Igelsbach ist ein zwischen der hessischen Stadt Hirschhorn und der badischen Stadt Eberbach geteilter Ort beiderseits der Landesgrenze von Hessen (Landkreis Bergstraße) und Baden-Württemberg (Rhein-Neckar-Kreis) und zählt dadurch zu den territorialen Besonderheiten in Südwestdeutschland. Der hessische Teil liegt in der Gemarkung Hirschhorn und ist seit 1978 ein Stadtteil von Hirschhorn.

Geographische Lage Igelsbach liegt im südlichen Odenwald rings um den Quellgrund des gleichnamigen Baches und auf einem Bergsattel gut 100 Meter über dem nördlichen rechten Steilhang des Neckartals in einer Rodungsinsel der südlichen Ausläufer der Hirschhorner Höhe. Von dem im hessischen Teil gelegenen Bergsattel aus erstreckt sich das Dorf nach Osten auf beiden Talhängen des Igelsbachs bis über die Landesgrenze, die mit einem Ortsschild markiert ist. Der Igelsbach entspringt hart an der Landesgrenze auf badischer Seite und führt in einem Rechtsbogen nach Südosten hinunter zum Gretengrund am Neckar.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste erhaltene Erwähnung des Weilers Igelsbach stammt von 1370. Eine frühere Besiedlung ist jedoch anzunehmen.

Bereits im 14. Jahrhundert war der Ort zwischen den Herren von Hirschhorn und der Kurpfalz aufgeteilt, wobei letzterer Anteil zum Amt Mosbach gehörte. 1632 folgte Kurmainz den ausgestorbenen Herren von Hirschhorn im Besitz. Der kurmainzische Anteil ging als Teil des Amts Hirschhorn im Reichsdeputationshauptschluss an Hessen-Darmstadt, das 1806 im Großherzogtum Hessen aufging. Der pfälzische Teil ging an das Fürstentum Leiningen und 1806 an das Großherzogtum Baden. 1925 wurde Badisch-Igelsbach nach Eberbach eingemeindet.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Igelsbach:

In der Statistik des Grossherzogthums Hessen wird der Ort 1863 als Höfe von Hirschhorn mit 7 Häusern und 49 Einwohnern geführt.

Die Vereinigung von Igelsbach durch eine Umgemarkung wurde mehrfach versucht, so im Jahre 1909 vom Bezirksamt Eberbach. Im Februar 1931 unterstützte offenbar ein Teil der Einwohner von Hessisch-Igelsbach die Eingemeindung nach Eberbach. Im Mai 1935 regte Eberbach erneut eine Veränderung der Landesgrenze durch die Eingemeindung von Hessisch-Igelsbach an. Doch wegen der damit zusammenhängenden Änderung der Landesgrenze stießen die Bemühungen nicht nur auf den Widerstand der Stadt Hirschhorn, sondern auch auf Bedenken der übergeordneten Landesbehörden, die auf eine generelle Bereinigung des Grenzverlaufs zwischen Baden und Hessen im sogenannten Hirschhorner Zipfel setzten. Zum 27. September 1978 wurde der bis dahin als Wohnplatz geführte hessische Ortsteil ein Stadtteil von Hirschhorn.

1975 lebten von den 170 Igelsbachern 114 im hessischen und 56 im badischen Anteil des Ortes. Im Jahr 2013 betrug die Einwohnerzahl 331 Personen, davon 107 im badischen Teil. Beim Zensus 2011 wurden im hessischen Teil 216 Einwohner gezählt.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen der hessische Teil von Igelsbach angehört(e):

vor 1782: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Amtsvogtei Hirschhorn ab 1782: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Amtsvogtei Hirschhorn ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Durch den Reichsdeputationshauptschluss. Fürstentum Starkenburg, Amt Hirschhorn ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Amt Hirschhorn ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Hirschhorn ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk HirschhornTrennung zwischen Justiz (Landgericht Hirschhorn) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels ab 1865: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1871: Deutsches Reich,Infolge des Deutsch-Französischen Krieges. Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Bergstraße ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BergstraßeIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Bergstraße ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Bergstraße ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Bergstraße ab 1978: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Bergstraße, Stadt HirschhornAm 27. September 1978 zur Stadt Hirschhorn.

Verkehr und Infrastruktur An die durch das Neckartal führende Bundesstraße 37/Bundesstraße 45 ist Igelsbach über Eberbacher Gebiet mit der 2 Kilometer langen Kreisstraße K 4115 angeschlossen, die an der hessischen Grenze durch die K 204 verlängert wird und innerörtlich in einem Bogen wiederum an die badische Grenze führt, wo sie als Ortsstraße endet. Wanderwege führen in die Naturparke Bergstraße-Odenwald und Neckartal-Odenwald.

In den Röderwiesen an der Igelsbachquelle wurde auf hessischer Seite ein Schwimmbecken mit den Maßen 12,5 m × 20 m errichtet.

Wissenswertes Das Ortsschild steht gegenwärtig nicht exakt an der badisch-hessischen Grenze. Diese verläuft ca. 20 Meter östlich; das vermeintlich erste Haus auf der badischen Seite gehört noch zu Hessen. Auf der weiter oben gelegenen Ortsstraße gehören die letzten vier Häuser wieder zu Baden, ohne dass ein Ortsschild darauf hinwiese.

Literatur Landesvermessungsamt Ba-Wü: Freizeitkarte Naturpark Neckartal-Odenwald - Mannheim-Heidelberg. F 513. ISBN 3-89021-606-4. Maßstab 1:30.000. 2005.

Weblinks Stadtteil (Badisch-)Igelsbach. In: Webauftritt der Stadt Eberbach. Stadtteil Igelsbach, In: Webauftritt der Stadt Hirschhorn.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg: amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Band 5. Kohlhammer, Stuttgart, 1976 Paragraph 7 des Reichsdeputationshauptschlusses Paragraph 20 des Reichsdeputationshauptschlusses Artikel 24 der Rheinbundakte

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