Dubai () ist eines der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Persischen Golf.

Das Emirat Dubai liegt auf der Arabischen Halbinsel am Persischen Golf und ist mit 3.885 km² und 4,5 Mio. Einwohnern mittlerweile vor Abu Dhabi das bevölkerungsreichste Emirat der VAE. Der Herrscher von Dubai, Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum, ist Vizepräsident und Premierminister der VAE (Staatsoberhaupt ist der Emir von Abu Dhabi, siehe Wahlmonarchie). Die Hauptstadt und dominierendes Zentrum des Emirats Dubai ist die Stadt Dubai, die manchmal zur Abgrenzung vom Emirat als Dubai-Stadt bezeichnet wird. Da ca. 85 % der Einwohner des Emirats in der Hauptstadt leben,Dubai Statistics Center: No. of Estmimated Population by Sector & Community – EMIRATE OF DUBAI End of Year 2019 (PDF; 224 kB) spielt sich hier fast das gesamte wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben des Emirats ab.

Das Emirat ist für seine vielen spektakulären Bauprojekte wie Wolkenkratzer, Einkaufszentren, künstlich angelegte Inseln und Vergnügungsparks bekannt, seine Hauptstadt war Sitz der 28. UN-Klimakonferenz (COP 28) vom 30. November bis 13. Dezember 2023.

Geographie Das Emirat erstreckt sich zwischen Abu Dhabi im Südwesten und Schardscha (in den Emiraten übliche Schreibweise: Sharjah) im Nordosten. Die Exklave Hatta liegt im Hadschar-Gebirge an der Grenze zu Oman. Der größte Teil des Emirats besteht aus Wüste.

Klima Dubai hat ein heißes, arides Klima. Die Sommer in Dubai sind extrem heiß, windig und trocken mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur um 40 °C und nächtlichen Tiefsttemperaturen um die 30 °C. Die Sonne scheint an den meisten Tagen im Jahr. Die Winter sind kühl und kurz mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur um 23 °C und nächtlichen Tiefsttemperaturen um die 14 °C. Die Niederschlagsmenge ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen und erreicht aktuell um die 150 mm pro Jahr.

Geschichte An der Mündung des Dubai-Creeks existierte schon lange eine kleine Siedlung von Perlentauchern und Fischern. 1833 begann die Herrschaft der Al Maktum, als diese sich, mit Unterstützung von Schardscha, von Abu Dhabi lossagten. 1853 schloss Dubai mit Großbritannien einen Vertrag, der diesem die Verteidigung und Außenpolitik überließ und wurde damit ein Teil der Trucial States, wie die späteren VAE damals genannt wurden.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Hafen Dubai zu einem wichtigen Handelszentrum in der Golfregion. Zwar brach auch in Dubai 1930 die Perlenfischerei zusammen, doch waren die wirtschaftlichen Auswirkungen wegen der Einnahmen durch den Seehandel nicht so verheerend wie in den benachbarten Emiraten am Persischen Golf. Mit den ersten Erdölfunden begann sich seit 1966 auch die Erdölindustrie zu entwickeln.

Am 2. Dezember 1971 entließ Großbritannien die ehemaligen Trucial States, zu denen auch Dubai gehörte, in die Unabhängigkeit. Unter Führung von Abu Dhabi wurden die Vereinigten Arabischen Emirate aus den ehemaligen Trucial States, Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Umm al-Qaiwain, Fudschaira und Adschman (engl. Umschreibung: Ajman) gegründet. Am 10. Februar 1972 trat dann auch Ra’s al-Chaima als siebter und letzter ehemaliger Trucial State der Föderation bei.

Die Herrscherfamilie von Dubai stellt dabei traditionell mit dem Premierminister, dem Finanz- und Industrieminister sowie dem Verteidigungsminister wichtige Regierungsämter der VAE.

Politik Politisches System Das Emirat Dubai ist eine absolutistische Monarchie, die seit 1833 von der Familie Maktum beherrscht wird. Es gibt kein Parlament, in der traditionellen Madschlis können sich Einwohner an den Herrscher wenden. Seit 1971 ist Dubai in das föderale System der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) eingebunden, eine Föderation von sieben teilautonomen Emiraten (mit einer Verfassung von 1971). Der Emir von Dubai hat ein Vetorecht auf Bundesebene und ist traditionell Premierminister der VAE und Verteidigungsminister.

Der Dubai Executive Council besteht seit 2003 und ist der eigene zentrale Regierungsapparat Dubais. Ende 2006 wurde der Erbprinz Hamdan bin Muhammad Al Maktum zum Vorsitzenden des Rates ernannt. Der Executive Council unterstützt den Herrscher des Emirats und Premierminister der VAE, Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum, bei der Vorbereitung von Entwicklungsplänen für Dubai und bei der Formulierung und Implementierung von Gesetzen auf Emirats- und Bundesebene.

Herrscher von Dubai Die Herrscher von Dubai im Einzelnen (bin bedeutet „Sohn des“, also z. B. Muhammad bin Raschid „Muhammad, Sohn des Raschid“): Maktum bin Buti (1833–1852) Said bin Buti (1852–1859) Hascher bin Maktum (1859–1886) Raschid bin Maktum (1886–1894) Maktum bin Hascher (1894–1906) Buti bin Suhail (1906–1912) Said bin Maktum (1912–1958) Raschid bin Said (1958–1990) Maktum bin Raschid (1990–2006), verstarb Anfang 2006 während eines Aufenthaltes in Australien; übergangsweise Präsident der VAE am 2. und 3. November 2004 (nach dem Tod des damaligen Präsidenten Zayid bin Sultan Al Nahyan) Muhammad bin Raschid (seit 2006)

Demographie und Arbeitsmigration In Dubai sind, wie auch im Rest des Landes, die Emirater in der Minderheit. Etwa 85 % der Einwohner sind Ausländer und sie erbringen den größten Teil der Wirtschaftsleistung. Die meisten Arbeitsmigranten kommen aus dem südlichen Asien (Indien, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka) und den Philippinen, aber auch aus Afrika (Sudan, Ägypten, Algerien, Somalia, Äthiopien, Kenia, Nigeria, Tansania), Europa (darunter ca. 8.000 aus Deutschland) und aus den USA und Kanada. Oftmals müssen sie bei der Einreise ihren Pass abgeben (Siehe auch den Abschnitt Arbeitsimmigranten im Artikel „Vereinigte Arabische Emirate“, den Artikel Kafala). Da vorrangig jüngere kräftige Männer für gering qualifizierte Arbeiten (vor allem am Bau) angeworben werden, sind zurzeit nur etwa ein Viertel aller Einwohner weiblich. Dieses Missverhältnis dürfte sich erst entspannen, wenn den Arbeitsmigranten erlaubt wird, ihre Angehörigen nachkommen zu lassen.

Während die einheimische Bevölkerung und hochqualifizierte Arbeitsmigranten aus Europa und Nordamerika in der Regel sehr wohlhabend sind, verfügen die meisten ungelernten Arbeitsmigranten nur über äußerst geringe Einkommen von weniger als 5 US-Dollar pro Arbeitstag.

In Dubai gibt es laut World Wealth Report 68.000 US-Dollar-Millionäre, die knapp 4,6 % der Bevölkerung Dubais ausmachen. Dies ist eine der höchsten Millionärsdichten der Welt. Dieses Verhältnis wird noch ausgefallener, wenn man davon ausgeht, dass ein Großteil dieser 68.000 Dollar-Millionäre unter den rund 15 % Einheimischen, also unter rund 200.000 Personen zu finden sind. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 2005 ca. 28.000 US-Dollar.

Religion und Sprache Der Islam ist Staatsreligion. Die Mehrheit der Bewohner Dubais sind Sunniten. Allerdings gibt es auch Hindus, Sikhs, Schiiten und Christen. Die katholische Pfarrei der Stadt Dubai umfasst rund 70.000 Mitglieder. Dubai ist das einzige Emirat der VAE, in dem es einen Hindu-Tempel und eine Sikh-Gurudwara gibt.

Die offizielle Sprache des Emirats und der Stadt Dubai ist Arabisch, doch ist Englisch als Alltagssprache sehr weit verbreitet. Fast alle jüngeren Emirater und ein großer Teil der angeworbenen Arbeitskräfte können sich auf Englisch verständigen, was das Zusammenleben in dieser ausgeprägt multikulturell koexistierenden Gesellschaft erleichtert.

Das Wochenende in Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist seit September 2006 auf Freitag und Samstag festgelegt (zuvor Donnerstag und Freitag). Alle staatlichen und öffentlichen Institutionen, Regierungseinrichtungen sowie Privatschulen sind an diese Regelung gebunden. Jedoch besteht für einen Großteil der Arbeitsmigranten eine Sechstagewoche, bei der der arbeitsfreie Tag nur der Freitag ist.

Rechtsprechung Auswärtige (z. B. Touristen und Gastarbeiter) wissen oft nicht, dass die Rechtsprechung in Dubai härter als in vielen anderen muslimischen Ländern ist. Diese basiert auf der Schari'a und entspricht in weiten Teilen nicht ihren westlichen Pendants, sowohl in der Härte der Urteile als auch in der Frage, welche Taten strafbare Delikte darstellen.

So gibt es zum Beispiel für Drogenbesitz, für das Auffallen durch Alkoholisierung in der Öffentlichkeit, Homosexualität und für den Besitz von pornographischem Material sowie für den Besitz von nicht ärztlich verordneten Medikamenten verschieden hohe Haftstrafen.

Internationales Aufsehen erregte ab Juli 2007 der Fall eines 15-jährigen Franzosen, der in Dubai von drei Einheimischen, einer davon HIV-infiziert, vergewaltigt wurde und dem von einem Arzt eine strafrechtliche Verfolgung angedroht wurde,Welt Online: Vergewaltigter Junge kämpft um Gerechtigkeit nachdem ihm vorgeworfen wurde, homosexuell zu sein. Es kam allerdings zu keinem Verfahren gegen den Jugendlichen. Am 12. Dezember 2007 wurden zwei der drei Vergewaltiger zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt.

2013 zeigte eine Norwegerin bei der Polizei in Dubai an, von einem Arbeitskollegen vergewaltigt worden zu sein; sie wurde vorübergehend festgenommen und später wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs von einem Gericht zu 16 Monaten Haft verurteilt und verlor ihre Arbeitsstelle wegen „unpassenden Verhaltens“.Dubai: Norwegerin nach Vergewaltigungsurteil begnadigt. In: orf.at, 22. Juli 2013, abgerufen am 21. November 2017. Nach internationalen Protesten wurde sie begnadigt.

Aufsehen erregte der Fall einer 29-jährigen Österreicherin, die im Dezember 2013 in Dubai vergewaltigt wurde. Nach der Anzeige bei der Polizei musste sie nicht nur ihren Pass abgeben, sondern sah sich mit der Möglichkeit konfrontiert, ins Gefängnis zu kommen, sollte sie ihren Peiniger nicht ehelichen. Nach einer Intervention des österreichischen Außenministers konnte die Frau Dubai am 30. Januar 2014 verlassen.

Hart durchgegriffen wird auch in Fällen von öffentlichem Cross-Dressing und Transvestitismus. Bezeugungen der gegenseitigen Zuneigung in der Öffentlichkeit (wie Küssen oder Austausch von Zärtlichkeiten) kann mit Gefängnis-, Geldstrafen oder Deportation geahndet werden; außerehelicher Sex ist strafbar; auch das Zusammenleben von nicht verheirateten Paaren ist illegal.

Wirtschaft Machten vor 1990 die Einkünfte aus dem Verkauf von Erdöl noch rund 50 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts des Emirats aus, so sind es 20 Jahre später gerade noch 5 Prozent. Das gesamte Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2007 bei etwa 198 Milliarden Dirham (rund 42,5 Milliarden Euro). Das Pro-Kopf-Einkommen lag damit bei umgerechnet rund 31.000 Euro.

Dubais außerordentliches Wachstum während der letzten Jahrzehnte ist neben dem Erdölreichtum auch der sehr liberalen Wirtschaftspolitik zu verdanken. Es gibt nur wenige Vorschriften, die den Wirtschaftsverkehr beschränken. Die Umweltschutzauflagen sind gering, eine Kontrolle der Finanzen und des Geschäftsverkehrs findet kaum statt. Zudem gilt Dubai als Steuerparadies: Es werden keine direkten Steuern auf das Einkommen (Einkommensteuer) erhoben. Jedoch gibt es seit 2023 eine 9 % Körperschaftssteuer, die auch für Unternehmen in Freezones gilt. Dabei gibt es einen Freibetrag von etwa 100.000 USD, der nicht versteuert werden muss. Ausnahmen gibt es lediglich für wenige Unternehmen, die sogenannten Qualified Activities wie Rohstoffhandel, Schifffahrt oder ähnliches betreiben. Zudem gibt es die Möglichkeit bis 2026 einen Small Business Relief zu beantragen welche Steuerfreiheit für Unternehmen bis 3 Mio. AED garantiert. Dubais Wirtschaft wird von zwei großen Staatsunternehmen beherrscht, der Dubai World und der Investment Corporation of Dubai (ICD).Le Monde diplomatique: Das beste Dubai der Welt (vom 12. März 2010)