Benno Carl Reifenberg (* 16. Juli 1892 in Oberkassel (Bonn); † 9. Februar 1970 in Kronberg im Taunus) war ein deutscher Journalist, Kunstkritiker, Schriftsteller und Publizist. Er schrieb auch unter dem Pseudonym Florestan.

Leben Reifenberg war der Sohn eines deutschen Vaters und einer niederländischen Mutter. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg trat er 1919 in die Redaktion der Frankfurter Zeitung ein. Von 1924 bis 1930 war er für das Feuilleton verantwortlich.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 477. Nach zwei Jahren (1930–1932) als Pariser Korrespondent der Frankfurter Zeitung übernahm er die Leitung der Politikredaktion und behielt sie bis zum Verbot des dem Propagandaministerium stets unliebsamen Blattes im Jahr 1943. Bis zum Kriegsende wurde er zum „Gehilfen“ des Gehirnforschers Oskar Vogt.Vgl. Rainer Bayreuther und Gunilla Eschenbach: Das Dorf der Visionäre. Aufbruch in die Bundesrepublik 1927-1947, Berlin 2026, S. 161ff. mit ausführlicher Darstellung anhand von Brief- und Tagebuchquellen.

Nach dem Krieg bemühte er sich mit anderen vergeblich um eine Wiedergründung der „FZ“. 1945 bis 1958 war er Herausgeber der Halbmonatsschrift Die Gegenwart. Seit dem 1. Januar 1959 gehörte er zu den Herausgebern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und hatte diese Tätigkeit bis zum Jahresende 1965 inne. Nach seinem Rückzug aus der Redaktion blieb er ihr als Mitarbeiter weiter verbunden. Am 28. August 1964 wurde ihm in der Paulskirche in Frankfurt der Goethepreis der Stadt Frankfurt verliehen. Charakteristisch für Reifenberg war die starke Affinität zu Goethe. Diese Verbindung kam auch in seiner Dankesrede zur Preisverleihung zum Ausdruck. Von 1959 bis 1970 gehörte er dem Beirat der Friedrich-Naumann-Stiftung an.

Sein Sohn Jan Reifenberg (1923–2014) arbeitete für die F.A.Z. bis zum Eintritt in den Ruhestand als diplomatischer Korrespondent in Washington, Paris und Brüssel.

Ehrungen 1952: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1957: Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main 1957: Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung 1959: Laudator bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1964: Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main 1967: Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main

Veröffentlichungen (Auswahl) (zusammen mit Wilhelm Hausenstein): Max Beckmann, R. Piper & Co. Verlag, München 1949. Landschaften und Gesichter. Europa Verlag, Wien 1973, ISBN 3-203-50444-8. Das Einzigartige von Frankfurt. Ausgewählte Schriften, hrsg. von Helga Hummerich. Kramer, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-7829-0220-3. (zusammen mit Theodor Heuss und Hermann Heimpel; Hrsg.): Die großen Deutschen. 5 Bände. Propyläen Verlag, Berlin 1956.

Literatur Patrick Bahners: Ist das Feuilleton wirklich ein Thema für Historiker? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. August 2011. Dagmar Bussiek: Benno Reifenberg 1892–1970. Eine Biographie. Wallstein, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8353-0898-5. Ernst Elitz: gelesen. Propaganda im Nationalsozialismus. In: Die politische Meinung, hrsg. von der Konrad-Adenauer-Stiftung, 56. Jg., Nr. 503, Oktober 2011. Carsten Hueck: Ins Problematische zersplittert. In: Deutschlandradio Kultur, 16. Juni 2011. Helga Hummerich: Wahrheit zwischen den Zeilen. Erinnerungen an Benno Reifenberg und die Frankfurter Zeitung. Herder Verlag, Freiburg i. Br. 1984 (Herderbücherei; Bd. 1098), ISBN 3-451-08098-2 Markus M. Payk: D. Bussiek: Benno Reifenberg (1892-1970) (Rezension), in: H-Soz-u-Kult, 13. Oktober 2011.

Erhard Schütz: Lebens-Werke: Wein, Feuilleton und Gesang. In: Der Freitag, 9. August 2011. Joachim Seng: Leidenschaftlich am Maßstab festhalten. Dagmar Bussiek hat eine Biographie über Benno Reifenberg (1892-1970) geschrieben. In: literaturkritik de, 12. September 2011. Volker Weidermann: Benno Reifenberg. Davor und Danach. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 8. Mai 2011.

Weblinks

Universität Kassel: Benno Reifenberg (1892–1970). Eine biographische Studie. Deutsches Literaturarchiv Marbach: Nachlass Benno Reifenberg.

Einzelnachweise

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