mini|Kirche in Groß Leine mini|Die Holländerwindmühle

Groß Leine () ist ein Ortsteil der Gemeinde Märkische Heide im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Bis 2003 war Groß Leine eine eigenständige Gemeinde.

Geographie Groß Leine liegt ca. 14 km nordöstlich von Lübben (Spreewald) und 18 km südwestlich von Friedland. Die Gemarkung von Groß Leine grenzt im Norden an Dollgen und Leibchel, im Osten an Glietz und im Süden an Klein Leine. Die B 320 führt durch den Ort hindurch, nordwestlich des Ortskerns verläuft die B 87, die sich beim Wohnplatz Birkenhainchen mit der B 320 kreuzt. Die L 444 führt Richtung Süden nach Klein Leine, eine kleinere Straße führt auch nach Glietz.

Westlich des Ortes liegt eine stark gewundene, ursprüngliche Schmelzwasserrinne, die auf den Topographischen Karten nicht weiter bezeichnet ist. Im Schmettauschen Kartenwerk von 1767/87 ist sie als Bogenluch verzeichnet und enthält außerdem noch zwei kleinere Wasserflächen. Dieses Luch war sicher früher ein See. Auch in der Topographischen Karte 1:25.000 von 1903 ist im nördlichen Teil des Luchs noch eine kleine Wasserfläche vermerkt. Höchster Punkt der Gemarkung ist bei etwas über 60 m im südlichen Teil der Gemarkung, tiefster Punkt bei 50,9 m im Luch im westlichen Teil der Gemarkung. Zu Groß Leine gehört eine Hälfte des Wohnplatzes Birkenhainchen, die andere Hälfte liegt auf der Gemarkung von Dollgen.

Geschichte Der Ort wurde 1346 erstmals als Leyn urkundlich erwähnt. 1439 erfolgte die Erwähnung als Große Lyna. Der Name ist wohl von der altsorbischen Grundform *lin = Schlei abgeleitet, der schließlich eine adjektivische Form annahm; 1387 vom Lyne, 1435 vom Leyne und 1479 von Grossen Leyn. Bei einem von einer Fischart abgeleiteten Ortsnamen würde man an eine Namensübertragung von einem naheliegenden See auf den Ort erwarten. In der Nähe liegt aber heute kein See (mehr). Allerdings war die westlich des Ortes liegende, stark gewundene, ursprüngliche Schmelzwasserrinne sicher einmal wassergefüllt und bildete einen See. Außerdem liegt bei Klein Leine, vermutlich die ursprüngliche slawische Siedlung, der Klein Leiner See. Gerade bei gleichnamigen, nur durch die Zusätze Groß und Klein unterschiedenen, eng benachbarten Dörfern ist das mit Klein bezeichnete Ort die ursprüngliche, slawische Siedlung, während der mit Groß bezeichnete Ort, die im Zuge der deutschen Ostsiedlung entstandene neue Plansiedlung war.

Nach der Dorfstruktur soll Groß Leine ein kleines Runddorf sein, was aber nach dem Schmettauschen Kartenwerk und dem Urmesstischblatt (Blatt 3950 Groß Leuthen) von 1846 nicht stimmt. Groß Leine ist in beiden älteren Kartenwerken als Straßendorf eingezeichnet.

Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 Jahr 1818 1846 1871 1890 1910 1925 1939 1946 1950 1964 1971 1981 1991 2002 Einwohner 213 225 257 284 245 272 236 357 361 253 240 208 207 217

1708 wohnten neun Kossäten und sechs Büdner in Groß Leine, für 1718 werden sieben Kossäten und fünf Häusler genannt. 1723 gab es sieben Kossätenhöfe, zwei halbe Kossätenhöfe und elf Hausleute. 1755 wird die Bevölkerung mit 155 „Konsumenten“ angegeben. Die durchschnittliche Ernte in Dresdnern Scheffeln betrug: 771 Scheffel Korn, 66 Scheffel Gerste, 69 Scheffel Hafer, 12 Scheffel Erbsen, 72 Scheffel Heidekorn (= Buchweizen), 8 Scheffel Hopfen und 8 Scheffel Lein. Das Schmettausche Kartenwerk von 1767/87 verzeichnet südöstlich des Ortskerns den Große und Kleinen Weinberg. 1795 werden 12 Freibüdner genannt. Für 1816 werden neun Gärtner und sechs Häusler genannt. Das Dorf hatte 533 Gulden Schatzung, und es gab bereits ein Schulgebäude. 1818 hatte das Dorf 208 Einwohner, die sich auf 32 Feuerstellen verteilt; dazu kam noch die Groß Leiner Windmühle mit 5 Einwohnern und einer Feuerstelle. Die Windmühle lag etwas außerhalb 100 m südwestlich der heutigen B 320 Richtung Birkenhainchen (Grundstück Nr. 7 in Alkis). Ob es bereits die später belegte Turmholländerwindmühle war, deren Rest noch heute steht, ist nicht bekannt. Für 1819 ist bereits Neumanns Schenke (später Wohnplatz Birkenhainchen an der Kreuzung von B 179 und B 87 gelegen) belegt. Damals wurde immer noch etwas Weinbau betrieben. Bis 1840 war Groß Leine auf 35 Häuser angewachsen, in denen 234 Einwohner lebten. Für 1864 lauten die Zahlen: 38 Häuser und 248 Einwohner im Ort, und 2 Häuser und 16 Einwohner in Birkenhaynchen auch Neumanns Schänke.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut enteignet und stattdessen 20 Neubauernstellen geschaffen. 1958 wurde die LPG Typ I „Goldene Ähre“ in Groß Leine gegründet.

Besitzgeschichte 1505 hatte Hans von Luckowien seinen Wohnsitz auf Groß Leine. Er wird damals zu den „wirten der schelcke“ gezählt, d. h. zu den Adligen, die dem (adligen) Straßenräuber Andreas von Bomsdorf und Genossen Unterschlupf gewährten. In den Jahren darauf muss er Groß Leine verkauft haben, denn am 30. März 1517 bekamen die Brüder Christoph, Friedrich und Georg von der Zauche die Bestätigung ihrer Lehen nach dem Tod des böhmisch-ungarischen Königs Ladislaus. Neben den Lamsfeldschen Gütern (Lamsfeld, Jamlitz, Jessern und Staakow) auch das Gut Groß Leine, der Busche Nackopenge genannt, zwischen Leibchel und Glietz gelegen, und auch die Neue Mühle zwischen Guhlen und Ressen gelegen, die Georg von der Zauche von Hans Luckowien gekauft hatte. Es handelt sich also um keine Erstbelehnung, sondern um eine Wiederbelehnung bzw. Lehnsbestätigung in manu dominante. Nach dem Tod des böhmisch-ungarischen Königs Ludwig II. in der Schlacht bei Mohács 1526 erhielten nun nur noch zwei Brüder von der Zauche, nämlich Friedrich und Georg die erneute Bestätigung ihrer Lehen und an Groß Leine. Nur wenige Jahre später verkaufte Georg von der Zauche Groß Leine an Friedrich d. Ä. von Streumen, der 1538 starb und es seinem Sohn Friedrich d. Jü. von Streumen vererbte. Am 14. Juli 1538 erhielt dieser den Lehenbrief für Groß Leine; nicht enthalten war darin die oben noch genannte Neue Mühle, die an Wilhelm Schenk von Landsberg auf Groß Leuthen verkauft worden war. Friedrich d. J. von Streumen auf Trebatsch konnte 1542 auch noch die Dörfer Pretschen und Wittmannsdorf von den Brüdern Melchior und Leonhardt von Langen erwerben. Er besaß außerdem Anteile an den Dörfern Mittweide und Schuhlen (Skulin), die er aber 1544/45 verkaufte. Doch auch Groß Leine war nicht lange in seinem Besitz. Ebenfalls um 1544/5 verkaufte er das Dorf an Christoph von Zabeltitz zu Trebatsch (richtigerweise ist hier nach Houwald Trebitz zu lesen), der am 30. März 1545 (Montag nach Palmarum) die Lehnsbestätigung erhielt. Mitbelehnt war sein Bruder Georg, denn zur Musterung der niederlausitzischen Stände 1554 erschienen Gorge Zabeltitz und Robel zum Lein und Leupchen mit einem Schützenpferd und zwei Fußknechten. 1558 hatte Christoph von Zabeltitz außerdem das Dorf Topper (im früherer Kreis Crossen in der Neumark) erworben. Im selben Jahr ist Christoph von Zabeltitz dann auch verstorben. Seine namentlich nicht genannte Witwe auf der einen Seite und seine beiden Brüder Hans und Georg auf der anderen Seite verglichen sich am 17. Mai 1558 dahin, dass die Witwe wegen ihres zugebrachten Ehegeldes von 500 Gulden ein Leibgeding von 1000 Gulden erhalten sollte, falls sie nicht bei ihren Kindern auf dem Gut bleiben wolle, oder dass die Kinder sie nicht weiter dort wohnen lassen würden. 500 Gulden sollten ihr ausbezahlt werden, 500 Gulden sollten auf dem Gut stehen bleiben und bei ihrem Tod ans Lehen zurückfallen. Die Witwe machte außerdem geltend, dass sie außer ihrem Ehegeld noch mindestens 800 Gulden in die Ehe eingebracht habe. Georg gestand ihr deshalb weitere 500 Gulden zu, die nach ihrem Tod an den mit Christoph gezeugten Sohn (Name leider nicht genannt) oder dessen Erben, oder wenn dieser ohne Erben verstorben ist, an die Töchter gehen sollten, falls sie die Mutter überleben sollten. Überlebte sie, die Witwe, ihre Kinder, sollte sie die 500 Gulden zur freien Verfügung haben. Mit Zustimmung ihres Vormundes Eustachius von Schlieben auf Vetschau und Seese, Hauptmann in Zossen leistete sie dafür Verzicht auf alle weiteren Ansprüche. Nach dieser Urkunde waren ihre Kinder noch minderjährig. Groß Leine kam an seinen Sohn Georg. Christoph muss noch einen zweiten, namentlich nicht bekannten Sohn gehabt haben, der Trebitz erhielt. 1560 bestimmte der Landvogt der Niederlausitz Bohuslav Felix von Lobkowitz und Hassenstein, während der Zeit, in der auf Reisen ist, Caspar Burggrafen von Dohna auf Straupitz, Hans von Polenz aus Beesdau, Georg von Zabeltitz von Groß Leine und [Esaias] von Minckwitz zu Groß Lübbenau zu Amtsbefehlshabern.

Groß Leine im Besitz derer von Zabeltitz Georg von Zabeltitz starb 1576 und hinterließ Groß Leine seinen Söhnen Jacob, Christoph, Dietrich, Hans und Heinrich; letztere beiden waren zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig. Am 27. Juli 1576 erhielten die Brüder von Zabeltitz den Lehnbrief über Groß Leine mit der Windmühle, dem Busch Nackopenge zwischen Leibchel und Glietz gelegen, den Ober- und Niedergerichten, Weinbergen usw. In der Lehnsbestätigung 1580 für die Brüder von Zabeltitz nach dem Tod von Kaiser Maximilian II. wird auch ihr Großvater Christoph von Zabeltitz genannt, der das Lehn von Friedrich von Streumen gekauft hatte. Damit ist die obige Zabeltitzsche Familiengeschichte belegt. In der brüderlichen Teilung vom 16. März 1600 übernahm Christoph von Zabeltitz Groß Leine. Er hatte keine Nachkommen. Dietrich von Zabeltitz auf Lein hatte am 11. Mai 1597 das halbe Dorf Eichow (Ortsteil der Gemeinde Kolkwitz im Landkreis Spree-Neiße) von Berndt von Seyffertitz erworben. Er hinterließ die Söhne Baltzer, Christoph, Sebastian und Georg und die Töchter Margarethe, Anna, Eva sowie eine namentlich nicht sicher bekannte weitere Tochter (Elisabeth?). Er starb noch vor 1609. Heinrich zum Lein kaufte von Siegmund von Zabeltitz auf Tranitz (heute devastiert) das Dorf Gablenz (Ortsteil der Gemeinde Neuhausen/Spree im Lkr. Spree-Neiße), und 1599 erwarb er von Wolf Ernst von Beerfelde ein Freihaus in Lübben (Spreewald). Nach der Zabeltitzschen Familiengeschichte war mit einer Catharina von Zieckau aus dem Hause Pieskow verheiratet. Er starb noch vor 1609 und hinterließ einen zu diesem Zeitpunkt noch unmündigen Sohn Wolf Ernst. In der Urkunde von 1599, nach der Heinrich von Zabeltitz die Lehn für das Freihaus in Lübben erhielt, werden auch seine Vettern Hans und Christoph von Zabeltitz zu Topper und Trebatsch erwähnt. Sie können nur die Söhne des namentlich nicht bekannten zweiten Sohnes des Christoph von Zabeltitz auf Trebitz gewesen sein.

Groß Leine wird an die von Zittwitz verkauft