Die spanische Männer-Handballnationalmannschaft ist die von der königlichen spanischen Handballföderation (Real Federación Española de Balonmano, RFEBM) aufgestellte Nationalauswahl Spaniens im Handball der Männer.
Spanische Teams gewannen zwei Weltmeisterschaften (2005 und 2013) und zwei Europameisterschaften (2018 und 2020). Bei den Handballwettbewerben der Olympischen Spiele holten sie fünf Mal eine Bronzemedaille für den 3. Platz.
Geschichte 1953–1958, Trainer: Alberto San Román Das erste Länderspiel der von der Federación Española de Balonmano aufgestellten spanischen Mannschaft fand am 15. April 1953 in Madrid statt, Gegner des Freundschaftsspiels war die schwedische Auswahl. Das spanische Team verlor die Begegnung mit 12:23. Für Spanien traten die Spieler Espinosa, Santos, Romano, Bustamante, Alcántara, Villita, Acebal, Miracle, Franquesa, Pérez und Guardía an. Das zweite Spiel verlor man am 13. Dezember 1953 in Nantes gegen Frankreich (11:23), und auch das dritte Spiel, das am 20. März 1955 in Valencia wiederum gegen Frankreichs Auswahl ausgetragen wurde, ging verloren (15:27). Der erste Sieg gelang im vierten Länderspiel am 14. April 1956 in Barcelona gegen Portugal; Spanien gewann mit den Spielern Font, Sánchez, Casajuana, Peña, Cañadell, Blanco, Acebal, J. L. García, Zurdo, Guardía und Fontdevilla mit 14:9.
Trainer der Mannschaft war Alberto San Román.www.rfebm.com, „Se va uno de los grandes, Alberto San Román“, 22. Juni 2012, abgerufen am 26. Januar 2023
Am 21. Juni 1957 nahm die Mannschaft erstmals an der Copa Latina teil.
1958–1967, Trainer: Domingo Bárcenas Im Jahr 1958 wurde Domingo Bárcenas neuer Cheftrainer.dbe.rah.es, „Domingo Bárcenas González“, abgerufen am 26. Januar 2023 Bei der Weltmeisterschaft 1958 spielte das Team in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) erstmals bei einer Weltmeisterschaft; die im Februar/März 1958 in Erfurt antretenden ersten spanischen Teilnehmer bei einer Weltmeisterschaft waren Espinosa, Font, Alcántara, Casajuana, Farrés, Fontdevila, J. L. García, Góngora, Maestre, Medina, Miracle, Orbe, Pregona und Villita. Die Weltmeisterschaft 1958 beendete Spanien auf Platz 12 (von 16 Teams), von drei Spielen gewann man eines. Für die folgenden vier Weltmeisterschaften konnte man sich nicht qualifizieren.
1967–1977, Trainer: José Antonio Roncero Cheftrainer der Mannschaft war ab 1967 José Antonio Roncero. Er trainierte die Auswahl zwischen 1967 und 1977 in 71 Länderspielen.www.marca.com, „Fallece el exseleccionador nacional José Antonio Roncero“, 12. Dezember 2016, abgerufen am 26. Januar 2023 Die Auswahl Spaniens trat im September 1967 in Tunesien erstmals bei den Mittelmeerspielen im Handball an. Im Juni 1971 stand man auch erstmals bei der Jugoslawien-Trophäe auf dem Parkett, im November 1971 zum ersten Mal beim World Cup in Schweden. Im März 1972 qualifizierte sich die spanische Mannschaft für die Olympischen Spiele. Bei dem vorolympischen Turnier absolvierte die spanische Nationalauswahl am 17. März 1972 in Granollers ihr 100. Länderspiel. Von den fünf Spielen beim olympischen Turnier im August/September 1972 in München gewann das Team nur das letzte Spiel und belegte den 15. Platz. Für Spanien waren José Manuel Taure, José Faustino Villamarín, Francisco López, Santos Labaca, José Perramón, Javier García Cuesta, Juan Miguel Igartua, Juan Antonio Medina, Jesús Guerrero, Fernando de Andrés, Domingo Bárcenas, Vicente Ortega, Juan Morera, Antonio Andreu, Miguel Ángel Cascallana, Pitiu Rochel und Rafael Velillawww.rfebm.com, „Torrevieja será testigo este viernes del homenaje a los primeros olímpicos del balonmano español“, 26. Oktober 2022, abgerufen am 6. Januar 2023 die ersten Vertreter im olympischen Handball.
Für die achte Weltmeisterschaft, die 1974 wieder in der DDR stattfand, konnte sich das spanische Team 16 Jahre nach der letzten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft wieder qualifizieren und belegte den 13. Platz. Im April 1975 wurde vom spanischen Handballverband erstmals das Torneo Internacional de España ausgetragen, bei dem Spanien auf den 2. Platz kam. Bei den Mittelmeerspielen desselben Jahres kam Spanien in Algerien ebenfalls auf den zweiten Platz. Man scheiterte jedoch in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 1976. Im Februar/März 1977 spielte die Nationalmannschaft bei der B-Weltmeisterschaft in Österreich und, erstmals, im November beim Karpatenpokal in Baia Mare. Im Januar/Februar 1978 kam das Team bei der Weltmeisterschaft 1978 in Dänemark auf Platz 10.
1979–1985, Trainer: Emilio Alonso, Cruz María Ibero, Branislav Pokrajac Trainer der Mannschaft war 1979/1980 Emilio Alonso.www.diariodeburgos.es, „Pregón desde los siete metros“, 31. August 2012, abgerufen am 26. Januar 2023 Im Februar/März 1979 trat das Team des spanischen Verbandes bei der B-Weltmeisterschaft im eigenen Land an und gewann das Turnier. Da sich der spanische Handballverband nicht am Olympiaboykott für die Spiele in Moskau beteiligte, konnte das spanische Team an den Olympischen Spielen 1980 teilnehmen; bei der zweiten Olympiateilnahme belegte Spanien Platz 5. Zwei Jahre später kam die Mannschaft in der Bundesrepublik Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1982 auf Platz 8. In den Niederlanden trat sie dann im Februar/März 1983 bei der B-Weltmeisterschaft an. Die dritte Olympiateilnahme brachte den Spaniern Platz 8 bei den Spielen 1984 in Los Angeles, im Februar/März 1985 spielte die Mannschaft in Norwegen bei der B-Weltmeisterschaft. Bis 1985 trainierte erstmals Cruz María Ibero die Mannschaft. Auch Branislav Pokrajac war im Jahr 1985 kurzzeitig Trainer der Spanier.
1985–1988, Trainer: Juan de Dios Román Juan de Dios Román übernahm das Training der Mannschaft ab 1985 erstmals, er blieb bis 1988 in diesem Amt. Bei der neunten Auflage des Torneo Internacional de España im Januar 1986 in San Sebastián gewann Spanien erstmals das Turnier im eigenen Land. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1986 in der Schweiz endete im März 1986 mit Platz 5. Nach dem vorolympischen Turnier im August 1988 in Irún nahm die Mannschaft dann auch an den Olympischen Spielen 1988 in Seoul teil, wo sie den 10. Platz belegte. Ab Dezember 1988 hatte Emilio Alonso gemeinsam mit César Argilés das Traineramt inne.„César Argilés, nuevo seleccionador nacional de balonmano“, 21. November 2000, abgerufen am 26. Januar 2023 Im Februar/März 1989 nahm Spanien an der B-Weltmeisterschaft in Frankreich teil.
1989–1993, Trainer: Javier García Im Jahr 1989 wurde Javier García Trainer im spanischen Verband. Die Weltmeisterschaft 1990 in der Tschechoslowakei endete im März 1990 wieder mit einem fünften Platz für Spaniens Team. Im Juli 1990 startete das Team in Seattle erstmals bei den Goodwill Games. Im November 1991 nahm Spanien erstmals am Supercup in Deutschland teil und gewann das Turnier. Im Folgejahr trat man zum fünften Mal bei Olympischen Spielen an, in Granollers belegte die Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1992 Platz 5. Ebenfalls Platz 5 gab es bei der Weltmeisterschaft 1993 in Schweden.
1993–1995, Trainer: Cruz María Ibero Trainer in den Jahren 1993 bis 1995 war Cruz María Ibero.lanetaneta.com, „Garralda: “Cruz Ibero me enseñó que no basta con trabajar como una mula”“, 12. Juni 2020, abgerufen am 26. Januar 2023 Im Jahr 1993 konnte sich Spanien für die Teilnahme an der erstmaligen Austragung der Europameisterschaft qualifizieren. Bei der Europameisterschaft 1994 in Portugal kam das spanische Team auf Platz 5. Im Turnierverlauf wurde am 3. Juni 1994 das 500. Länderspiel Spaniens ausgetragen und mit 25:20 gegen Ungarn gewonnen.www.rfebm.com, Spielbericht, abgerufen am 7. Januar 2023 Im Mai 1995 in Island konnte die Mannschaft aus Spanien bei der Weltmeisterschaft 1995 nur den 11. Platz erreichen.
1995–2000, Trainer: Juan de Dios Román Im Jahr 1995 wurde nochmals Juan de Dios Román Cheftrainer der spanischen A-Auswahl. Er hatte die Auswahl schon von 1985 bis 1988 betreut. Den Spaniern gelang im Mai 1996 bei der Europameisterschaft 1996 im eigenen Land der Gewinn der ersten Medaille bei einem großen Turnier; im Finale am 2. Juni unterlag man der russischen Nationalmannschaft (22:23). Eine weitere Medaille gab es im August 1996 bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, wo man Platz 3 erreichte. Die Weltmeisterschaft 1997 endete für Spanien dann mit dem 7. Platz; bei der Europameisterschaft 1998 in Italien konnte das Team zum zweiten Mal die Silbermedaille gewinnen; im Finale am 7. Juni 1998 unterlag man in Bozen der schwedischen Auswahl mit 23:25. Diesem zweiten Platz bei der Europameisterschaft folgte bei der in Ägypten ausgetragenen Weltmeisterschaft 1999 ein vierter Platz. Wieder auf einen Medaillenrang kam das Team bei der Europameisterschaft 2000 in Kroatien, bei der man den dritten Platz errang. Und auch bei den Olympischen Spielen im Jahr 2000 in Sydney gelang der Gewinn der Bronzemedaille.
2000–2004, Trainer: César Argilés Neuer Cheftrainer wurde im November 2000 César Argilés, der das Amt auch schon 1988/1989 zusammen mit Emilio Alonso ausgeübt hatte. Dem Team gelang der 5. Platz bei der Weltmeisterschaft 2001 in Frankreich, bei der Europameisterschaft 2002 in Schweden Platz 7. Im Januar/Februar 2003 konnte das Team bei der Weltmeisterschaft 2003 in Portugal den vierten Platz belegen, im Januar 2004 bei der Europameisterschaft 2004 stand am Ende der 10. Platz zu Buche. Platz 7 wurde dann im August 2004 in Athen bei den Olympischen Spielen 2004 erreicht.
2004–2008, Trainer: Juan Carlos Pastor, Javier García Juan Carlos Pastor wurde im Dezember 2004 zum Cheftrainer berufen. Bei der Weltmeisterschaft 2005 in Tunesien wurden die Spaniern erstmals Weltmeister. Im Finale schlug die Mannschaft am 6. Februar 2005 in Radès das kroatische Team mit 40:34. Die Goldmedaille erhielten José Javier Hombrados, Albert Rocas, Rubén Garabaya, Fernando Hernández, David Davis, Juanín García, Mariano Ortega, Alberto Entrerríos, Raúl Entrerríos, Rolando Uríos, Demetrio Lozano, Mateo Garralda, Juancho Pérez, David Barrufet, Iker Romero und Chema Rodríguez sowie der Trainer Juan Carlos Pastor. Im Juli 2005 gewann die spanische Mannschaft zum ersten Mal die Mittelmeerspiele, die in Spanien ausgetragen wurden. Im Folgejahr gewann Spaniens Auswahl bei der Europameisterschaft 2006 in der Schweiz wieder die Silbermedaille, das Finale ging mit 23:31 gegen Frankreich verloren. Beim letzten World Cup im Oktober 2006 belegte man Platz 7. Die Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland beendete Spanen ebenfalls auf Platz 7, die in Norwegen ausgetragene Europameisterschaft 2008 auf Platz 9. Im September wurde Javier García Interims-Trainer der Nationalmannschaft, der das Team schon von 1989 bis 1993 betreut hatte. Er blieb Trainer bis Dezember des Jahres.
2008–2013, Trainer: Valero Rivera mini|Spaniens Auswahl bei der Siegerehrung der Weltmeisterschaft 2013 Das Training der Mannschaft übernahm am 15. Dezember 2008 Valero Rivera. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking konnte Spanien eine weitere olympische Bronzemedaille gewinnen. Es war das dritte Mal, dass Spanien den dritten Platz bei Olympia belegte. Diesem folgte bei der Weltmeisterschaft 2009 in Kroatien der 13. Platz. Im Jahr darauf gelang dann in Österreich bei der Europameisterschaft 2010 der 5. Platz, im Januar 2011 gewann Spanien bei der Weltmeisterschaft 2011 in Schweden die Bronzemedaille, ein Jahr später belegte die Mannschaft den 4. Platz bei der Europameisterschaft 2012 in Serbien. Beim olympischen Handballturnier 2012 in London kam Spanien auf Platz 7. Das Jahr 2013 brachte im Januar die Weltmeisterschaft 2013 in Spanien, bei der der spanischen Nationalmannschaft der zweite Titelgewinn gelang. Mit 35:19 gewann man am 27. Januar 2013 in Barcelona das Finalspiel gegen Dänemarks Auswahl.
2013–2016, Trainer: Manuel Cadenas, Chechu Villaldea