mini|Büste von Prof. Karl Spiehs (2023)
Karl Spiehs, auch Carl Spiehs, (* 20. Februar 1931 in Blindendorf-Dunkelstein, einem Ortsteil der Stadtgemeinde Ternitz, Niederösterreich"Carl der Große": ORF Niederösterreich präsentiert ein Porträt über Carl Spiehs "Österreich-Bild aus dem Landesstudio Niederösterreich" am 25. Februar. APA-Meldung vom 24. Februar 2001, abgerufen am 5. Februar 2015.Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes NÖ für Karl Spiehs. APA-Meldung vom 19. Mai 2009, abgerufen am 5. Februar 2015.; † 27. Jänner 2022) war ein österreichischer Filmproduzent.
Leben Karrierebeginn als Promoter Der Sohn des Gastwirtsehepaars Karl und Anna Spiehs besuchte die Hotelfachschule und startete seine Karriere mit einer Aufführung der Operette Im weißen Rössl im elterlichen Wirtshaus. Er machte sich einen Namen als Promoter von Schlagerveranstaltungen und Vortragstourneen.
Aufnahme- und Produktionsleitung 1960 gelang ihm mit dem Spielfilm Die Glocke ruft, an dem er anfangs als zweiter Aufnahmeleiter und bei der Fertigstellung als Co-Produzent mitwirkte, der Einstieg ins Filmgeschäft. 1961 wurde Spiehs von der Wiener Stadthalle zunächst als Musikaufnahmeleiter und anschließend als Produktionsleiter engagiert.
Filmproduktion 1965 gründete er seine eigene Filmfirma mit dem Namen „Intercontinental-Film“. 1967 erwarb er 50 % der Anteile von Paul Löwingers Lisa Film, die er fortan weitgehend beherrschte, da sich Löwinger auf seine Funktion als Teilhaber beschränkte. Sitz der Lisa Film blieb bis 1995 München, wodurch die von Spiehs in diesem Zeitraum produzierten Filme als deutsche Produktionen gelten. Inhaltlich setzte er die enge Verbindung zwischen dem herkömmlichen deutschen und österreichischen Film fort.
Mitte der siebziger Jahre gründete Spiehs seinen eigenen Filmverleih, die „Residenz-Film“, die neben seinen eigenen Filmen auch ausländische Produkte in die Kinos brachte und in den achtziger Jahren unter dem Namen „Tivoli“ umstrukturiert wurde. Spiehs produzierte in diesen Jahren eine große Zahl von Filmkomödien und anderen Unterhaltungsfilmen, die beim Publikum meist gut ankamen, aber von der Filmkritik entweder ignoriert oder häufig verrissen wurden. Oft ist in diesen Filmen der Wörthersee zu sehen, wo Spiehs seine Sommerresidenz erwarb. Er trat gelegentlich in seinen Filmen selbst auf, meist als beschränkter Polizist. Nur selten wagte er die Verfilmung von anspruchsvollen Vorlagen wie 1973 Arthur Schnitzlers Der Reigen oder 1976 Hans Falladas Jeder stirbt für sich allein.
TV-Produktion Dank des Privatfernsehens gelang Spiehs zu Beginn der 1990er Jahre auch der Einstieg in die TV-Produktion. Vor allem die RTL-Serie Ein Schloß am Wörthersee mit dem wiederentdeckten Roy Black in der Hauptrolle wurde ein großer Publikumserfolg. In der Folge konzentrierte er sich mehr auf die Fernseharbeit und konnte sich mit dem Zweiteiler Die Rückkehr des Tanzlehrers 2003 allgemeine Anerkennung verschaffen. Er wurde in Velden am Wörthersee bestattet.
Privates Von seiner Jugendliebe Hilde stammt seine Tochter Waltraud (* 1952). Spiehs’ erste Ehefrau Elfriede ist die Mutter seines Sohnes Gerhard (* 1958). Mit der ehemaligen Show-Assistentin Lissy Kofler hat er den Sohn Michael Kofler (* 1962). Am 21. Dezember 1966 heiratete er die Schauspielerin Angelika Ott. Ihre gemeinsamen Söhne sind der Filmproduzent David Spiehs (* 1974) und Benjamin Spiehs (* 1981).
Sein Enkel ist der Filmproduzent Thomas Hroch (Mona Film, Tivoli Film).Kurier: Neuausrichtung bei Mona- und Lisa-Film. Artikel vom 6. Februar 2012, abgerufen am 6. Oktober 2022.
Filmografie Kinofilme Herstellungsleitung 1962: Drei Liebesbriefe aus Tirol 1962: Tanze mit mir in den Morgen 1963: Sing, aber spiel nicht mit mir 1963: Die lustigen Vagabunden (Das haben die Mädchen gern) 1963: Unsere tollen Nichten 1963: Ist Geraldine ein Engel? 1963: Die schwarze Kobra 1963: Mit besten Empfehlungen 1963: Im singenden Rößl am Königssee 1963: Das große Liebesspiel 1963: Der letzte Ritt nach Santa Cruz 1964: Unsere tollen Tanten in der Südsee 1964: Rote Lippen soll man küssen (Die ganze Welt ist himmelblau) 1964: Frühstück mit dem Tod 1964: Das hab ich von Papa gelernt 1964: Jetzt dreht die Welt sich nur um dich 1964: Verdammt zur Sünde 1964: Die große Kür 1964: Heiß weht der Wind 1964: Happy-End am Wörthersee (Happy-End am Attersee) 1964: DM-Killer 1965: Das Mädel aus dem Böhmerwald 1965: Schüsse im Dreivierteltakt Produktion oder Co-Produktion 1965: Das Liebeskarussell 1966: In Frankfurt sind die Nächte heiß 1966: Die Liebesquelle 1966: Maigret und sein größter Fall 1966: Bel Ami 2000 oder Wie verführt man einen Playboy 1966: Gern hab ich die Frauen gekillt 1966: Wie tötet man eine Dame? (Das Geheimnis der gelben Mönche) 1966: Sartana (Mille dollari sul nero) 1967: Das Rasthaus der grausamen Puppen 1967: Heißes Pflaster Köln 1967: Heubodengeflüster 1967: Mittsommernacht 1968: 69 Liebesspiele 1968: Paradies der flotten Sünder 1968: Peter und Sabine 1968: Immer Ärger mit den Paukern 1969: Die tolldreisten Geschichten – nach Honoré de Balzac 1969: Django – Die Geier stehen Schlange (Sette dollari sul rosso) 1969: Ehepaar sucht gleichgesinntes 1969: Alle Kätzchen naschen gern 1969: Hilfe, ich liebe Zwillinge! 1969: Unser Doktor ist der Beste 1970: 7 dreckige Teufel / Sturm der Feuervögel (Sette baschi rossi) 1970: Wenn du bei mir bist 1970: Dornwittchen und Schneeröschen 1970: Unsere Pauker gehen in die Luft 1970: Musik, Musik – da wackelt die Penne 1970: Josefine Mutzenbacher 1970: Wenn die tollen Tanten kommen 1971: Die nackte Gräfin 1971: Wer zuletzt lacht, lacht am besten 1971: Das haut den stärksten Zwilling um 1971: Das Lied der Balalaika 1971: Tante Trude aus Buxtehude 1971: Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut 1971: Josefine Mutzenbacher II – Meine 365 Liebhaber 1971: Mache alles mit 1971: Rudi, benimm dich! 1971: Die tollen Tanten schlagen zu 1971: Hochwürden drückt ein Auge zu 1971: Die Kompanie der Knallköppe 1972: Kinderarzt Dr. Fröhlich 1972: Blutiger Freitag 1972: Liebesspiele junger Mädchen 1972: Immer Ärger mit Hochwürden 1972: Meine Tochter – deine Tochter 1972: Der Schrei der schwarzen Wölfe 1972: Trubel um Trixie 1972: Die Pfarrhauskomödie 1972: Auch fummeln will gelernt sein (Ferdinand Mutzenbacher) 1972: 100 Fäuste und ein Vaterunser 1973: Blau blüht der Enzian 1973: Crazy – total verrückt 1973: Was Schulmädchen verschweigen 1973: Der Reigen 1973: Geh, zieh dein Dirndl aus 1973: Die blutigen Geier von Alaska 1973: Wenn jeder Tag ein Sonntag wär 1974: Alpenglüh’n im Dirndlrock 1974: Bohr weiter, Kumpel 1974: Wenn Mädchen zum Manöver blasen 1974: Auf der Alm da gibt’s koa Sünd 1974: Zwei im siebenten Himmel 1974: Es war nicht die Nachtigall 1975: Change 1976: Was treibt die Maus im Badehaus? 1976: Jeder stirbt für sich allein 1976: Scaramouche, der Teufelskerl 1976: Vanessa 1976: Triumphmarsch 1977: Griechische Feigen 1977: Freude am Fliegen 1977: Drei Schwedinnen in Oberbayern 1978: Hurra, die Schwedinnen sind da 1978: Die Insel der tausend Freuden 1978: Das Love-Hotel in Tirol 1978: Popcorn und Himbeereis 1978: Summer Night Fever 1979: Sunnyboy und Sugarbaby 1979: Cola, Candy, Chocolate 1979: Die Schulmädchen vom Treffpunkt Zoo 1979: Hot Dogs auf Ibiza 1979: Graf Dracula (beisst jetzt) in Oberbayern 1980: Dschungel-Django (Il Cacciatore di Squali) 1980: Astaron – Brut des Schreckens 1980: Die schönen Wilden von Ibiza 1980: Zärtlich aber frech wie Oskar 1980: Desideria (Desideria: La vita interiore) 1980: Keiner hat das Pferd geküßt 1980: Jungfrau unter Kannibalen 1980: Drei Schwedinnen auf der Reeperbahn 1981: Die Säge des Todes 1981: Ein Kaktus ist kein Lutschbonbon 1981: Sadomania – Hölle der Lust 1981: Die nackten Superhexen vom Rio Amore 1981: Kalt wie Eis 1981: Frankfurt Kaiserstraße 1981: Heute spielen wir den Boß – Wo geht’s denn hier zum Film? 1982: Piratensender Powerplay 1982: Banana Joe 1982: Ein dicker Hund 1982: Im Dschungel ist der Teufel los 1983: Babystrich im Sperrbezirk 1983: Marianne und Sophie 1983: Die Supernasen 1983: Das verrückte Strandhotel 1983: Sunshine Reggae auf Ibiza 1983: Bei Anruf Liebe 1984: Schulmädchen ’84 1984: Mama Mia – Nur keine Panik 1984: Zwei Nasen tanken Super 1984: Her mit den kleinen Schweinchen 1984: Popcorn & Paprika 1984: Ein irres Feeling 1984: Danger – Keine Zeit zum Sterben 1984: Drei und eine halbe Portion 1985: Coconuts 1985: Seitenstechen 1985: Die Einsteiger 1985: Die Küken kommen 1985: Hungrige Skorpione (Il Cinque del Condor) 1986: Die Schokoladen-Schnüffler 1986: Geld oder Leber 1986: Bitte laßt die Blumen leben 1987: Kunyonga – Mord in Afrika 1987: Zärtliche Chaoten 1987: Der Joker 1988: Starke Zeiten 1988: Zärtliche Chaoten II (ungenannt) 1988: Rote Rosen für ein Callgirl (Rose Tattoo) 1988: Killing Blue 1989: Zwei Frauen 1989: Gummibärchen küßt man nicht 1990: Eine Frau namens Harry 1990: Gavre Princip – Himmel unter Steinen 1992: Fiorile 1994: Domenica 1995: Im Fadenkreuz des Bösen (Royal Destiny)
Fernsehproduktionen 1990–1993: Ein Schloß am Wörthersee (Serie) 1991–1992: Die große Freiheit (Serie) 1992: Almenrausch und Pulverschnee (Serie) 1993–1994: Peter und Paul (Serie) 1993: Der blaue Diamant 1993: Hochwürden erbt das Paradies 1993: Tierärztin Christine 1993: Das Paradies am Ende der Berge 1994: Der Heiratsvermittler 1994: Immer Ärger mit Nicole 1994: Sonne über dem Dschungel 1994: Drei zum Verlieben (Serie) 1994–1995: Unsere Schule ist die Beste (Serie) 1994: Mein Freund, der Lipizzaner 1994: Liebling, ich muss auf Geschäftsreise 1995: Der schwarze Fluch – Tödliche Leidenschaften 1995: Ein Richter zum Küssen 1995: Tierärztin Christine – Eine Frau kämpft sich durch 1996–2002: Klinik unter Palmen (Serie) 1996: Drei in fremden Betten 1996: Mein Opa ist der Beste 1997: Fröhlich geschieden 1997: Mein Opa und die 13 Stühle 1997: Hochwürdens Ärger mit dem Paradies 1998: Fröhliche Chaoten 1998: Die Superbullen 1998: Tödliche Diamanten (Zweiteiler) 1998: Letzte Chance für Harry 1998: Tierärztin Christine – Abenteuer in Südafrika 1999: Ein Herz wird wieder jung 1999: Die blaue Kanone 1999: Drei in fremden Kissen 1999: Das Mädchen aus der Torte 2000–2004: Der Pfundskerl (Serie) 2000: Seitensprung ins Glück 2001: Herzensfeinde 2001: Zwei unter einem Dach 2001–2004: Der Bestseller (Serie) 2001: Eine Insel zum Träumen – Koh Samui 2001–2002: Liebe, Lügen, Leidenschaften (Serie) 2002: Drei unter einer Decke 2002: Ein himmlisches Weihnachtsgeschenk 2002: August, der Glückliche 2003: Hochwürden wird Papa 2003–2014: Das Traumhotel (Serie) 2003: Alles Glück dieser Erde 2003: Die Rückkehr des Tanzlehrers (Zweiteiler) 2003: Die Jungen von der Paulstraße (Zweiteiler) 2004: Wenn der Vater mit dem Sohne 2004–2005: Weißblaue Wintergeschichten (Serie) 2005–2008: Familie Sonnenfeld (Serie) 2005–2007: Agathe kann’s nicht lassen (Serie) 2005: König der Herzen 2005: Die Liebe eines Priesters 2005: Lauras Wunschzettel 2006–2013: Die Alpenklinik (Serie) 2006: Tod eines Keilers 2007–2017: Mord in bester Gesellschaft (Fernsehreihe) 2012: Oma wider Willen
Auszeichnungen 1992: Romy 1992: Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 1996: Ehrenbürger der Marktgemeinde Velden am Wörther See 2001: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. KlasseListe der Träger des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich. Abgerufen am 5. Februar 2015. 2002: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 2002: Goldener Rathausmann der Stadt Wien 2004: Romy 2006: Berufstitel Professor 2009: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich 2015: Platin-Romy für das Lebenswerk. Artikel vom 4. März 2015, abgerufen am 25. April 2015.