Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Stuttgart Fläche: 102,6 km² Gliederung: 14 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 37.500 (Mai 2026) Adresse desDekanatamtes: Talstr. 2170794 Filderstadt Dekan: Gunther Seibold Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Bernhausen innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Bernhausen ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Bernhausen.
Geografie Der Kirchenbezirk Bernhausen liegt etwa in der Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst die Landschaft Filder südlich von Stuttgart.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Bernhausen grenzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Kirchenkreis Stuttgart (ehemaliger Kirchenbezirk Degerloch) und Nürtingen (beide Prälatur Stuttgart) sowie Tübingen und Böblingen (beide Prälatur Reutlingen).
Geschichte Im Gegensatz zu den meisten Dekanaten der württembergischen Landeskirche, die schon bald nach der Reformation errichtet wurden, ist der Kirchenbezirk Bernhausen eine Neugründung aus den 1980er Jahren. Infolge des Einwohnerzuwachses im Raum Stuttgart wurden damals neue Kirchenbezirke gegründet, darunter auch der Kirchenbezirk Bernhausen. Er entstand am 1. Januar 1981 aus den südlichen Gebieten des Kirchenbezirks Degerloch (damals 12 Kirchengemeinden), drei Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Esslingen (Nellingen, Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Nellingen-Parksiedlung und Scharnhausen, wobei Scharnhausen bis 31. Mai 1965 noch zum Kirchenbezirk Degerloch gehörte) und einer Kirchengemeinde des Kirchenbezirks Nürtingen (Neuhausen auf den Fildern). Heute umfasst er 14 Kirchengemeinden, weil die Kirchengemeinde Bernhausen inzwischen in drei Teilkirchengemeinden aufgeteilt wurde, die jedoch die Gesamtkirchengemeinde Bernhausen bilden.
Für 2029 ist die Fusion des Kirchenbezirks mit dem Kirchenbezirk Esslingen geplant.Fusion der Kirchenbezirke: Sein Job wird künftig weggespart. In: Stuttgarter Zeitung vom 7. Juni 2026.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitiger Dekan ist seit 2020 Gunther Seibold, der zugleich einer der Pfarrer an der Jakobuskirche in Filderstadt-Bernhausen ist.
Dekane des Kirchenbezirks Bernhausen 1981–1990: Karl Daiber (* 1926) 1990–2002: Hansgeorg Kraft (* 1936) 2002–2019: Rainer Kiess (* 1953) seit 2020: Gunther Seibold (* 1965)
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Bernhausen gibt es insgesamt 14 Kirchengemeinden. Darunter haben sich die beiden Kirchengemeinden Echterdingen und Stetten a.d.F. zur Gesamtkirchengemeinde Echterdingen zusammengeschlossen, bleiben jedoch weiterhin selbständig. Bis 2006 gab es ferner noch die Gesamtkirchengemeinde Bernhausen, die aus drei Teilkirchengemeinden bestand, bis sich diese am 1. Januar 2007 zu einer Kirchengemeinde vereinigten. Alle Kirchengemeinden gehören zu den politischen Städten und Gemeinden Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen, Neuhausen auf den Fildern und Ostfildern des Landkreises Esslingen. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Kirchengemeinde Bernhausen mini|links|100px|Jakobuskirche Bernhausen Die Kirchengemeinde Bernhausen (ca. 5.700) umfasst den Stadtteil Bernhausen der Stadt Filderstadt. Eine ursprünglich dem Hl. Gallus geweihte Kirche wurde 1275 erstmals erwähnt. 1535 wurde in Bernhausen – wie in allen Gemeinden Alt-Württembergs die Reformation eingeführt. Die Kirche ist eine Westturmanlage mit einem frühgotischen Turm und einem charakteristischen achteckigen Aufbau von 1680. Das Schiff und der netzrippengewölbte Chor stammen von 1475. Viele Jahrhunderte war die ehemalige Galluskirche die einzige Kirche Bernhausens.
Da Bernhausen im 20. Jahrhundert sehr stark wuchs, wurde 1965 eine weitere Kirche, die Johanneskirche erbaut. Daraufhin erhielt die bisherige Kirche den Namen Jakobuskirche. Altarwand, Glasfenster und Betonglasfenster am Eingang der Johanneskirche wurden von Wolf-Dieter Kohler gestaltet. Mit Wirkung vom 4. Dezember 1983 wurde die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Bernhausen in die beiden selbständigen Kirchengemeinden Johanneskirchengemeinde Bernhausen und Jakobuskirchengemeinde Bernhausen aufgeteilt. Beide bildeten fortan die ebenfalls neu gegründete Gesamtkirchengemeinde Bernhausen. Durch Verfügung des Kultusministeriums vom 22. Februar 1989 wurde dann noch die Petruskirchengemeinde Bernhausen als dritte Kirchengemeinde innerhalb der Gesamtkirchengemeinde Bernhausen als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Die Petruskirchengemeinde baute sich ein eigenes Kirchengebäude ohne Turm und Glocken.
Am 1. Januar 1981 wurde der Kirchenbezirk Bernhausen errichtet und der 1. Pfarrer der Jakobuskirche wurde Dekan.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2007 wurden die drei Kirchengemeinden in Bernhausen, die Jakobuskirchengemeinde, die Johanneskirchengemeinde und die Petruskirchengemeinde, aufgelöst. Ihre Aufgaben übernahm die bisherige Gesamtkirchengemeinde Bernhausen, die gleichzeitig in Kirchengemeinde Bernhausen umbenannt wurde. Sie ist auch Träger eines zweigruppigen Kindergartens.
Kirchengemeinde Bonlanden mini|Georgskirche Bonlanden Die Kirchengemeinde Bonlanden (ca. 3.900) umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Filderstadt. Die Evangelische Pfarrkirche St. Georg ist im Kern spätgotisch. Der Westturm hat eine Kreuzrippengewölbe. Das Schiff wurde mehrfach umgestaltet, zuletzt 1912. Das Kruzifix ist hochgotisch und stammt aus den Jahren 1320/30. Bis 1956 bildete Harthausen eine Filialkirchengemeinde von Bonlanden. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Oktober 1956 wurde die Filialkirchengemeinde Harthausen von der Muttergemeinde Bonlanden gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben.
Gesamtkirchengemeinde Echterdingen Die Gesamtkirchengemeinde Echterdingen umfasst die Stadtteile Echterdingen und Stetten auf den Fildern der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Sie wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. August 1933 gebildet, als aus dem bis dahin zur Kirchengemeinde Echterdingen gehörigen Nebenort Stetten auf den Fildern die selbständige Kirchengemeinde Stetten auf den Fildern gebildet wurde und diese gleichzeitig mit der Kirchengemeinde Echterdingen in der neuen Gesamtkirchengemeinde Echterdingen zusammengeschlossen wurde. Das Kultministerium hatte die neue Kirchengemeinde Stetten und die Gesamtkirchengemeinde Echterdingen mit Schreiben vom 8. August 1933 als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.
Kirchengemeinde Echterdingen mini|links|100px|Stephanuskirche Echterdingen Die Kirchengemeinde Echterdingen umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Eine Kirche wurde bereits 1185 erstmals erwähnt. 1382 taucht sie als der Hl. Katharina, 1419 zu Unserer Lieben Frau geweihte Kirche auf. Sie war die Mutterkirche für das gesamte Umland (Weidach, Leinfelden, Oberaichen und Unteraichen sowie Stetten). Der Nebenort Stetten wurde 1933 zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben.
Die heutige Stephanuskirche in Echterdingen wurde ab 1439 von Meister Heinrich im spätgotischen Stil erbaut und 1508/10 neu erbaut. Der Turm erhielt 1880 ein Obergeschoss. Die Kirchengemeinde ist Träger von drei Kindergärten, Kindergarten Dschungel, Kindergarten Lummerland und Kindergarten Lichterhaus.
In Echterdingen sind drei Landeskirchliche Gemeinschaften vertreten, die Liebenzeller Gemeinschaft, die Altpietistische Gemeinschaft und die Michael Hahn’sche Gemeinschaft.
Kirchengemeinde Stetten auf den Fildern Die Kirchengemeinde Stetten auf den Fildern (ca. 2.500) umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Schon 1304 ist in Stetten eine Kapelle nachgewiesen, die als Filiale zu Echterdingen gehörte. Später war der Ort Filiale von Bernhausen und seit 1819 gehörte Stetten wieder als Nebenort zur Kirchengemeinde Echterdingen. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. August 1933 wurde aus dem Nebenort Stetten auf den Fildern die selbständige Kirchengemeinde Stetten auf den Fildern gebildet. Diese bildet seither mit der Kirchengemeinde Echterdingen die Gesamtkirchengemeinde Echterdingen.
1957 wurde in Stetten auch eine eigene Pfarrei errichtet. Im benachbarten heute nicht mehr abgetrennten Weiler Weidach ist im Spätmittelalter eine Wallfahrtskapelle bezeugt. Sie ging aber später ab, so dass Stetten lange Zeit keine Kirche hatte. Die heutige Kirche wurde 1935 erbaut.
Die Kirchengemeinde Stetten ist Träger des Fröbel Kindergartens.
Kirchengemeinde Harthausen Die Kirchengemeinde Harthausen (ca. 1.800) umfasst den gleichnamigen Stadtteil von Filderstadt. Die Kirchengemeinde Harthausen war lange Zeit eine Filiale von Bernhausen, später von Plattenhardt, dann von Untersielmingen und schließlich ab 1838 von Bonlanden. Erst 1838 erhielt der Ort seine eigene Kirche und durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Oktober 1956 wurde die bisherige Filialkirchengemeinde Harthausen von der Muttergemeinde Bonlanden gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. 1959 wurde auch eine eigene Pfarrei in Harthausen errichtet. Das Gemeindehaus wurde nach dem Liederdichter Paul Gerhardt benannt.
Kirchengemeinde Kemnat Die Kirchengemeinde Kemnat umfasst den gleichnamigen Stadtteil der Stadt Ostfildern. Sie ist mit etwa 2.100 Gemeindegliedern einer der mittelgroßen Kirchengemeinden auf den Fildern. Kemnat ist nach dem Krieg sehr stark auf fast das vierfache der vorherigen Einwohnerzahl gewachsen.
Mittelpunkt der Kirchengemeinde war lange Zeit die alte Bartholomäuskirche, die bereits 1236 erstmals erwähnt wurde. Das spätgotische Gotteshaus wurde aber zu klein, auch war sie durch Kriegseinflüsse baufällig geworden, so dass diese in den Jahren 1962/63 durch den Neubau einer Hallenkirche ersetzt wurde. Als Zeitzeugen des Vorgängerbaus sind noch der Kruzifixus aus dem Jahr 1674 an der Altarwand, das sandsteinerne Portal am Turmeingang und das Christuslamm aus dem 12. Jahrhundert an der Turmwand erhalten. Der Taufstein der alten Kirche hat seinen Platz nach 45-jähriger Verweildauer im Pfarrgarten wieder innerhalb der Kirche gefunden. Er steht jetzt unter der Empore beim Jerusalemfenster. Die Gemeinde versammelt sich am Sonntag um 10 Uhr zum Gottesdienst in der heutigen Kirche.
Direkt an die Kirche grenzt das 1988 eingeweihte Gemeindehaus an. Zusammen mit der Kirche und dem Pfarrhaus aus dem 16. Jahrhundert bildet es ein Halbrund um den Pfarrhof, auf dem Gemeindefeste gefeiert werden und auch Theateraufführungen stattfinden.
Das Pfarrhaus ist das älteste noch vollständig erhaltene und bewohnte Gebäude in Kemnat. Mit dem Bau des Hauses wurde im Jahr 1569 begonnen. Ab etwa 1571 wohnten bis heute 40 Pfarrer und ihre Familien in diesem Haus. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Haupteingang von der Ost- auf die Südseite verlegt, im westlichen Wohnbereich entstand durch das Ausbeinen einer Wand ein großes Wohnzimmer, in dem das freiliegende Fachwerk wie ein offener Raumteiler wirkt. 1995 wurden die sanitären Einrichtungen und die Heizung auf den Stand der Technik gebracht und zwei Zimmer im Dachgeschoss ausgebaut. Im Pfarrhaus ist auch das Gemeindebüro untergebracht.
Die Jugendräume der Kirchengemeinde befinden sich im städtischen Gebäude Pfarrstraße 2, das neben einem Versammlungsraum mit Küche auch Gruppenräume und das Büro für den Diakon umfasst.