Logoalternativtext=|zentriert|225x225px|LogoBundessprecherHenriette Held und Luis BobgaBasisdaten Gründungsdatum 15. Januar 1994 Gründungsort Hannover PolitischeGeschäftsführerin: Annika Randzio Schatzmeister Jonathan Morsch Beisitzer Katharina MüllerLaetitia Wendt Moritz FringsTammo WestphalStina Reichardt (Verantwortlichefür Geschlechterstrategie)Melsa Yildirim(InternationaleSekretärin) Ausrichtung Grüne PolitikAntirassismusLinksliberalismusFeminismusBasisdemokratieKapitalismuskritikÖkosozialismusAntifaschismus Mitglieder 18.900(Stand: Juli 2025) Gliederung 16 LandesverbändeÜber 100 Kreisverbände Website gruene-jugend.de Magazin über:morgen

Die Grüne Jugend (inoffizielle Abkürzung GJ, Eigenschreibweise GRÜNE JUGEND) ist die unabhängige Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen.

Politische Positionen Inhaltlich ist die Jugendorganisation unabhängig von der Partei Bündnis 90/Die Grünen und hat daher in einigen Bereichen andere Forderungen als die Partei. In vielen Gebieten vertritt sie radikalere Positionen als diese und zeichnet sich auch durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Jugendorganisationen aus.

Einige wichtige Themen sind die Klimapolitik, Soziale Gerechtigkeit, Migration und Antifaschismus, (Queer-)Feminismus, sowie Menschenrechte im Allgemeinen.

Die Grüne Jugend tritt gegen Diskriminierung in Form wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Ableismus, Homo- und Transfeindlichkeit sowie Klassismus ein. Gleichberechtigung von marginalisierten Personengruppen ist ein zentrales Thema. Des Weiteren setzt sie sich für einen Abbau der Ungerechtigkeiten zwischen Ost- und Westdeutschland ein.

Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, fordern die Grüne Jugend mehr soziale Fürsorge etwa durch die Erhöhung des Arbeitslosengeldes und gute Bezahlung für alle Jobs, „unabhängig davon ob am Fließband, als Kellner oder an der Uni gearbeitet wird.“ Generell setzt sich die Grüne Jugend dafür ein, dass Leben für alle Menschen vor Ort – insbesondere junge Menschen, besser zu machen. Dazu zählen u. a. einen bundesweiter Mietendeckel, kostenlose und gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr sowie kostenlose Freizeitangebote für Kinder- und Jugendliche, insbesondere im ländlichen Raum.

Geschichte Vorgeschichte (bis 1988) Noch vor Mitte der 1980er Jahre bildeten sich erste den Grünen nahestehende „politische Schülergruppen“ an einzelnen Schulen. Die erste Gründung einer Grünen Jugend unter dem Namen erfolgte in Niedersachsen mit der Grünen Jugend Braunschweig (GJBS) bereits im Frühjahr 1981.Satzung der ersten Grünen Jugend vom 17. März 1981: GRÜNEJugend-GJBS-Satzungsbogen1981.png Gleichzeitig versuchte die ehemalige Jugendorganisation der FDP, die Jungdemokraten (DJD bzw. Judos), die strukturierte Zusammenarbeit mit der Grünen Partei, ohne jedoch sich selbst als Organisation vereinnahmen zu lassen.GABA Rundbrief 1/1990: offener Brief DJD an die JuKo vom 25. Januar 1990. Eigenverlag, Hannover, S. 8. Relativ unabhängig von den Grünen formierte sich 1986 ein Netzwerk grüner, alternativer, bunter und autonomer Jugendgruppen, das sich GA-BA-Spektrum nannte. Grüne Kreise kommentierten den Zusammenschluss damals kritisch. Zu nennenswerten politischen Initiativen des Netzwerks kam es nach zwei Bundeskongressen 1987 nicht.Der Spiegel 31/1989: Grüne: Auf die Palme – Den Grünen geht, zehn Jahre nach ihrer Gründung, der Nachwuchs aus. Jetzt sucht die Partei nach Mitteln gegen die „Vergreisung“. Vor der Gründung des 1994 gegründeten Grün-Alternativen Jugendbündnisses (GAJB) unterhielt die Bundespartei eine Bundesjugendkontaktstelle, die als Koordinationsstelle für eine lose Vernetzung junger Mitglieder und Sympathisanten der Partei Die Grünen diente. Als Gegenmodell zur GA-BA, bzw. als parteinahere Organisation, etablierten Die Grünen im Februar 1990 den ersten Vorläufer der grünen Jugendorganisation. Die sogenannte Grün-Alternative Jugendkoordination (JuKo) setzte sich aus jeweils zwei stimmberechtigten Vertretern pro Bundesland zusammen. Die Kosten für Veranstaltungen, Druckerzeugnisse und Fahrtkosten wurden jeweils aus eigenem Haushalt bestritten, der durch die bundesgrüne Partei zur Verfügung gestellt wurde.GRÜNE richten bundesweite Jugendkoordination ein. In: Grüner Basisdienst: Grün-alternative Jugendkoordination. Ausgabe 7/90, Bundesgeschäftsstelle Die Grünen, Bonn 1990, S. 34 ff. (Pressemitteilung vom 17. Februar 1990).

Erste Gründungen auf Landesebene (1988–1991) 1988 gründete sich mit der Grün-Alternativen Jugend Schleswig-Holstein (GAJ SH) der erste explizit parteinahe Jugendverband auf Landesebene. Die Landespartei anerkannte die GAJ im Juni 1989 offiziell als Jugendverband. Auch in anderen Bundesländern gründeten sich erste grüne Jugendstrukturen, so im Jahr 1988 in Neu-Ulm die Grün-bunt-alternative Jugend. Ein Jahr später trafen sich grüne Jugendliche zu einem ersten bayernweiten Treffen in Erlangen. In der Folge gründete sich am 24./25. März 1990 das Grün-Bunte-Jugendnetz (GBJ) in München als Vorläufer der Grünen Jugend.Einladung 2. GAJ Treffen Bayern in JHB Neuhausen in München, Sprecher: Kamran Salimi Der Landesverband der Bayerischen Grünen erkannte es im Juli 1990 auf einer Landesversammlung in Grafing an.Toni Schuberl: 20 Jahre jung. Die Geschichte der Grünen Jugend Bayern. Eigenverlag, Eging am See, S. 5 ff. Mehrere Landesverbände wurden 1991 gegründet; so die damalige Grün-Alternative Jugend Baden-Württemberg (14. April 1991) und die Grüne Jugend Hessen, die als hessischer Landesverband im Frühjahr 1991 aus dem Frankfurter Jugendstammtisch der Grünen hervorging. Sie nutzt seither einen Frosch als Logo.

Auch innerhalb der Jugendorganisationen spielte sich der Flügelkampf der Grünen ab. Während die Jugendzusammenschlüsse in Schleswig-Holstein und Hessen sich eher dem Realo-Flügel zugehörig fühlten, sahen sich die Bayerischen und Berliner Jugendgruppen eher im Fundi-Lager. Trotz der unterschiedlichen politischen Ausrichtung konnte man sich im Dezember 1989 in Hannover auf eine gemeinsame Plattform verständigen, die grün-alternativ-bunt-autonomen Jugendgruppen (GABA). In einer gemeinsamen Resolution fassten sie ihr Selbstverständnis als unabhängiger Zusammenschluss unterschiedlicher Jugendgruppierungen zusammen. Die GABA verstand sich als Koordination und Netzwerk zu inhaltlichen Themen wie Antifaschismus, Ökologie, Gleichberechtigung und Frieden. Als Arbeitsplattform wurden Projektgruppen definiert – Hierarchien oder Funktionäre innerhalb der GABA wurden strikt abgelehnt.GABA Rundbrief 1/1990. Selbstverlag, Hannover, S. 3 ff.

Grün-Alternatives Jugendbündnis (Bundesebene, seit 1994) Die Grüne Jugend wurde 1994 in Hannover gegründet. Zunächst war sie ein eigenständiger Verband und trug den Namen Grün-Alternatives Jugendbündnis (GAJB).

Ab 1994 erschien SPUNK, die Mitgliederzeitung der Grünen Jugend. Sie wurde 2013 mit der 75. Ausgabe eingestellt.SPUNK, ZDB SPUNK steht für „spontan, politisch und natürlich kritisch“.Larissa Rohr: Stachel_im_Fleisch der Mutterpartei, Seite 38 Nachdem die SPUNK ab 2014 zunächst als reines Online-Magazin fortbestandSPUNK – Mitgliederzeitung der GRÜNEN JUGEND, Berlin, wurde auch dieses mit Beschluss des 53. Bundeskongresses im November 2019 eingestellt und durch die „über:morgen“ ersetzt, die seit August 2020 zweimal jährlich als Printmagazin erscheint. Mitglieder der Grünen Jugend haben außerdem dauerhaft Zugriff auf eine kostenlose Digitalversion.

Nach Jahren heftiger Debatten um die Art und Weise, grüne Jugendarbeit zu institutionalisieren, setzte sich die Grüne Jugend als Verband durch; das System der Jugendkontaktstellen löste sich nach und nach auf. Im Jahr 2000 wurde der Name in Grüne Jugend geändert, und 2001 beschloss der Bundesverband der GJ die Umwandlung von einem strukturell eigenständigen Verband zu einer Teilorganisation der Partei.

2003 wurde ein Konzept zur Einführung von Mitgliedsbeiträgen auf dem Bundeskongress in Leipzig von der Bundesmitgliederversammlung angenommen. Es sah zunächst danach aus, als würde die geforderte Ratifizierung durch zwölf Landesverbände nicht erreicht. Im Oktober 2004 stimmte der zwölfte Landesverband (Brandenburg) zu. Im Jahr 2010 wurden alle Satzungen und Ordnungen grundlegend überarbeitet, so wurde die Doppelmitgliedschaft in anderen parteinahen Jugendorganisationen ausgeschlossen.

Kritik am Programm von Bündnis 90/Die Grünen Im Oktober 2023 wurden Katharina Stolla und Svenja Appuhn zu Bundessprecherinnen der Grünen Jugend gewählt. Sie warben im Mai 2024, wenige Wochen vor der Europawahl 2024, für eine linke Utopie, Klassenkampf und einen demokratischen Sozialismus. Das kapitalistische System funktioniere nicht. Appuhn beklagte, es fehle „eine linke Utopie, für die es sich zu kämpfen lohnt“. Sie forderte in einem Interview mit der SZ höhere Steuern für „Millionäre und Milliardäre“; große Vermögen müssten „stärker umverteilt“ werden. Es könne „nicht sein, dass eine winzige Minderheit auf Milliardenvermögen“ sitze, während „viele Kinder nicht mal ein warmes Mittagessen auf dem Tisch haben“.Grüne werben für Europa – ihre Jugend für eine linke Utopie (31. Mai 2024)

Austritt des Vorstands aus Bündnis 90/Die Grünen Im September 2024 kündigte der gesamte Bundesvorstand geschlossen seinen Rücktritt sowie Austritt aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen und der Grünen Jugend an. Der Vorstand begründet diesen Schritt wie folgt: „Wir glauben, dass es mittelfristig keine Mehrheiten in der Partei für eine klassenorientierte Politik gibt, die soziale Fragen in den Mittelpunkt rückt und Perspektiven für ein grundsätzlich anderes Wirtschaftssystem aufzeigt.“ Stattdessen gaben die Mitglieder an, „einen neuen, dezidiert linken Jugendverband zu gründen“. Dies ist inzwischen im parteiunabhängigen Jugendverband Junge Linke verwirklicht. Die Vorstände mehrerer Landesverbände folgten dem Bundesvorstand und traten ebenfalls aus der Partei aus, und zwar in den Landesverbänden Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, ebenso die Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft Ivy May Müller, welche sich als parteiloses Mitglied der Linksfraktion anschloss.

Struktur und Organisation Die Jugendorganisation ist in über 100 Kreisverbände sowie 16 Landesverbände untergliedert. Nach Verbandsangaben waren im Jahr 2025 etwa 18.900 Menschen Mitglied der Grünen Jugend. Neumitglieder von Bündnis 90/Die Grünen, die das 28. Lebensjahr nicht vollendet haben, werden automatisch Mitglied der Grünen Jugend, sofern sie dem nicht widersprechen. In allen Ländern sind Mitglieder der Partei von den Mitgliedsbeiträgen der Grünen Jugend befreit. Eine Mitgliedschaft in einer mit Bündnis 90/Die Grünen konkurrierenden Partei oder deren Jugendverband ist untersagt. Die Mitgliedschaft in der Grünen Jugend endet in der Regel am 28. Geburtstag, wobei allerdings einige Landesverbände abweichende Regelungen haben (Bayern, Hamburg, Hessen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen: 30. Geburtstag). Damit hat der Grünen-Jugendverband das niedrigste Höchstalter der Parteijugendverbände (28. Geburtstag), nachdem die Jungen Piraten ihr Höchstalter bei ihrer Bundesmitgliederversammlung 2015 von 27 auf 29 Jahre angehoben haben. – Abschnitt 1.3. Zuletzt gab es 2019 sowie 2022 Bemühungen der jeweiligen Bundesvorstände sowie 2025 von diversen Landesvorständen, das Höchstalter bundesweit einheitlich auf 30 Jahre anzuheben. Diese scheiterten jedoch auf dem 52. Bundeskongress in Leipzig sowie auf dem 56. Bundeskongress in Bielefeld an der erforderlichen, satzungsändernden Zweidrittelmehrheit.

Kontroversen um die Anhebung der Altersgrenze auf dem Bundeskongress im Oktober 2025, Anrufung des Schiedsgerichtes