mini|hochkant|Ben Willikens (2003) Ben Willikens (* 21. Juni 1939 in Leipzig als Eberhard-Günther Willikens) ist ein deutscher Maler. Bekannt ist er für seine streng komponierten, in der Farbe Grau gehaltenen Raumkonzeptionen. Seit 1985 gestaltet er zudem Bühnenbilder für verschiedene deutsche Opernhäuser.
Leben Die Eltern von Willikens verließen 1947 die Sowjetische Besatzungszone und ließen sich in Westdeutschland nieder. Nach dem Abitur 1959 in Hannoversch Münden begann er zunächst in Hamburg, Philosophie und Literaturwissenschaft zu studieren. 1962 wechselte er an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, wo er bei Heinz Trökes Malerei studierte. Danach führten ihn Stipendien unter anderem nach London.
1969 zwang ihn eine Krankheit zu einem fast einjährigen Klinikaufenthalt. Dieses Ereignis verarbeitete Willikens nach Stipendien-Aufenthalten in der Villa Romana in Florenz und der Villa Massimo in Rom in einer Serie von Acrylbildern, in denen er in kühler, anonymer Sprache Bahren, leere Flure und ähnliche Motive darstellt, die starke Assoziationen mit Anstalten oder Krankenhäusern wecken. Diese Arbeiten machten ihn schlagartig bekannt. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Deutschland und Italien.
Einen Höhepunkt seiner Arbeit stellt das Abendmahl von 1977 dar, in dem er den Raum der weltbekannten Seccomalerei Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci von allen anwesenden Personen entleerte. Seine Bilder entwickelten sich immer mehr zu Darstellungen von menschenleeren Idealräumen. In den 1990er-Jahren entstanden Serien wie die Räume der Moderne, Orte, die Cuts und die Gegenräume.
1977 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Malerei an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim und 1982 auf eine Professur für Malerei und Graphik an die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. 1991 wechselte er an die Akademie der Bildenden Künste München, der er zunächst als Inhaber des Lehrstuhls für Malerei und Graphik und von 1999 bis 2004 als deren Rektor angehörte.
Ben Willikens ist Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.kuenstlerbund.de: Mitglieder "W" / Ben Willikens (abgerufen am 7. März 2017) Zwischen 1970 und 1991 nahm er an insgesamt 15 Jahresausstellungen teils. Kunstreport: neunzehnhundertdrei|neunzehnhundertfünfundneunzig. Der Deutsche Künstlerbund im Überblick, Sonderausgabe Winter 1994/95, Bonn 1995. ISBN 3-929283-08-5 (S. 135) – ab 1980 gehörte er für zwei Jahre dem DKB-Vorstand an. Willikens lebt und arbeitet in Stuttgart und Wallhausen (Hohenlohe).
Einzelausstellungen (Auswahl) mini|Kongeniale Präsentation des "Abendmahls" im Vortragssaal des DAM Frankfurt von Oswald Mathias Ungers (1985) 2022: Albertina (Wien), Ben Willikens. Kälte – Räume 2016: Kunsthalle Weishaupt, Sonderausstellung Ben Willikens – Die Anmaßung der Räume und Orte. Werke aus fünf Jahrzehnten 2013: Forum Würth Chur, Sonderausstellung Gemälde aus 4 Dekaden, Sammlung Würth 2011: Museum der bildenden Künste Leipzig, Sonderausstellung Der Raum als Bild 2009: Galerie Hans Mayer, Düsseldorf Kunstmuseum Stuttgart, Sonderausstellung Licht und Dunkel Städtische Museen Heilbronn, Sonderausstellung Ben Willikens. 70 Aquarelle Museum am Dom, Würzburg, Sonderausstellung Ben Willikens – Räume der Transzendenz Art Room Würth Austria, Böheimkirchen, Sonderausstellung Ben Willikens – Kunst aus der Sammlung WürthKultur bei Würth. Beiträge zur Kulturarbeit im Unternehmen. Hrsg. von C. Sylvia Weber, Swiridoff Verlag, 2020. ISBN 978-3-89929-238-1 2006: Galerie Hans Mayer, Düsseldorf 2005: Kunsthalle Recklinghausen, Kunstausstellung der Ruhrfestspiele 2004: Glyptothek, München Lindenau-Museum, Altenburg 2003: Malerei als Denkmodell, Stiftung für konkrete Kunst, Reutlingen 2002: Josef Albers Museum Quadrat Bottrop 1999: Palazzo Pitti, Florenz 1998: Busch-Reisinger Museum, Cambridge, Mass., USA 1997: Haus der Kunst, München Galerie der Stadt Stuttgart / Kunstmuseum Stuttgart 1994: Neues Museum Weserburg Bremen 1985: Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt/M. 1976: Studio Jaeschke, Bochum 1975: Kunsthalle Tübingen, Sonderausstellung Gemälde und Zeichnungen 1970 bis 1974
Bühnenbilder (Auswahl) 2024: „Die Möwe“, Anton Tschechow, Theater Trier 2016: Das Leben ein Traum. Calderón, Ruhrfestspiele Recklinghausen 2014: Heinrich IV, Ruhrfestspiele Recklinghausen 2013: Rose Bernd, Ruhrfestspiele Recklinghausen 2009: Lieben Sie Strindberg ..., Ruhrfestspiele Recklinghausen 2005: Minna von Barnhelm, Ruhrfestspiele Recklinghausen 1999: Der Fliegende Holländer, Oper Bremen 1997: Die Entdeckung der Langsamkeit, Oper Bremen; Idomeneo, Oper Bremen 1995/1996: Fidelio, Oper Hannover 1994: Othello, Theater Bremen 1993: Amandas Traum, Oper Hannover 1992: Der zerbrochene Spiegel – Klassiker-Projekt zur documenta IX: Staatstheater Kassel, Opernhaus 1990: Marat/Sade, Schauspiel Frankfurt 1989: Tosca, Oper Hamburg 1985: Konzert-Raum, Konzert-Räume, Lohengrin, Wagner, Staatstheater Stuttgart, Großes Haus
Auszeichnungen 2019: Bürgermedaille der Landeshauptstadt Stuttgart 2017: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 2009: Kunstpreis der Helmut-Kraft-Stiftung, Stuttgart 2006: Bayerischer Verdienstorden 2004: Silbermedaille für Verdienste um die bayerische Verfassung 2001: Bundesverdienstkreuz am Bande 1983: Hans-Molfenter-Preis, Stuttgart 1972: Villa-Massimo-Preis, Rom 1970: Villa-Romana-Preis, Florenz
Werkbeispiel
Literatur Walter Grasskamp: Gespräche mit Ben Willikens, Ostfildern 2011. ISBN 978-3-7757-2829-4. Jürgen Lenssen: Ben Willikens. Räume der Transzendenz. Museum am Dom, Würzburg 30. April bis 12. Juli 2009, Künzelsau 2009. ISBN 978-3-89929-164-3. Johann-Karl Schmidt: „Topophobien“, in: „Orte“, Ostfildern-Ruit 1997. ISBN 3-89322-343-6. Wieland Schmied: GegenwartEwigkeit. Spuren des Transzendenten in der Kunst unserer Zeit. Martin-Gropius-Bau, Berlin 7. April bis 24. Juni 1990, Edition Cantz, Stuttgart 1990. ISBN 3-89322-179-4.
Weblinks
Offizielle Website von Willikens eiskellerberg.tv: Ben Willikens bekennt Farbe
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Pforzheim) Kategorie:Hochschullehrer (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der Bildenden Künste München) Kategorie:Rektor einer Hochschule in Deutschland Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Träger der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Träger des Villa-Romana-Preises Kategorie:Deutscher Kategorie:Emigrant aus der DDR Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Mann