mini|hochkant=1.3|Herbert Linge (links) als Beifahrer von Hans Herrmann im Porsche 550 Spyder bei der Mille Miglia 1954 mini|hochkant=1.3|Handsignierte Aufnahme von Herbert Linge im Porsche 904 beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring (1964) mini|hochkant=1.3|Im Porsche-908-Kamerawagen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1970 Herbert Linge (* 11. Juni 1928 in Weissach; † 5. Januar 2024) war ein deutscher Rennfahrer der Nachkriegszeit; er fuhr Porsche-Sportwagen.
Leben Linge war einer der ersten Lehrlinge bei Porsche im Jahr 1943.Der Porsche-Pionier, in: Newsroom – das Medien-Portal von Porsche vom 23. Januar 2019, abgerufen am 8. August 2020. Später war er maßgeblich am Aufbau des Porsche-Kundendienstnetzes im Ausland und besonders in den USA beteiligt.
1952 bis 1954 arbeitete er als Rennmechaniker für das Porsche-Werksteam. In dieser Funktion wurde er bei dem berühmten Straßenrennen Carrera Panamericana als bester Mechaniker ausgezeichnet.
Den Durchbruch als Rennfahrer schaffte er 1954. Als Beifahrer von Hans Herrmann bei der Mille Miglia auf einem Spyder 550 erzielte er den ersten Klassensieg. Weitere Siege in Frankreich und zusammen mit Helmut Polensky bei der Rallye Lüttich-Rom-Lüttich folgten. Parallel dazu arbeitete er weiterhin als Mechaniker bei Porsche im Versuch. Linge war nie festangestellter Rennfahrer, wurde aber wegen seines hervorragenden Fahrkönnens oft engagiert. Gelegentlich startete er auch für andere Hersteller, wie z. B. Abarth.
Er war an der Entwicklung der ersten Formel-2- und Formel-1-Fahrzeuge von Porsche beteiligt, dennoch fuhr er nur Sportwagenrennen, unter anderem in Le Mans beim 24-Stunden-Rennen. Seine Rennfahrerkarriere beendete er 1969 bei diesem Rennen, nachdem sein Teamkollege John Woolfe in der ersten Runde tödlich verunglückt war.
1970 stieg er noch einmal in den Rennwagen, um beim Hollywood-Film „Le Mans“ den Schauspieler Steve McQueen zu doublen. Seither arbeitete Linge in leitender Position im Entwicklungszentrum Weissach bis zu seiner Pensionierung 1993. Zeit seines Lebens setzte sich Linge für die Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen im Rennsport ein.
Der Porsche Cup sowie die ONS-Sicherheitsstaffel, bei der Sportwagen mit Feuerlöschgeräten ausgerüstet wurden, um Ärzte und Hilfe schneller an ein Unfallfahrzeug heranzuschaffen, basieren auf Ideen von Herbert Linge.Rainer Braun: Feuer & Flamme – über Herbert Linge und die Gründung der ONS-Rettungsstaffel in zwischengas.com. Abgerufen am 11. Oktober 2016. Dafür erhielt er am 15. Juni 1982 das Bundesverdienstkreuz am Bande.Bundespräsidialamt
Bis zuletzt sah man Herbert Linge an der Rennstrecke bei Oldtimer-Rallyes. 2016, im Alter von 87 Jahren, wirkte Herbert Linge in einem Kurzfilm zum neuen Porsche 718 Cayman S mit, in dem er über seine Zeit bei Porsche und auf der Rennstrecke berichtete.
Herbert Linge starb am 5. Januar 2024 im Alter von 95 Jahren.Kathrin Klette: Herbert Linge ist gestorben. In: Stuttgarter Nachrichten, 5. Januar 2024, abgerufen am 5. Januar 2024.
Statistik Sportliche Erfolge Datum Rennen Erfolg 2. Mai 1954 Mille Miglia Klassensieger 18.–22. August 1954 Lüttich-Rom-Lüttich Gesamtsieger 3.–12. September 1954 Tour de France Sportwagenklassensieger November 1954 Speedweek Nassau Versch. Klassensiege 13. März 1955 12 Stunden von Sebring Seriensportwagenklassensieger 12. Mai 1957 Mille Miglia Klassensieger 22. März 1958 12 Stunden von Sebring Klassensieger 8. Mai 1960 Targa Florio Klassensieger GT 24.–25. Juni 1960 24 Stunden von Le Mans Klassensieger 4. September 1960 500 km Nürburgring Klassensieger 5.–6. November 1960 Tour de Korsika Gesamtsieger 19. März 1961 Pferdsfeld Flugplatzrennen Klassensieger GT 700 30. April 1961 Targa Florio Klassensieger 28. Mai 1961 1000 km Nürburgring Klassensieger Sport 10.–11. Juni 1961 24 h von Le Mans Klassensieger 8. Juli 1961 GP Silverstone Klassensieger 6. Mai 1962 Targa Florio Klassensieger 27. Mai 1962 1000 km Nürburgring Klassensieger 5. August 1962 Grand Prix von Deutschland Klassensieger 19. August 1962 Flugplatzrennen Trier Klassensieger 21. Oktober 1962 1000 km Paris Klassensieger 1600 GT 5. Mai 1963 Targa Florio Klassensieger 19. Mai 1963 1000 km Nürburgring Klassensieger 15.–16. Juni 1963 24h von Le Mans Klassensieger Prototypen 2000 23. Juni 1963 Rundstreckenrennen Hockenheim Klassensieger GT 2000 21. Juli 1963 Norisringrennen Nürnberg Klassensieger 28. Juli 1963 Solitude Rennen Klassensieger 4. August 1963 GP von Deutschland Klassensieger 8. September 1963 Herbstpokal Hockenheim Klassensieger 15. September 1963 Flugplatzrennen Achum Klassensieger 13. Oktober 1963 Flugplatzrennen Trier Klassensieger GT 2500 26. Februar 1964 Daytona 2000 km Klassensieger 6. Juni 1964 6 Stunden Brands Hatch Klassensieger 3000 cm³ 5. Juli 1964 Norisringrennen Klassensieger GT 2500 11.–20. September 1964 Tour de France Klassensieger 27. März 1965 12 Stunden von Sebring Klassensieger 19.–20. Juni 1965 24 h von Le Mans Klassensieger 6. Januar 1966 24 h von Daytona Klassensieger 10.–11. Juni 1967 24 h von Le Mans Klassensieger 15. Oktober 1967 1000 km Paris Klassensieger 20.–25. August 1967 Marathon de la Route (Nürburgring) Gesamtsieger
Im Jahre 1963 gewann Herbert Linge den deutschen GT-Meistertitel. Viele zweite und dritte Plätze sind hier nicht erwähnt.
Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1958 Baron Carel Godin de Beaufort Porsche 550A RS Carel Godin de Beaufort Rang 5 1960 Porsche KG Porsche 356B Abarth GTL Heini Walter Rang 10 und Klassensieg 1961 Porsche System Engineering Porsche 356B Abarth GTL Ben Pon Rang 10 und Klassensieg 1963 Porsche System Engineering Porsche 718/8 WRS Spyder Edgar Barth Rang 8 und Klassensieg 1964 Porsche System Engineering Porsche 904/8 Edgar Barth Ausfall Kupplungsschaden 1965 Porsche System Engineering Porsche 904/6 Peter Nöcker Rang 4 und Klassensieg 1966 Porsche System Engineering Porsche 906/6L Carrera 6 Hans Herrmann Rang 5 1967 Auguste Veuillet Porsche 911S Robert Buchet Rang 14 1968 Philippe Farjon Porsche 907/8 Robert Buchet Disqualifiziert 1969 John Woolfe Racing Porsche 917L John Woolfe Ausfall tödlicher Unfall von Woolfe 1970 Solar Productions Porsche 908/2 Jonathan Williams Rang 9, nicht klassiert (Kamerawagen)
Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1955 Porsche Co. & B. S. Cunningham Porsche 550 Spyder Huschke von Hanstein Rang 8 1956 Porsche KG Porsche 550 Huschke von Hanstein Ed Crawford Ausfall Reifenschaden 1957 Porsche Company Porsche 550 RS Huschke von Hanstein Rang 31 1958 Porsche K.G. Porsche 356A Carrera Huschke von Hanstein John Cuevas Rang 10 und Klassensieg 1963 Porsche System Engineering Porsche 356B Carrera Abarth GTL Edgar Barth Rang 10 1964 Porsche System Engineering Porsche 718 RS Spyder Edgar Barth Rang 19 1965 Porsche Automobile Co. Porsche 904/8 Gerhard Mitter Rang 9 und Klassensieg
24-Stunden-von-Spa-Ergebnisse
Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1964 Daimler-Benz AG Mercedes-Benz 300SE Peter Lang Ausfall Getriebeschaden
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 1954 PorscheDist. VW. Central S.A. Porsche 550 6 12 1955 Porsche Co. & B. S. Cunningham Porsche 550 8 16 1956 Porsche Porsche 550 DNF 1957 PorscheOlof Persson Porsche 356 31 14 26 1958 PorscheHerbert LingeCarel Godin de Beaufort Porsche 356Porsche 550 10 13 5 1959 Porsche Porsche 550 2 17 1960 Paul-Ernst StrählePorsche Porsche 356 6 7 10 1961 Porsche Porsche 356 7 8 10 1962 Scuderia SerenissimaAbarthGerhard Koch Porsche 356Fiat-Abarth 1000 Bialbero 6 6 DNF 7 1963 Porsche Porsche 356Porsche 718 10 3 4 8 12 1964 PorscheClaude Storez Porsche 356Porsche 718Porsche 904 6 19 2 12 DNF 3 DNF 1965 Porsche Porsche 904 9 3 5 4 1966 PorscheGerhard KochLufthansa Porsche 906 6 10 5 3 1967 Auguste Veuillet Porsche 911 14 1968 Philippe Farjon Porsche 907 DNF 1969 Paul-Ernst SträhleJohn Woolfe Porsche 911Porsche 917 DNF DNF 16 1970 Solar Productions Porsche 908 DNF
Literatur Frank Wiesner: Herbert Linge. Pionier in Pole-Position. Delius Klasing, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-7688-1916-9 (mit 387 Bildern).
Weblinks
Alte Schule #17: Herbert Linge Sehr ausführlicher Audio-Podcast mit Herbert Linge. Auf YouTube. (deutsch) Alte Schule #223 Herbert Linge XXL Audio-Podcast mit Herbert Linge https://www.youtube.com/watch?v=lYLIkWx1uvI
Einzelnachweise
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