mini|Ignaz Urban 1881 mini|Gedenktafel am Thuner Platz 2–4, in Berlin-Lichterfelde mini|Grab im Botanischen Garten Berlin Ignaz Urban (* 7. Januar 1848 in Warburg; † 7. Januar 1931 in Berlin-SteglitzSterberegister Standesamt Berlin-Steglitz, Nr. 13/1931; auch Ignatz Urban, Ignatius Urban) war ein deutscher Botaniker und Spezialist für westindische Flora. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“
Leben Urban besuchte das Gymnasium Marianum in Warburg und studierte anschließend Philologie und Naturwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn und an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, wo er 1873 als Schüler von Paul Friedrich August Ascherson zum Dr. phil. promovierte.
Nachdem er 1869–1870 als Freiwilliger im Alexander-Regiment war, nahm er 1870–1871 am Deutsch-Französischen Krieg teil. Während dieser Zeit schrieb er ein Tagebuch, das er auszugsweise 1914 veröffentlichte.
Von 1873 bis 1878 unterrichtete er als Lehrer am Pädagogium in Groß-Lichterfelde. Während dieser Zeit veröffentlichte er Artikel über die lokale Flora von Lichterfelde und besonders über den Schneckenklee.
1878, mit 30 Jahren, wurde Urban Erster Assistent am Botanischen Garten von Schöneberg, 1883 dessen Kustos und nach dem Tod des Direktors August Wilhelm Eichler 1887 bis 1889 zur Ernennung Adolf Englers als Nachfolger Interimsdirektor. 1885 wurde er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Von 1889 bis 1913 war er Unterdirektor und Professor am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin in Dahlem. Als solcher war er maßgeblich an der Verlegung des Botanischen Gartens vom heutigen Heinrich-von-Kleist-Park in Schöneberg nach Dahlem beteiligt (zwischen 1899 und 1910). 1903 bekam Urban als Auszeichnung den Titel Geheimer Rat verliehen. 1914 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.
Ignaz Urban wurde auf dem Parkfriedhof Lichterfelde bestattet. Nach Auflassung der Grabstelle wurde der Grabstein zu seinem Andenken in den Botanischen Garten Berlin versetzt.
Er war seit Juli 1883Heiratsregister Standesamt Berlin III, Nr. 365/1883; Namensverzeichnis S. 23, 52 verheiratet mit Martha Urban, geborene Kurtz, (* 22. März 1855 in Berlin; † 16. Februar 1920 in Lichterfelde). Gemeinsam hatten sie einen Sohn Bruno Urban (* 3. April 1885 in Schöneberg; † 1. Oktober 1918 im Kriegslazarett). Nach Martha Urban benannt ist die Pflanzengattung Marthella aus der Familie der Burmanniaceae.
Wirken Urbans Spezialgebiet war die Morphologie, Biologie und Systematik der Phanerogamen, die Aufstellung neuer Gattungen und Arten von Blütenpflanzen; speziell solcher aus den Tropen Südamerikas und der Karibik. Viele Pflanzen aus dieser Region hat Urban benannt und als erster wissenschaftlich beschrieben. Eine der bekanntesten Pflanzen, die Urban entdeckte, ist die Passiflora tulae. Eine andere Passionsblume benannte der amerikanische Botaniker Ellsworth Paine Killip (1890–1968) nach Urban Passiflora urbaniana.
Werke Erschienen im Jahrbuch des Königlichen Botanischen Gartens und des Botanischen Museums zu Berlin Bd. I, 1881: Geschichte des Köngl. botanischen Gartens und des Köngl. Herbariums, […], S. 1–164 Bd. II, 1883: Monographie der Familie der Turneraceen, S. 1–150 Bd. II, 1883: Zur Biologie und Morphologie der Rutaceen, S. 366–405 Bd. III, 1884: Kleinere Mitteilungen über Pflanzen des Berliner bot. Gartens und Museums, Teil I, S. 234–252 Bd. IV, 1886: Kleinere Mitteilungen über Pflanzen des Berliner bot. Gartens und Museums, Teil II, S. 241–259 Bd. IV, 1886: Die Bestäubungseinrichtungen bei den Loasaceen, S. 364–388 Symbolae Antillanae Seu Fundamenta Flora Indiae Occidentalis, Fratres Borntraeger, Lipsiae 1902 Flora von Groß–Lichterfelde und Umgebung. In: Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg. 22. Jg., Berlin 1881, S. 26 ff. Digitalisat
Nach Urban benannte Taxa Ihm zu Ehren wurden folgende Pflanzengattungen benannt:
Weblinks
Einzelnachweise Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.
Kategorie:Botaniker (19. Jahrhundert) Kategorie:Botaniker (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Namensgeber für eine Pflanzengattung Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem Kategorie:Absolvent der Humboldt-Universität zu Berlin Kategorie:Geheimrat Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1848 Kategorie:Gestorben 1931 Kategorie:Mann