Superchargern. In Deutschland existieren 3000, an 246 Standorten (Stand: März 2025).

Name, Firmenlogo, Einfluss von Elon Musk

Der Firmenname ist an den Physiker und Erfinder Nikola Tesla angelehnt. Die Nutzungsrechte für die Marke Tesla erhielt das Unternehmen nach einer Übereinkunft mit der tschechischen Tesla Holding nach einem Markenrechtsstreit 2010.

Das Firmenlogo von Tesla ist ein T-förmiger Ausschnitt eines Querschnitts durch den Anker und den Stator mit Luftspalt eines Elektromotors, wie ihn Nikola Tesla entworfen hatte. Das Logo wurde vom Design-Unternehmen „RO-Studio“ kreiert. hochkant|mini|Elon Musk auf der Jahres­haupt­ver­sammlung 2015 von Tesla in Mountain View, Kalifornien

hochkant|mini|Jeffrey B. Straubel auf dem Elektro­mobilitäts­gipfel 2013 in Berlin

Musk ist finanziell an Tesla beteiligt; er hat den Gewinn aus anderen Produkten in die Firma reinvestiert. Der Versuch der (Verbrenner-)Auto-Konzerne, das Elektroauto zu „töten“ (z. B. den EV1 von General Motors, siehe den Dokumentarfilm Warum das Elektroauto sterben musste), hatte Musk eigenen Angaben zufolge zu seinem Einsatz für Elektroautos gebracht. Zur Beschleunigung der Mobilitätswende bot er 2014 anderen Autoherstellern an, Teslas Patente frei zu nutzen,US-Firma Tesla überlässt ihre Patente der Öffentlichkeit. Die Presse (APA/AFP), 13. Juni 2014 wenn Tesla im Gegenzug die Patente anderer Autohersteller nutzen dürfe.

Seit dem College wollte Musk Elektrofahrzeuge für den breiten Kundenbedarf anbieten. Am Anfang der nötigen Entwicklung sollte ein Sportwagen für Early Adopters stehen. Im nächsten Entwicklungsschritt sah das Konzept Massen-Modelle wie zum Beispiel eine Limousine vor. Ein Kompaktwagen sollte im dritten Schritt E-Autos für eine breite Kundschaft erschwinglich machen. Die Karosserie des Tesla Roadster stammt aus der Zusammenarbeit (2005–2011) mit Lotus, daher ähnelt er dem Lotus Elise. Bis zum Ende 2011 waren etwa 2250 Tesla Roadster produziert worden, 2012 konnte Tesla die erste eigene Komplettproduktion vornehmen. Die Firma gewann 2011 drei Stevie Awards. Ende 2008 stand Tesla kurz vor dem Konkurs, konnte jedoch in letzter Minute gerettet werden. Tesla war damals auf etliche Investoren angewiesen, unter anderen Toyota, Daimler und viele Privatpersonen, die an die Zukunft des Elektroautos glaubten oder die Technik für eigene Produkte nutzten. So war im Smart Fortwo ED 2 und in der Mercedes-Benz B-Klasse ein Antriebsstrang von Tesla verbaut.

Finanzen Überblick

Der Börsengang erfolgte Ende Juni 2010. Der Ausgangswert des Volumens des Börsenganges betrug 226 Millionen US-Dollar. Insgesamt hatte Tesla 2010 einen Umsatz von 116,7 Millionen US-Dollar. Für den wichtigen europäischen Markt wurde 2010 ein Markendisput mit dem bereits 1921 gegründeten Elektronikunternehmen TESLA mit Sitz in Prag unter nicht näher bekannten Bedingungen beigelegt.

Im März 2013 sollte Tesla angeblich für 6 Milliarden US-Dollar an Google verkauft werden, nachdem das Unternehmen Ende 2012 erneut mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen gehabt hatte. Durch einen wenig später einsetzenden Absatzschub und eine damit einhergehende deutliche Steigerung des Aktienkurses kam es jedoch letztlich nicht zum Verkauf.Tesla verhandelte mit Google. In: Süddeutsche Zeitung. 21. April 2015. S. 21 Ein nach einem Unfall in Brand geratener Tesla S führte im Oktober 2013 zu einem temporären Kurseinbruch der Aktie von 12 Prozent, was den Börsenwert zwischenzeitlich um 3 Milliarden US-Dollar reduzierte – obwohl Fahrzeugbrände bei Verbrennern zehnmal wahrscheinlicher sind.

Ursprünglich wurden 2013 „schwarze Zahlen“ erwartet, falls Tesla die geplante Produktion von 20.000 Tesla Model S auch verkauft. 2013 wurden laut Tesla 22.477 Model S verkauft, für 2014 wurden Verkaufszahlen von mehr als 35.000 erwartet, die Erwartung wurde von Tesla im November 2014 auf 33.000 Fahrzeuge gesenkt.

Dennoch hatte Tesla weitere Verluste von etwa 254 Millionen US-Dollar 2011, etwa 396 Millionen US-Dollar 2012, ca. 71 Millionen US-Dollar 2013 und bis einschließlich September 2014 181 Millionen US-Dollar hinzunehmen. Einen Teil der Einnahmen der letzten Jahre erzielte Tesla mit ZEV-Credit Points, z. B. 2013 in Höhe von knapp 130 Millionen US-Dollar. Im Oktober 2014 hatte Daimler seine Anteile an Tesla vollständig und Toyota seine teilweise verkauft.

Im November 2016 wurde die Übernahme des deutschen Maschinenbauers und Zulieferers Grohmann Engineering bekannt gegeben. Spezialisiert auf Montage-Anlagenbau lieferte Grohmann Engineering dann Schlüsseltechnik zur Steigerung der Produktionskapazität. Unter dem Namen Tesla Advanced Automation Germany waren, neben der umfirmierten Tesla Grohmann Automation als Zentrale, weitere Standorte in Deutschland mit zusätzlich 1000 Ingenieuren in den folgenden zwei Jahren geplant. Im Oktober 2017 wurde bekannt, dass im 3. Quartal des Jahres aufgrund von Produktionsengpässen nur ein Sechstel der geplanten Fahrzeuge des neuen Model 3 hergestellt werden konnte, dafür waren es im 4. Quartal 2017 mit insgesamt 29.870 Autos der Modelle „S“, „X“ und „3“ so viele Fahrzeuge wie noch nie in einem Quartal zuvor.Alle Infos zum Model 3, autobild.de, 27. März 2018, Abruf 3. April 2018

Mitte Juni 2018 kündete Elon Musk an, seine Belegschaft um neun Prozent zu verkleinern. Mit dem Stellenabbau sollten Kosten gespart werden. Nach dem externen Druck aus der Branche sagte Musk Mitte Juni 2018 vor dem Hintergrund der geplanten Entlassungen: „Wir werden unsere Mission niemals erfüllen können, wenn wir nicht irgendwann demonstrieren, dass wir dauerhaft profitabel sein können.“ Zum Ende des zweiten Quartals 2018 wurde ein selbst gesetzter Meilenstein erreicht: Es konnten erstmals 5000 Model 3 pro Woche produziert werden. Diese Meldung führte jedoch nicht zu dem vermuteten Kursanstieg, stattdessen rutschte die Aktie innerhalb der nächsten beiden Börsentage um mehr als 10 % ab.

Im August 2018 teilte Musk überraschend über Twitter einen möglichen Börsenrückzug mit, dessen Finanzierung schon gesichert sei, in diesem Zusammenhang sollten Kleinaktionäre die Möglichkeit bekommen, ihre Aktien zu 420 US$ abzugeben (Kurs zum Veröffentlichungszeitpunkt rund 340 US$). Musks Tweet setzte eine Kettenreaktion in Gang. Es wurde bekannt, dass der saudische Staatsfonds PIF, der vom Kronprinzen Mohammed bin Salman kontrolliert wird, im Hintergrund eine milliardenschwere Beteiligung an Tesla aufgebaut hatte und einer der acht größten Anteilseigner von Tesla war. Der Fonds hielt 3 bis 5 % an Tesla, mit einem Anteil im Wert von 1,7 bis 2,9 Milliarden Dollar. Die US-Börsenaufsicht United States Securities and Exchange Commission (SEC) lud Mitglieder des Verwaltungsrats sowie Musk vor, um die Hintergründe des Tweets zu klären. Börsenhändler klagten inzwischen wegen des Tweets auf Schadensersatz.Tesla Is Said to Be Subpoenaed by S.E.C. Over Elon Musk Tweet, New York Times, 15. August 2018 In einem Interview mit der New York Times räumte Musk eine enorm hohe Arbeitsbelastung wegen der anhaltenden Produktionsprobleme ein, die ihn zum Schlafmittel Ambien greifen ließ: „Das vergangene Jahr war das schwierigste und schmerzhafteste Jahr meiner Karriere“, sagte er und fügte hinzu: „Es war unerträglich.“ Musk räumte ein, zuletzt 120 Stunden in der Woche gearbeitet zu haben, was durchschnittlich mehr als 17 Stunden pro Tag bedeutet. Es habe Zeiten gegeben, in denen er die Fabrik für drei oder vier Tage nicht verlassen habe und nicht nach draußen gegangen sei. Illegale Drogen seien hingegen nicht im Spiel gewesen, als er einen möglichen Börsenrückzug ankündigte. Er habe den Tweet auf dem Weg zum Flughafen abgesetzt, erklärte er in dem Interview; es habe der Transparenz dienen sollen. Hinter dem Preis von 420 US-Dollar für die Tesla-Aktien stecke auch kein Code für den Cannabis-Konsum (siehe 420 (Cannabis-Kultur)). Er sei auf den Betrag gekommen, indem er auf den aktuellen Kurs 20 Prozent aufgeschlagen habe. Das rechnerische Ergebnis, 419 US-Dollar, habe er dann auf 420 US-Dollar aufgerundet: „420 Dollar schienen mir ein besseres Karma zu haben als 419 Dollar. […] Das hat gar nichts mit Gras zu tun, um das klarzustellen. Gras hilft nicht dabei, produktiv zu sein. Es gibt einen Grund für das Wort ‚stoned‘. Man sitzt herum wie ein Stein, wenn man bekifft ist.“Elon Musk Details ‘Excruciating’ Personal Toll of Tesla Turmoil, New York Times, 16. August 2018 Ende August 2018 stellte Musk jedoch klar, dass nach Gesprächen mit den beteiligten Investmentbanken sowie institutionellen Investoren Tesla weiterhin an der Börse gelistet bleiben werde. Trotzdem reichte die US-Börsenaufsicht am 27. September 2018 eine Klage gegen Musk ein, weil er mit seiner Ankündigung des Aktienrückkaufs die Anleger getäuscht und ihnen so geschadet habe.Michael Stahl: US-Börsenaufsicht verklagt Tesla-Chef Elon Musk. In: Handelsblatt, 27. September 2018, abgerufen am 27. September 2018.