Leo Mittler (* 18. Dezember 1893 in Wien; † 16. Mai 1958 in West-Berlin) war ein österreichischer Theater- und Filmregisseur und Drehbuchautor.
Leben Mittler studierte an der Wiener Akademie für Musik und Darstellende Kunst und war danach als Schauspieler an Theatern in Deutschland und Österreich tätig, ab 1910 übernahm er Theaterregieen. Er wirkte unter anderem in Berlin an der Volksbühne und dem Deutschen Theater.
Seit 1926 war Leo Mittler auch als Filmregisseur tätig. Sein wichtigster Beitrag war der 1929 bei Prometheus Film entstandene sozialkritische Film Jenseits der Straße, der als ein Hauptwerk des proletarischen Films gilt. 1930 ging Mittler nach Paris und war für Paramount als Regisseur tätig. Über England emigrierte er später in die USA und war dort von 1939 bis 1948 als Drehbuchautor beschäftigt. Danach bemühte er sich wieder um Arbeit an deutschen und österreichischen Theatern. Neben seinen Inszenierungen schuf er auch die deutschsprachigen Fassungen einer Reihe von Theaterstücken, darunter Werke von William Inges. Vor seinem Tod in West-Berlin war er auch für das westdeutsche Fernsehen tätig.
Nachdem 1945 Liesl Franks erster Mann Bruno Frank gestorben war, heiratete sie 1948 Leo Mittler, mit dem sie in New York und ab den 1950er Jahren in Hamburg lebte.Frank, Elisabeth (Liesl). In: Ernst Fischer: Verleger, Buchhändler & Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933: Ein biographisches Handbuch. Elbingen: Verband Deutscher Antiquare, 2011, S. 80 Nach der Heirat nahm Liesl oder Elisabeth Frank den Familiennamen Frank-Mittler an.#Kirchner 2009, Seite 12.
Filmografie 1926: In der Heimat, da gibt’s ein Wiedersehn! 1928: Serenissimus und die letzte Jungfrau 1929: Jenseits der Straße 1930: Der König von Paris 1930: Es gibt eine Frau, die Dich niemals vergißt 1931: Das Konzert 1931: Tropennächte 1931: Jede Frau hat etwas 1931: La Incorregible 1931: Sonntag des Lebens 1931: Die Nächte von Port Said (Les Nuits de Port Said) 1931: Der Sprung ins Nichts 1931: Leichtsinnige Jugend 1932: Une nuit à l’hôtel 1933: Amour et publicité 1934: Die Stimme ohne Gesicht (La voix sans visage) 1935: Honeymoon for Three 1936: Cheer Up 1936: The Last Waltz
Literatur Sascha Kirchner: Der Bürger als Künstler. Bruno Frank (1887–1945) – Leben und Werk. Düsseldorf 2009, Seite 12.
Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 483 f. Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 348 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1893 Kategorie:Gestorben 1958 Kategorie:Mann Kategorie:Theaterschauspieler