mini|Ein Team von Computersicherheits-Hackern auf der DEFCON 17. Hacker ist die Bezeichnung für einen Menschen, der sich mit Hacks und IT-Sicherheit beschäftigt beziehungsweise ausführt und testet. Der Hacker besitzt fundierte Sachkenntnisse, ansonsten spricht man vom Scriptkiddie.
Während der Begriff auch diejenigen beinhaltet, die Sicherheitslücken suchen, um sie aufzuzeigen oder zu korrigieren, wird er von den Massenmedien und in der allgemeinen Öffentlichkeit häufiger für Personen benutzt, die unerlaubt in fremde Systeme eindringen. Entsprechend ist der Begriff stark positiv beziehungsweise negativ belegt.siehe Hacker (PDF; 3 MB) – Vortragsfolien von Frank Kargl (CCC Ulm, 2003) die einen Überblick über die Wurzeln und Geschichte der Hackerbewegung aus Sicht des CCC geben.
Abhängig von der Motivation und Loyalität zu den Gesetzen, wird unterschieden zwischen White-Hat-, Grey-Hat- und Black-Hat-Hackern, wobei insbesondere Black-Hats auch als Cracker bezeichnet werden.
White-, Grey- und Black-Hats Nachdem eine Gruppe jugendlicher Hacker, bekannt als The 414s, 1983 in zahlreiche Computersysteme der Vereinigten Staaten eingedrungen war, forderte der Kongressabgeordnete Dan Glickman eine Untersuchung und neue Gesetze gegen das Hacken.Timeline: The U.S. Government and Cybersecurity. In: The Washington Post, 14. April 2006. Neal Patrick, der damals 17-jährige Sprecher der Hackergruppe, wurde am 26. September 1983 vor dem Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten über die Gefahren des Hackens befragt, und noch im gleichen Jahr wurden sechs Gesetzesentwürfe zur Computerkriminalität in das Repräsentantenhaus eingebracht.siehe David Bailey: Attacks on Computers: Congressional Hearings and Pending Legislation. In: 1984 IEEE Symposium on Security and Privacy. 1984, S. 180, doi:10.1109/SP.1984.10012. In Deutschland wurde im August 1986 Computersabotage im Allgemeinen, und die unbefugte Manipulation von Daten im Besonderen, als spezielle Form der Sachbeschädigung in das Strafgesetzbuch aufgenommen (, und des StGB).
Nach der Einführung der Gesetze zur Computerkriminalität begannen sich White-Hat-, Grey-Hat- und Black-Hat-Hacker voneinander abzugrenzen, abhängig von der Gesetzmäßigkeit ihrer Tätigkeiten:
White-Hats
White-Hats (‚Weiß-Hüte‘) verwenden ihr Wissen sowohl innerhalb der Gesetze als auch innerhalb der Hackerethik, beispielsweise indem sie professionelle Penetrationstests ausführen.
Grey-Hats Grey-Hats (‚Grau-Hüte‘) verstoßen möglicherweise gegen Gesetze oder restriktive Auslegungen der Hackerethik, allerdings zum Erreichen eines höheren Ziels. Beispielsweise durch die Veröffentlichung von Sicherheitslücken, um ein Leugnen unmöglich zu machen und die Verantwortlichen dazu zu zwingen, diese zu beheben. Grey-Hats zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht eindeutig als „gut“ oder „böse“ einzustufen sind.
Black-Hats Black-Hats (‚Schwarz-Hüte‘) handeln mit krimineller Energie, im Auftrag von Regierungen oder Organisationen und beabsichtigen beispielsweise, das Zielsystem zu beschädigen oder Daten zu stehlen (Cyberkrieg).
Mangels klarer Trennlinie zwischen „gut“ und „böse“ nimmt diese Unterteilung in der Praxis wenig Bezug auf real existierende Personen und steht vielmehr als Begrifflichkeit für eine bestimmte Art des Hackens.
Etymologie In Western-Filmen, die in den USA zwischen den 1920er und 1940er Jahren veröffentlicht wurden, wurden weiße Hüte vorrangig durch Helden getragen, während schwarze Hüte den Antagonisten vorbehalten waren, um den Kontrast von Gut und Böse zu veranschaulichen.
Kontroverse zum Hackerbegriff Als Reaktion auf schlechte Presse vertritt das Jargon File seit 1990 den Standpunkt, dass der Begriff Hacker für die Personengruppen, die ihre Aktivitäten betont auf die Umgehung von Sicherheitsmechanismen legen, ungeachtet ihrer Motivation zu missbilligen ist und schlägt stattdessen Cracker vor.Seit Jargon-File 2.1.1 von 1990 steht innerhalb der akademischen Hackerkultur die Bezeichnung Cracker, und nicht Hacker, für jemand, der Sicherheitsbarrieren böswillig bricht, bzw. ausschaltet (CRACKER: One who breaks security on a system. Coined c. 1985 by hackers in defense against journalistic misuse of HACKER …). Die Forderung, ein anderes Wort zu verwenden, wurde jedoch von der Presse nicht wahrgenommen oder weitestgehend ignoriert.
Hacker aus dem Bereich der Computersicherheit, insbesondere der Teil, der sich als gesetzestreu versteht, erheben weiterhin einen Mitverwendungsanspruch auf den Hackerbegriff und akzeptieren die Bezeichnung als Cracker nur für die dunkler gefärbten Richtungen. Auch von ihnen wird mitunter eine deutliche Abgrenzung zwischen Hacker und Cracker gefordert. Ein Teil derart abgegrenzter Cracker möchte sich jedoch ebenfalls als Hacker bezeichnet wissen.
Daneben zählen Scriptkiddies innerhalb der Computersicherheit zu den Crackern. Sie nutzen vorgefertigte Automatismen, um (meist unter schriftlicher Anleitung) in fremde Computersysteme einzudringen oder sonstigen Schaden anzurichten. Obgleich ihnen die beim Hackerbegriff notwendige tiefe Grundlagenkenntnis der Materie fehlt, werden Scriptkiddies innerhalb des Boulevardjournalismus gewöhnlich als Hacker betitelt.Siehe The Kids are out to play. In: Telepolis.
Populäre Techniken Social Engineering und Phishing Beschreibt eine Technik, die es erlaubt, über gesellschaftliche Kontakte an die vom Hacker begehrten Informationen zu gelangen. Trojanisches Pferd Als Trojanisches Pferd bezeichnet man ein Programm, welches als nützliche Anwendung getarnt ist, im Hintergrund aber ohne Wissen des Anwenders eine andere Funktion erfüllt. Backdoor Dieser Begriff bezeichnet einen (oft vom Autor eingebauten) Teil eines Computerprogramms, der es Benutzern ermöglicht, unter Umgehung der normalen Zugriffssicherung Zugang zum Computer oder einer sonst geschützten Funktion eines Computerprogramms zu erlangen. Als Beispiel sei das Universalpasswort für ein BIOS genannt oder eine spezielle (meist durch einen Trojaner heimlich installierte) Software, die einen entsprechenden Fernzugriff auf das Computersystem ermöglicht. Rootkits Die Rootkit-Technik dient dazu, bestimmte Objekte und Aktivitäten vor den Augen des Anwenders zu verbergen. So werden sie meist nach dem Einbruch in ein Computersystem auf dem kompromittierten System installiert, um geheime Prozesse und Dateien zu verstecken sowie zukünftige Logins des Eindringlings zu verbergen. Denial of Service (DoS) Meint eine Außerstandsetzung eines Netzwerkdienstes, beispielsweise durch Überlastung. Exploit Ein Exploit ist ein Computerprogramm oder Skript, welches spezifische Schwächen oder Fehlfunktionen eines anderen Computerprogramms ausnutzt, um erweiterte Privilegien zu erlangen oder um eine DoS-Attacke auszuführen. Vulnerability Scanner Diese Technik dient der automatischen Analyse von Computersystemen. Dabei suchen Hilfsprogramme gezielt nach Sicherheitslücken in einer Anwendung, einem Computer oder einem Netzwerk und können dabei helfen, Anfälligkeiten zu erkennen. Sniffer Ein Sniffer realisiert die Technik, den Datenverkehr eines Netzwerks oder eines am Rechner angeschlossenen Gerätes zu empfangen, aufzuzeichnen, darzustellen und gegebenenfalls auszuwerten. Beispielsweise kann ein Netzwerk-Sniffer dafür genutzt werden, um Passwörter auszuspionieren und übertragene Daten einzusehen. Keylogger Eine Technik zum Aufzeichnen der Tastatureingaben, zum Beispiel um an diverse Zugangsdaten zu gelangen. Virus Ein Computervirus ist ein Computerprogramm oder Skript, welches die spezielle Eigenschaft hat, sich selbst zu reproduzieren, sobald es einmal ausgeführt wird. Dadurch gelangt der Virus auf andere Datenträger, wie Netzwerklaufwerke und Wechselmedien. Durch Interaktion des Benutzers, der ein infiziertes Wechselmedium an ein anderes System anschließt oder eine infizierte Datei startet, gelangt der Virencode auch dort zur Ausführung, wodurch weitere Systeme von dem Virus infiziert werden. Neben der geheimen Verbreitung kann die Schadfunktion des Virus vom Anwender nicht kontrollierbare Veränderungen am System vornehmen. Auf diese Weise ist es möglich, zahlreiche Rechner eines Firmennetzwerks oder gar Server aus dem Internet halb automatisiert zu kompromittieren. Wurm Im Gegensatz zum Virus benötigt der Computerwurm ein auf dem System bereits installiertes Hilfsprogramm, welches er dazu verwendet, um sich auf ein anderes System zu kopieren. Das könnte zum Beispiel ein bestimmtes E-Mail-Programm sein, welches der Wurm fernsteuert, um sich an alle dort eingetragenen Adressaten zu verteilen. Je nach Art des Hilfsprogramms kann sich der Wurmcode auf dem neu infizierten System manchmal sogar selbst ausführen, weshalb dann keine Interaktion mit dem Benutzer mehr notwendig ist, um sich von dort aus weiter zu verbreiten. Daher ist diese Methode sehr effizient. Auf Systemen, die nicht über das benötigte Hilfsprogramm verfügen, kann sich der Wurm allerdings nicht reproduzieren. physischer Zugang Eine häufig unterschätzte Möglichkeit, sich Zugang zu verschaffen, besteht darin, in die Räumlichkeiten zu gelangen, in denen sich sicherheitskritische Hardware befindet.
Historischer Abriss aus dem Bereich Phreaking und Computersicherheit Chronisten der Hackerkultur gehen bei ihrer Suche nach dem Ursprung teilweise zurück bis in die Antike. Die griechische Erfindung des trojanischen Pferdes gilt manchen als erster Hack überhaupt.siehe Boris Gröndahl: Hacker. ISBN 3-434-53506-3. Operatoren der Telegrafen- (seit Mitte der 1840er) und Telefonnetze (seit Ende der 1870er), die häufig ebensolche Technikenthusiasten waren, wie die Hacker heute, nutzten ihr Wissen, um das Netz für ihre eigenen Zwecke zu verwenden. Sie gelten als Vorläufer der heutigen Hacker. Einer der berühmtesten unter ihnen war der Erfinder Thomas A. Edison. Die entsprechende Verwendung des Wortes Hacker ist eng mit der Geschichte des Computers verbunden, wobei Hacker aus dem Bereich der Netzwerk- und Computersicherheit aus der Subkultur des Phreaking hervorgegangen sind:siehe Jonas Löwgrens Vorlesungsnotitzen zu
1971 veröffentlicht der Yippie Abbie Hoffman in seinem Buch Steal This Book und einem Rundbrief namens Youth International Party Line Methoden, um die Gebührenzahlung an Telefongesellschaften zu umgehen. Im selben Jahr erscheint auch ein entsprechender Bericht im Hochglanzmagazin Esquire,Ron Rosenbaum: . In: Esquire Magazine. Oktober 1971 (). sowie ein Jahr später im radikalen Magazin Ramparts. Infolgedessen entsteht die Ära des kostenlosen Telefonierens, das sogenannte Phreaking. Dies stellt die erste markante Assoziation zwischen dem Begriff Hacken und dem Überwinden von Sicherheitsbarrieren dar, in dessen Zusammenhang oft der Hacker John T. Draper, auch bekannt als Captain Crunch, und Joybubbles erwähnt wird.
1973 sind die beiden späteren Gründer von Apple, Steve Wozniak und Steve Jobs, auch im Phreaking-Umfeld aktiv und bauen zusammen mit John T. Draper Blue-Boxes.
mini|Logo des Chaos Computer Clubs, der einflussreichsten Vereinigung von Hackern im deutschen Raum, bei dem Sicherheitsfragen sein wesentliches Beschäftigungsfeld sind. 1981 wird der Chaos Computer Club (CCC) gegründet, ein deutscher Verein von und für Hacker, der im deutschen Raum hauptsächlich für die Belange im Bereich Datenschutz, Informationsfreiheit und Datensicherheit tätig ist und für ein Menschenrecht auf Kommunikation eintritt. Er wird gegründet, um Hackern eine Plattform zu geben, so dass sie über Aktivitäten und entdeckte Sicherheitslücken berichten können, ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen.