mini|Pfalzgräfin Maria Franziska von Sulzbach, Herzogin von Birkenfeld, 1750 Maria Franziska Dorothea Christina von Pfalz-Sulzbach (* 15. Juni 1724 in Schwetzingen; † 15. November 1794 in Sulzbach) war eine deutsche Pfalzgräfin von Sulzbach und durch Heirat Pfalzgräfin von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler-Rappoltstein.

Leben Maria Franziska von Pfalz-Sulzbach wurde als Tochter des kurpfälzischen Erbprinzen Joseph Karl Emanuel (1694–1729) und dessen Gemahlin Elisabeth von Pfalz-Neuburg (1693–1728) geboren.

Ihr Vater Joseph Karl war der designierte Nachfolger und Schwiegersohn von Karl III. Philipp, dem Kurfürsten der Pfalz. Durch seinen frühen Tod 1729 konnte er allerdings seine Erbschaft nicht antreten. Marias ältere Schwester Elisabeth Auguste von der Pfalz war die Gemahlin des pfalzbayerischen Kurfürsten Karl Theodor (1724–1799). Ihre andere Schwester war Maria Anna von Pfalz-Sulzbach (1722–1790), die mit Clemens Franz de Paula von Bayern (1722–1770) verheiratet war.

1746 heiratete sie Pfalzgraf Friedrich Michael, mit dem sie fünf Kinder hatte.

Nachdem die Linie Pfalz-Sulzbach mit dem Tod Karl Theodors im Februar 1799 im Mannesstamm erloschen war, erbte mit Kurfürst Maximilian IV. Joseph (dem späteren König Maximilian I. Joseph von Bayern) ein 1756 geborener Sohn Marias die seit 1777 vereinten Kurwürden von Pfalzbayern. Maria wurde somit zur Vorfahrin aller bayerischen Könige bis 1918 und aller heute noch lebenden Wittelsbacher.

Allerdings erlebte sie den Aufstieg ihrer Familie nicht mehr. Die Beziehung zu ihrem Mann war seit 1760 gescheitert. Nach ihren eigenen Angaben wurde sie „durch das üble Beispiel des von ihr verachteten Hofes“ verführt, eine Beziehung mit einem Mannheimer Schauspieler einzugehen. Als sie schwanger wurde, entfernte man sie vom Hof.

Maria Franziska wurde für ihren Fehltritt quasi in Klosterhaft gesteckt; zunächst bei Ursulinen in Metz und dann zu den Augustinerinnen zu Bonneweg (Bonnevoie) im Herzogtum Luxemburg. Nach dem Tod ihres Mannes 1767 durfte sie auf Schloss Sulzbach ziehen. Im Jahre 1785 ließ sie Schloss Franziskaruhe errichten. Sie starb im Jahre 1794 und fand in der Pfarrkirche zu Sulzbach ihre letzte Ruhestätte. Ihr Herz wurde getrennt bestattet und befindet sich seit 1983 in der Gnadenkapelle von Altötting.

Nachkommen Maria heiratete im Jahre 1746 Friedrich Michael von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler-Rappoltstein (1724–1767). Karl II. August Christian (1746–1795), Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken Klemens August Joseph Friedrich (1749–1750), Prinz von Pfalz-Zweibrücken Maria Amalie Auguste (1752–1828), Prinzessin von Pfalz-Zweibrücken; ⚭ Friedrich August I., König von Sachsen Maria Anna (1753–1824), Prinzessin von Pfalz-Zweibrücken; ⚭ Wilhelm in Bayern Maximilian I. (IV.) Joseph (1756–1825), Herzog von Pfalz-Zweibrücken, Kurfürst zu Pfalzbayern, König von Bayern

Vorfahren

Literatur Oskar Klausner: Die Familienzweige der pfälzischen Wittelsbacher. Die ersten Wittelsbacher, die Kurlinie, die Seitenlinien. Verlag Schimper, Heidelberg 1995 (i. A. des staatlichen Liegenschaftsamtes). Karl Weich: Mannheim – das neue Jerusalem. Die Jesuiten in Mannheim 1720–1773. Palatium-Verlag, Mannheim 1997, ISBN 3-920671-17-1, S. 142, 151.

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