Die Nikon D200 ist eine digitale Spiegelreflexkamera des japanischen Herstellers Nikon, die im Dezember 2005 in den Markt eingeführt wurde.
Technische Merkmale mini|links|D200 mit angesetztem Batteriehandgriff
Die Kamera besitzt einen 10,2-Megapixel-CCD-Bildsensor im DX-Format. Er stammt vom japanischen Hersteller Sony. Der Formatfaktor der Kamera beträgt 1,5. Sie verwendet das beim Hersteller übliche F-Bajonett für Wechselobjektive und kann auch mit Objektiven ohne Prozessor kombiniert werden.
Bilder können mit einer maximalen Auflösung von 3872 × 2592 Punkten aufgenommen werden, was effektiven 10,2 Millionen Pixeln entspricht und Rohdaten im Hersteller-eigenen Format NEF von knapp 16 MB Größe ergibt. Neben den Rohdaten mit 12 Bit Farbtiefe pro Farbkanal und einer komprimierten Variante lassen sich JPEG-Dateien mit 8 Bit Farbtiefe abspeichern, entweder allein oder in Kombination mit NEF-Dateien. Der mit einem optischen Tiefpassfilter versehene Sensor unterstützt Belichtungsindizes von ISO 100 bis 1600 in 1/3-, 1/2- oder 1,0-EV-Schritten. Weitere als Boost bezeichnete Werte von ISO 2000 bis 3200 lassen sich einstellen. Der Sensor wird parallel über vier Kanäle (1 × Rot, 1 × Blau und 2 × Grün) ausgelesen.
Das Autofokussystem (AF) der Kamera ist vom Typ Multi-CAM 1000 und verwendet wahlweise elf kleine oder sieben große AF-Messfelder. Je nach gewähltem Modus erkennt die Kamera sich bewegende Objekte und führt den Fokus nach. Verlässt ein Objekt ein AF-Messfeld, wird automatisch auf das nächste Messfeld umgeschaltet. Um auch bei schlechten Lichtverhältnissen fokussieren zu können, besitzt die Kamera ein separates weißes AF-Hilfslicht, das jedoch von Objektiven mit großem Durchmesser abgedeckt werden kann.
mini|links|Rückansicht der D200 mit Blitzgerät
Zur Belichtungssteuerung stehen dem Benutzer vier Modi zur Verfügung: (M) Manuell, (A) Zeitautomatik, (S) Blendenautomatik und (P) Programmautomatik. Jeder der Modi lässt sich mit einer von drei Belichtungsmessmethoden kombinieren: Spotmessung, mittenbetonte Integralmessung und 3D-Color-Matrixmessung. Um auch bei älteren Objektiven ohne Prozessor eine Matrixmessung durchführen zu können, muss der Benutzer die maximale Blendenöffnung und die Brennweite von Hand eingegeben. Die Belichtung lässt sich um +/−5 EV in 1/3-, 1/2- oder 1-EV-Schritten korrigieren. Die Kamera unterstützt Belichtungsreihen (AE-Bracketing) mit zwei bis neun Aufnahmen, ebenfalls in 1/3-, 1/2- oder 1-EV-Schritten. Neben dem AE-Bracketing verfügt die Kamera auch über Weißabgleichreihen zur Variation des Weißabgleichs mit einer Schrittweite von bis zu 3 × 10 Mired.
Der Verschluss der Kamera besteht aus einem elektronisch gesteuerten, vertikal ablaufenden Schlitzverschluss und ermöglicht Belichtungszeiten von 30 Sekunden bis zu 1/8000 Sekunde. Die kürzeste Blitzsynchronisationszeit beträgt 1/250 Sekunde. Im Langzeitbelichtungsmodus (Bulb) können auch beliebig längere Belichtungszeiten realisiert werden.
Im Serienbild-Modus mit maximaler Geschwindigkeit von 5 Bildern pro Sekunde lassen sich, abhängig von der verwendeten Speicherkarte, bis etwa 37 im JPEG-Format oder 22 im NEF-Format aufnehmen. Die Kamera ist mit einem internen Pufferspeicher ausgestattet, der ein weiteres Fotografieren ermöglicht, während gleichzeitig die Bilder auf eine Speicherkarte mit bis zu etwa 9 MB/s geschrieben werden.
mini|links| CompactFlash-Speicherkarte in einer Nikon D200
Es lassen sich CompactFlash-Speicherkarten des Typs I und II bis zu 32 GB verwenden, ebenso Microdrive-Karten.
Die Kamera hat einen USB-2.0-Highspeed- und einen Video-Ausgang, der sich auf die Formate PAL oder NTSC einstellen lässt.
Der Sucher der Kamera zeigt 95 % des tatsächlichen Bildausschnittes und ermöglicht eine Verstellung von −2 bis +1 sphärischen Dioptrie. Die Suchervergrößerung beträgt 0,94-fach bei 50 mm Brennweite.
Das in der Kamera verwendete 2,5″-TFT-LCD verfügt über eine QVGA-Auflösung (320 × 240 Pixel). Die Helligkeit lässt sich durch eine Hintergrundbeleuchtung anpassen. Die Stromversorgung wird von einem 1500-mAh-Lithium-Ionen-Akku mit 7,4 V übernommen. Im Zusammenhang mit dem optional erhältlichen Hochformatgriff können auch zwei Lithium-Ionen-Akkus oder sechs handelsübliche Mignonzellen-Akkus (AA) eingesetzt werden.
Die eingebaute Mattscheibe ist für den AF-Betrieb optimiert und wird durch eine Fokuskontrollanzeige im Sucher für ein manuelles Fokussieren ergänzt.
Die Kamera verfügt ferner über einen internen Blitz und ein abgedichtetes Metallgehäuse. Die Zuordnung einzelner Bedienelemente zu Funktionen lässt sich dabei in Grenzen vom Benutzer umdefinieren.
Gesteuert wird die Kamera von zwei Prozessoren. Einer dient der Bildverarbeitung, ein weiterer für alle restlichen Aufgaben.
Verwendung von AI- und AI-S-Objektiven Für die Kamera können fast uneingeschränkt Objektive ohne CPU (AI, AI-S) verwendet werden. Bei manueller Eingabe der Objektivdaten (Brennweite, größte Blendenöffnung) arbeitet die Matrixbelichtungsmessung mit höherer Präzision. Brennweite sowie eingestellte Blende werden dann korrekt in den Exif-Daten abgelegt. Programm- und Blendenautomatik sind mit derartigen Objektiven jedoch nicht möglich.
Zubehör F-Bajonett-Objektive werden vom Hersteller sowie von Drittfirmen angeboten. Für die Kamera existiert diverses Zubehör, unter anderem mit GPS-Funktionalität (GP-1Produktseite GP-1 bei Nikon.de aufgerufen am 4. April 2012), Wireless-LAN-Funktionalität, Winkelsuchern, einem Hochformatgriff, Fernauslösern, externer Stromversorgung und verschiedenen Blitzlicht-Geräten.
Die Kamera verfügt über den herstellereigenen Zubehöranschluss. Über das Kabel MC-35 kann beispielsweise ein GPS-Empfänger angeschlossen werden, um Geotagging der Aufnahmen zu ermöglichen. (Seite 7 unten)
Geschichte Zum Erscheinungszeitpunkt vertrieb der Hersteller mit den Modellen D50 und D70 s zwei Kameras, die an Einsteiger gerichtet waren. Ferner wurden mit den Modellen D2Hs und D2X zwei Modelle für Berufsfotografen angeboten. Das für Berufs- und Amateurfotografen entwickelte Modell D100 wurde technisch nicht mehr den Anforderungen des damaligen Marktes gerecht und das Modell D200 sollte diese Angebotslücke schließen.
Kurz nach Erscheinen der Kamera musste der Hersteller Probleme mit der Bildqualität einräumen. Bei extrem kontrastreichen Bildsituationen, zum Beispiel direktes Fotografieren in eine Leuchtstoffröhre bei gleichzeitiger Überbelichtung, zeigten einige Modelle ein auffälliges Streifenmuster. Betroffene Kameras werden im Rahmen der Garantie repariert.
Siehe auch Liste der Nikon-DSLR-Kameras Fujifilm Finepix S5 Pro, eine auf diesem Modell basierende Kamera eines Drittherstellers, welche in Kooperation entwickelt wurde
Literatur Frank Späth: Nikon D200. Das Buch zur Kamera. Point of Sale Verlag, Mai 2006, ISBN 3-925334-69-6. Rainer Dorau: Das dbook zur Nikon D200. dpunkt Verlag, Juli 2006. Christian Haasz: Nikon D200. Franzis Verlag, Sept. 2006, ISBN 3-7723-7560-X. Michael Gradias: Nikon D200 Broschiert. Markt und Technik, Okt. 2006, ISBN 3-8272-4181-2.
Einzelnachweise
Weblinks
Produktbeschreibung auf der internationalen Nikon-Website (englisch) Test der D200 von Digitalkamera.de Test der D200 von LetsGoDigital Die Nikon D200 bei Digitalkamera-FAQ Nikon D200 bei DPReview (englisch)
Nikon D0200 D0200