Das Zeitgeschichtliche Forum ist ein Museum in Leipzig, welches die Geschichte der deutschen Teilung, des Alltagslebens in der kommunistischen Diktatur der DDR und des Wiedervereinigungsprozesses sowie die Herausforderungen, denen sich das wiedervereinigte Deutschland im 21. Jahrhundert stellt, thematisiert. Das Museum ist ein Standort der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Direktorin ist seit April 2020 Uta Bretschneider. Sie folgte auf Jürgen Reiche (September 2015 bis Januar 2020). Gründungsdirektor war Rainer Eckert von 1999 bis 2015. Die Ausstellungsfläche umfasst 2000 Quadratmeter; der Eintritt ist frei.
Geschichte Auf Empfehlung der Unabhängigen Föderalismuskommission an den Deutschen Bundestag wurde die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1992 beauftragt, ein „Archiv der Deutschen Einheit“ in Leipzig aufzubauen. Im Zentrum der Stadt (Grimmaische Straße 6) entstand das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, ein Ausstellungs-, Dokumentations- und Informationszentrum. Es wurde am 9. Oktober 1999, dem 10. Jahrestag der Leipziger Großdemonstration, durch Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet. Seitdem wirkt es durch Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und Dokumentarfilme. Seit der Eröffnung besuchten rund 3,7 Millionen Besucher das Haus., hdg.de, abgerufen am 14. Januar 2019.
Dauerausstellung mini|hochkant|Die Skulptur „Der Jahrhundertschritt“ vor dem Eingang (2014) Vor dem Museumseingang steht die Bronzeplastik „Der Jahrhundertschritt“ von Wolfgang Mattheuer (1927–2004), die zu einem Wahrzeichen des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig geworden ist. Die Dauerausstellung beginnt mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, zeigt das Leben in der DDR und führt bis in die Gegenwart der Bundesrepublik Deutschland. In Leipzig fanden im Herbst 1989 die Montagsdemonstrationen statt, ein Wendepunkt in der DDR-Geschichte. Am historischen Ort zeigt die Dauerausstellung die revolutionären Umwälzungen in der DDR und in Osteuropa, ebenso wie ihre Auswirkungen auf Europa und die Weltpolitik.
Die im Jahr 2018 abgeschlossene grundsätzliche Überarbeitung der Dauerausstellung gibt der Zeit nach der Wiedervereinigung mehr Raum und setzt neue thematische Schwerpunkte: Erfolge und Schwierigkeiten des Zusammenwachsens, internationaler Terrorismus, Digitalisierung und Globalisierung. 2000 Objekte, Fotos und Filme, ebenso wie zahlreiche Interviews von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen veranschaulichen die neuere deutsche Geschichte.
Wechselausstellungen Mehrmals im Jahr zeigt das Zeitgeschichtliche Forum Wechselausstellungen, die das Thema der Dauerausstellung ergänzen und erweitern. Auf 450 m² werden die Wechselausstellungen gezeigt. Zusätzlich präsentiert das Museum in kürzeren Intervallen Ausstellungen im Foyer.