mini|hochkant|König Christian VI. von Dänemark. Gemälde um 1740 von Johann Salomon Wahl. mini|hochkant|Sophie Magdalene als Königin von Dänemark Christian VI. (* in Kopenhagen; † 6. August 1746 in Hørsholm) war König von Dänemark und Norwegen, Herzog von Schleswig und Holstein und Graf von Oldenburg und Delmenhorst von 1730 bis zu seinem Tod.
Leben und Wirken Christian VI. war der zweite Sohn von Friedrich IV. von Dänemark und dessen Gemahlin Louise zu Mecklenburg.
Anlässlich einer Reise kam Christian im Juli 1721 nach Kursachsen, wo er in Pretzsch der dort residierenden Kurfürstin und polnischen Titularkönigin Christiane Eberhardine seine Aufwartung machte. Dabei lernte er deren Nichte Sophie Magdalene von Brandenburg-Kulmbach kennen und verliebte sich sofort in sie. Nachdem sein Vater und auch Sophie Magdalenes verwitwete Mutter Sophie Christiane von Wolfstein die Genehmigung zur Hochzeit erteilt hatten und die Hochzeitsmodalitäten ausgehandelt waren, fand diese am 7. August 1721 im Pretzscher Schloss statt.
Die Herrschaft Christians ist gekennzeichnet von einer schweren ökonomischen Krise in Dänemark, aber auch einer Zeit, in der sich das Königreich seit vielen Jahren nicht im Kriegszustand befand. Der König und seine Gemahlin waren ausgeprägt pietistisch, was für das dänische Volk unter anderem die Verpflichtung zum Kirchenbesuch zur Folge hatte. Er lebte zurückgezogen von der Bevölkerung; auf Reisen waren in der königlichen Kalesche stets die Fenster verhangen. Christian VI. demonstrierte trotzdem absolutistische Macht, vor allem durch den Bau der Schlösser Christiansborg und Hørsholm (Hirschholm). Dem Bruder seiner Frau, Markgraf Friedrich Ernst aus dem Haus Brandenburg-Kulmbach, schenkte er zur Hochzeit das Gut Drage in Schleswig-Holstein.
Der Leibarzt Christians VI. war Hieronymus Laub, ein Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina.
Nachkommen Aus Christians Ehe mit Sophie Magdalene von Brandenburg-Kulmbach (1700–1770) stammten drei Kinder:
Friedrich V. (31. März 1723 – 14. Januar 1766), König von Dänemark Louise (19. Juni 1724 – 20. Dezember 1724), Prinzessin von Dänemark Louise (19. Oktober 1726 – 8. August 1756), Herzogin von Sachsen-Hildburghausen
Sonstiges Nach König Christian VI. ist das altsprachliche Gymnasium Christianeum in Hamburg benannt. Christian VI. ist auch Namensgeber der Christianskirche in Hamburg-Ottensen, geweiht am 20. Juli 1738.
Vorfahren
Siehe auch Stammtafel der dänischen Könige Christianskirche
Literatur Ludvig Koch (1837–1917): Kong Christian den Siettes historie. 1886 (dänisch, ). Otto Andrup, Hans Bølling: Danmarks Konger fra Christian I til Christian X. Udsendt af Nationaltidende 1944–45, S. 22 f. Jan E. Janssen, Erik Thorud: Deutsche Spuren in Kopenhagen. Tyskforlaget, Greve 2000, S. 14 f. Erik Kjersgaard: Eine Geschichte Dänemarks, Kopenhagen 1974, S. 49 f.
Jens Gunni Busck: Christian VI. The Pious Builder, Kopenhagen 2019
Weblinks
Eintrag im Kirchenbuch der Gemeinde Hof og Slot in Kopenhagen, 1686–1828, Seite 2, (Opslag 4)
Einzelnachweise
Kategorie:König (Dänemark) Kategorie:König (Norwegen) Kategorie:Herrscher (18. Jahrhundert) Kategorie:Herzog (Schleswig-Holstein, bis 1806) Kategorie:Graf (Oldenburg) Kategorie:Graf (Delmenhorst) Kategorie:Familienmitglied des Hauses Oldenburg (Dänische Linie, Dänemark) Kategorie:Träger des Elefanten-Ordens Kategorie:Friedrich IV. (Dänemark und Norwegen) Kategorie:Christianeum Kategorie:Geboren 1699 Kategorie:Gestorben 1746 Kategorie:Mann