miniatur|Kirche St. Andreas () miniatur|Gemeindehaus Ermstedt miniatur|Ermstedt war Station der Nottlebener Bahn: Wandbild in Wartehaus ()

Ermstedt ist ein Ortsteil der Stadt Erfurt in Thüringen. Es ist der westlichste Ortsteil und gehört seit 1994 zur Landeshauptstadt. Ermstedt hat eine Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung mit Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.

Geografie Ermstedt liegt auf der Alacher Höhe, einer Hochfläche im Thüringer Becken in etwa 290 Metern Höhe. Südlich des Dorfs fließt die Nesse. Die Gemarkung ist weitgehend unbewaldet und unterliegt einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung. Das Dorf selbst ist bis heute durch seine historischen Gehöftstrukturen geprägt. In den 1990er-Jahren entstand im Rahmen der Suburbanisierungswelle in Ostdeutschland eine neue Einfamilienhaussiedlung am östlichen Ortsrand. Nachbarorte sind Zimmernsupra im Norden, Gottstedt im Osten, Frienstedt im Südosten, Gamstädt im Süden und Nottleben im Westen. In die Erfurter Innenstadt sind es zehn Kilometer, nach Gotha etwa 14 Kilometer.

Geschichte Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wird Ermstedt in einem Verzeichnis der von Erzbischof Lullus († 786) von Mainz für das Kloster Hersfeld von Freien verliehenen Gütern erstmals urkundlich als Ermenstat erwähnt. Ermstedt war schon lange Zeit eng mit Erfurt verbunden und Teil des Territoriums der Stadt Erfurt. Mit diesem kam es nach der Auflösung Kurmainz’ 1802 zu Preußen, 1807 zum Fürstentum Erfurt und 1816 zum preußischen Landkreis Erfurt. Am 1. Juli 1950 wurde Gottstedt nach Ermstedt eingemeindet. Seit 1994 gehören beide Dörfer als separate Stadtteile zur kreisfreien Stadt Erfurt.

Einwohnerentwicklung Jahr 1843 1910 1939 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 321Handbuch der Provinz Sachsen. Magdeburg, 1843. 355 347 336 384 466 456 441 Bevölkerung mit Hauptwohnsitz am 31. Dezember 2015. In: Stadtverwaltung Erfurt. 424

Sehenswürdigkeiten Das kunsthistorisch bedeutsamste Bauwerk des Ortsteils ist die evangelische Kirche St. Andreas von 1613. Die Pfarrei gehört zum Kirchspiel Frienstedt.

Wirtschaft und Infrastruktur Ermstedt ist bis heute ein landwirtschaftlich geprägter Ort mit mehreren Betrieben dieses Wirtschaftssektors. Ansonsten dominiert das suburbane Wohnen Ermstedt.

Zwischen 1926 und 1967 hatte Ermstedt einen Anschluss an der Kleinbahn Erfurt–Nottleben mit Verbindung in die Erfurter Innenstadt. Heute sorgen Buslinien für die entsprechende Anbindung zur Messe und zum Flughafen Erfurt-Weimar, wo in die Stadtbahnen Richtung Zentrum umgestiegen werden kann. Eine weitere Busverbindung führt nach Neudietendorf mit Übergang zum Eisenbahnverkehr. Fahrstraßen verbinden Ermstedt mit Neudietendorf im Süden, Döllstädt im Norden, Bindersleben im Osten und Nottleben im Westen.

Weblinks

Internetauftritt der Kirche Webauftritt zur 1225-Jahrfeier

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Erfurt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erfurt) Kategorie:Ersterwähnung im 9. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1994